1. Über meine Arbeit:
Ich habe im Rahmen meiner Arbeit zur Vorlesung Fernsehgestaltung den Film „Basic Instinct“ (1992) im Hinblick auf seine Gestaltung und seinen Aufbau analysiert. Bevor ich den Film inhaltlich analysieren konnte, habe ich mir den Film ein paar Male angesehen, habe nach entsprechender Fachliteratur gesucht und im Internet recherchiert.
2. Einleitung:
Nicht nur bei seiner europäischen Erstaufführung bei den Filmfestspielen in Cannes sorgte Basic Instinct für grossen Rummel: Bereits während der Dreharbeiten stand der Film im Kreuzfeuer der Kritik: Militante Schwulengruppen protestierten gegen die ihrer Meinung nach negative und verletztende Art in der Homosexuelle - im speziellen die lesbischen bzw. bisexuellen Charaktere) - in diesem Film dargestellt wurden. Für einige AmerikanerInnen waren die sehr freizügigen Sexszenen fast schon der Untergang des Abendlandes. In „Basic Instinct“ handelt es sich jedoch weder um einen Porno,, noch sind nur die Homosexuellen, die negativ dargestellt werden. Keiner der Charaktere im Film ist wirklich sympathisch, vielmehr hat der Zuschauer es mit einer ganzen „Familie“ von Psychos zu tun, in dem keiner eine Möglichkeit zur Identifikation mit dem Zuschauer bietet.
3. Kurzinhalt:
Ein ehemaliger Rockstar wird auf grausame Weise ermordet. Hauptverdächtige Person ist dessen Freundin, die Schriftstellerin Catherine Tramell (Sharon Stone), die in einem ihrer Bücher den Mord bis aufs kleinste Details beschrieben hat. Der Polizist Nik Curran (Michael Douglas) wird auf den Fall angesetzt, verliebt sich jedoch in die Tatverdächtige und beginnt eine Affäre mit ihr. Im Laufe der Zeit glaubt er immer mehr an ihre Unschuld, während sich die Verdachtsmomente gegenüber der Polizeipsychologin Dr. Beth Garner (Jeanne Tripplehorn) immer mehr bestätigen zu scheinen.
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Schliesslich wird auch noch sein bester Freund und Kollege Gus (George Dzundza) umgebracht und unmittelbar am Tatort taucht die Polizeipsychologin Dr. Garner auf. Nick hält Beth für die Mörderin und erschießt sie, da die Indizien für die Polizeipsychologin als Mörderin sprechen. Der Fall scheint geklärt, doch das letzte Bild des Filmes läßt alles offen.
4. Genreeinteilung
Die Genreeinteilung von „Basic Instinct“ gestaltet sich schwierig. In den meisten Lexika läuft der Film unter dem Genre des „Erotik Thrillers“, manchmal wird er aber auch als Sexfilm bzw. Softporno bezeichnet. Aus Sicht der feministischen Diskussion über Pornographie könnte er jedoch zumindest in einer Szene (Vergewaltigung der Psychologin durch den Polizisten) aber auch unter dem Prädikat „pornographisch“ eingeordnet werden, da der Begriff hier unter anderem auch über den „Aspekt der Gewalt gegen Frauen und der Nötigung von Frauen“ definiert wurde. Die Grenzen sind jedoch zwischen dem was als „Erotik“ und was als „Pornographie“ angesehen wird, fliessend. Nach der von Seeßlen aufgestellten Liste (Der erotische Film, Sex and Crime - Filme, Nudies, Sexploitation Movies, Sexfilme, Fake-Pornos, Mainstream-Pornos, Star-Pornos, Spezial-Pornos, Amateur -Pornos, verbotenen Filme) kann man „Basis Instinct“ am ehesten in die Kategorie „Sex and Crime“ -Filme einordnen. Im „Sex and Crime“-Film geschieht der Zugang zur Sexualität über die Gewalt. Es handelt sich hiebei meist um Kriminalfilme, in der die Sexualität als Delikt vorkommt, in „Basic Instinct“ sogar in doppelter Form: Zum einen Mord während des Geschlechtsaktes und verbotener Sex zwischen der Tatverdächtigen und dem Polizisten, dass schlussendlich eine Strafe nach sich zieht, nämlich weitere Morde und Todesgefahr. Häufig sind diese Filme sehr moralisch, die Ausschweifung wird inszeniert und bestraft. Es wird impliziert: „hättest du dich mit dieser Person nicht eingelassen, deine Triebe unter Kontrolle zu halten, wärst du nicht in dieses Schlamassel geraten“
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Auch Elemente dessen, was Seeßlen als „Sexploitation Movies“ bezeichnet, nämlich die Ausbeutung des sexuellen Aspekts einer Geschichte, findet man bei „Basic Instinct“. Würde man zum Beispiel die Geschichte auch ohne explizite Sexszenen zeigen, würde der Film trotzdem funktionieren. Jedoch stehen diese Sexszenen im Mittelpunkt des Filmes.
Gemessen an der Gesamtlaufzeit des Filmes von „Basis Instinct“ nehmen die Sex-und Erotikszenen eine eher zweirangige Position ein. Der Film ist auch ein Polizeithriller, in dem der (Anti)held mit Gewalttaten konfrontiert wird, die sein Seelenleben direkt betreffen. Wenn der Politik mit der Tatverdächtigen (die beim Sex ihren Partner getötet haben soll) eine Affäre eingeht (mit dem Wissen, was früheren Liebhabern der Tatverdächtigen geschehen ist) und damit auch zum potentiellen Opfer wird, ringt er mit seiner eigenen Identität: Er versucht gegenüber der Verführungsgewalt des Bösen standhaft zu bleiben, seine (sexuelle) Lust zu zügeln, schafft es aber nicht. Man kann also bei „Basic Instinct“ nicht vom Genre eines „Erotik-Thrillers“ sprechen, vielmehr setzt sich der Erotik-Thriller aus mehreren Genres zusammen wie zum Beispiel Kriminal-, Detektiv-, Polizeifilm und konventionellen Thriller, der mit einigen Erotik- bzw. Sexszenen bereichert ist, die sich wiederum durch die Verquickung von Erotik und Gewalt auszeichnen, die aber nie den Hauptteil des Filmes ausmachen.
5. Hauptcharaktere des Filmes:
Catherine Tramell (Sharon Stone): männerverschlingender Vamp, skrupellos verführerische dominante Frau. Die Männer, mit denen sie sich umgibt, dienen nur ihrer Lustbefriedigung, es wird keine (Liebes-)Beziehung zu ihnen aufgebaut. So antwortet z.B. Catherine auf die Frage des Polizisten „Wie lange waren Sie mit ihm (dem ermordeten Rockstar) zusammen?“ nur mit „Ich war nicht mit ihm zusammen. Ich habe mit ihm gefickt“. Ihre Sprache ist für eine Akademikerin ziemlich vulgär. Für Catherine gibt es keine Liebe, sondern lediglich Triebe, die befriedigt werden müssen. Ihre Sexualität ist von einer sehr offenen, aktiven und selbstbestimmten Art: sie geht auf die Männer zu, flirtet mit ihnen und nicht umgekehrt. Ihre aktive Sexualität trägt sie auch offen zur Schau. In der Szene im Polizeirevier wird dies deutlich: Auf Fragen, die die Polizei sie zum ermordeten Rockstar stellt, spricht sie ganz offen über ihre Sexualität, obwohl die Fragen nicht direkt in diese Richtung gehen. „Ich mag Männer, die meine Lust befriedigen, er verstand es m ich zu befriedigen“. Catherine hat nichts zu verbergen und in einer für sie eher
bedrohlichen Situation mit einem Verhör setzt sie bewußt und gekonnt ihre körperlichen Reize ein und spielt mit dem männlichen Verhörpersonal und dessen Erwartungen. In der b erühmten Szene, wo sie vor allem die bewußte
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Arbeit zitieren:
Christa Bernert, 2001, Basic Instinct (1992), München, GRIN Verlag GmbH
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