Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Thema ,,Grundprobleme der Übertragbarkeit und Vermittlung kognitiver Strategien." Zunächst sollen exemplarisch Lern-, Denk- und Lehrstrategien dargestellt und erläutert werden. Im Anschluss daran wird auf die Grundprobleme ihrer Vermittlung und Entwicklung eingegangen.
Als Konsequenz für die Vermittlung im Unterricht wird speziell der ,,EVA-Unterricht" nach Heinz Klippert als eine mögliche Lösung vorgestellt.
Das behandelte Thema ist recht weit gefasst, so dass wir uns, um den Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht zu sprengen, auf wesentliche Punkte konzentriert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Taxonomien kognitiver Lern- und Denkstrategien
2.1. Lernstrategien
2.1.1 Enkodierstrategien
2.1.2. Erhaltungsstrategien
2.1.3. Abrufstrategien
2.1.4. Wissensnutzungsstrategien
2.1.5. Kontrollstrategien
2.2. Denkfertigkeiten und Denkstrategien
2.2.1. Denkfertigkeiten vs. Denkstrategien
2.2.2 Denkstrategien
2.2.2.1. Problemlösen
2.2.2.2. Entscheidungen treffen
2.2.2.3. Kritisches Denken
2.2.2.4. Kreatives Denken
2.2.2.5. Vernetztes Denken
3. Lehrstrategien
3.1. Vorbemerkung
3.2. Induktive Lehrstrategien
3.3. Deduktive Lehrstrategien
3.4. Induktive vs. Deduktive Lehrstrategien
3.5. Lehrstrategien zur Förderung von Denkfertigkeiten
3.5.1. Lehrstrategie: Wissenselemente erfassen, ordnen und gruppieren
3.5.2. Lehrstrategie Generalisieren
3.5.3. Lehrstrategie: Zwischen Fakten, Behauptungen und normativen Aussagen Unterscheiden
3.5.4. Lehrstrategie: Hypothesen suchen
3.5.5. Lehrstrategie: Sachverhalte und Alternativen beurteilen
3.5.6. Folgerung
4. Grundprobleme beim Erwerb und bei der Entwicklung kognitiver Lern- und Denkstrategien
4.1. Lassen sich allgemeine und spezifische Strategien erfolgreich transferieren?
4.2. Wie sieht das Verhältnis von Inhaltswissen und Strategien aus?
4.3. Wie sollen Lernumgebungen gestaltet sein?
5. Konsequenzen für die Vermittlung im Unterricht
5.1. Zur Transferproblematik
5.2. Der „Eva-Unterricht“
5.3. Wie soll EVA eingesetzt werden?
5.4. Die „Eva-Lernspirale“
5.5. Mögliche Arbeitsinseln zum Thema „Menschen im Betrieb“
5.5.1. Vorwissen / Voreinstellungen aktivieren
5.5.2. Neue Kenntnisse / Verfahrensweisen erarbeiten
5.5.3. Komplexe Anwendungs- / Transferaufgaben
5.6. Die neue Lehrerrolle / Die neue Schülerrolle
5.7. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Herausforderungen bei der Vermittlung und Übertragbarkeit kognitiver Lern- und Denkstrategien im schulischen Kontext. Das zentrale Ziel ist es, Strategien zur Wissenserarbeitung und Wissensnutzung darzustellen und mit dem pädagogischen Konzept des "EVA-Unterrichts" (Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen) nach Heinz Klippert eine praxisorientierte Lösung für die Unterrichtsgestaltung vorzustellen.
- Taxonomie kognitiver Lern- und Denkstrategien
- Methoden der Wissenserarbeitung und -nutzung
- Herausforderungen des Wissenstransfers
- Konzept des eigenverantwortlichen Lernens (EVA) im Fachunterricht
- Veränderung der Rollen von Lehrkräften und Schülern
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Enkodierstrategien
Häufig werden neu erhaltene Informationen schnell wieder vergessen. Das liegt daran, dass sie nicht dauerhaft ins Langzeitgedächtnis überführt werden. Enkodierstrategien sind Verarbeitungsstrategien, die die dauerhafte Überführung von neuen Informationen ins Langzeitgedächtnis unterstützen. Diese Strategien bewirken eine tiefergehende Auseinandersetzung mit neuer Information, so dass eine mehrschichtige Repräsentation von ihr vorliegt. Diese mehrschichtige Repräsentation enthält Gedächtnisspuren der sprachlichen Oberfläche (z.B.: Wortlaut), der spezifischen Enkodierungsumstände (z.B.:“das stand oben links...“), sowie der lokalen und globalen Bedeutung und der Beziehung zu bereits gespeicherten Daten. Zu den Enkodierstrategien gehören Mnemotechniken und Verstehensstrategien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Grundprobleme kognitiver Strategien ein und stellt den EVA-Unterricht als möglichen Lösungsansatz vor.
2. Taxonomien kognitiver Lern- und Denkstrategien: Es erfolgt eine detaillierte Differenzierung zwischen Lernstrategien zur Wissenserarbeitung und Denkstrategien zur Wissensnutzung.
3. Lehrstrategien: Das Kapitel erläutert induktive und deduktive Lehransätze sowie spezifische Strategien zur Förderung von Denkfertigkeiten.
4. Grundprobleme beim Erwerb und bei der Entwicklung kognitiver Lern- und Denkstrategien: Hier werden die Problematiken des Transfers zwischen allgemeinem Wissen und fachspezifischer Anwendung analysiert.
5. Konsequenzen für die Vermittlung im Unterricht: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem EVA-Konzept und zeigt konkrete Umsetzungsmöglichkeiten auf.
Schlüsselwörter
kognitive Strategien, Lernstrategien, Denkstrategien, Wissenserwerb, Wissensnutzung, Transferproblematik, EVA-Unterricht, eigenverantwortliches Arbeiten, Denkfertigkeiten, Lehrstrategien, Lernumgebung, Schlüsselqualifikationen, Lernspirale, Metakognition, Wissensverarbeitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Vermittlung von kognitiven Lern- und Denkstrategien, die notwendig sind, um Wissen nachhaltig zu verarbeiten und flexibel anzuwenden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Taxonomie kognitiver Strategien, die Unterscheidung zwischen Denkfertigkeiten und Denkstrategien sowie deren Förderung durch gezielte Lehrstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Transfer von kognitiven Strategien auf reale Problemlösungssituationen zu beleuchten und den "EVA-Unterricht" als Methode zur Förderung eigenverantwortlichen Handelns darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse kognitionspsychologischer und pädagogischer Erkenntnisse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Lern- und Denkstrategien, die Vorstellung von Lehrstrategien zur Kompetenzförderung sowie die Erörterung von Transferproblemen und deren Bewältigung im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem kognitive Strategien, Wissensnutzung, Transferproblematik, EVA-Unterricht und die neue Lehrer- bzw. Schülerrolle.
Wie definiert das Dokument den "EVA-Unterricht"?
EVA steht für "eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen". Es ist ein Unterrichtskonzept, das darauf abzielt, durch methodische Anleitung und spezifische Arbeitsarrangements die Lernkompetenz und Selbstständigkeit der Schüler zu fördern.
Was versteht man unter einer "EVA-Lernspirale"?
Die Lernspirale bezeichnet eine didaktische Struktur, in der komplexe Themen in kleinere Arbeitsinseln zerlegt werden, um Lernprozesse durch unterschiedliche Anforderungen und Methoden (Makro- und Mikrospirale) zu intensivieren.
- Quote paper
- Etta-Maria Mütz (Author), 2001, Grundprobleme der Übertragbarkeit und Vermittlung kognitiver Strategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2081