Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Eßstörungen der
Adoleszenz“. Zunächst gilt es den Zusammenhang zwischen Eßstörungen und
Adoleszenz zu erörtern. Im weiteren Verlauf werden die beiden Eßstörungen
Bulimie und Magersucht jeweils einzeln thematisiert.
Der Untersuchung der Bulimie geht eine allgemein anerkannte Definition des
Krankheitsbildes voraus. Anschließend wird ein historischer Überblick über die
Bulimie gegeben, die Verbreitung dieser Eßstörung wird thematisiert und das
Symptomverhalten wird anschaulich beschrieben, bevor mögliche Folgen dieser
Krankheit aufgezählt werden. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt in dem
Aufzeigen der vielfältigen Entstehungsursachen. Schließlich geht es um
Präventionsmaßnahmen und unterschiedliche Therapieansätze.
Die Untersuchung zur Magersucht gibt erst einen allgemeinen Überblick zu
diesem Thema. Hierbei wird der historische Verlauf sowie eine Definition der
Krankheit gegeben. Danach erfolgen Angaben über die Verbreitung und die
Entstehungsursachen. Dabei werden die Persönlichkeitsentwicklung, die
Pubertät/Adoleszenz, kulturellen und zivilisatorische Ursachen, die Identität und
die biologische Ursachen näher betrachtet. Anschließend werden Symptomatik
und Therapieansätze thematisiert. Zum Schluß wird eine Prognose über die
Heilungsaussichten gegeben.
Die Hausarbeit stützt sich hauptsächlich auf die Werke von Bockemühl,
Gerlinghoff, Karren, Stahr u.a. und Tarr-Krüger, aber auch das Buch von Blanck
war sehr hilfreich.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Zusammenhang zwischen Eßstörungen und Adoleszenz
4. Definition von Bulimie
4.1 Geschichte der Bulimie
4.2 Verbreitung der Bulimie
4.3 Symptomverhalten
4.4 Folgen der Bulimie
4.5 Ursachen der Bulimie
4.5.1 Soziokulturelle Ursachen
4.5.2 Neuere soziokulturelle und gesellschaftliche Ansätze
4.5.2.1 Der feministische Ansatz
4.5.2.2 Der kulturtheoretische Ansatz
4.5.3 Die Mutter-Kind-Beziehung als Ursache
4.5.4 Familiäre Ursachen
4.5.5 Individuelle Ursachen
4.5.6 Verunsicherung der Identität - eine weitere Ursache der Bulimie
4.6 Frühe Identifikation und Prävention von Bulimie
4.7 Verschiedene Therapieansätze
5. Allgemeines zur Magersucht
5.1. Verbreitung
5.2 Entstehungsursachen
5.2.1 Persönlichkeitsentwicklung
5.2.2 Ursachen in der Phase der Pubertät / Adoleszenz
5.2.3 Ursachen in der Suche nach Identität
5.2.4 Kulturelle und zivilisatorische Ursachen
5.2.5 Biologische Entstehungsursachen
5.3 Symptomatik
5.3.1 Körperliche Veränderungen
5.3.2 Psychische Veränderungen
5.3.3 Körperschema
5.3.4 Eßverhalten
5.3.5 Gewicht
5.4 Therapie
5.4.1 Feministischer Ansatz
5.4.2 Feministische Therapie
5.5 Heilungsaussichten
6. Gegenüberstellung von Bulimie und Magersucht
7. Schlußwort
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Eßstörungen und der Lebensphase der Adoleszenz, mit einem besonderen Fokus auf die psychologischen, familiären und soziokulturellen Hintergründe von Bulimie und Magersucht.
- Psychologische und soziale Ursachen von Essstörungen bei jungen Frauen.
- Die Rolle von Identitätsbildung und Schönheitsidealen in modernen Gesellschaften.
- Vergleichende Analyse der Symptomatik und Therapieansätze von Bulimie und Anorexia nervosa.
- Ansätze zur frühen Identifikation und Prävention.
Auszug aus dem Buch
4.3 Symtomverhalten
Bei der Bulimie handelt es sich wie bereits erwähnt meist um eine psychische Störung, die in der Literatur als Versuch dargestellt wird, „die Nahrungszufuhr und damit die Körpergestalt zu manipulieren, um innere Konflikte, Schwierigkeiten und Streß zu bewältigen” (Stahr 1995, S. 35). Die Betroffenen sind alle krankhaft um ihre Figur und ihr Körpergewicht besorgt und verspüren zugleich den Drang viel zu essen. „Die Symptomatik beginnt typischer Weise mit Versuchen abzunehmen, als zweites Symptom kommen Eßanfälle hinzu, und oft gleichzeitig oder wenig später beginnen die Frauen sich zu übergeben” (Habermas 1990, S. 16). Die Betroffenen versuchen strenge Diäten durchzuführen, indem sie ihr Essen in unterschiedlicher Weise unter Kontrolle halten. Eine mögliche Art ist, den Kalorienverbrauch streng zu begrenzen und bezüglich der Art der Nahrung, die eingenommen werden darf, strenge Regeln einzuhalten (meist wird kohlenhydratarme und fettarme Nahrung gewählt). Für unterschiedlich lange Zeitperioden (von einigen Stunden bis zu einer Woche oder länger) wird diese Kontrolle erfolgreich ausgeübt, doch dann geht die Kontrolle verloren und die Bulimikerinnen beginnen mit dem übermäßigen Essen. Die Ursachen für diesen Kontrollverlust sind vielfältiger Natur. Sie reichen von dem Aufgeben der selbst auferlegten Diätregeln über Streß, Depressionen, Angst bis hin zu Einsamkeit oder Langeweile. (vgl. Fichter 1990, S. 31; Habermas 1990, S. 17-18)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einführende Übersicht über die verschiedenen Formen von Essstörungen und deren Einordnung als psychische Krankheiten, die häufig im Jugendalter auftreten.
2. Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Adoleszenz und Essstörungen zu untersuchen sowie Bulimie und Magersucht detailliert darzustellen.
3. Zusammenhang zwischen Eßstörungen und Adoleszenz: Erörterung, warum die Frühadoleszenz für Mädchen aufgrund körperlicher und sozialer Veränderungen eine sensible Phase für Essstörungen darstellt.
4. Definition von Bulimie: Klinische Einordnung der Bulimia nervosa sowie eine historische Einordnung und Analyse der Verbreitung.
5. Allgemeines zur Magersucht: Darstellung des Störungsbildes der Anorexia nervosa, inklusive ihrer Geschichte, Verbreitung und familiären Zusammenhänge.
6. Gegenüberstellung von Bulimie und Magersucht: Abgrenzung der beiden Krankheitsbilder anhand von Gewicht, Symptomatik und psychischem Erleben.
7. Schlußwort: Fazit zur Relevanz des gesellschaftlichen Schlankheitswahns als treibende Kraft hinter dem Anstieg dieser Störungen.
Schlüsselwörter
Eßstörungen, Bulimie, Magersucht, Adoleszenz, Pubertät, Körperideal, Identitätsbildung, Diätverhalten, Symptomatik, Prävention, Psychische Störungen, Essanfälle, Anorexia nervosa, Feministische Therapie, Rollenbilder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die psychologischen und sozialen Hintergründe von Essstörungen, spezifisch Bulimie und Magersucht, während der Lebensphase der Adoleszenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der gesellschaftliche Schlankheitswahn, die Identitätsentwicklung von Mädchen und Frauen, familiäre Interaktionsmuster sowie verschiedene therapeutische Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Adoleszenz und dem Auftreten von Essstörungen zu verdeutlichen und die komplexen Ursachengefüge sowie die klinische Symptomatik der beiden Krankheitsbilder aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, die verschiedene psychologische, soziologische und feministische Erklärungsansätze integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Bulimie (Definition, Ursachen, Folgen) und der Magersucht (Symptomatik, Entstehungsursachen) sowie eine abschließende Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Essstörungen, Identitätsbildung, Schönheitsideal, Adoleszenz und Psychologie charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der feministische Ansatz bei der Therapie?
Dieser Ansatz betrachtet Essstörungen als Folge gesellschaftlicher Rollenkonflikte und zielt darauf ab, das Selbstwertgefühl der Frau zu stärken, anstatt lediglich eine Symptomkontrolle durchzuführen.
Warum wird Bulimie oft als moderne Frauenkrankheit bezeichnet?
Da ca. 95% der Betroffenen junge Frauen sind und die Entstehung eng mit den Anforderungen an den weiblichen Körper in der westlichen Industriegesellschaft verknüpft ist.
- Arbeit zitieren
- Corina Lonitz (Autor:in), 2000, Eßstörungen der Adoleszenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21385