Gliederung
1. Einführung in das Thema
2. Didaktische Grundrisse: Bodo Wessels „Die Werkerziehung“ (1969 )
2.1 Bildungsinhalte der Werkerziehung
2.2. Bildungsinhalte aus dem Bereich der bildenden Kunst
2.3. Bildungsinhalte aus dem Bereich des Handwerks
2.4. Bildungsinhalte aus dem Bereich der Technik
2.5. Bildungsinhalte aus dem Bereich der Umweltgestaltung
3. Ein Überblick über ästhetische Ausdrucksformen vom Kleinkindalter bis zur Pubertät am
Beispiel des plastischen Gestaltens
4. „Universen des Bastelns- Gebastelte Universen“
5. Fazit und Ausblick
6. Verwendete Literatur
7. Weiterführende Literatur
1. Einführung in das Thema
In der folgenden Ausarbeitung möchte ich mich mit den Bildungsinhalten des Werkens von Bodo Wessels (1969) beschäftigen, sowie mit der Entwicklung des Plastischen Gestaltens von Kindern und Jugendlichen, aus einem neueren Artikel der Zeitschrift Kunst + Unterricht. Weiterführend wird noch der „Bastelbegriff“ behandelt, den Gerd Schäfer in seinem Buch „Universen des Bastelns- Gebastelte Universen“ durchleuchtet.
Abschließend folgen ein Fazit, eine Reflexion über die drei Quellen und ein kurzer Ausblick über die Forderungen des Faches Gestaltendes Werken.
2. Didaktische Grundrisse: Bodo Wessels „Die Werkerziehung“ (1969)
Bodo Wessels stellt in seinem Buch „Die Werkerziehung“ das vorhandene Angebot von Fachinhalten der Werkerziehung dar und ordnet es in Arbeitskategorien und Begriffe. Er ist darum bemüht, Tradiertes, Geschichtliches zu objektivieren, Zukunftsweisendes zusammenzustellen, Bewährtes zu erhalten und daraus einen Entwurf für einen fachgerechten Werkunterricht zu erstellen.
Der Begriff „Werkerziehung“ beschreibt im vorliegenden Buch dabei nicht nur das Schulfach „Werken“, sondern vielmehr die pädagogisch- didaktische Sinngebung eines Fachbereichs, wie sie auch mit einer Reihe von Einzelzielen, etwa: „werktätige Erziehung, „technische Elementarerziehung“, „Konsumentenerziehung“ oder „Geschmacksbildung“ umschrieben werden könnte. Sicherlich muss die unterrichtliche Artikulation der „Werkerziehung“ im Werkunterricht erfolgen.
Mit seinem Buch möchte er Lehrern und Studenten der Pädagogik in die Zielsetzungen der Werkerziehung einführen und Stützen sowie Anregungen für eigene Initiative geben. Letzten Endes ist es auch der Gedanke einer unbedingt notwendigen Handreichung für den Unterricht, eine Art Denkmodell des Grundsätzlichen, das ihn dazu veranlasst hat, dieses Buch herauszugeben. Eine Niederschrift von Ergebnissen, die er in praktischen Versuchen, Übungen und Vorlesungen erarbeitet hat.
2.1 Bildungsinhalte der Werkerziehung
In dieser historischen Fachdidaktik werden Bildungsinhalte für die Werkerziehung an allgemein bildenden Schulen gesichtet und geordnet. Insbesondere Fachinhalte, in und an denen sich elementare Ordnungspotenzen von Kunst, Handwerk, Technik und Umweltgestaltung für ein ganzes Bereichssegment repräsentieren. Das heißt, Begrifflichkeiten (Bildende Kunst, Handwerk, Technik und Umweltgestaltung) bezeichnen Bereiche von Kulturgütern, in und zwischen denen das spezifisch Bildende der Werkerziehung enthalten ist.
Im Folgenden möchte ich diese verschiedenen Begrifflichkeiten bzw. Bildungsinhalte näher beschreiben.
2.2 Bildungsinhalte aus dem Bereich der bildenden Kunst:
Die Aufgabe der Kunsterziehung bezogen auf den Werkunterricht, lässt sich in folgende Synthese zusammenfassen: Kunstunterricht pflegt und verfeinert die psychischen Orientierungs- und Ordnungskräfte, indem thematisiert wird, wie in der künstlerischen Tätigkeit beispielhaft optimale Ordnungszusammenhänge hergestellt werden können. Bedacht
werden sollte, dass im Unterricht immer möglichst elementare und exemplarische Inhalte bearbeitet werden.
Als Bereich künstlerischer Tätigkeit, mit denen die Kunsterziehung korrespondiert, gelten: Grafik, Malerei, Plastik und Architektur.
Das Fach der Werkerziehung ist im Gegensatz dazu mit der Technik verknüpft und schließt somit die Lücke in der Schulbildung als Fach für technische Elementarbildung. Die bildende Kunst wird als Urphänomen der Menschen betrachtet. Die Werkerziehung sieht ihre Aufgabe darin, das Gestaltempfinden insbesondere für „Körperhaft- Räumliches“ im reinen Bereich des Ästhetischen zweckfrei zu entwickeln und zu pflegen. Die Sensibilität für Plastisches systematisch zu entwickeln und zu pflegen ist Aufgabe der Kunsterziehung. Für einen Bereich der Werkerziehung leistet sie damit Bildungshilfe: Dieser Bereich beginnt überall dort, wo der Mensch mit Gegenständen in körperliche Berührung kommt.
Im praktischen Tun sowohl in der Kunst- als auch in der Werkerziehung geht es um „Plastisches“.
Wessels gliedert dabei die Elemente des Plastischen in zwei Gruppen:
- Optimalgestalten
- Vorgestalten
Optimalgestalten entsprechen hierbei bestimmten geometrischen Körpern wie Kugel, Würfel, Quader, Walzen, in Sonderstellung noch Kegel und Pyramiden. Die geometrischen Körper haben dadurch eine spezifische Bedeutung für die Werkerziehung, da sie zugleich die Elemente technisch- maschineller Formen sind (Maschinenteile etc.) Vorgestalten füllen das Zwischenreich innerhalb der Ausdrucksextreme „Volumen“ und „Hohlraum“. Ihre Bedeutung für die Gestaltung unserer täglichen Umwelt wird durch die Worte „Sitz“ und „Griff“ deutlich. (vgl, B. Wessels, 1969, S.79) Das „virtuelle Volumen“ nimmt eine Sonderstellung in Plastik und Architektur ein. Ihm entsprechen die Schlüsselworte „Schale“, „Skelett“ und „Gehäuse“. Die Oberfläche ist ein Elementarbestandteil aller Materie. Stichwörter hierzu sind Collage und Textur.
Nach Wessels besteht die Pflicht des Lehrers dann darin, diese „Elemente“ das „Elementare“ exemplarisch zu erschließen durch Aufgaben, die exakt den Elementen der Sache und der Bildungssituation der Schüler angepasst sind. Exemplarische Aufgabenbereiche wären dann hierfür:
- Geometrische Körper: Zweckfreies Ordnen, Gruppieren und Bauen mit Elementen aus verschiedenem Material
- Volumen und Hohlraum: Tastform,. Modellierte und perforierte Plastik
- Virtuelles Volumen: Transparente und kinetische Plastik aus Papier, flächen- oder schalenhaft.
- Oberfläche: Collagen und Tasthakeln aus markanten Strukturen, Texturen und Frakturen
2.3 Bildungsinhalte aus dem Bereich des Handwerks
Das Handwerk ist ein in Jahrtausenden gewachsener und geordneter Sinnbezirk menschlicher „Umgangs“- Formen mit Werkzeug und Material, dessen Grundprinzipien hohe pädagogische sowie didaktische Qualitäten haben.
Zu den Grundsubstanzen des Handwerks gehören: Geschicklichkeit, unbedingte Zuverlässigkeit, Sauberkeit, Genauigkeit und Geduld, sowie Kenntnis über Bewegungsformen mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen.
Das Handwerkliche lässt sich in drei Kategorien gliedern:
1. Werkweisen
2. Werkzeuge
3. Werkstoffe
Diese Kategorien lassen sich allerdings nur theoretisch trennen, sie verbinden sich im Arbeitsprozess.
Im Werkunterricht müssen sie nicht zwingend in einer bestimmten Reihenfolge bearbeitet werden, doch es wird durchweg etwa folgendes Schema praktiziert, das der „Entwicklungsgemäßheit“ der Schüler entgegenkommt.
1. + 2. Schuljahr: Plastizieren, Falten, schneiden und Kleben von Papier
3. -6. Schuljahr: „Leichte Holzarbeiten“, schnitzen, sägen, hämmern
7. -9. Schuljahr: Raspeln und feilen, Ausstemmen mit Hohl- und Stecheisen, Treibarbeiten mit Metall
Die Werkweisen bzw. Arbeitsverfahren lassen sich dann in folgende Begrifflichkeiten unterteilen:
Bodo Wessels gibt an dieser Stelle noch zu bedenken, dass ein Schüler kaum weiter als bis zum „Aha“- Stadium des Gelingens kommen wird, da wahre Fertigkeiten Endresultate jahrelanger Übung sind, bei der es Starre und Gewohnheit zu vermeiden gilt. Handwerk ist für die Werkerziehung also nicht Endziel, sondern vielmehr ein elementares Durchgangsstadium, so dass Handwerk und Werkerziehung keinesfalls gleichzusetzen sind. Werkerziehung beginnt in vorhandwerklichen Stadien, in denen „Hantieren“ und „Basteln“ die Schlagwörter sind.
Im Vordergrund steht die Vermittlung einer gewissen Sensibilität und Sachkundigkeit, die praktische Erfahrung, die die Kinder zu geistigen Erkenntnissen führen soll.
2.4 Bildungsinhalte aus dem Bereich der Technik
Die beste Möglichkeit im Werkunterricht die Elemente des Technischen zu begreifen ist das spielerisch - improvisierende Erkunden statischer, kinetischer sowie elektrotechnischer
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Natalie Gerlach, 2002, Bildungsinhalte des Werkens (nach Bodo Wessels) und die Entwicklung des plastischen Gestaltens bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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