Inhalt:
I. Hinführung 1
II. Kurzbiographie Thomas Hobbes 1
1. Theoretische Anthropologie 2
1.1 Empfindung und Vorstellung 2
1.2 Das Denken 3
1.3 Die Sprache 4
2. Praktische Anthropologie 4
2.1 Hobbes’ Theorie der Handlungsmotivation 4
- willentliche Bewegungen
2.2 Der Einfluss der Vernunft auf die menschlichen 6
Neigungen S. 7
2.3 Die Bedeutung der Leidenschaften 8
2.4 Das Streben nach Macht - Eskalation des
Machtstrebens
III. Bibliographie 11
II
I. Hinführung:
Die in den Kapiteln 1-16 des Leviathan vollzogene Beschreibung der menschlichen Anthropologie bildet die Basis der Hobbesschen politischen Philosophie.
Thomas Hobbes entwickelt in den Anfangskapiteln seines Werks einen Menschen, dem - von Empfindungen und Leidenschaften geprägt, mit der Kunst der Sprache und der Fähigkeit des Denkens ausgestattetdie „Verfolgung seiner Interessen in einer Welt aus Knappheit, Konkurrenz und Wettbewerb nur leidlichen Erfolg beschert“ 1 . Durch die Beschreibung dieses Menschenbildes legt Hobbes den Grundstein für seine vertragstheoretische Konzeption.
Durch die folgende Hausarbeit soll ein Überblick über die Hobbessche Anthropologie gegeben werden, einige theoretische Aspekte wie Empfindungen und Vorstellung, das Denken und die Sprache werden im ersten Kapitel näher beschrieben. Das zweite Kapitel widmet sich der „praktischen Anthropologie“ 2 , der Handlungsmotivation und dem Einfluss von Vernunft und Leidenschaften auf das menschliche Handeln; abschließend wird das Machtstreben der Hobbesschen Menschen und die Eskalation dieses Strebens nach Macht beschrieben.
II. Kurzbiographie Thomas Hobbes
Thomas Hobbes (*5. April 1588; † 3. Dezember 1679), englischer Philosoph und Staatstheoretiker.
Hauptwerke:
Anfangsgründe des Naturrechts (1640); De Cive (1642); Leviathan (1651); De Corpore (1655); De Homine (1658).
1 Chwaszcza (1996), S. 83
2 Ebenda, S. 84
1
1. Theoretische Anthropologie
1.1 Empfindung und Vorstellung
Nach Thomas Hobbes ist die Empfindung der Ursprung aller menschlichen Gedanken. Die Empfindung ist das Resultat eines unmittelbaren - wie beim Schmecken oder Fühlen - oder mittelbaren - beim Hören, Sehen, Riechen - ausgeübten Drucks seitens des äußeren Körpers, der durch einen Gegendruck des Körperinnern, des Herzens beantwortet wird, das sich von ihm befreien will. Diese scheinbar nach außen gerichtete Bewegung wird vom Menschen als Empfindung bezeichnet und etwa als Ton vom Ohr wahrgenommen 3 .
Die einzelnen Empfindungen werden allerdings nicht durch jede neue Sinneswahrnehmung gelöscht - jedoch können sich die nach außen gehenden Bewegungen, der vom Herz ausstrahlende Gegendruck, abschwächen; als Folge davon behält der Mensch auch nach dem „Schließen der Augen […] ein Bild des gesehenen Dings zurück […]“, dieses ist aber „dunkler als im Augenblick des Sehens.“ 4 Das nach dem ersten Objekt gesehene „verdunkelt“ dieses also, die beim Sehen des ersten „Dings“ verspürte Empfindung „zerfällt“; diese zerfallenen Empfindungen werden als Vorstellungen oder Einbildungen, der Prozess des Ze rfalls als Erinnerung bezeichnet. 5 Eine Akkumulation von Erinnerung nennt Hobbes Erfahrung; Erfahrung ermöglicht das Zusammenfügen verschiedener
Vorstellungen „zu komplexen Vorstellungen in gegenständlicher und insbesondere zeitlicher Hinsicht, wobei nicht jede komplexe Vorstellung ein externer Gegenstand oder ein Ereignis zu korrespondieren braucht.“ 6
Hobbes verdeutlicht dies am Beispiel eines Kentaur, der Vorstellung eines aus menschlichem Oberkörper und Pferdelaib
zusammengesetzten Fabelwesens, die durch das Sehen eines Pferdes und das spätere Sehen eines Menschen entstanden ist 7 .
3 Vgl. Leviathan, S.11 f.
4 Vgl. Leviathan, S. 13
5 Vgl. Leviathan, S. 14
6 Chwaszcza (1996), S.86
7 Vgl. Leviathan, S. 14
2
Arbeit zitieren:
Torben Wengenroth, 2003, Das Menschenbild in Thomas Hobbes "Leviathan", München, GRIN Verlag GmbH
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