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H. Aebli und D.P. Ausubel haben sich beide mit der Lehr - Lern - Theoretischen Didaktik befasst und verschiedene Theorien dazu aufgestellt. Um einem Kind etwas beizubringen, muss man wissen, wie es lernen kann . Dieses Problem hat der Wissenschaftler Aebli (1961) erkannt und zwei Bücher darüber geschrieben . Er möchte, dass man aus den Erkenntnissen der psychischen Prozesse, welche die geistige Entwicklung des Kindes bestimmen, methodische Maßnahmen ableitet. Die für die Schule relevantesten Kapitel handeln von dem Bilden eines Begriffes, dem Aufbau einer Operation und dem Aufbau einer Handlung, welche im Folgenden dargestellt werden.
Die drei Themen wurden aus dem von Aebli entworfenen System der Zwölf Grundformen (1983, 1987³) entnommen. Dieses System besteht aus drei Dimensionen: Lerninhalte, Lernprozesse und Medien des Lehrens und Lernens.
Die Medien sind Erzählen und Referieren, Vorzeigen, Anschauen und Beobachten, Lesen von Texten und Verfassen von Texten. Die Dimension Lernprozesse beinhaltet Methoden wie z.B. Problemlösendes Aufbauen, Durcharbeiten, Üben und Wiederholen und Anwenden. Das Erarbeiten eines Handlungsschemas, der Aufbau einer Operation und das Bilden eines Begriffes bilden die dritte Dimension .
Die Hauptaussage dieses Grundformensystems ist, dass sich diese drei Dimensionen wechselseitig bedingen. Es gibt keine mediale Kompetenz ohne Inhalt und keine didaktische Kompetenz ohne Grundwissen.
Aebli versteht Vollzüge, die in ihrem inneren Aufbau verstanden sind und ein fassbares Ergebnis erzeugen, als Handlungen. Sie unterscheiden sich danach, ob sie auf eine Person (z.B. jemanden trösten) oder ein Objekt (z.B. ein Fahrrad reparieren) gerichtet sind. Ein weiterer Unterschied besteht darin, ob ein soziales (bei einer Person) oder ein physisches (bei Objekten) Ergebnis erzielt wird. Der dritte Punkt in dem sich Handlungen unterscheiden, ist die Selbstständigkeit der ausgelösten Prozesse.
So ist z. B. Tiere züchten ein teilweise selbstständiger Prozess, weil man die Reproduktion der Tiere nicht vollständig beeinflussen kann. Nach der Klärung des Begriffes „Handlung“ lässt sich nun erläutern, wie Handlungsschemata entstehen. Wenn z.B. jemand eine Party plant, dann hat er eine Handlungsfolge im Kopf, die wahrscheinlich aus den Handlungselementen „Party planen“ bis
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„nach der Party aufräumen“ besteht. Nehmen wir an , diese Handlungsfolge besteht am Ende aus fünf Handlungselementen, dann hat die betreffende Person ein fünf - elementiges Handlungsschema im Kopf.
Das besondere an Handlungsschemata ist, dass sie jederzeit reproduzierbar und auf neue Gegebenheiten übertragbar sind, weil sie als Ganzes gespeichert werden. Aebli zieht aus seien Erkenntnissen drei Schlüsse für die Schule: Ohne ein konkretes Problem kann man kein Handlungsschema aufbauen. Die Handlungen müssen geplant und durchgeführt werden. Handlungen sollten am Beispiel eines solchen Prozesses verinnerlicht werden.
Das zweite Thema Aeblis ist der Aufbau einer neuen Operation. Er bezeichnet ihn als einen Akt der Synthese, weil bekannte Teiloperationen auf neue Weise zusammengestellt werden. Dies geschieht durch die Durchführung einer verlangten Verknüpfung, sowie durch dieser Verknüpfung und der neuen Beobachtung, die dabei entsteht. Das heißt, wenn ein Schüler die Operation Addieren erlernen soll und die Aufgabe 3 + 4 erhält, muss er zuerst die Verknüpfung durchführen. Gehen wir davon aus, dass er Wendeplättchen besitzt. Er wird zuerst drei Plättchen der einen Farbe und dann vier Plättchen der anderen Farbe hinlegen. Nun muss er aus den beiden Teilmengen eine Verknüpfungsmenge herstellen, also die Menge der Plättchen der Menge unabhängig von ihrer Farbe, als Ganzes sehen, womit er den zweiten Schritt erreicht hätte. Wenn er die Plättchen nun zählt und nach dem dritten der einen Farbe, das erste der anderen Farbe als insgesamt viertes Plättchen zählt, hat er die Operation Addieren verstanden.
Aebli lenkt ein, dass diese Art vom Aufbau einer neuen Operation durch viele Faktoren beeinflusst wird. Der wesentliche Faktor ist ohne Zweifel die Lernbereitschaft des Lernenden. Doch auch die Zahl der Elemente, die zu verknüpfen sind, die Art der Anordnung und die Anschaulichkeit der Elemente, sowie der Lernprozess, der sich beim Aufbau der Operation abspielt und die Art der Wahrnehmung und Vorstellung bei der Lösung der Operation, können den Prozess stark beeinflussen.
Zwingend scheinen daher Aeblis Forderungen an die Schule zu sein. Die Lehrenden sollten konkrete Operationen für ich herausarbeiten und sich die logischen Strukturen klar machen. Des weiteren sollten sie die Operationen in Lebensnahe Zusammenhänge bringen können und sich über die Form in der sie die Operation einführen wollen, klar werden.
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Die letzte Dimension der Lerninhalte ist das Bilden eines Begriffes. Aeblis Hauptaussage über Begriffe ist, dass sie gedankliche Gebilde aufbauen, die zu Instrumenten werden, die uns die Welt sehen und verstehen lassen.
Aebli erklärt diesen Vorgang am Beispiel des Wortes Schutzfarbe. Die gedanklichen Merkmale Hautfarbe, die der Umwelt gleicht, also nicht auffällt, d.h. das Tier kann von anderen nicht so leicht gesehen werden, was vor Angriffen schützt, führen zu der Struktur: Eine Farbe die schützt. Folglich wird aus dem Netz des Wissens über die Eigenschaften eines solchen Begriffes, das Wort Schutzfarbe.
Das Ziel für die Schule sieht Aebli nun darin die Begriffe beweglich und anwendungsfähig zu machen. Deshalb müssen die Lehrenden den Schülern helfen Klarheit in die Zusammenhänge zu bringen, damit die Begriffsnetze zu einer Art geistigen Landkarte für die Schüler werden. Auf ihr sollten sie sich frei und selbstständig bewegen können (vgl. Aebli 1983).
Was aus den drei Themen Handlungsschemata, Operationen und Begriffe als eine der Hauptaussagen der Psychologischen Didaktik nach Aebli hervorgeht, ist: Das Handlungsschemata, Operationen und Begriffe zu Werkzeugen des Denkens werden, müssen Gelegenheiten gegeben werden diese anzuwenden ( Aebli, 1983).
Ausubel hat eine Theorie aufgestellt, die unmittelbar auf Lernprozesse und Umgebungsbedingungen in der Schule zielen. Er schränkt seine Theorie schulischen Lernens auf bestimmte Lernprozesse und Lernmaterialien ein, weil seiner Meinung nach das Lernen in der Schule überwiegend sprachlich vermitteltes Lernen ist. Es sei außerdem dazu da, dem Lernenden die Aufnahme von kulturell bereitgestelltem Wissen zu ermöglichen und zu erleichtern (vgl. Straka u. Macke, 2002).
Ausubels Theorie besteht aus dem Ziel die Methode des expositorischen sprachlichen Lehrens und dem rezeptiven Lernen zu mehr Ansehen zu verhelfen.
Verbales Darstellen ist tatsächlich der wirksamste Weg des Lehrens von Inhalten und führt zu tieferem und weniger trivialem Wissen, als wenn Schüler ihre eigenen Pädagogen sind. (Ausubel, 1968) (S.68).
Arbeit zitieren:
Dorothee Schnell, 2002, Zwei Theorien zur Lern-Lehr-Theoretischen Didaktik, München, GRIN Verlag GmbH
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