Inhaltsverzeichnis:
Seite:
Abbildungsverzeichnis:
1. Einleitung 1
2. Sanfter Tourismus 1
2.1 Ökologische Dimension 3
2.2 Ökonomische Dimension 4
2.3 Soziale Dimension 4
2.4 Fazit - Sanfter Tourismus 5
3. Entwicklung vom sanften zum nachhaltigen Tourismus 5
4. Nachhaltiger Tourismus 6
5. Think globally - act locally 8
6. Verantwortungsträger der nachhaltigen Tourismusentwicklung 10
6.1 Nachfrageseite 10
6.2 Angebotsseite 13
6.2.1 Reiseveranstalter 13
6.2.2 Reisebüros 14
6.2.3 Beherbergungsbetriebe 14
6.2.4 Gemeinden / Kommunen 15
7. Tendenzen und Prognosen 16
8. Fazit 17
Literatur 19
II
Abbildungsverzeichnis:
Seite:
Abbildung 1 : Kontrastliste zum „harten“ bzw. „sanften“ Reisen 2
Abbildung 2 : Kri terien für eine Nachhaltige Entwicklung 8
Abbildung 3 : Globalprinzipien der nachhaltigen Entwicklung 9
Abbildung 4 : Handlungsebenen des sanften Tourismus 10
Abbildung 5 : Zielgruppe der umweltbewussten Urlauber 12
III
1. Einleitung:
Tourismus ist wie Feuer: Man kann seine Suppe damit kochen, man kann aber auch sein Haus damit abbrennen. (chinesische Weisheit) (vgl. STUDIENKREIS 2002 o. S.) Der Inhalt dieser Weisheit wurde den Industriestaaten und deren Bevölkerungen zu Beginn der 80er Jahre allmählich bewusst. So entstand zur genannten Zeit der Bergriff des sanften Tourismus, auf dessen Entstehung, nach Versuch einer allgemeinen Definition, im weiteren Verlauf der Arbeit noch genauer eingegangen werden soll.
MOSE (1998 S.1) beschreibt die Idee des sanften Tourismus als „Schnittstelle von gesellschaftlicher Alltagspraxis und Notwendigkeit zur kritischen Reflexion“ womit er den Gedanken eines anderen Tourismus, d.h. eine Neuorientierung des Reisens und nicht eine prinzipielle Abkehr vom Tourismus ausdrückt. Doch was beinhaltet der Gedanke eines anderen Tourismus? Dieser Begriff stellt eine Alternative zu bisherigen Formen des Fremdenverkehr dar. Beim Reisen soll demnach den ökologischen, ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen der Urlaubsgestaltung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wie der Begriff des „sanften Tourismus“ entstand, seine Entwicklung und der damit verbundene Wertewandel der Bevölkerung sollen im Folgenden thematisiert werden. Die Hausarbeit wird einen Überblick über die Dimensionen geben, die von einer sanften bis hin zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung betroffen sind. Es werden Probleme erläutert, Herausforderungen bearbeitet aber auch resultierende Chancen erwähnt. Diese kurze Einleitung soll vorerst ausreichen, um im weiteren Verlauf der Arbeit genaueres über die Tourismusentwicklung erfahren zu können.
2. Sanfter Tourismus:
Als Ende der 70er Jahre „Hotelklötze in Ferienorten, Autoschlangen auf den Ferienrouten, ausgedehnte Siedlungen mit Wochenendhäuschen, Seilbahnen in unberührter Hochgebirgslandschaft, Umweltverschmutzung [und] Wassergefährdung“ (vgl. ADAC 1988 in: SCHLOEMER 1999 S. 10) das Reisebild Mittel- bis Südeuropas prägten, brachte der Kritiker des Massentourismus J OST KRIPPENDORF (1975) den Begriff „Landschaftsfresser“ in die beginnende Tourismusdiskussion ein. Nur wenige Jahre später nämlich 1980 setzte der Begriff „sanfter Tourismus“ von ROBERT JUNGK einen Meilenstein in der Begriffswelt des Reisens. (vgl. SCHLOEMER 1988 S. 10) Sanftes Reisen sollte als Gegensatz zum vorher überwiegend praktizierten „harten“ Reisen verstanden werden. So sollte JUNGK´ s Kontrastliste über Unterschiede der beiden o. g.
1
Reiseformen aufklären, die bestehenden Probleme allgemein bewusst machen und zu einem Umdenken führen. (vgl. SCHLOEMER 1988 S.11)
Besonders ein Umdenken, sowie implizite Verhaltensänderungen der Touristen waren unbedingt notwendig geworden. Die unkontrollierte Tourismusexpansion bis in die 80er Jahre, die sich z.B. in einer kontinuierlichen Steigerung der Reiseintensitätsrate von 1954-1994 von ca. 25 % auf 78 % erklärt, (vgl. BECKER 1996 S. 15) war nicht nur für eine ökologische Belastung im Alpenhochland oder sämtlicher Küstenstreifen im Mittelmeerraum verantwortlich, sondern ebenso für soziale Probleme. Auch die ökonomische
Fremdbestimmung durch die großen mächtigen Veranstalter, bereitete nicht nur den oben genannten Ballungszentren weitreichende Schäden. Schluss mit ungehemmter Bauwut, Landschaftszerstörung/Zersiedlung und Verlust kultureller Identität der einheimischen Bevölkerung. Eine neue Tourismusideologie begann sich zu entwickeln. (vgl. SCHLOEMER 1999 S.12)
So ist auch zu erklären, dass im Alpenraum die ersten theoretischen Ansätze zum sanften Tourismus entstanden und sich von hier eine Ausdehnung in andere Länder ergab. (vgl. MOSE 1998 S.2) Zunächst überwiegte der theoretische Ansatz von
2
Problembewältigungen (überwiegend ökologischer Art), doch durch Umsetzung von Modellversuchen konnten Zweifel an der Praktikabilität der Ansätze teilweise ausgeräumt werden.
Die theoretischen Ansätze lassen sich in ein Modell fassen, das die oben angesprochenen folgenden Dimensionen anspricht:
1. ökologische Dimension
2. ökonomische Dimension
3. soziale Dimension
Schon bald gründeten sich Gruppen, wie die Arbeitsgemeinschaft „Tourismus mit Einsicht“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Probleme des Massentourismus in diese Teilbereiche, welche durch das Reisen tangiert werden, einzuordnen. (vgl. MOSE 1998 S. 24) Um sich ein Bild über die Vielfalt der Probleme zu schaffen, sollen im Folgenden Belastungen der verschiedenen Dimensionen genannt werden.
2.1 Ökologische Dimension:
Allseits bekannt sind die Folgen für Natur und Umwelt, die durch das Reisen entstehen. Da Tourismus/Fremdenverkehr, schon durch seine Definition bedingt, immer einen Transport von Personen d.h. Mobilität impliziert, stellt die größte Belastung für die Umwelt der Verkehr dar. 95 % des gesamten Energiebedarfs einer Urlaubsreise sollen nach MÜLLER (in: BECKER 1999 S.27) nur für Transporte zum und am Urlaubsort aufgewendet werden. An dieser Stelle seien insbesondere die Flugreisen genannt, die durch den enormen Kerosinverbrauch nicht nur endliche Ressourcen aufzehren, sondern ebenfalls durch CO 2- Ausstoßdie Atmosphäre belasten. Als Beleg sollen folgende Daten LUBERICHS (in: BECKER 1999 S.29 ff) genannt werden: Obwohl nur ~ 10 % der längeren Urlaubsreisen in Zielgebiete außerhalb des europäischen Auslands gehen, werden auf diesen Strecken ~ 50 % des Gesamt-Energieverbrauchs gemessen, der bei diesen Reisen entsteht. 35 % der Reisen, die im Inland verbracht werden, beanspruchen hingegen nur 7 % der Energie, die insgesamt für touristische Transporte verbraucht wird. Auch wenn sich diese Daten auf das Jahr 1994 beziehen, waren die Sorgen , die zu Beginn der 80er kund getan wurden, durchaus berechtigt, insbesondere vor dem Hintergrund der Reiseintensitätsentwicklung zu dieser Zeit. Aber nicht nur das Flugzeug, der PKW (zweitgrößter Energieverbraucher), Busse oder Bahn sind für das entstandene Umweltbewusstsein verantwortlich. Besonders die
naturverdrängenden Hotelkomplexe in spanischen Mittelmeerorten, Wasser- und Strand-
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Martin Klöckner, 2003, Vom sanften Tourismus zur nachhaltigen Tourismusentwicklung - ein Überblick, Munich, GRIN Publishing GmbH
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