Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Einführung in die Stadionfinanzierung 2
2.1 Finanzierungsformen im Wandel 2
2.2 Kosten und Einnahmepotenziale im Fußball 4
3 Organisations formen einer Public-Private Partnership-Lösung 7
3.1 Betreibermodell BOT-Modell 8
3.2 Kooperationsmodell 9
3.3 Konzessionsmodell 10
4 Eine innovative Finanzierungsmöglichkeit Asset Backed Securitization 11
4.1 Die Funktionsweise von ABS 11
4.2 ABS als Instrument zur Stadionfinanzierung 12
4.3 Vor- und Nachteile einer ABS-Finanzierung 14
4.4 ABS am Beispiel des FC Schalke 04 16
5 Eine Stadionfinanzierung am Beispiel der AWD-Arena in Hannover 17
5.1 Die AWD-Arena 17
5.2 Organisationskonzept 18
5.3 Finanzierungskonzept 20
6 Schlussbetrachtung und Ausblick 22
Literaturverzeichnis 24
Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis
ABS Asset Backed Securities
Bd. Band
bzw. beziehungsweise
BOT Build Operate Transfer
ca. circa
d. h. das heißt
Diss. Dissertation
et al. und andere
etc. et cetera
EUR Euro
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Hrsg. Herausgeber
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
KG Kommanditgesellschaft
Mrd. Milliarden
Mio. Millionen
Nr. Nummer
o. V. ohne Verfasser
PPP Public-Private-Partnership
S. Seite
SPV Special Purpose Vehicle
u. a. unter anderem
u. U. unter Umständen
Vgl. Vergleiche
z. B. zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Typische ABS-Struktur bei Besicherung mit stadionnahen Einnahmen 12
Abbildung 2: Bisherige ABS-Emissionen europäischer Fußballunternehmen 14
Abbildung 3: Konzessionsmodell BOT-Modell AWD-Arena Hannover 19
Einleitung
1 Einleitung
Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland hat hierzulande den größten Bauboom aller Zeiten ausgelöst. Die Bewerberstädte wollen rund 1,5 Mrd. EUR für Stadionneubauten ausgeben. 1 Ein weiterer Grund für den Bauboom ist die mangelnde Modernität deutscher Stadien im internationalen Vergleich, wodurch auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Fußballvereine gefährdet ist. 2 Denn die Qualität der heutigen Stadien erlaubt kaum Eintrittspreiserhöhungen, deshalb müssen hochmoderne, multifunktionale Stadien errichtet werden. Sie bieten neue Einnahme quellen wie z. B. aus der Vermietung von Logen und Business-Seats. 3 Problematisch ist dabei stets die Finanzierung der Projekte. Daher i st es Ziel dieser Arbeit, in das Themengebiet der Stadionfinanzierung einzuführen und verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wobei bewusst nur auf Fußballstadien eingegangen wird. Geschlossene Arenen für Hallensport, wie Eishockey oder Basketball, werden nicht betrachtet. Da hier – im Gegensatz zu den Stadien – die Finanzierung meistens rein privat erfolgt, müssten diese Einrichtungen getrennt untersucht werden, was den Ra hmen dieser Arbeit überschreiten würde.
Für die Begriffe „Arena“ und „S tadion“ hat sich in der Literatur bisher keine einheitliche Definition herauskristallisiert. Dazu haben auch die Namens geber der Sportstätten maßgeblich beigetragen. Eine Arena besticht auf j eden Fall durch ihre Multifunk tio nalität, die den steigenden Ansprüchen der Zuschauer Rechnung trägt. Nach VORNKAHL lassen sich dabei zwei unterschiedliche Größen von Arenen unterscheiden: auf der einen Seite Fußballarenen mit bis zu 60.000 Plätzen und auf der anderen Seite überdachte Arenen, die für Hallensportarten verwendet werden, mit bis zu 20.000 Plätzen. 4 Diese Arbeit meint im Folgenden mit „Arena“ immer den ersten Fall. Zum Aufbau der Arbeit: Zunächst werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Stadionfinanzierung dargelegt. D abei wird schwerpunktmäßig auf die geschichtliche Entwicklung der Finanzierungsformen sowie kurz auf die beteiligten Gruppen und
1 Vgl. Nord/LB (Hrsg.) (2001), S. 5.
2 Vgl. Roland Berger & Partner GmbH (1998), S. 7.
3 Vgl. Dietl, H. / Pauli, M. (2002), S. 240.
4 Vgl. Vornholz, G. (2002), S. 38-39.
Einführung in die Stadionfinanzierung deren Motive für eine Beteiligung eingegangen. Anschließend werden die Kosten und Einnahmepotenziale eines Fußballbundesligisten überblicksartig beschrieben. Im dritten Kapitel stellt die Arbeit das in der Praxis zurzeit sehr oft genutzte Public-Privat-Partnership-Modell (PPP-Modell) zur Finanzierung von Großprojekten näher vor. Dabei wird weniger auf die verschiedenen Finanzierungsformen, sondern vielmehr auf die kreativen Organisationsmodelle einer PPP-Lösung eingegangen. Im darauf folgenden Kapitel 4 wird als ein Beispiel einer innovativen Finanzierungsmöglichkeit die Asset Backed Securitization (ABS) vorge stellt. Nach einem theoretischen Überblick erfolgt eine Übertragung auf die Stadionfinanzierung, bevor nach Abwägung von Vor- und Nachteilen eine ABS-Finanzierung am Beispiel des FC Schalke 04 betrachtet wird. Im fünften Kapitel wird ein Praxisbeispiel für eine Stadionfinanzierung anhand der AWD-Arena in Hannover gegeben. Hierbei erfolgt eine Trennung in Organisations- und Finanzierungskonzept. In Kapitel 6 schließt die Arbeit mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick.
2 Einführung in die Stadionfinanzierung
In die sem Abschnitt geht die Arbeit zunächst auf die sich im Wandel befindlichen Formen der Stadionfinanzierung ein, wobei auch die möglichen Beteiligten einer solchen Finanzierung und deren Motive kurz dargestellt werden. Anschließend wird die Einnahmen- u nd Ausgabensituation eines typischen Fußballbundesligisten überblicksartig dargestellt, um die besonderen Zusammenhänge einer Finanzie rung im Fußball deutlich zu machen.
2.1 Finanzierungsformen im Wandel
In der Vergangenheit wurde der Bau oder Umbau von Fußballstadien in fast allen Fällen vollständig durch die öffentliche Hand finanziert. Diese zahlte auch, wenn der Betrieb mit hohen Defiziten abschloss. Aufgrund der positiven Außenwirkungen wurde dies als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Vielmehr sah sich der öffentliche Sektor in der Verantwortung, genügend Sport- und Freizeiteinrichtungen bereitzustellen. Da
Einführung in die Stadionfinanzierung ausreichend öffentliche Mittel vorhanden waren, standen meist auch Überlegungen der Stadtplanung und - gestaltung im Vordergrund. 5 So wurden zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland fast aus schließlich öffentliche Mittel in Höhe von 273 Mio. DM in neue Fußballstadien investiert.
Heutzutage hat sich die Situation grundlegend g eändert. Die Investitionskosten sind erheblich gestiegen. So weisen einzelne Stadionne ubauten wie die Arena „Auf Schalke“ (358 Mio. DM) oder der Umbau des Berliner Olympiastadions (473 Mio. DM) höhere Investitionsvolumen auf als sämtliche Investitionen im Rahmen der Weltmeisterschaft 1974 zusammen. Darüber hinaus ist die kommunale Haushaltssitua tion heute weitaus angespannter als damals, so dass sich Investitio nen in dieser Höhe seitens der öffentlichen Hand kaum noch rechtfertigen lassen. Auch aufgrund des defizitären Stadionbetriebes der Kommunen wird eine öffentliche Finanzierung immer mehr in Frage gestellt. Obwohl sich die Einnahmen der 18 Erstligavereine zwischen den Spielzeiten 1989/90 (368,55 Mio. DM) und 1998/99 (1,283 Mrd. DM) mehr als verdreifachten, betrugen die Mieten für die Benutzung der Stadien lediglich 36,96 Mio. DM (ca. 3 %). Deshalb wird von den Kommunen eine deutlich stärkere Beteiligung von privaten Investoren oder den Vereinen gefordert. Seit Ende der 90er Jahre verstärkten sich die Bemühungen um eine größere Einbindung privater Investoren, doch leider konnten die Pläne nur selten in die Praxis umgesetzt werden. So wurde der Bau einiger multifunk tionaler Fußballarenen komplett aufgegeben, andere Projekte wurden nur in verkleinerter Form realisiert. Auch die sich momentan noch in der Bauphase befindlichen Stadienprojekte anlässlich der Weltmeisterschaft 2006 werden ent gegen den ursprünglichen Planungen meist überwiegend öffentlich finanziert. Selbst Projekte, die in der Öffentlichkeit als eine reine Privatfinanzierung präsent iert werden (z. B. die Arena „Auf Schalke“), können oft nicht halten, was sie versprechen. So ist in diesem Fall ein Kredit in Höhe von 225 Mio. DM nur durch eine 80-prozentige Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen zu Stande gekommen.
Private Investoren scheinen also kein großes Interesse an Stadioninvestitionen zu haben. Grund sind zu hohe Investitions risiken. Da hochmoderne Stadien nur durch attraktiven Erstligafußball zu refinanzieren sind, ist die Gefahr des sportlichen Abstiegs und damit finanziellen Verlustes vielen Investoren einfach zu groß. Selbst im Falle eines
5 Vgl. Nord/LB (Hrsg.) (2001), S. 10.
Einführung in die Stadionfinanzierung Nichtabstieges würden sich für private Investoren wohl kaum ansprechende Renditen erzielen lassen, da Vereine erzielte Gewinne voraussichtlich sofort wieder in neue Spieler investieren. Und zwar mit dem Argument, dass man konkurrenzfähig bleiben müsse, damit man nicht absteige. Dies ist jedoch nicht im Sinne des Investors. 6 Aufgrund der unterschiedlichen Interessen von privaten und öffentlichen Investoren und den oben dargestellten Problemen auf beiden Seiten hat sich im Laufe der Zeit die spezielle Finanzierungsform des Public-Privat-Partnerships 7 herausgebildet. Hierbei kann es zu verschiedensten Kooperationen zwischen Politik und Verwaltung sowie den verschiedenen privaten Investoren – hierzu zählen neben den „normalen“ Investoren auch die Vereine und Kreditinstitute – kommen. Ziel ist es, sowohl die Kosten als auch das Risiko zu teilen. Dabei bietet dieses Modell für beide Seiten mehrere Vorteile: Die Städte können Projekte finanzieren, die aufgrund der angespannten Haushaltslage sonst nicht möglich wären. Ferner versprechen sich die Kommunen einen Know- how-Gewinn durch die Einbeziehung der Privatwirtschaft und dadurch schließlich eine verbesserte Effizienz bei der Aufgabenerfüllung. Bei den priva ten Investoren steht neben der Gewinnerzielungsabsicht die Minimierung der wirtschaftlichen Risiken im Vordergrund. Dies kann durch staatliche Zuschüsse oder Sicherheiten wie z. B. Bürgschaften erreicht werden. 8
2.2 Kosten und Einnahmepotenziale im Fußball
Da Fußballstadien heutzutage nicht mehr ausschließlich von der öffentlichen Hand finanziert werden, kommen auf die Fußballvereine gegenwärtig und in der Zukunft höhere Kosten zu, aber neuwertige Arenen versprechen auch neue Einnahmepotenziale. Auf der Kostenseite sind zunächst die Investitionskosten für den Stadion(um)bau zu ne nnen, die sich aus drei Teilen zusammensetzen. Erst einmal fallen Grundstückskosten an, die jedoch häufig vernachlässigt werden können, da das Grundstück oder das alte Stadion der Stadt gehören oder vom Investor für einen geringen Betrag in Erbpacht überno mmen werden können. Höher sind meist die Erschließungskosten, die rund 15 %
6 Vgl. Dietl, H. / Pauli, M. (2001), S. 95.
7 Siehe Kapitel 3.
8 Vgl. Nord/LB (Hrsg.) (2001), S. 11-13.
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Philipp Eisenberger, 2003, Die Finanzierung von Sportarenen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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