Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 4
2. Taxonomien kognitiver Lern und Denkstrategien 5
2.1. Lernstrategien 5
2.1.1 Enkodierstrategien 5
2.1.2. Erhaltungsstrategien 7
2.1.3. Abrufstrategien 7
2.1.4. Wissensnutzungsstrategien 7
2.1.5. Kontrollstrategien 9
2.2. Denkfertigkeiten und Denkstrategien 10
2.2.1. Denkfertigkeiten vs Denkstrategien 10
2.2.2 Denkstrategien 10
2.2.2.1. Problemlösen 10
2.2.2.2. Entscheidungen treffen 11
2.2.2.3. Kritisches Denken 11
2.2.2.4. Kreatives Denken 12
2.2.2.5. Vernetztes Denken 13
3. Lehrstrategien 14
3.1. Vorbemerkung 14
3.2. Induktive Lehrstrategien 14
3.3. Deduktive Lehrstrategien 15
3.4. Induktive vs Deduktive Lehrstrategien 15
3.5. Lehrstrategien zur Förderung von Denkfertigkeiten 16
3.5.1. Lehrstrategie: Wissenselemente erfassen
ordnen und gruppieren 16
3.5.2. Lehrstrategie Generalisieren 16
3.5.3. Lehrstrategie: Zwischen Fakten
Behauptungen und normativen Aussagen
Unterscheiden 17
3.5.4. Lehrstrategie: Hypothesen suchen 17
3.5.5. Lehrstrategie: Sachverhalte und
Alternativen beurteilen 18
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3.5.6. Folgerung 18
4. Grundprobleme beim Erwerb und bei der Entwicklung
kognitiver Lern und Denktstrategien 19
4.1. Lassen sich allgemeine und spezifische Strategien
erfolgreich transferieren 19
4.2. Wie sieht das Verhältnis von Inhaltswissen und
Strategien aus 20
4.3. Wie sollen Lernumgebungen gestaltet sein 20
5. Konsequenzen für die Vermittlung im Unterricht 21
5.1. Zur Transferproblematik 21
5.2. Der Eva-Unterricht 22
5.3. Wie soll EVA eingesetzt werden 23
5.4. Die Eva-Lernspirale 23
5.5. Mögliche Arbeitsinseln zum Thema
Menschen im Betrieb 24
5.5.1. Vorwissen Voreinstellungen aktivieren 24
5.5.2. Neue Kenntnisse Verfahrensweisen
erarbeiten 25
5.5.3. Komplexe Anwendungs Transferaufgaben 25
5.6. Die neue Lehrerrolle Die neue Schülerrolle 26
5.7. Schlussbemerkung 27
6. Literaturverzeichnis 28
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1. Einleitung
Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Thema „Grundprobleme der Übertragbarkeit und Vermittlung kognitiver Strategien.“ Zunächst sollen exemplarisch Lern-, Denk- und Lehrstrategien dargestellt und erläutert werden. Im Anschluss daran wird auf die Grundprobleme ihrer Vermittlung und Entwicklung eingegangen.
Als Konsequenz für die Vermittlung im Unterricht wird speziell der „EVA- Unterricht“ nach Heinz Klippert als eine mögliche Lösung vorgestellt.
Das behandelte Thema ist recht weit gefasst, so dass wir uns, um den Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht zu sprengen, auf wesentliche Punkte konzentriert haben.
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2. Taxonomien kognitiver Lern- und Denkstrategien
2.1. Lernstrategien
»Lernstrategien sind [,,,] Pläne für Sequenzen von Handlungen, mit denen Lernende ein bestimmtes Lernziel erreichen wollen.« 1 Sie dienen der Wissenserarbeitung. Nachfolgend soll zunächst eine Taxonomie von Lernstrategien erfolgen. Diese orientiert sich am folgenden sequentiellen Informationsverarbeitungs- bzw. Gedächtnismodell: [...] Information [wird] aus der Umwelt über die Sinne aufgenommen und gelangt dann in das Arbeitsgedächtnis. In diesem wird die Information verschiedenen Verarbeitungs- schritten unterzogen, die dazu führen, dass die Information mehr oder minder dauerhaft ins Langzeitgedächtnis enkodiert wird. Aus dem Langzeitgedächtnis wird die Information bei Bedarf wieder abgerufen. Verarbeitungs- prozesse im Arbeitsgedächtnis und Abrufprozesse aus dem Langzeitgedächtnis werden durch eine Kontrollinstanz überwacht und gesteuert. Diese Kontrollinstanz reguliert beispielsweise die Verteilung der
Aufmerksamkeit auf die Inhalte des Arbeitsgedächtnisses oder auf die Suche im Langzeitgedächtnis.
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2.1.1. Enkodierstrategien
Häufig werden neu erhaltene Informationen schnell wieder vergessen. Das liegt daran, dass sie nicht dauerhaft ins Langzeitgedächtnis überführt werden. Enkodierstrategien sind Verarbeitungsstrategien, die die dauerhafte Überführung von neuen Informationen ins Langzeitgedächtnis unterstützen. Diese Strategien bewirken eine tiefergehende Auseinandersetzung mit neuer Information, so dass eine mehrschichtige Repräsentation von ihr vorliegt. Diese mehrschichtige Repräsentation enthält Gedächtnisspuren der sprachlichen Oberfläche (z.B.: Wortlaut), der spezifischen Enkodierungsumstände (z.B.:“das stand oben links...“), sowie der lokalen und globalen Bedeutung und der Beziehung zu bereits gespeicherten Daten. Zu den Enkodierstrategien gehören Mnemotechniken und Verstehensstrategien.
1 Friedrich, H.G.: Analyse und Förderung kognitiver Lernstrategien. In: Empirische Pädagogik 9 (1995),Heft 2, S. 115.
2 Ebd., S. 117.
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Mnemotechniken dienen dazu bedeutungsarme, unstrukturierte Informationen dauerhaft ins Langzeitgedächtnis zu übertragen. Zu diesen Informationen gehören z. B. Vokabeln oder das Auswendiglernen von Namen und Begriffen. Diese „für sich stehenden“ Begriffe werden durch Mnemotechniken mit Bedeutung angereichert und mit anderen Gedächtnisinhalten verknüpft. Zum großen Teil werden die neuen Informationen durch Mnemotechniken auch unter Abrufplänen subsumiert. Beispiele für Mnemotechniken sind die Schlüsselwort- Methode, die Aufhänger-Methode und die Methode der Orte.
Handelt es sich bei dem zu lernenden Stoff um sehr komplexe, semantisch umfangreiche Informationen so wird dieser Lernstoff durch das Verstehen am besten dauerhaft behalten. Notwendig ist also eine starke Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Informationen. Informationen sollen nicht mehr „nur“ verarbeitet werden, sie sollen auch verstanden und in Zusammenhänge gesetzt werden. Verstehensfördernde Maßnahmen sind z.B. das Herstellen externer und interner Verknüpfungen.
Externe Verbindungen sind Verknüpfungen zwischen Vorwissen und Neuem. 3 Besonders lernfördernd ist die Aktivierung des Vorwissens vor dem eigentlichen Lernen. So können Anknüpfungspunkte für die neuen Informationen geschaffen werden. I
Sollen innerhalb eines neuen Wissensgebietes die einzelnen Wissenselemente zueinander in Beziehung gesetzt werden, so spricht man von internen Verknüpfungen. Um diese Verknüpfungen herzustellen, wird das neue Wissensgebiet strukturiert und organisiert und in der Folge davon auch häufig reduziert, so dass man diese Verstehensstrategien auch als reduktiv- organisierende Strategien bezeichnet. Mit Hilfe von z.B. Flussdiagrammen oder Begriffshierarchien lassen sich interne Verknüpfungen organisieren. 4
3 Vgl. Ebd., S. 120/121.
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2.1.2. Erhaltungsstrategien
Selbst wenn neue Informationen mittels Enkodierstrategien ins Langzeitgedächtnis übertragen wurden, können sie verloren gehen, dass heißt vergessen werden. Erhaltungs- und Abrufstrategien können dem Vergessen entgegenwirken.
Erhaltungsstrategien dienen, wie der Name schon sagt, zur Erhaltung von Informationen. Wiederholen, z.B., wirkt wie eine erneute Enkodierung des Lernstoffs. Insbesondere das Wiederholen von Lerninhalten kurz nach dem ersten Lernen ist sehr sinnvoll. Da es erwiesen ist, dass nach dem ersten Lernen relativ viel, später jedoch nur noch wenig vergessen wird.
Vermeiden sollte man gleichartige Stoffe, wie z. B. Vokabeln zweier Fremdsprachen, direkt hintereinander zulernen.
2.1.3 Abrufstrategien
Kann ein bestimmter Gedächtnisinhalt nicht auf Anhieb aktiviert werden, so sind Abrufstrategien sinnvoll. Abrufstrategien sind inverse Enkodierungsprozesse. Informationen die zuerst enkodiert wurden, dienen nun zur Reaktivierung von Gedächtnisinhalten.
Als Abrufstrategien für besonders komplexes Lernmaterial eignen sich Abrufpläne. Hierzu gehören z. B. Begriffshierarchien, Prozessschemata, Schemata, Maps u.a.. Um Abrufpläne wirkungsvoll nutzen zu können, müssen die Informationen zunächst durch sie beim erstmaligen Lernen ins Langzeitgedächtnis enkodiert werden. 5
2.1.4 Wissensnutzungsstrategien
Verstehens-, Abruf- und Erhaltungsstrategien fungieren in vielen Lernsituationen als Wissensnutzungsstrategien, da hier das Verstehen, das Behalten, die Wiedergabe und Rekonstruktion gefragt ist. Es gibt jedoch
4 Vgl. Ebd., S. 122/123.
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Etta-Maria Mütz, 2001, Grundprobleme der Übertragbarkeit und Vermittlung kognitiver Strategien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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