II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
1 Einführung 1
2 Was unter Vertrauensarbeitszeit zu verstehen ist 1
2.1 Zentrale Elemente 1
2.2 Bewertung 3
2.2.1 Vorteile/Chancen 3
2.2.2 Nachteile/Risiken 5
3 Vertrauensarbeitszeit - Ein Arbeitszeitmodell für bestimmte
Arbeitssituationen 7
3.1 Wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung
der Vertrauensarbeitszeit im Unternehmen 7
3.1.1 Gegenseitiges Vertrauen 7
3.1.2 Ständige wechselseitige Kommunikation und konkrete Erwartungs-
äußerung 7
3.1.3 Einbindung der betrieblichen Interessenvertretung sowie von
„Multiplikatoren“ 8
3.1.4 Akzeptanz differenzierter Arbeitslösungen, Anstrengungen zur
Teamentwicklung und Anerkennung der Leistungsbereitschaft 9
3.1.5 Regelungen zum Umgang mit Überlastsituationen 10
3.2 Für wen Vertrauensarbeitszeit geeignet ist und für wen nicht 10
4 Schlussbetrachtung 12
Literaturverzeichnis III
1
1 Einführung
Im Rahmen des Seminars „Interne und externe Flexibilität von Beschäftigungssystemen“ befasst sich die vorliegende Arbeit gezielt mit dem Arbeitszeitmodell Vertrauensarbeitszeit (VAZ) und der Fragestellung, ob bzw. inwieweit dieses Modell für jede Arbeitssituation geeignet ist. Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst erörtert, was unter dem Begriff VAZ zu verstehen ist, welche wesentlichen Elemente und Besonderheiten diesem Arbeitszeitmodell zuzuordnen sind. Da der eigentliche Zweck betrieblicher Arbeitszeitgestaltung darin besteht, einen Rahmen für die Erledigung bestimmter Arbeitsaufgaben in einer für alle Beteiligten akzeptablen Form herzustellen, wird das Modell VAZ anschließend einer Bewertung unterzogen, in welcher die sich für alle Beteiligten ergebenden zentralen Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken beleuchtet werden. Darüber hinaus erfolgt die Herausarbeitung notwendiger Voraussetzungen, derer es bedarf, um die VAZ erfolgreich im Unternehmen zu implementieren. Daran anknüpfend wird erläutert, für welche Arbeitssituationen das Arbeitszeitmodell VAZ geeignet ist und für welche nicht. Letztlich erfolgt eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und ein kurzer Ausblick.
2 Was unter Vertrauensarbeitszeit zu verstehen ist
2.1 Zentrale Elemente
VAZ ist nicht einheitlich definiert, es findet sich ein großes Interpretationsspektrum. Währenddessen mit Hilfe von Stechuhr,
Gleitzeitregelungen u. ä. die Arbeitszeit der Beschäftigten einem hohen Regulierungs- und Kontrollniveau unterliegt, ist das Revolutionäre an der VAZ, dass es sich dabei um ein Modell betrieblicher Arbeitszeitorganisation handelt, bei dem das Unternehmen völlig auf die Arbeitszeiterfassung und -kontrolle verzichtet und auf die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten vertraut. Es vertraut darauf, dass die Beschäftigten die von ihm geforderte Arbeitsleistung auch unter Verzicht der Zeiterfassung und -auswertung erbringen und die
2
Arbeitnehmer nicht kürzer als vereinbart arbeiten. 1 Wiederum vertrauen die Mitarbeiter dem Unternehmen auf die Bereitstellung der zur Leistungserbringung notwendigen Ressourcen, das heißt sie vertrauen primär auf eine realistische Zeitkalkulation sowie angemessene Personalausstattung und darüber hinaus auf die tatsächliche Gewährleistung ihrer individuellen zeitlichen Entscheidungsspielräume. 2
„Im Vordergrund steht die Aufgabenerfüllung und nicht die Zeit, die dafür benötigt wird.“ 3 Bei VAZ handelt es sich um ein flexibles Arbeitszeitsystem, bei dem es für die Mitarbeiter keine festgelegte Arbeitszeit hinsichtlich Lage und Verteilung gibt. In der Regel gibt es nur einen betrieblichen Arbeitszeitrahmen, auf welchen im Extremfall sogar verzichtet wird und somit, unter Beachtung arbeitszeitgesetzlicher bzw. tariflicher Bestimmungen, jederzeit gearbeitet werden kann. In Anbetracht bestimmter Funktions- und Servicezeiten sowie der Kundenorientierung erfolgt die Feinabstimmung der Arbeitszeiten in gegenseitiger Absprache im Team. 4
Zeitorientierung wird durch Ergebnisorientierung ersetzt, jeder arbeitet
eigenverantwortlich an den übernommenen Aufgaben. Dennoch bleibt die Vertragsarbeitszeit Grundlage, das heißt Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer haben Anspruch auf Erfüllung bzw. Einhaltung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Dabei sind Anwesenheitszeiten nicht gleichzusetzen mit Arbeitszeiten. Während der Anwesenheitszeiten im Unternehmen sind jederzeit auch Privatzeiten möglich, wobei nur Zeiten der tatsächlichen Arbeit als Arbeitszeit anzurechnen sind. 5
1 Vgl. Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 6, vgl. Haipeter, Thomas u. a. (2002), S. 361.
2 Vgl. Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 6.
3 Hamm, Ingo (1999), S. 221.
4 Vgl. Weidinger, Michael u. a. (2002), S. 8, vgl. Haipeter, Thomas u. a. (2002), S. 363.
5 Vgl. Weidinger, Michael u. a. (2002), S. 5f, vgl. Hoff, Andreas (2001), S. 1, vgl. Haipeter,
Thomas u. a. (2002), S. 363.
3
„Vertrauensarbeitszeit steht für Deregulierung und Entbürokratisierung bei gleichzeitiger Sicherung eines außerordentlich hohen Flexibilitätsniveaus.“ Sie „steht sowohl für einen Bruch in der betrieblichen Arbeitszeitpolitik, als auch für ein radikal verändertes Verhältnis von Unternehmen und Mitarbeitern.“ 6
2.2 Bewertung
2.2.1 Vorteile/Chancen
Für die Befürworter stellt die VAZ einen Versuch dar, „ein arbeitszeitpolitisches Positiv-Summen-Spiel zwischen Betrieb und Beschäftigten zu organisieren, von dem beide Seiten profitieren könnten.“ 7 Den Beschäftigten bringt der Zuwachs an Zeitsouveränität, der ihnen dazu verhilft, private Zeitinteressen besser mit ihrem Arbeitsleben abzustimmen, die Chance einer beträchtlichen Motivationssteigerung. 8 „Zu spät Kommen gibt es nicht mehr. Niemand ist genötigt, ständig ... geschäftig auszusehen“ 9 . Entsprechend motiviert sind die Beschäftigten bedacht auf die Minimierung von Reibungsverlusten im Arbeitsablauf, auf die bessere Verzahnung von Arbeitsaufgaben und teilweise auf die Erhöhung ihres Arbeitstempos. Sie betreiben somit eine zeitliche „Selbst-Rationalisierung“ 10 und vielen Mitarbeitern gelingt es dadurch, ihre Arbeitszeit zu begrenzen. „So entsteht aus unternehmerischer wie auch aus Mitarbeitersicht eine leistungspolitische Win-win-Situation.“ 11
Die Arbeitszeit kann „flexibel für ein Spielchen, einen kurzen Mittagsschlaf („power-napping“...), einen Privatplausch unterbrochen werden, Zuhausearbeit ist möglich“ 12 , wobei es den Mitarbeitern frei steht, die verbrauchte Arbeitszeit eigenverantwortlich zu erfassen. Der Arbeitnehmer kann über die Gestaltung der
6 Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 6.
7 Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 6.
8 Vgl. Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 6.
9 http://www.chronosagentur.de/inhalt/azeit/vert_arbeit.htm, S. 2.
10 Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 9.
11 Trinczek, Rainer u. a. (2002), S. 10.
12 Hoff, Andreas (2001), S. 1.
Arbeit zitieren:
Anett Grießer, 2003, Vertrauensarbeitszeit - Das Arbeitszeitmodell für jede Arbeitssituation?, München, GRIN Verlag GmbH
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