ISTDP
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Inhalt
GEMEINSAMKEITEN MIT DER PSYCHOANALYSE 4
UNTERSCHIEDE ZUR PSYCHOANALYSE 4
DIE ISTDP ZIELT AB AUF 5
INDIKATION 5
KONTRAINDIKATION 5
THEORETISCHER HINTERGRUND 6
PSYCHISCHE PHÄNOMENE 6
1. ABWEHRMECHANISMEN 6
2. ANGST 7
3. GEFÜHLE 8
SEKTFLASCHEN-PRINZIP BEIM ABBAU DER GEFÜHLE 9
INTERVENTIONEN: ZENTRALDYNAMISCHE SEQUENZ DER ISTDP 11
1. PROBETHERAPIE 11
2. INTERVENTIONSMETHODEN 11
3. THERAPIEPHASEN UND IHRE AUSWIRKUNGEN 12
Phase 1: Befragung nach Schwierigkeiten 12
Phase 2: Druck auf unterdrückte Gefühle 12
Phase 3: Klären und Herausfordern der Abwehrmechanismen 12
Phase 4: Energischer Angriff auf Widerstände im Über-Ich 12
Phase 5: Intrapsychische Krise und erster Einblick in die Kernneurose 13
Phase 6: Systematische Analyse der Übertragungsgefühle und Exploration der
Vergangenheit 14
Phase 7: Vervollständigung der Anamnese 14
Phase 8: Psychodynamische Formulierung und Therapieplanung 14
4. ZUGANGSWEGE ZUM UNBEWUSSTEN 15
5. ZUSÄTZLICHE TECHNIK FÜR SONDERFÄLLE 15
ANFORDERUNGEN AN DEN THERAPEUTEN 16
THERAPEUTISCHE HALTUNG BZW AKTIVITÄT 16
ISTDP
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Die ISTDP ist eine psychotherapeutische Methode, die von bereits ausgebildeten Therapeuten verschiedener Richtungen zusätzlich erlernt wird, aber kassenärztlich nicht zugelassen ist. Die Methode ist abgeleitet aus der Psychoanalyse und arbeitet im wesentlichen mit und in der Übertragung, wobei davon ausgegangen wird, daß der Patient bereits Übertragungsbereitschaft in die Therapie mitbringt, d.h. den Therapeuten als primäre Bezugsperson sieht. Übertragungsbereitschaft hat generell jeder Mensch. Entdeckt wurde dies von Freud und konsequent angewandt und umgesetzt hat dies Davanloo. Die Methode wird sehr kontrovers diskutiert und kann auch kontroverse Gefühle bei Beobachtern des Verfahrens auslösen, wie z.B. Faszination oder Aggression und Abwehr.
Gemeinsamkeiten mit der Psychoanalyse
- Aufdeckung und Durcharbeitung verdrängter Wurzeln der Störung zusammen mit Patient und dadurch Leidensbefreiung
- Als Motor für neurotische Symptome und Charakterstörungen werden unverarbeitete und im Unbewussten gespeicherte traumatische Erlebnisse mit primären Bezugspersonen angesehen
- Nutzung der Phänomene der Übertragung = Reinszenierung der alten Situation in heutigen Beziehungen – hier zum Therapeuten
- Widerstandsanalyse als zentrale Rolle
- Nutzung des Phänomens, dass Aufdeckung des Verdrängten befreit und Erkennen der Wurzeln zur Integration führen, sowie Erfahrung und Einübung korrigierender Verhaltensweisen in der therapeutischen Beziehungen neue Strukturen und Möglichkeiten der Heilung schaffen
Unterschiede zur Psychoanalyse
- Hat anderes Übertragungsbild = verdrängte Gefühle und Abwehrmuster in der Übertragung werden genau beobachtet, gefördert und genutzt mit Vermeidung der Entwicklung einer Übertragungsneurose, freie Assoziation wird hierdurch unnötig
- Ziel ist die rasche Mobilisierung des Unbewussten
- Will schon in der 1. Sitzung die für die neurotische Störung verantwortlichen psychopathologischen dynamischen Kräfte erschließen = „unlocking“
- Zielt auf raschen Durchbruch verdrängter Schuld - und Wutgefühle
- Der Mobilisierung der Arbeitsbeziehung wird große Aufmerksamkeit gewidmet, um die bewusste und unbewusste therapeutische Allianz („UTA“) zu fördern
- Speziell auf UTA gerichtete Interventionen, die die Motivation des Patienten fördern
- Deutung erübrigt sich
ISTDP
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Die ISTDP zielt darauf ab:
- Widerstände herauszufordern = eine Serie von Abwehrmechanismen zu aktivieren
- Intensive Übertragungsgefühle aufzudecken und den Patienten diese erleben zu lassen
- Dem Patienten Parallelen zu ähnlichen Mustern in anderen Beziehungen in Gegenwart und Vergangenheit zu zeigen
- Situationen zu schaffen, in denen ein direkter Zugang zum Unbewussten erfolgt mit Aufdeckung der Kernneurose
Indikation:
- neurotische Erkrankungen
- neurotische Persönlichkeitsstörungen
- psychosomatische Störungen
Kontraindikation:
- Psychosen
- fragile Persönlichkeitsstruktur
- endogene Depression
- Manie
- schwere Borderline-Persönlichkeits-Störung
- fortgeschrittener Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit
- lebensbedrohliche psychosomatische Zustände (z.B. Colitis ulcerosa) Kontraindikation kann anhand von anhand der Lebensgeschichte und durch Zeichen wie Störungen der kognitiven Ich-Funktion, chaotischen Denkprozessen, geringer Angstkapazität, Angstzuständen ermittelt werden.
ISTDP
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Theoretischer Hintergrund
Entwickelt wurde die Methode Anfang der 60er Jahre durch genaue Analyse gefilmter Arzt -Patient-Interaktionen. Hierbei wurden wiederholt dieselben Szenen betrachtet, wodurch das Auflösungsvermögen erhöht und damit die Wirkung eines Mikroskops erzielt wurde.
Durch objektive Beobachtung des Verhaltens der Patienten wurden spezifische Interventionen und eine systematische Beschreibung des psychotherapeutischen Prozesses als „Zentraldynamische Sequenz“ entwickelt. Dabei wurde auch entdeckt, dass gezielte präzise Interventionen seitens des Therapeuten beim Patienten komplexe Übertragungsgefühle mobilisieren. Konsequentes Verbleiben bei diesem Vorgehen führt zum Durchbruch durch die Widerstände des Patienten. Dabei erlebt dieser gleichzeitig die komplexen Gefühle in der Übertragung. Hierdurch wird ein direkter Zugang zum dynamisch wirksamen Unbewussten geschaffen, das dann weiter analysiert und durchgearbeitet werden kann.
Davanloo konzentrierte sich vor allem auf die psychischen Phänomene
- Abwehrmechanismen
- Angst
- Gefühle die er als Konfliktdreieck darstellte
Abwehr
Psychische Phänomene
1. Abwehrmechanismen
Sie sollen verdrängte, stark nach Abfuhr drängende G efühle und die damit verbundene Angst verhindern und sind weitgehend unbewusst. Für die meisten neurotischen Störungen gibt es bestimmte charakteristische Muster von Abwehrmechanismen, die zudem als ich-synton, d.h. als zur Person gehörend erlebt werden und mitunter positiv besetzt sind, d.h. im Leben als hilfreich erlebt werden.
Quote paper:
Dipl.-Psych. Adelheid Kühn, Ellen Bröker, 2001, Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy (ISTDP) = intensive psychodynamische Kurzzeittherapie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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