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Wahlweise Multikulturalität. Die Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2002 zum Aspekt der Multikulturalität

Title: Wahlweise Multikulturalität. Die Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2002 zum Aspekt der Multikulturalität

Term Paper , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ulrich Hoffrichter (Author)

Communications - Intercultural Communication
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„Multikulturalität“ ist seit vielen Jahren ein fest stehender Begriff in der Alltagssprache. „Multikulti“ wird oft als diffuser Begriff für das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund benutzt. Der aus der Kulturwissenschaft stammende Begriff der „Interkulturalität“ hingegen hat bisher nicht die gleiche Verbreitung gefunden, drängt aber immer mehr in unseren Alltag. Die genaue Abgrenzung der unterschiedlichen Begrifflichkeiten ist jedoch kaum bekannt, weshalb diese im Alltag manchmal auch recht beliebig benutzt werden. Im folgenden Abschnitt soll jedoch eine Begriffsbestimmung vorgenommen werden.

Dass diese Fragen der weit gefächerten Konzepte des Zusammenlebens konstitutive sozioideologische und damit zwangsläufig politische Fragen sind, liegt auf der Hand. Politische Parteien, vor allem stark rechts, aber auch deutlich links orientierte, definieren sich stark über ihre Sicht zu Fragen des Zusammenlebens mit Menschen unterschiedlicher Herkunft im eigenen Land und streichen diese Positionen auch deutlich heraus. Daher liegt eine Untersuchung der Standpunkte deutscher Parteien zu Fragen der Multikulturalität nahe. Die klarsten Positionsbestimmungen politischer Parteien lassen sich jeweils im Vorfeld eines Wahlkampfes, je größer desto besser, feststellen. Gleichzeitig erfolgt in diesem aber auch die größte Zuspitzung gesellschaftlich relevanter Diskussionen. Niemals sonst lassen sich Parteien zu solch marketingorientiertem Verhalten wie vor bedeutsamen Wahlen hinreißen. In diesem Zusammenhang nimmt die Bundestagswahl 2002 ohnehin eine besondere Position ein. Das stets offene und letzten Endes knappe Wahlergebnis und die Unentschlossenheit der Wählerschaft, einen der beiden ernsthaft chancenreichen Kandidaten zum Kanzler zu machen, verschärften den Konflikt. Ein bunter Strauß kleinerer Parteien, oft Interessenparteien, komplettierte das Angebot für den Wähler, in dem sich unterschiedlichste Weltanschauungen widerspiegelten. Untersucht wurden die Wahlprogramme folgender 10 Parteien (Abschnitt 3):

• REP – Die Republikaner
• Zentrum – Deutsche Zentrumspartei
• Schill – Partei Rechtsstaatlicher Offensive
• CDU / CSU – Christlich Demokratische Union und Christlich Soziale Union
• SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
• FDP – Freie Demokratische Partei
• PBC – Partei Bibeltreuer Christen
• Bündnis 90 / Die Grünen
• Die Frauen – Feministische Partei
• PDS – Partei des Demokratischen Sozialismus

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der „Multikulturalität“

2.1. Monokulturalität

2.2. Multikulturalität

2.3. Interkulturalität

2.4. Transkulturalität

3. Die Wahlprogramme

3.1. Die Republikaner (REP)

3.2. Deutsche Zentrumspartei (Zentrum)

3.3. Partei Rechtsstaatlicher Offensive (SCHILL)

3.4. Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) und Christlich-Soziale Union (CSU)

3.5. Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

3.6. Freie Demokratische Partei (FDP)

3.7. Partei Bibeltreuer Christen (PBC)

3.8. Bündnis 90/Die Grünen

3.9. Feministische Partei (DIE FRAUEN)

3.10. Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS)

4. Fazit

5. Literatur

5.1. Wahlprogramme

5.2. weitere Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Standpunkte deutscher Parteien zur Multikulturalität anhand der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2002, um aufzuzeigen, wie politisch relevante Akteure Fragen des Zusammenlebens mit Menschen unterschiedlicher Herkunft definieren und positionieren. Ziel ist es, die inhaltlichen Abgrenzungen der Parteien zu analysieren und einzuordnen, ob und wie diese Konzepte in den Programmen thematisiert werden.

  • Kulturelle Begriffsbestimmungen (Monokulturalität, Multikulturalität, Interkulturalität, Transkulturalität)
  • Analyse der integrationspolitischen Vorstellungen in den Wahlprogrammen 2002
  • Einfluss von "Reizwörtern" und Sprachregelungen auf den politischen Diskurs
  • Vergleich der unterschiedlichen Parteipositionen (von rechtsradikal bis zu progressiv-sozialistisch)

Auszug aus dem Buch

2.2. Multikulturalität

Multikulturalität ist als die einfachste Stufe kulturellen Miteinanders zu betrachten. Es gliedert sich drei Qualitätsstufen.

Multikulturalität I als niedrigste Stufe sagt lediglich, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft im gleichen Lebensraum wohnen. Es handelt sich jedoch um „unechte“ Multikulturalität, da sich in der Regel die bestimmende, führende Kultur – meistens die bevölkerungsreichste und örtlich angestammte – von anderen Kulturen isoliert und strikte Assimilationsanforderungen stellt. Es existiert hier kein Wille zur gegenseitigen Annäherung, man lebt sozusagen „nebeneinander“.

Bei Multikulturalität II als nächster Stufe findet zwar Kommunikation miteinander statt, jeder auch eine Abgrenzung der kulturellen Gruppen untereinander. Sie akzeptieren sich zwar, vermeiden jedoch in der Regel auch Kontakt mit einander. Hierdurch entstehen durch sich aufstauende Spannungen letztlich auch Auseinandersetzungen ethnischer Art. Unsere derzeitige deutsche Realität entspricht am ehesten dieser Charakterisierung.

Multikulturalität III hingegen steht für ein Miteinander, bei dem einerseits die ethnischen Grenzen bestehen bleiben, andererseits aber auch ein Dialog über diese Grenzen hinweg stattfindet. So können durch kulturelle Bereicherung und Erfahrungsaustausch Prozesse entstehen, die neue Kommunikations- und Handlungsstrategien bedingen können. Währenddessen bleiben jedoch eigene Freiräume gewahrt, so dass die kulturelle Identität nicht verloren geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Multikulturalität im Kontext des Bundestagswahlkampfes 2002 ein und erläutert das Vorgehen bei der Untersuchung der zehn Parteiprogramme.

2. Der Begriff der „Multikulturalität“: Dieses Kapitel definiert und differenziert vier Stufen kulturellen Zusammenlebens: Monokulturalität, Multikulturalität, Interkulturalität und Transkulturalität.

3. Die Wahlprogramme: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Zuwanderungs- und Integrationspolitik der zehn untersuchten Parteien unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen weltanschaulichen Hintergründe.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beleuchtet den Einfluss der politischen Sprache auf den gesellschaftlichen Diskurs und bewertet die Zukunftsaussichten für interkulturelle Politik.

5. Literatur: Dieser Abschnitt enthält das vollständige Verzeichnis der verwendeten Wahlprogramme sowie der weiterführenden wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Multikulturalität, Interkulturalität, Bundestagswahl 2002, Wahlprogramme, Integration, Zuwanderung, politische Parteien, Monokulturalität, Transkulturalität, politische Sprache, Identität, Assimilation, Diskursanalyse, Fremdenfeindlichkeit, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie deutsche politische Parteien in ihren Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2002 den Begriff der Multikulturalität definieren und welche Vorstellungen sie von einem Zusammenleben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft in Deutschland haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Begriffsbestimmungen kulturellen Miteinanders, die Analyse spezifischer parteipolitischer Positionen zur Zuwanderungs- und Integrationspolitik sowie die Untersuchung der verwendeten politischen Sprache.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die politischen Standpunkte der Parteien zur Multikulturalität kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diese im Kontext des marketingorientierten Wahlkampfes 2002 instrumentalisiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine inhaltliche Analyse der Wahlprogramme, ergänzt durch kulturwissenschaftliche Kategorien zur Einordnung der kulturellen Stufen (z.B. nach Bolten oder Welsch).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von zehn Parteiprogrammen, von rechtsradikalen Positionen wie den Republikanern bis hin zu den Ansätzen von Bündnis 90/Die Grünen und der PDS.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Multikulturalität, Interkulturalität, Zuwanderung, Integration, politische Sprache und kulturelle Identität.

Wie unterscheidet der Autor zwischen den "Stufen" der Multikulturalität?

Der Autor unterscheidet vier Stufen: Monokulturalität (Urzustand), Multikulturalität (vom Nebeneinander bis zur kulturellen Bereicherung), Interkulturalität (funktionierende Interaktion) und Transkulturalität (Hybridisierung).

Warum wird im Fazit besonders auf die Sprache eingegangen?

Der Autor argumentiert, dass die verwendete Sprache und die Einführung von "Reizwörtern" wie "Asylanten" die Meinungsbildung in der Bevölkerung maßgeblich beeinflussen und politisches Kapital durch die Steuerung dieser Begriffe generiert wird.

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Details

Title
Wahlweise Multikulturalität. Die Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2002 zum Aspekt der Multikulturalität
College
http://www.uni-jena.de/  (Philosophische Fakultät)
Course
Theorie Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
Grade
1,0
Author
Ulrich Hoffrichter (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V21178
ISBN (eBook)
9783638248525
ISBN (Book)
9783638726634
Language
German
Tags
Wahlweise Multikulturalität Wahlprogramme Bundestagswahl Aspekt Multikulturalität Theorie Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrich Hoffrichter (Author), 2003, Wahlweise Multikulturalität. Die Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2002 zum Aspekt der Multikulturalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21178
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