Aufbau:
1. Einleitung S. 3
2. Zielsetzung S. 4
3. Kurze Erläuterung für die Notwendigkeit des Verzichts auf Zwecke in der Moralphilosophie Kants S. 4
4. Mögliche Kritikpunkte S. 6
5. Mögliche Lösung: Diskursethik S. 9
6. Zusammenfassung S. 12
7. Literaturverzeichnis S. 13
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1. Einleitung
Der wohl häufigste Kritikpunkt, den sich Kantianer anhören müssen, ist der des Verzichtes der Betrachtung einer Konsequenz einer Handlung als Gradmesser ihres moralischen Stellenwerts. Dieser Verzicht ist zunächst nur schwer nachvollziehbar und überdies nur schwer erklärbar, scheint es doch zunächst ganz natürlich, das Handeln, bzw. die Moralität einer Handlung nach ihren Konsequenzen zu beurteilen. Ein Punkt des Problemfeldes des Zweckverzichts beruht sicherlich darauf, daß diese Vorgabeaus dem Zusammenhang gerissen - tatsächlich keine Existenzberechtigung zu haben scheint. Betrachtet man jedoch die Herleitung, den Zusammenhang dieser Vorgabe, wird deutlich, daß die Herangehensweise Kants notwendigerweise nur den einen Schluß zuläßt, nämlich daß die Frage, ob eine Handlung moralisch ist oder nicht, nicht an ihren Folgen bemessen werden kann, sondern die Antwort aus anderen Vorgaben resultiert.
Kant selbst ist es natürlich nicht ganz entgangen, daß sein Vorschlag, die Moralität einer Handlung nicht nach ihren
Konsequenzen zu bemessen, der Intuition der Menschen entgegenläuft: „Es liegt gleichwohl in dieser Idee von dem absoluten Werte des bloßen Willens, ohne einigen Nutzen bei Schätzung desselben in Anschlag zu nehmen, etwas so befremdliches, daß unerachtet aller Einstimmung selbst der gemeinen Vernunft mit derselben dennoch ein Verdacht entspringen muß, daß vielleicht bloß hochfliegende Phantasterei insgeheim zugrunde liege, und die Natur in ihrer Absicht, warum sie unserem Willen Vernunft zur Regiererin beigelegt habe, falsch verstanden werden möge.“ 1
Doch nicht nur „Nicht- Philosophen“ tun sich schwer mit dieser Vorgabe, im Gegenteil: Von allen Seiten wird Kant, eben wegen
1 I. Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Stuttgart, 1994, S. 30
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diesem Verzicht der Betrachtung der Konsequenzen, der „Verleugnung der Zwecke“ scharf angegangen: Hegel wirft ihm „Weltfremdheit“ vor, Bernard Williams kritisiert (unter anderem), daß es eben genau der Gesamtnutzen der Folgen einer Handlung sei, der die Güte, oder Moralität einer Handlung bestimme und Utilitaristen wie Hare kommen mit einer solchen Vorgabe überhaupt nicht klar, was allerdings in der Natur der Sache liegt, ist doch der Utilitarismus eine Form des Konsequentialismus, woraus deutlich wird, daß man es hier mit einer genau entgegengesetzten Betrachtungsweise zu tun hat.
2. Zielsetzung
Die Zielsetzung der vorliegenden Hausarbeit beschränkt sich auf einige Kritikpunkte, die sich auf den Verzicht der Zwecke in der Moralphilosophie Kants beziehen, sowie darauf,
Lösungsvorschläge anzubieten. Dies geschieht aus mehreren Gründen: Allein die vollständige Beschreibung der Notwendigkeit des Zweckverzichts b ei Kant würde den Rahmen sprengen. Außerdem existieren bereits vielfältige Interpretationsversuche zu diesem Thema, die alle, innerhalb der selbst auferlegten Grenzen, stimmig sind. Versucht man nun, diese unterschiedlichen Ansatzpunkte untereinander zu verbinden, merkt man schnell, daß dies nicht möglich ist; die einzelnen Herangehensweisen widersprechen einander. Eine Kritik, die durch ihre Plausibilität derart überzeugt, daß sie die anderen negiert, wurde also noch nicht gefunden.
3. Kurze Erläuterung für die Notwendigkeit des Verzichts auf Zwecke in der Moralphilosophie Kants
Für Kant war eben jene Zweckfreiheit die Voraussetzung für moralisches Handeln. Die Zwecke, die jeder Einzelne verfolgt, entspringen der Empirie, den Neigungen und Wünschen, von denen
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Arbeit zitieren:
Jan Taussig, 1998, Die Problematik des Verzichts der Betrachtung von Konsequenzen einer Handlung als Gradmesser ihres moralischen Stellenwerts in Kants Moralphilosophie, München, GRIN Verlag GmbH
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