Ziel dieser Referatausarbeitung ist es, einen Überblick über den Einsatz von Informationstechnologien im Unternehmen zu geben. Es werden die grundlegenden Begriffe definiert, die Formen/Arten des Einsatzes angesprochen und insbesondere die rechtlichen Auswirkungen, die sich aus dem Einsatz von neueren Informations- und Kommunikationstechnologien auf das BetrVG ergeben, dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Informationstechnologie im Unternehmen
1. Der Begriff Informationstechnologie
2. Der Einsatz von Informationstechnologien im Unternehmen
3. Die informationellen Beteiligungsrechte des Betriebsrates
4. Die „informationelle Rosette“
III. Telearbeit
1. Organisationsformen der Telearbeit
2. Mitwirkungsrechte bei der Einführung der Telearbeit
3. Probleme der Telearbeit
IV. Schlußwort
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Einsatzes moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen auf die betriebliche Mitbestimmung, wobei insbesondere die rechtliche Einordnung von Überwachungsmöglichkeiten und neue Herausforderungen durch Telearbeit im Fokus stehen.
- Informationstechnologie und ihre begriffliche Definition im betrieblichen Kontext.
- Die informationellen Beteiligungsrechte des Betriebsrates gemäß BetrVG.
- Strukturen und Problemfelder der verschiedenen Organisationsformen von Telearbeit.
- Der Einfluss moderner IT-Systeme wie PPS und ERP auf die Arbeitswelt und Mitbestimmung.
Auszug aus dem Buch
2. Der Einsatz von Informationstechnologien im Unternehmen
In dieser Arbeit steht der Einsatz der o.g. Technologien im Unternehmen im Vordergrund; insbesondere die „Informationssysteme mit Arbeitnehmerbezug“. „Unter Informationssystemen mit Arbeitnehmerbezug [ist] die Möglichkeit technisierter Überwachung, d.h. der Erfassung des Verhaltens und/oder der Leistung der Arbeitnehmer zu verstehen.“ Der Begriff der „technischen Überwachung“ stammt aus der Rechtssprechung des BAG zu § 87 Abs.1 Nr. 6 BetrVG.
Hiernach hat der Betriebsrat also bei der Einführung von technischen Einrichtungen, welche die in § 87 Abs.1 Nr.6 beschriebenen Eigenschaften besitzen, mitzubestimmen (siehe hierzu auch die „informationelle Rosette“, S. 9). Allerdings bedarf der Begriff technische Einrichtungen, unter dem die im Unternehmen eingesetzten Informationssysteme subsumiert werden, noch einer genaueren Klärung, da es eine Vielzahl unterschiedlicher Software und Informationssysteme gibt, die in den Unternehmen verwendet werden. Selbstverständlich zählen auch Maschinen, Automaten, Roboter usw. zu den technischen Einrichtungen; ich beschränke mich hier jedoch auf die IT.
In den 1970er Jahren entstand aus den Stücklistenprozessoren der Mengenplanungsstufe die PPS-Software (PPS = Produktionsplanung und –steuerung). Im angelsächsischen Sprachraum spricht man von MRP II (MRP II=Manufacturing Ressource Planning. Die römische Zwei soll die Differenz zum klassischen Material Requirement ausdrücken, welche der Stufe 2 –der Mengenplanung– entspricht.) In den 1970er Jahren war die PPS-Software zunächst für Mainframes (Großrechner) ausgelegt, während zu Ende 1980er Jahre bereits Softwareprogramme für PCs angeboten wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die technologische Entwicklung und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Mitbestimmung.
II. Informationstechnologie im Unternehmen: Hier werden grundlegende IT-Begriffe definiert und die rechtliche Relevanz informationeller Beteiligungsrechte des Betriebsrates im Kontext von Überwachungssoftware diskutiert.
III. Telearbeit: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Organisationsformen der Telearbeit sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates.
IV. Schlußwort: Ein abschließender Ausblick auf das Potenzial flexibler Arbeitsgestaltung bei gleichzeitigem Bedarf an lückenloser gesetzlicher Regelung und menschengerechter Technik.
Schlüsselwörter
Informationstechnologie, Mitbestimmung, Betriebsrat, BetrVG, Telearbeit, Informationssysteme, technische Überwachung, PPS-System, ERP, Arbeitsgestaltung, Datenverarbeitung, informationelle Rosette, Arbeitnehmerbegriff, Arbeitnehmerdatenschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Arbeitswelt durch Informations- und Kommunikationstechnologien und wie diese Entwicklungen die rechtliche Stellung und Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die Definition von Informationstechnologien, deren Einsatz im Unternehmen, die Rolle von Telearbeit sowie die damit einhergehenden betriebsverfassungsrechtlichen Fragen ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der betrieblichen IT-Nutzung zu geben und darzustellen, welche rechtlichen Auswirkungen dies auf die Beteiligungsrechte nach dem BetrVG hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literatur- und Rechtsanalyse, die auf bestehenden wissenschaftlichen Quellen, juristischen Kommentaren und der aktuellen Rechtsprechung des BAG basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Informationssystemen mit Arbeitnehmerbezug (PPS, ERP) und die Untersuchung der Telearbeit, wobei jeweils die Konsequenzen für den Betriebsrat herausgearbeitet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Informationstechnologie, Mitbestimmung, BetrVG, Telearbeit und technische Überwachung.
Was versteht die Arbeit unter der „informationellen Rosette“?
Es handelt sich um ein von Linnenkohl entwickeltes Modell, das die inhaltliche Verzahnung verschiedener Mitbestimmungs- und Informationsrechte des Betriebsrates visualisiert.
Warum ist laut der Arbeit der klassische Arbeitnehmerbegriff in Gefahr?
Durch den technologischen Fortschritt und zunehmende Flexibilisierung, wie bei der Telearbeit, verschwimmt die persönliche Abhängigkeit vom Arbeitgeber, was den traditionellen Arbeitnehmerbegriff erodieren lässt.
- Quote paper
- Lars Wächter (Author), 2001, Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Unternehmen und deren Auswirkung auf die betriebliche Mitbestimmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2124