Das klassizistische Triest
von: Karoline Ebel
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Der Klassizismus 4
2.1 Triest: Städtebauliche Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert 6
3 Klassizistische Architekten in Triest 9
3.1 Matteo Pertsch 9
3.1.1 Bauten in Triest 9
3.1.1.1 Teatro Verdi 9
3.1.1.2 Palazzo Carciotti 11
3.1.1.3 Casa Pancera 12
3.1.1.4 San Nicolò dei Greci 13
3.1.1.5 La Lanterna 14
3.2 Pietro Nobile 14
3.2.1 Bauten in Triest 15
3.2.1.1 Casa Costanzi 15
3.2.1.2 San Antonio Traumaturgo 16
3.3 Antonio Molari 18
3.3.1 Bauten in Triest 18
3.3.1.1 Borsa Vecchia 18
3.4 Antonio Buttazzoni 19
3.4.1 Bauten in Triest 20
3.4.1.1 Casa Stratti 20
4 Schlußwort 20
5 Glossar 22
6 Bibliographie 25
1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befaßt sich mit der Stadt Triest zur Zeit des Klassizismus. Es wird nur von Klassizismus gesprochen, auch wenn in italienischen Quellen vom neoclassicismo die Rede ist. Im Italienischen wird der Begriff neoclassicismo benutzt, damit es nicht zu Verwechslungen kommt, und ganz deutlich wird, daß die Klassik wieder aufgegriffen wird. Im Deutschen ist der Begriff Neoklassizismus nicht weit verbreitet, daher wird er hier nicht benutzt. In Kapitel 2 bekommt der Leser zunächst einen Einblick in die Epoche des Klassizismus. Hierbei wird besonders auf Entstehung und Hauptmerkmale des Klassizismus eingegangen. In Kapitel 2.1 wird die Rolle Triests behandelt. Hierbei stehen die städtischen Erweiterungen unter Kaiserin Maria Theresia im Vordergrund. Der Leser steigt also gleich in die Geschichte Triests des 18./ 19. Jahrhunderts ein, ein geschichtlicher Hintergrund wird vorausgesetzt. Kapitel 3 ist den vier Hauptvertretern des Klassizismus in Triest, das heißt Matteo Pertsch, Pietro Nobile, Antonio Molari und Antonio Buttazzoni, gewidmet. Am Anfang jedes Unterkapitels finden sich Daten zum Leben der Architekten, die jedoch nicht sehr tiefgründig sind, da nicht sehr viel Informationsmaterial über die Künstler zu finden ist. Was die klassizistischen Bauten dieser Architekten betrifft, so habe ich mich auf die wichtigsten von ihnen beschränkt. So weit es mir möglich war, habe ich zur Veranschaulichung Abbildungen eingefügt. Bei nicht bekannten architektonischen Termini kann das Glossar in Kapitel 5 zu Rate gezogen werden. Zum Schluß möchte ich noch darauf hinweisen, daß die Jahreszahlen verschiedener Quellen nicht immer miteinander übereinstimmten. Ich habe dann das Datum ausgewählt, welches am häufigsten zu finden war.
2 Der Klassizismus
Der Klassizismus schließt sich als europäische Stilrichtung an den Barock und das Rokoko an. Er entwickelte sich in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und umgreift die Epoche von etwa 1750/70 bis etwa 1830/401. Man kann ihn nicht scharf von gleichzeitigen und folgenden Stiltendenzen (Romantik, Historismus) abgrenzen2. Die klassizistische Architektur stellt auf der einen Seite eine Gegenreaktion auf die übersteigerte Formensprache des Barock und des Rokoko dar, und auf der anderen Seite ist der Klassizismus entscheidend von den antiken griechischen und römischen Bauwerken beeinflußt, die man bei den archäologischen Ausgrabungen in Herculaneum (1738) und Pompeji (1748) entdeckte. Der Klassizismus ist dabei ebenso Ausdruck einer Geisteshaltung, die sehr großen Wert – den Idealvorstellungen der antiken Baukunst entsprechend - auf Reinheit und Erhabenheit der Formensprache legt. Die Bauwerke sollten nicht – wie im Rokoko - heitere Sinnenfreude widerspiegeln, sondern auf ernste und würdevolle Weise Ideen darstellen. Doch die Epoche stand nicht nur im Zeichen der Philosophie:
Im 18. Jh. kam das Reisen in Mode – jedenfalls unter den Menschen, die genügend Zeit und die nötigen finanziellen Mittel besaßen. Griechenland, das damals Teil des Osmanischen Reiches war und von Westeuropäern bis dahin nur selten besucht worden war, entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Altertumsforscher und Architekten. Eine bedeutende Rolle spielten dabei auch James Stuart und Nicolas Revett, zwei junge britische Architekten. Sie fertigten während eines dreijährigen Griechenlandaufenthaltes detaillierte Zeichnungen von den antiken Ruinen an, die sie dann später veröffentlichten. Neue Erkenntnisse über die Praktiken der antiken Baumeister erbrachten aber vor allem auch die Schriften3 Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst (1755) und Geschichte der Kunst des Altertums (1764)4 des deutschen Dichters und Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), der unter anderem jene aufsehenerregenden Funde beschrieb, die die Ausgrabungen in Pompeji zu Tage förderten.
All diese Entwicklungen ermöglichten den Architekten im 18. Jh. eine weitaus engere Anlehnung an die antiken Originale als zum Beispiel ihren Vorgängern in der Renaissancezeit5. Winckelmanns Schönheitsideal verkörperte die griechische Kunst, weil sich dort kein „übertriebener Ausdruck“ findet, sich die Beobachtung der Künstler vielmehr “[...] auf die Wirkungen der sich selbst belassenen Natur und auf die Wohlanständigkeit richtet“6. So wurde das ästhetische Ideal der ganzen Epoche durch Winckelmanns „edle Einfalt und stille Größe“ definiert7.
[...]
1 Vgl.: Eva Howarth: DuMonts Schnellkurs >Architektur< von der griechischen Antike bis zur Postmoderne. Köln: DuMont, 1992, S. 173
2 Vgl.: dtv-Lexikon, München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1992, Band 13, S. 327
3 Vgl.: Howarth, S. 173 f.
4 Vgl.: Antje Longhi: Der Klassizismus in DuMont: Kunst: Die Weltgeschichte. Köln: DuMont, 1997, S. 359
5 Vgl.: Howarth, S. 174
6 Vgl.: Longhi, S. 359
7 Vgl.: Longhi, S. 360
Arbeit zitieren:
Diplom-Übersetzerin Karoline Ebel, 2000, Das klassizistische Triest, München, GRIN Verlag GmbH
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