ICD 10 Systematik (Kapitelübersicht).............................................................................A ICD 10 Gruppenübersicht für Psychische und Verhaltensstörungen...............................B Häufigkeit der Symptome der Schizophrenie ..................................................................C
AK Allgemeines Krankenhaus bzw. beziehungsweise DIMDI Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information etc. et cetera i.a. im allgemeinen i.allg. im allgemeinen ICD 10 “International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems” - 10. Revision ggf. gegebenenfalls i.S. im Sinne PK Polizeikommissariat S. Seite u.a. unter anderem vgl. vergleiche WHO World Health Organization z.B. zum Beispiel
Inhaltsverzeichnis
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis. II
1 Einleitung. 1
2 Beispiele 2
2.1 Randalierende Person. 2
2.2 Bedrohung. 3
2.3 Hilferufe 5
3 Historischer Rückblick. 6
4 Symptomatik 7
4.1 Allgemeines 7
4.2 Symptome 8
4.2.1 Wahn 8
4.2.2 Halluzinationen 8
4.2.3 Ich-Störungen. 9
4.2.4 Denkstörungen 10
4.2.5 Sprachstörungen. 11
4.2.6 Angst 11
4.2.7 Affektive Störungen. 11
4.2.8 Psychomotorische Störungen. 12
4.3 Einteilung nach Typen 13
4.3.1 Positive Symptome 13
4.3.2 Negative Symptome. 13
4.3.3 Psychomotorische Störungen. 14
4.4 Häufigkeit der Symptome der Schizophrenie 14
4.5 Diagnoseweg. 15
5 Subtypen der Schizophrenie 16
5.1 Paranoide Schizophrenie (F 20.0) 16
5.2 Hebephrene Schizophrenie (F 20.1) 16
5.3 Katatone Schizophrenie (F 20.2) 17
5.4 Undifferenzierte Schizophrenie (F 20.3) 18
5.5 Postschizophrene Depression (F 20.4) 18
5.6 Schizophrenes Residuum (F 20.5) 18
5.7 Schizophrenia simplex (F 20.6) 19
6 Wahnvorstellungen 19
6.1 Wahnthemen 21
6.1.1 Beziehungswahn 21
6.1.2 Beeinträchtigungswahn. 22
6.1.3 Verfolgungswahn 22
6.1.4 Liebeswahn 22
6.1.5 Eifersuchtswahn. 23
6.1.6 Doppelgängerwahn 23
6.1.7 Größenwahn 24
6.1.8 Kleinheitswahn 24
7 Entstehung 25
7.1 Erste Phase - Das Trema 25
7.2 Zweite Phase - Die Apophänie. 25
7.3 Dritte Phase - Die Apokalyptische Phase. 26
7.4 Vierte Phase - Die Konsolidierung. 26
7.5 Fünfte Phase - Der Residualzustand. 26
8 Verlauf/Phasen 27
9 Ursachen 30
10 Häufigkeit 31
11 Therapie/Behandlung 32
11.1 Allgemeines 32
11.2 Therapiearten 32
11.2.1 Psychopharmakatherapie 32
11.2.2 Psychotherapie 34
11.2.3 Soziotherapie. 34
12 Umgang mit schizophrenen Menschen 35
13 Schluss 37
Literaturverzeichnis III
1 Einleitung
In der polizeilichen Praxis kommt es häufig vor, dass man mit geistig verwirrten oder psychisch kranken Menschen zu tun hat. Die Häufigkeit hängt natürlich von der Lage des Reviers und den in diesem Revier befindlichen Einrichtungen ab. Daher kann es durchaus vorkommen, dass man an einigen Revieren so gut wie gar nicht mit diesen Menschen zu tun hat. Beispiele wären hier hauptsächlich die Reviere der Direktion Mitte und andere Reviergebiete, in denen keine Psychiatrien oder sonstige Hilfseinrichtungen vorhanden sind.
An anderen Wachen kann es allerdings ganz anders aussehen, so dass ein Großteil der polizeilichen Arbeit von diesen Menschen bestimmt wird und man fast immer mehrmals täglich mit ihnen zu tun hat. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Reviere, in denen psychiatrische Hilfseinrichtungen oder große Psychiatrien liegen, wie zum Beispiel das Polizeikommissariat 34 mit dem AK Ochsenzoll oder das PK 46 mit dem AK Harburg, an denen jeweils eine große Abteilung für psychisch Kranke vorhanden ist. Außerdem haben sich in unmittelbarer Nähe viele weitere Hilfseinrichtungen angesiedelt. Meistens kann man als Beamter vor Ort nur die Diagnose stellen, dass mit unserem Gegenüber etwas nicht stimmt. Das ist leider sehr bedauerlich, da man in Aus- und Fortbildung kaum eine Möglichkeit hat, etwas über die Krankheiten und Probleme dieser Menschen zu erfahren. Daher herrscht im Umgang mit ihnen im Kollegenkreis eine gewisse Unsicherheit. Meiner Meinung nach ist diese auf Unkenntnis über die Krankheit, ihrer zahlreichen Untergruppen und den daraus resultierenden Verhaltensweisen der Erkrankten zurückzuführen. Ich möchte versuchen diese Unsicherheit zu verringern und zunächst einmal drei Beispiele aus meiner polizeilichen Praxis beschreiben.
Daraufhin werde ich näher auf die Schizophrenie im allgemeinen mit ihren Symptomen und ihrer allgemein gebräuchlichen Untergliederung in Subtypen eingehen. Im weiteren Verlauf werde ich die verschiedenen Wahnvorstellungen detailliert betrachten und die Ursachen, die Entstehungsphasen und den Krankheitsverlauf einer Schizophrenie näher beschreiben. Des weiteren stelle ich die Therapiemöglichkeiten für an Schizophrenie
erkrankte Menschen dar. Abschließend möchte ich dem Leser noch einige Ratschläge für den Umgang mit schizophrenen Menschen in der Praxis aufzählen.
2 Beispiele
2.1 Randalierende Person
Am 03.12.1998 hatten wir einen Einsatz am Gesundheitsamt Harburg in der Straße "Am Irrgarten". Dort sollte ein älterer Mann gerade dabei sein, zu randalieren und einige Arbeiter und Angestellten anzugreifen.
Anlässlich dieses Einsatzes trafen wir neben den drei Geschädigten auch den Beschuldigten an. Zunächst forderte mein Kollege den Beschuldigten auf, stehen zu bleiben. Daraufhin bewarf er meinen Kollegen, für diesen völlig überraschend, mit einem Paar Arbeitshandschuhen. Um eventuelle weitere Angriffe zu vermeiden, legten wir Herrn H. Handfesseln an, da dieser immer noch sehr erregt und aggressiv war. Auf der Fahrt zur Wache hat Herr H. uns die gesamte Zeit über diverse unzusammenhängende Dinge in erheblicher Lautstärke berichtet. Er erzählte in einer Tour, brach immer wieder plötzlich ab, verstummte für einen Moment und kam dann auf ein ganz neues Thema zu sprechen.
Im Gesundheitsamt hatte sich, nach Aussagen der beteiligten Personen, folgender, rekonstruierter Sachverhalt ereignet:
Herr H. geriet in einen Streit mit zwei Arbeitern, die einen Tannenbaum im Foyer aufstellen wollten. Diesen Tannenbaum habe er zunächst mit einer Bügelsäge angesägt, um ihn zu fällen. Als das nicht funktionierte, habe er den Tannenbaum umgekippt und die Bügelsäge mitsamt einer Trittleiter auf die beiden Arbeiter geworfen. Diese habe Herr H. die ganze Zeit in übelster Weise beschimpft und laute Drohungen ihnen gegenüber ausgesprochen.
Weiterhin habe er sich, auch durch eigene Angaben bestätigt, eine ebenfalls dort herumliegende Axt genommen und sich mit dieser in den ersten Stock begeben. Dort habe er diverse Türen und Fenster der dort befindlichen Büros eingeschlagen. Zu guter Letzt habe er die Axt durch eine verglaste Tür in einen Raum auf eine Angestellte des Gesundheitsamtes geworfen, die es nach seinen Angaben nicht besser verdient hätte. Außerdem wollte er mit dieser Handlung die bösen Kräfte, die sich in diesem Raum befunden hätten, vertreiben und denen mal endlich zeigen, wer hier eigentlich was zu sagen hätte.
Auch im Arztraum an der Wache konnten wir uns mit Herrn H. nur sehr lautstark unterhalten und ihm keine vernünftige Aussage abverlangen. Er war zeitweilig recht ruhig, dann plötzlich sehr aufbrausend und cholerisch und im Laufe des Gespräches wurde er allmählich wieder zugänglicher.
Teilweise bezeichnete er uns als Wichser und Arschkriecher, die nichts besseres zu tun hätten, als ihm etwas anzuhängen. Während seines Aufenthaltes im Arztraum war er die ganze Zeit sehr nervös und ging ständig auf und ab, immer wieder von der Tür zum Fenster und zurück.
Insgesamt machte Herr H. einen sehr verwirrten und unzurechnungsfähigen Eindruck auf uns. Dieser Eindruck bestätigte sich, als Herr H. begann, seinen Kopf in einer immer wiederkehrenden Bewegung gegen die Wand zu schlagen. Wie er uns später erzählte, wollte er damit etwas, was sich in seinem Kopf niedergelassen hätte, loswerden.
Herr H. ist, wie wir an der Wache von Kollegen erfahren haben, bereits in ähnlicher Weise im Harburger Bereich aufgefallen.
2.2 Bedrohung
Ein weiterer Einsatz handelte von einem Mann, der sich in seiner Wohnung von einem Fremden bedroht fühlte.
In der Wohnung des Anrufers angekommen, stellten wir fest, dass uns dieser etwa 30 Jahre alte Mann schweißgebadet und mit einem erhobenem Baseballschläger in der
linken Hand erwartete. Mit der anderen Hand machte er uns vorsichtig die Tür auf und blickte dabei ständig in einen kleinen Vorratsraum hinter der Eingangstür. Er war hochgradig erregt und äußerte, dass er froh sei, dass wir endlich da seien. Lange hätte er den Eindringling nämlich nicht mehr in Schach halten können. Dabei zeigte er in Richtung des Vorratsraumes und teilte uns mit, dass wir bei der Festnahme sehr vorsichtig sein müssten, da der Eindringling sehr aggressiv und zudem bewaffnet sei. Wir betraten die Wohnung entsprechend vorsichtig und stellten fest, dass sich im Bereich des Abstellraumes lediglich ein Staubsauger mit ausgezogener Teleskopstange befand.
Bis zu diesem Zeitpunkt haben mein Kollege und ich noch nicht an den Erzählungen des Anrufers gezweifelt. Wir hatten nicht bemerkt, dass der Anrufer psychisch gestört war und hochgradig an Wahnvorstellungen litt.
Zur Verhaftung des Staubsaugers haben wir den Anrufer aus Sicherheitsgründen ins Wohnzimmer geschickt. Dort hat er dann solange auf uns gewartet bis wir den Eindringling im Kofferraum verstaut hatten. Schließlich wollte er sich nach der Festnahme davon überzeugen, ob der Eindringling noch in seiner Wohnung sei. Ins Wohnzimmer zurückgekehrt, haben wir uns dann mit dem Anrufer unterhalten. Er erzählte uns, dass er schon seit einiger Zeit von seinen Nachbarn belästigt und ausspioniert werden würde. Diese hätten herausgefunden, dass er beim FBI als Geheimagent an einem streng geheimen Fall arbeiten würde. Durch das Gerede der Nachbarn seien dann seine Gegner auf ihn aufmerksam geworden und hätten ihn schließlich seit einigen Wochen ständig terrorisiert.
Dieser Terror sei in Form von kleinen Spots im Fernsehen, Befestigung von Wanzen und Abhörgeräten und ständiges Beobachten und Herumschleichen um sein Haus erfolgt. Mehrmals seien seine Feinde bereits in seiner Abwesenheit in seiner Wohnung gewesen und hätten dort genug Zeit gehabt, die Geräte anzubringen. Seitdem verließe er nicht mehr seine Wohnung und hätte diese durch Alufolie an der Wand abhörsicher gemacht.
Wir brachten den Anrufer in die Psychiatrie ins AK Harburg, wo man ihn bereits kannte und er wieder stationär aufgenommen wurde.
Arbeit zitieren:
Marc Jetzkowitz, 2003, Wahnvorstellungen bei Schizophrenen, München, GRIN Verlag GmbH
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