Inhaltsverzeichnis
0 Vorwort 1
1 Aufbau und Inhalt des Romans 2
2 Oralität in „La colmena“ 2
2.1 Phonologische Aspekte. 2
2.2 Morphologische Aspekte 3
2.3 Lexikalische Aspekte 4
2.4 Syntaktische und morphosyntaktische Aspekte 7
2.5 Pragmatische Gesprächselemente 9
2.5.1 Einschübe und Nachträge 9
2.5.2 Interjektionen und Ausrufe 11
2.5.3 Höflichkeitsformen. 14
2.6 Phraseologische Elemente 14
3 Ergebnisse 16
4 Literaturliste 17
1
0 Vorwort
Die vorliegende Arbeit will einige Aspekte von Oralität in Camilo José Celas Roman „La colmena“ aufzeigen. Unter Oralität wird hier die Widerspiegelung bzw. (künstlerische) Nachahmung gesprochener Sprache im Gegensatz zur elaborierten dichterischen Literatursprache verstanden. Die Dialoge, die wohl den größten Raum des Romans einnehmen sind voll von familiären, umgangs- und vulgärsprachlichen Elementen und Satzbaumustern.
Cuando llegamos a La colmena ya encontramos esas largas parrafadas, sean soliloquios, sean diálogos, de personajes que hablan con inacabable chorro de palabras, a veces para no decir apenas nada en el plano conceptual, pero mucho en el afectivo: se quejan, gruñen, protestan, se alegran, alborotan, se asustan, con una lluvia de tópicos familiares en tonos interrogativos y exclamativos, salpicados de latiguillos, pleonasmos, atenuaciones, etc. etc. 1
Es ist zwar unmöglich all die Vokabeln, Redewendungen, Sprichwörter und syntaktischen Besonderheiten im Rahmen dieser Arbeit aufzulisten, dennoch werde ich versuchen im Folgenden die bedeutendsten und auffälligsten Formen von Oralität zu erfassen und zu ordnen. Untersucht werden phonologische, morphologische, (morpho-)syntaktische, phraseologische und pragmatische Besonderheiten der Alltagssprache, die Cela wohlgemerkt nicht nur seinen Romanfiguren in den Mund legt, sondern oft auch in die Erzählerpassagen einbindet.
1 Suárez (1969:130f.).
2
1 Aufbau und Inhalt des Romans
„La colmena“ von Camilo José Cela weist eine recht komplexe Struktur auf und weicht in zahlreichen Aspekten von den traditionellen Romanformen ab. Cela sagt selbst über seinen Roman:
La colmena es una novela reloj, hecha de múltiples ruedas y piececitas que se precisan las unas de las otras para que aquello funcione. En La colmena no presto atención sino a tres días de la vida de la ciudad […] la colmena es una vida sin héroe, en la que todos sus personajes, como el caracol, viven inmersos en su propia insignificancia. 2
Die Erzählung dreht sich nicht um zentrale Hauptfiguren. Stattdessen erscheint eine unüberschaubare Anzahl mehr oder weniger wichtiger Charaktere, von denen die einen im Verlauf des Romans immer wieder mal auftauchen; das Erscheinen anderer hingegen ist nicht selten auf eine einzige Szene beschränkt. Diese Sequenzen können stark in der Länge variieren, wobei die kürzesten nur aus einigen wenigen Zeilen bestehen. Die einzelnen Szenen sind willkürlich aneinandergereiht, was dazu führt, dass die Erzählung nicht geradlinig verläuft. Im Mittelpunkt steht also nicht ein zentraler Handlungsstrang: Es geht dem Autor vielmehr um die punktuelle Schilderung kleinerer und größerer Ereignisse und Schicksalsschläge, die sich innerhalb von drei Tagen im Leben einiger Bewohner der spanischen Hauptstadt Madrid zur Zeit Francos abspielen. Der Erzähler tritt hierbei oft nahezu ganz zurück, während der Dialog in den Vordergrund rückt.
2 Oralität in „La colmena“
2.1 Phonologische Aspekte
Anders als beispielsweise in „La Catira“, wo Cela die Eigentümlichkeiten des lateinamerikanischen Spanisch zu transkribieren versucht, finden sich in „La colmena“ nur wenige Fälle in denen lautliche Besonderheiten mithilfe der Schrift wiedergegeben werden. Dies mag wohl daran liegen, dass das in Madrid gesprochene Spanisch als
2 Zitiert nach Gutiérrez (1986:14).
3
Standardvariante betrachtet wird und daher vom Autor mit der Orthografie gleichgesetzt wird. Eigenarten der Madrider Aussprache, wie etwa die Realisation von silbenschließendem
Doña Rosa dice con frecuencia “leñe” y “nos ha merengao” (15).
Auch sonst dient die grafische Wiedergabe von „falsch“ ausgesprochenen Wörtern zur gezielten Charakterisierung einzelner ungebildeter oder wenig gebildeter Personen.
Al principio dijeron que le había dado un paralís (20). La señorita Pirula es una chica joven y con aire de ser muy fina y muy educadita, que aún no hace mucho más de un año decía “denén”, y “leñe” y “cocretas” (218).
2.2 Morphologische Aspekte
Auf morphologischer Ebene fällt insbesondere der verstärkte Einsatz von Diminutiven und Augmentativen auf, die besonders typisch für die affektive Umgangssprache sind und unterschiedlichste Gefühle und Gefühlsnuancen wie etwa Mitleid, Ironie, Geringschätzung, Sympathie und Wohlgefallen ausdrücken können. Cela bedient sich hierbei nicht nur der gebräuchlicheren Bildungen auf -ito und -ón, sondern setzt die gesamte Palette, die das Spanische an Diminutiv- bzw. Augmentativsuffixen zu bieten hat, ein.
Él no es un cursi ni un pobretón de esos de café con leche (23). —Ha habido suertecilla, ¿eh? […] —¡Bah! Ocho cochinos durejos.
Doña Pura, que es un culebrón, siempre riéndose por lo bajo (34). Algunos camareros de caras fláccidas, tristonas, amarillas, esperan […] (37). Mañana le repetiré el nombre. Leoncio, Leoncio, Leoncio. Ella, a lo mejor, me pone un nombre más cariñoso, algo que salga de Leoncio. Leo. Oncio. Oncete
4
(56).
Con las diez pesetas le compraré alguna coseja a los chicos (81). —¿Y los nenes? —Hechos unos hombrecetes. (147).
—¿Y los pequeñitos, mujer, los que no saben andar, que estarán siempre parados como gusanines en el mismo sitio (158). Macario y su novia, muy cogiditos de la mano, están sentados en un banco […] (165).
Julita, la mayor, anda por aquellas fechas muy enamoriscada de un opositor a Notarías que le tiene sorbida la sesera (166).
Una señora alta y algo gruesa, no muy joven pero bien conservada, guapetona, un poco ostentosa (173).
La tonta de boca entreabierta y dulce babita colgando (237). —Don Francisco es un poco tramposillo, el hombre tiene a sus espaldas un familión tremendo (274). Una golfita hambrienta y un poco repipia (282).
Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang die Verniedlichung fast aller im Roman vorkommenden weiblichen Vornamen:
—¿Está Victorita? (170).
Julita, la mayor, anda por aquellas fechas muy enamoriscada […] (168).
Desweiteren findet man die Koseformen: Elvirita, Petrita, Marujita, Purita, Dorita, Paquita.
Eine weitere morphologische Besonderheit des Umgangsspanischen ist die Bildung unüblicher Pluralformen:
—Sí, chica, pero a mí las hambres del alcalde de Cork no me alimentan, te lo juro (284).
—Toma, van diez, con las vueltas hazme un regalo (193).
2.3 Lexikalische Aspekte
Die Dialoge, die die Figuren untereinander führen, sind ein gelungenes Abbild lebendiger Umgangssprache. Sie bersten förmlich vor familiär-vulgären Ausdrücken. I.d.R. handelt es sich hierbei um Wörter, die in der Alltagssprache eine semantische Umdeutung erfahren, die mit der ursprünglichen Bedeutung nichts mehr zu tun hat und erst in neueren
Arbeit zitieren:
Manuel Perez-Villar, 1999, Oralität in "La Colmena" von Camilo José Cela, München, GRIN Verlag GmbH
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