Jedes zehnte Kind in Deutschland ist behindert.
Diese Behinderungen reichen von kleinen, nicht unbedingt für jedermann sichtbaren Behinderungen bis hin zum Schwerstpflegefall. Jedes Kind ist im Grunde von Behinderung bedroht, denn ein Unfall kann die Gesundheit bleibend zerstören.
Die Zahl der Behinderungen durch genetische Ursachen ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen, bedingt durch bessere Früherkennung von Chromosomenschäden und daraus folgende Schwangerschaftsunterbrechungen. Im Gegenzug sind Behinderungen, die durch Erziehungs- und Milieueinflüsse entstehen, im Vormarsch begriffen. Dazu sind beispielsweise alle Formen der Lern- und Sprachbehinderungen sowie Verhaltensstörungen zu zählen.
Weitere Ursachen für Behinderungen liegen oftmals im medizinischen Fortschritt: Im Laufe der vergangenen Jahre ist es den Medizinern geglückt, immer mehr Frühgeborene am Leben zu erhalten Selbst Frühgeborene der 24. Schwangerschaftswoche haben inzwischen reelle Überlebenschancen. Eine Folge von extremer Frühgeburtlichkeit sind diverse Behinderungen. Vor wenigen Jahren noch hätten solche Kinder als Spätaborte gegolten und wären verstorben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rehabilitation
2.1 Begriffsdefinition
3 Frühförderung
3.1 Begriffsdefinition
3.1.1 Die drei Säulen der Frühförderung
3.1.2 Regelung der Frühförderung im SGB IX
3.1.3 Auszug aus der UN-Kinderkonvention
3.2 Vorraussetzungen für Frühförderung
3.2.1 Welche Kinder kommen für Frühförderung in Betracht?
3.3 Aufgaben und Ziele der Frühförderung
3.4 Beginn und Durchführung der Frühförderung
3.5 Organisation der Frühförderung in der Bundesrepublik Deutschland
3.5.1 Therapien zur Förderung der Motorik
3.5.1.1 Vojta-Konzept
3.5.1.2 Bobath-Konzept
3.5.1.3 Ergotherapie
3.5.1.4 Castillo Moralis
3.5.2 Alternative Therapiekonzepte
3.5.2.1 Rhytmische Massage
3.5.2.2 Reflexzonenmassage
3.5.2.3 Osteopathie
3.5.2.4 Kinesiologie
3.5.2.5 Petö
3.5.2.6 Atlastherapie
3.5.3 Therapien mit Tieren
3.5.3.1 Hippotherapie
3.5.3.2 Delphintherapie
3.5.4 Sonstige spezielle Therapien
3.5.4.1 Logopädie
3.5.4.2 Musiktherapie
3.6 Elternarbeit
4 Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Frühförderung als essenzielle Form der Rehabilitation für behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder, um deren Entwicklungschancen und Lebensqualität durch interdisziplinäre Ansätze zu verbessern. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Frühförderung organisiert ist, welche therapeutischen Ansätze existieren und welche Bedeutung sie für die betroffenen Kinder und ihre Familien hat.
- Grundlagen der Rehabilitation und Begriffsdefinitionen der Frühförderung.
- Rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Einbettung der Förderung.
- Vielfalt der therapeutischen Ansätze (Motorik, alternative Verfahren, tiergestützte Ansätze).
- Die Rolle der Elternarbeit innerhalb des Förderkonzepts.
- Organisation der Frühförderstellen in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die drei Säulen der Frühförderung
Frühförderung basiert in Deutschland auf drei unterschiedlichen Säulen:
• Früherkennung/Frühdiagnostik
Dieser Bereich beinhaltet zu einem großen Teil die Arbeit des Pädiaters, der vorhandene Störungen erkennen und diagnostizieren muss.
• Frühbehandlung und Therapien
Dies verweist auf den ärztlich-therapeutischen Bereich, in dem sowohl fachärztliche Leistungen als auch die von ihnen verordneten /delegierten therapeutischen Maßnahmen, wie z.B. Physiotherapie, Logopädie, Mototherapie, Ergotherapie
• Pädagogische Frühförderung
Pädagogische Frühförderung umfasst zwei Aufgabenfelder: Die Zusammenarbeit mit der Familie und die Förderung des Kindes. Beide Bereiche bilden im Sinne einer familienorientierten Förderung eine Einheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit der Frühförderung vor dem Hintergrund steigender Überlebensraten bei Frühgeborenen und komplexer werdender Entwicklungsstörungen.
2 Rehabilitation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Rehabilitation als umfassende Nachbehandlung zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eines Geschädigten.
3 Frühförderung: Das Hauptkapitel detailliert die Definition, die rechtlichen Grundlagen (SGB IX), Voraussetzungen sowie die vielfältigen therapeutischen Organisationsformen und Konzepte der Frühförderung.
4 Schlusswort: Das Fazit unterstreicht die wachsende Bedeutung der Frühförderung und plädiert für eine bessere Integration betroffener Kinder in die Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Frühförderung, Rehabilitation, Entwicklungsverzögerung, Frühdiagnostik, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Vojta-Konzept, Bobath-Konzept, Heilpädagogik, Behinderung, Inklusion, Frühgeborene, Sozialpädiatrie, Elternarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Frühförderung bei behinderten oder entwicklungsgefährdeten Kindern in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt rechtliche Grundlagen, diagnostische Aspekte, verschiedene Therapiekonzepte zur Förderung der Motorik und Sprache sowie die Einbindung der Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Komplexität und Notwendigkeit der Frühförderung aufzuzeigen und einen Überblick über die vielfältigen Interventionsmöglichkeiten zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und eine strukturierte Darstellung bestehender Konzepte und rechtlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Regelungen, die Definition der "drei Säulen", die Organisation der Frühförderstellen und eine ausführliche Vorstellung von Therapieformen wie Vojta, Bobath und alternativen Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Rehabilitation, Frühdiagnostik, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Frühförderstellen und kindgerechte Therapieansätze.
Wie unterscheidet sich die Pädagogische Frühförderung von der Frühbehandlung?
Während sich die Frühbehandlung primär auf ärztlich verordnete medizinische Therapien konzentriert, fokussiert die pädagogische Frühförderung auf die Förderung des Kindes im familiären Kontext und die enge Zusammenarbeit mit den Eltern.
Warum ist das Alter des Kindes bei Beginn der Frühförderung entscheidend?
Die Arbeit betont, dass durch eine frühzeitige Intervention bei Entwicklungsstörungen die besten Ergebnisse erzielt werden können, da sich Gehirn und Psyche des Kindes in den frühen Lebensjahren am stärksten formen lassen.
Welche Rolle spielen alternative Therapien in der Arbeit?
Alternative Therapien werden als ergänzende Möglichkeiten vorgestellt, für die teils noch keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise vorliegen, die jedoch in Einzelfällen erfolgreich angewendet werden.
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- Andrea Jäger (Author), 2002, Frühförderung - Rehabilitation von behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2123