Inhaltsverzeichnis Seite
0 Einleitung 3
1 Definition 4
2 Statistik „Vermisste (ohne Kindesentzug)“ 6
3 Ursachen und Bedingungsfaktoren für das Leben auf der Straße 6
3.1 Flucht von zu Hause 6
3.2 Flucht aus Einrichtungen der Jugendhilfe 7
4 Lebensbedingungen auf der Straße 7
4.1 Faszination Straße 7
4.2 Gesundheit 8
4.3 Missbrauch von Suchtmittel / Drogen 8
4.4 Prostitution 9
4.5 Delinquenz und Gewalt 10
5 Angebote der öffentlichen Jugendhilfe sowie der
Lebensweltorientierten Sozialarbeit 11
5.1 Kinder- und Jugendnotdienst 11
5.2 Allgemeine Soziale Dienst 12
5.3 Mobile Jugendarbeit 12
5.4 Streetwork 13
5.5 Szenenahe Anlaufstellen 13
5.6 Weiterführende Wohnformen 14
6 Das Schwellenstufensystem: eine neue Gestaltung von
pädagogischer Unterstützung bei Straßenkindern 15
7 Zusammenfassung 16
8 Literaturverzeichnis 18
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0 Einleitung
Kinder wachsen in allen Kulturen unsere Erde zu den unterschiedlichsten Bedingungen auf. Ob man dabei immer von „kinderfreundlich“ sprechen kann, hängt sowohl von den vorherrschenden Gegebenheiten als auch von der Tradition des Landes ab. Aber der wichtigste Punkt in Bezug auf kinderfreundliches Aufwachsen, ist das Verständnis für den Begriff „Kindheit“.
In Deutschland zum Beispiel, lässt sich feststellen, dass sehr viele Kinder nicht nach dem Verständnis von Kindheit aufwachsen, sondern die Zeit der Entwicklung und des Entdeckens, des phantasievollen Spielens und Lernens im geschützten Familien- und Lebensumfeld nicht genießen dürfen oder gar nicht erst erfahren. Viele aufwachsende Menschen erleben ihre Kindheit nicht als eine Zeit des Wachsens und Gedeihens, erfahren wenig Vertrauen und Geborgenheit der Eltern. Mangelnde Zeit und Aufmerksamkeit, zu wenig Bewegung, viel zu viel Beschäftigung vor dem Fernseher oder Computer und falsche Ernährung sind die Mängel an denen einige Kinder unserer „Wohlstands“-gesellschaft leiden müssen. Doch viel öfter noch als die materielle Armut erfahren Kinder emotionale Armut.
In der nachfolgenden Arbeit möchte ich einen Überblick geben, über Straßenkinder in Deutschland, deren Lebenswelt und die Ressourcen, die Kinder und Jugendliche zur Organisation ihres Lebens zur Verfügung stehen.
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1 Definition
„Sie leben allein oder in Gangs. Sie sind unterernährt und hungern seit ihrer Geburt. Es mangelt ihnen an Zuwendung, Geborgenheit, Erziehung und Bildung und vor allem an Liebe. Es sind Kinder und Jugendliche, die auf selbsterlebte Ablehnung, Gewalt, Verführung und Ausgrenzung zu ihrem Überleben verzweifelte Auswege in Diebstahl, Prostitution, Gewalt und Drogenhandel suchen. Sie verrichten unterbeza hlte, harte Arbeit. In Straßenbanden schaffen sie sich einen Familienersatz, eine physische und emotionale Zufluchtsstätte, ein Überlebenssystem, das Sicherheit und Schutz gewährt. Etwas, das sie in ihrem Leben bitter vermisst haben.“ (Degen 1995, S.27)
Die Rede ist von Straßenkindern, welche viele nur aus der Dritten Welt kennen. Wo Kinder auf Grund der Armut von ihren Eltern ausgesetzt werden. Doch auch in Deutschland gibt es Kinder, die in Armut leben. Die meisten Straßenkinder in Deutschland erfahren jedoch dabei emotionale Armut und nicht wie in den Ländern der Dritten Welt, materielle Armut.
Trotz dieser Tatsache, gibt es auch nach Jahren der Fachdiskussion keine allgemein anerkannte Begriffsbestimmung für „Straßenkinder“.
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat mit Experten Merkmale für die Definition von Straßenkindern zusammengestellt: Ø weitgehende Abkehr von gesellschaftlich vorgesehenen Sozialisationsinstanzen wie Familie oder ersatzweise
Jugendhilfeeinrichtungen sowie Schule und Ausbildung, Ø Hinwendung zur Straße, die zur wesentlichen oder auch einzigen Sozialisationsinstanz wird,
Ø Hinwendung zu Gelderwerb auf der Straße durch Vorwegnahme abweichender, teilweise delinquenten Erwachsenenverhaltens, wie Betteln, Raub, Prostitution, Drogenhandel, Ø Faktische Obdachlosigkeit. (DJI 1995, „Straßenkinder“, S. 138)
Bei den oben genannten Merkmalen handelt es sich in Deutschland meist um ältere Kinder oder Jugendliche mit einem durchschnittlichen Eintrittsalter von 11 Jahren. (vgl. Degen 1995, S.28)
Allerdings ist der Begriff Straßenkinder auch direkt verwandt mit anderen gebräuchlichen Begriffen die ich im folgenden kurz anführen möchte:
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Treber Ø brechen aus massiven Konfliktsituationen und aus gewohnten Sozialisationsinstanzen aus
Ø in der Regel ohne festen Wohnsitz und ohne regelmäßige Einkünfte
Ausreißer
Ø brechen durch Fortlaufen aus Sozialisationsinstanzen aus Ø meist nur für kurze Zeit
Ø laufen mit einem Ziel weg > wollen damit ein Signal setzen
Aussteiger
Ø sind Ausreißer, wo jedoch ihre Abwesenheit von der Familie / Eltern toleriert wird (keine Vermisstenmeldung)
obdachlose Minderjährige
Ø haben in der Familie beziehungsweise Jugendhilfeeinrichtungen auch keinen Platz mehr, sondern werden auch dort rausgeschmissen oder gar nicht erst aufgenommen, weil sie sich dort nicht an die gegebenen Regeln und Normen anpassen können
All diese Merkmale schließt der Begriff Straßenkinder mit ein, doch das Hauptaugenmerkmal bleibt die schutzlose Straße, die zum existentiellen Lebensraum wird. Familie oder familienersetzende Alternati ven treten in den Hintergrund oder existieren gar nicht. (vgl. Degen 1995, S.28f)
In der nachfolgenden Arbeit möchte ich mich speziell auf TreberInnen beziehen. Für sie wird die Straße zum Lebensmittelpunkt und zur wesentlichen Sozialisationsinstanz. Sie kehren sich ab von Familie/Heim, Schule und Ausbildung. Trebergänger sind faktisch obdachlos und wenden sich dem Gelderwerb auf der Straße zu.
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Arbeit zitieren:
Claudia Mehner, 2003, Straßenkinder in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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