Inhaltsverzeichnis
1. geschlechterspezifische Sozialisation
1.1 Vorbemerkung
2. Unterschiede in der Sport und Bewegungssozialisation
2.1 Bewegungsentwicklung
2.2 Bedeutung von Schönheit und Körper
2.3 Gruppenbildung und soziale Interaktion
3. Ursachen und Hintergründe der geschlechtertypischen Sozialisation
3.1 Ursachen und Beispiele
3.2 Geschlechtsspezifische Benachteiligung von Mädchen im Schulsport
4. Auswirkungen der geschlechterspezifischen Sozialisation auf die Sportarten
5. Konsequenzen für die Förderung des Mädchensports
6. Literaturverzeichnis
1. geschlechtsspezifische Sozialisation
1.1 Vorbemerkungen
Die Individuelle Entwicklung von Kindern wird in einem sehr hohen Maße durch die Zugehörigkeit zu einer Geschlechterkategorie bestimmt. Diese individuelle Entwicklung erfolgt nicht nur aufgrund von biologischen Unterschieden, sondern auch in sehr stark durch die sozialen Zuschreibungsmuster wie Rollenerwartungen und Stereotypen. Das bildet auch die Grundlage der sich dafür, das sich Sportkarrieren von Frauen und Männern unterscheiden. Welches Ausmaß die Beeinflussung dieser Rollenmuster und Stereotypen einnimmt, soll in dieser Arbeit gekennzeichnet werden.
2. Unterschiede in der Sport- und Bewegungssozialisation
Da es verschiedene Unterschiede in der Sport- und Bewegungssozialisation von Jungen und Mädchen gibt, sollen nun drei davon näher beleuchtet werden.
2.1 Bewegungsentwicklung
Niemand kann bestreiten, dass die Bewegungsentwicklung schon aus Sicht der Biologie geschlechtertypisch differenziert verläuft. Jedoch ist das nicht der alleinige Grund für unterschiedliche Sportkarrieren bei Frauen und Männern. Nach Alfermann bedeutet das, dass „ … Stereotype und normative Erwartungen an männliche und weibliche Personen gerichtet werden, die über die biologischen Geschlechterunterschiede hinaus gehen“ (1995, S.3). Das heißt allerdings nicht, dass es eine beabsichtigte geschlechtertypische Erziehung der Kinder durch die Eltern stattfindet. Der Normalfall geht man von einer unbeabsichtigten Geschlechtertypisierung aus. Baur (1989) schreibt dazu, dass ein geschlechtstypisches Körpermanagement durch die Eltern-Kind-Interaktion angeregt und bekräftigt wird. Geschlechtstypische Verhaltensweisen werden eher behindert.
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2.2 Bedeutung von Schönheit und Körper
Die Bedeutsamkeit, welche die physische Attraktivität für Männer und Frauen einnimmt, ist unterschiedlich. „Es gibt eine Reihe von Hinweisen darauf, dass physische Attraktivität für die Popularität, die Anerkennung beim anderen Geschlecht, die persönliche Zufriedenheit und den Lebenserfolg bei Frauen eine größere Bedeutung als bei Männern hat. (Alfermann, 1995, S.8) Übertrieben gesagt, nutzen Frauen den Sport als Gelegenheit der Körperformung und um gesund und schlank zu bleiben. Männer hingegen nutzen ihn um ihre Kraft, ihre Leistungsfähigkeit und ihre Fitness zu steigern. Gesundheit und Körperformung spielen zwar auch eine Rolle, aber ist diese bei weitem nicht in dem Maße ausgeprägt, wie es bei dem weiblichen Geschlecht der Fall ist.
Ein attraktives Äußeres ist bei vielen Frauenberufen ein wichtiges Selektionsmerkmal für die Vergabe von Arbeitsplätzen. Beispiele für solche Berufe wären Stewardess, Hostess, Bankangestellte mit Beratungsfunktion etc. pp.
Selbst das Verständnis einer sportlichen Figur ist bei Frauen und Männern differenziert ausgeprägt. Eine sportliche Figur zu haben, bedeutet für Mädchen und Frauen in erster Linie schlank zu sein, wobei die Muskulatur den Eindruck der Schlankheit unterstützen soll. Für Männern ist ein muskulöser und athletischer attraktiv.
Auf die Auswirkung dieser Fakten hinsichtlich des unterschiedlichen Sporttreibens von Jungen und Mädchen wird im Punkt 1.4 näher eingegangen.
2.3 Gruppenbildung und soziale Interaktion
Ein allgemein bekannter Fakt ist, dass Kinder bis zur Pubertät versuchen, gleichgeschlechtliche Gruppen zu bilden und erst danach die gegengeschlechtliche Anziehung an Einfluss gewinnt. Allerdings kann diese Neigung zur Bildung von geschlechtshomogenen Gruppen durch die Autorität eines Erwachsenen (z.B. durch den Sportlehrer) durchbrochen werden. Die Anwesenheit einer gleichaltrigen gegengeschlechlichen Person wird unter solchen Umständen akzeptiert. Es stellt sich also die Frage, warum bilden Kinder geschlechtshomogene Gruppen?
Zum einen liegt es an den unterschiedlichen Spielformen. „Jungen neigen schon von klein auf mehr als Mädchen zum Spielen mit körperlichen Auseinandersetzungen. Dieses Kabbeln und miteinander Kämpfen ist bei Jungen und im Spiel von Jungen wesentlich
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Stephan Hintze, 2003, Geschlechtertypische Sozialisation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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