Humangeographisches Proseminar: Sozial- und Wirtschafts geographie 24.06.2003
Für mich als versierten und interessierten Autofahrer war bei der Ausgabe der Referatsthemen sofort klar, welches Thema ich wählen sollte. Alleine die Literatursuche und die damit verbundene Lesearbeit waren ausgesprochen interessant, da ich mich so eingehender mit der Automobilindustrie, ihren Problemen und Produktionstechniken beschäftigen musste. Es war auch für mich von hoher Bedeutung zu sehen, wie die Abläufe in der Automobilindustrie tatsächlich vonstatten gehen und setzte mich deshalb mit den Konzernen direkt in Verbindung. Diese gaben grossteils gerne und vor allem sehr umfangreich Auskunft über ihre Produktionstechniken in der Vergangenheit, Gegenwart und teilweise auch in der Zukunft.
Ein herzlicher Dank geht vor allem an Herrn DI Daniel Huber vom Automobilkonzern DaimlerChrysler, der mir mit vielen Tipps bei der Literatursuche, aber auch anderweitig, behilflich war. Ein weiterer Dank geht an Herrn Ing. Gernot Lugauer von der Lugauer GmbH in Jenbach, und an die Automobilkonzerne BMW, Opel und VW, die mir bei den meisten meiner Fragen sehr hilfsbereit zur Seite standen.
3 KNOLL Christoph
Humangeographisches Proseminar: Sozial- und Wirtschafts geographie 24 06 2003
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort: 3
Inhaltsverzeichnis:..................................................................................................................... 4
1. Einleitung: 6
1.1 Ziel der Arbeit: 6
1.2 Datenlage und Informationsquellen: 6
1.3 Methodische Vorgangsweise: 6
2. Produktions- und Arbeitsorganisation in der Automobilindustrie: 7
2.1 Definition der Automobilindustrie: 7
2.2 Fordismus und Post-Fordismus: 7
2.2.1 Produktion: 8
2.2.2 Arbeit: 8
2.2.3 Staat: 9
2.2.4 Raum: 9
2.3 Wandel der Automobilindustrie: 9
2.4 Bewegung der Organisationsstrukturen: 10
2.5 Kommunikation: 11
3. Die Produktion: 12
3.1 Der Press-Shop: Stanzwerk 12
3.2 Der Body-Shop: Karosseriebau 13
3.3 Der Paint-Shop: Lackiererei 13
3.4 Der Final-Assembly Shop: Endfertigung 14
3.5 Alternative Methoden: 14
4. Der Standort: 16
4.1 Standortfaktoren: 16
4.2 Standortstruktur: 16
4.3 Ansätze der Standortanalyse: 17
4.4 Ablauf einer Standortauswahl: 18
4.5 Räumliche Nähe: 18
5. Die Zulieferindustrie: 20
5.1 Flexibilität in der Fertigung: 20
5.2 Verringerung der Direktlieferanten: 21
5.3 Arten der Zulieferer: 21
5.4 Verringerung der Logistikkosten: 22
4
KNOLL Christoph
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5.5 Auftragsvergabe an die Lieferanten: 22
5.6 Arbeitsteilung in der Produktentstehung: 22
5.7 Grösse des Marktes: 23
5.8. Beziehungen und Organisationsformen: 23
6. Summary: 24
7. Abbildungsverzeichnis: 26
8. Literaturverzeichnis: 27
5
KNOLL Christoph
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1. Einleitung:
1.1 Ziel der Arbeit:
Als Ziel der Arbeit setzte ich mir, einen Überblick über Produktionstechniken und Veränderungen in der Automobilindustrie zu geben. Dies soll einerseits aus der wirtschaftsgeographischen Sicht geschehen, andererseits aber auch aus technischer Sicht, da viele technische Produktionskonzepte auf wirtschaftsgeographischen Veränderungen beruhen. Im Speziellen wird dabei auf die Produktions - und Arbeitsorganisation, die Produktion selbst, die Standortfrage und die Zulieferindustrie eingegangen.
1.2 Datenlage und Informationsquellen:
Bei einer ersten Sichtung in den diversen Bibliotheken der Universität Innsbruck stiess ich auf wenig aktuelles Informationsmaterial. Deshalb konzentrierte ich mich bei den weiteren Recherchen auf die direkte Nachfragen bei den Automobilkonzernen, das Internet und Zeitungsartikel.
1.3 Methodische Vorgangsweise:
Zu Beginn der vorliegenden Arbeit wurde ein Artikel von Prof. Gaebe bearbeitet, da dieser allerdings aus dem Jahr 1993 stammt, versuchte ich, aktuelleres Material zu bekommen. Dabei wendete ich mich direkt an die Automobilindustrie, die mir auf den meisten Gebieten sehr bereitwillig Auskunft gab. Einzig bei der Zukunftsplanung erfuhr ich nur wenig (fällt unter das Betriebsgeheimnis), erhielt allerdings den Hinweis, mich an die beratenden Consulting-Firmen, wie die Boston Consulting Group, zu wenden, welche zukunftsführende Studien im Auftrag der Automobilindustrie anfertigen. Diese Firmen übermittelten mir dann die restlichen nötigen Informationen über zukünftige Produktionskonzepte. Ausserdem erhielt ich noch von Herrn Prof. Eike Schamp wichtige weiterführende literarische Hinweise.
6 KNOLL Christoph
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2. Produktions- und Arbeitsorganisation in der
2.1 Definition der Automobilindustrie:
Sie ist die Schlüsselindustrie in Deutschland und in den meisten größeren Industrieländern. Dazu zählen die Herstellung von Personen- und Nutzkraftwagen, von Anhängern und Aufbauten sowie von Kraftfahrzeugteilen und -zubehör. Aufgrund des hohen Bedarfs an Vorleistungen gehen von ihrem Wachstum Impulse auf nahezu alle anderen Bereiche der Volkswirtschaft über. Die Vorteile der Massenproduktion haben dazu geführt, dass insbesondere bei der Herstellung von Autos weltweit operierende Großunternehmen dominieren. In der Zulieferindustrie ist die Bedeutung der mittelständischen Betrieben unumstritten (vgl. Dichtl/Issing 1987, 653 - 654).
2.2 Fordismus und Post-Fordismus:
Die Automobilindustrie wird in das fordistisch/tayloristische und das postfordistische Modell gegliedert. Unterschieden wird weiters zwischen den Punkten Produktion, Arbeit, Staat und Raum, welche in Abbildung 1 aufgezeigt und den folgenden Abschnitten näher erläutert werden.
Abbildung 1: Produktions- und Arbeitsorganisation (vgl. Maier/Tödtling 1996, 158)
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Den Fordismus kann man auf zwei Arten näher beschreiben, diese lauten:
a) Eine durch Henry Ford eingeführte Produktionsorganisation mit
Fliessbandfertigung (1913) und einer Arbeitsorganisation, die Effizienz durch Zerlegung und Wiederholung von komplexen Prozessen erreicht (tayloristische Arbeitsorganisation). Ziel ist die Standardisierung von Produkten.
b) Ein Modell kapitalistischer Entwicklung nach der Regulationstheorie: Zeit zwischen den 1920er und 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts, in der eine zunehmend standardisierte Produktion (Massenproduktion) auf der
Angebotsseite einem relativ standardisierten Konsummodell (Massenkonsum) auf der Konsumseite gegenüber stand.
Mit dem Postfordismus besteht hingegen ein kapitalistisches Entwicklungsmodell basierend auf differenzierter Produktion und differenzierter Nachfrage. Voraussetzung hierfür ist eine flexible Produktionssteuerung durch den Einsatz von Mikroelektronik (vgl. Gaebe u.a. 2002).
2.2.1 Produktion:
Gegenüber dem Fordismus ist in der postfordistischen Ära eine grössere Produktvielfalt gegeben, es wird also nicht mehr nur ein Modell in einer Variante gebaut, sondern viele Modelle in vielen Variationen. Verbunden ist dies mit einer rentablen Kleinserienfertigung und flexiblen Technologien, welche die unter dem Fordismus verwendeten Spezialmaschinen zur Fertigung von Teilen verdrängten. Mit einer Reduktion der Eigenlagerung dieser Teile und einer damit verbundenen Verlagerung derselben hin zu den Lieferanten in Einheit mit just-in-time-Lieferungen ist ein weiterer wichtiger Unterschied gegeben.
2.2.2 Arbeit:
Hier wird in der flexiblen Akkumulation, wie der Postfordismus auch noch genannt wird, ein grösserer, individuellerer Verantwortungsbereich der Angestellten mit multiplen Aufgaben gefördert. Zudem wird die Integration von Fertigung, Qualitätskontrolle, Wartung und Reparaturen gefördert. Das heisst, dass der selbe Angestellte zugleich für die Fertigung, die Qualitätskontrolle, die Wartung sowie den Reparaturen in den einzelnen Arbeitsschritten verantwortlich ist.
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Quote paper:
Christoph Knoll, 2003, Die Automobilindustrie im Zeichen neuer Produktionskonzepte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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