Inhaltsverzeichnis
Einleitung Seite 2
Wiedererwachen des Muttermythos Seite 3 Geschichte des Mutterkultes Seite 3 Darstellungsformen der Magna Mater Seite 5 Entwicklung des Muttermythos Seite 6 Veränderung der Lebensumstände Seite 7 Die Gran Madre bei Gioconda Belli Seite 9 Fazit Seite 10 Literaturverzeichnis Seite 11
Einleitung
Bei einer Beschäftigung mit dem Mutterkult ist es zunächst wichtig sich bewußt zu machen, dass es sich bei diesem Thema um eine Art Tasten in einem diffusen und nur ungenau erforschten Terrain handelt. Die Ursprünge des Mutterkultes liegen zu lange zurück als dass man auf schriftliche Primärquellen aus jener Zeit zurückgreifen könnte. Vielmehr gründet unser heutiges Wissen auf sog. Überrestquellen der damaligen Zeit, die sich aus Wandmalereien, Statuen, Friesen und Schmuckstücken zusammensetzen. Die uns zur Verfügung stehenden spärlichen Überreste reichen natürlich nicht aus um definitive Aussagen ü ber die jeweiligen Kulturen, ihre Lebensformen und Kulthandlungen zu treffen. Eine Deutung der uns vorliegenden Überreste liegt somit stets im Ermessen des Betrachters und des jeweiligen Zeitgeistes. Diese Tatsache führt zu einer Vielzahl von
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Theorien die im Rahmen dieser Arbeit leider nicht einzeln betrachtet werden können. Die vorliegende Arbeit soll
vielmehr weitgefächerte Thematik des Mutterkultes bieten und nicht näher auf bestehende Theorien ein.
Wiedererwachen des Muttermythos:
In den letzten Jahrzehnten kann man besonders in den westlichen Staaten einen Trend beobachten, der oft als Wiedererwachen des Femininen bezeichnet wird. Gioconda Belli ist eine der bekanntesten Vertreterinnen dieses Trends in Lateinamerika. In verschiedenen Werken Bellis tritt vor allem der Mythos der „Gran Made“ der Muttergöttin zutage. So z.B. in „De la costilla de Eva“ im der sie den althergebrachten Schöpfungsmythos umkehrt und an die Vorstellungen des frühzeitlichen Mutterkultes u nd einer matriarchalischen Gesellschaft anknüpft. Was ist nun jener Mutterkult? Woraus besteht er und wo liegen seine Ursprünge?
Geschichte des Mutterkultes:
Der Mutterkult besteht ca. seit dem 6. Jahrtausend v. Christus. Er folgt auf die Verehrung verschiedener Tiere als Gottheiten. Der Mutterkult bzw. sein in der
Muttergöttin verschiedenen erhalten. Die Minoer nannten sie zunächst Kybele, die Griechen Gaia, die Römer Magna Mater (Große Mutter) und die Germanen pflegten den Kult der drei Matronen.
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Die Auffassung, daß es sich bei der göttlichen Identität um eine weibliche handele gründete in den Beobachtungen der frühzeitlichen Menschen. Über lange Zeit war die Teilhabe des Mannes an der Zeugung des Nachwuchses unbekannt. Lediglich die Frauen zeigten beobachtbare Merkmale, die somit die frühzeitlichen Menschen darauf schließen ließen, daß allein die Frau für den Nachwuchs verantwortlich sei. Die Rolle des Mannes in der frühzeitlichen Gesellschaft war somit eine untergeordnete. Die Analogie zwischen
Empfängnis- Naturerscheinungen führte zu dem Schluß, daß die für alles Seiende verantwortliche überirdische Kraft nur weiblicher Natur sein könne.
Um diese kosmische Lebenskraft direkt verehren zu können bedurfte es, wie auch in heutigen Religionen noch zu beobachten, einer Personifizierung um sich das Abstrakte vergegenwärtigen zu können. Und weil die frühen Menschen die Analogien zwischen den Naturerscheinungen und der Frau erkannten, wurde die Frau zum Symbol kosmischer, weiblicher Schöpfungskraft. Die Große Mutter oder auch Große Göttin war der Inbegriff aller Lebensordnung, die schöpferische Urkraft, die matriarchale Weisheit. Sie herrschte über die Fruchtbarkeit der Erde sowie über den Himmel, wachte über Leben und Tod.
Die Große Mutter wird oftmals in folgender Weise beschrieben: „Sie gebar alles aus sich heraus, wo vorher nichts war; und ebenso riß sie wieder alles mit sich in den Tod. Sie war unerbittlich, jenseits von gut und böse. Sie war die vorchristliche Dreifaltigkeit.“
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Arbeit zitieren:
Philipp Günther, 2000, Symbolismus der Gran Madre, München, GRIN Verlag GmbH
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