Crusca - ein Wörterbuch der italienischen Sprache aus dem Jahre 1612 - als auch das 1694 erschienene Dictionaire de l’Académie Française. Die Academia definiert ihre Aufgabe in Bezug auf die spanische Sprache mit: „Limpia, fija y da esplendor“ (vgl. H aensch). „Limpia“ bezog sich in diesem Zusammenhang auf die Reinigung der spanischen Sprache von Neologismen und Gallizismen. „Fija“ bezog sich auf die Festlegung und Normierung der spanischen Sprache, um somit der Sprache zu neuerlichem Glanz („esplendor“) zu verhelfen. Die Academia entschließt sich - nach Vorbild des italienischen Wörterbuchs - eine Liste von 110 klassischen Autoren zusammenzustellen, aus deren Werken das Lexikon erfaßt und in einem Wörterbuch zusammengetragen werden soll. Der Titel des Wörterbuchs Diccionario de autoridades bezieht sich direkt auf die aus der klassischen Literatur von 1200 bis 1700 stammenden Zitate von Autoren wie Cervantes, Lope und Calderón. Sie werden als Autoritäten angesehen, von denen eine sprachliche Norm des Spanischen abgeleitet werden kann. Die Academia entscheidet sich gezielt gegen eine Bezeichnung des Wörterbuchs als Vocabulario, da sie unter dieser Bezeichnung Wörterbücher versteht, die lediglich eine Übersetzung des Lemmas bieten, jedoch keine Erklärung anbieten und nicht auf den etymologischen Ursprung des Wortes eingehen. Ein Beispiel für ein Vocabulario ist nach Auffassung der Academia das Vocabulario de romance en Latin von Nebrija. Der Titel des Wörterbuchs lautet somit in seiner ersten Auflage:
„Diccionario de la lengua castellana, en que se explica el verdadero sentido de las voces, su naturaleza y calidad, con las phrases o modos de hablar, los proverbios o refranes, y otras cosas convenientes al uso de la lengua“ (vgl. Henschel). Erst seit dem 19. Jahrhundert existiert eine verkürzte Bezeichnung, die das Wörterbuch als Diccionario de autoridades ausgibt. Das Diccionario übertrifft alle bisher bekannten
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lexikographischen Werke. Die Anzahl der Lemmata beträgt über 37.000 und übertrifft damit den von 1611 datierenden „Tesoro de la lengua castellana o española“ von Covarrubias, der nur 11.000 Einträgen aufweist.
Seit der ersten Auflage von 1726-1739 sind bis heute 21 Neuauflagen erschienen, von denen die letzte aus dem Jahr 1992 datiert. Das Erscheinungsdatum der 22. Ausgabe ist für das Jahr 1999 angesetzt. Der Zeitraum für eine Neuauflage des Wörterbuchs hat sich in den letzten Jahrzehnten vor allem durch die bedeutenden Neuerungen im Bereich der
Datenverarbeitung erheblich verkürzt. Im Gegensatz zum französischen Pendant der Académie Française mit ihren 40 Inmortales gründet das Wörterbuch der Academia nicht auf einer Bestandsaufnahme des zeitgenössischen Wortschatzes sondern auf einer Bestandsaufnahme der spanischen Literatursprache. Dies führt zu einer Reserviertheit seitens der Academia gegenüber Neologismen sowie Lehngut. Somit fällt das Wörterbuch in die Kategorie der in dieser Zeit aufkommenden normativen Wörterbücher. Es versucht weniger eine gegenwärtige Sprache wissenschaftlich zu dokumentieren, als daß es der gegenwärtigen Sprache Normen zugrunde legt, die aus der klassischen spanischen Literatur abgeleitet werden. Diese normative Tendenz des Wörterbuches geht einher mit den puristischen Strömungen des 18. Jahrhunderts. Fernández-Sevilla sieht d iese normative Einstellung aber nicht als Grundgedanken des Wörterbuchs, sondern als eine Entwicklung, die: “no nació con fines normativos, pero su propia transcendencia, el prestigio de sus recopiladores, de la Institución y la tutela del Rey, acabaron cofiriéndole este carácter.“
Die Zitate der klassischen Autoren wurden in der zweiten Ausgabe des Wörterbuches (1780) aufgegeben. Grundlage der folgenden Ausgaben war lediglich noch das bestehende und im folgenden erweiterte Lexikon der ersten Ausgabe. Ab 1925
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Arbeit zitieren:
Philipp Günther, 1999, El diccionario de la Real Academia Espanola DRAE, München, GRIN Verlag GmbH
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