I. Immigration in der Zeit von 1846 bis 1918
1.) Saisonarbeiter:
Eine Gruppe bildeten die Saisonarbeiter, welche besonders in der Landwirtschaft in Preußen eingesetzt wurden. Sie stammten aus den russischen und österreichischen Teilen Polens. Sie erledigten Arbeiten, für welche nicht ausreichend deutsche Arbeiter gefunden werden konnten. Außerdem war durch neue Anbaumethoden wie die Fruchtwechselmethode ein saisonbedingter Mehrarbeitsbedarf entstanden, der durch Saisonkräfte besser und billiger abgedeckt werden konnte, als durch ganzjährig arbeitende Kräfte.
Es entstand ein Konflikt zwischen der (Land-) Wirtschaft, welche die Arbeiter benötigte, und der Politik, welche Angst vor Fremdprägung und Landesverlusten hatte. Dies führte zu ersten Regelungen der Zuwanderung der Saisonarbeiter, welche die Vorlage für spätere Regelungen des 20. Jahrhunderts sein würde. Karenzzeit: Dies bedeutet, dass die Saisonarbeiter für die Zeit vom 20.12 bis zum
Legitimationszwang: Die Saisonarbeiter benötigten eine Bescheinigung von ihrem
Es kam in der Folgezeit zu Anwerbungen in den polnischen Gebieten, welche durchaus mit den Anwerbeverträgen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts vergleichbar sind.
2.) Englische Entwicklungshelfer und Bildungsimmigranten aus anderen Ländern: England hatte was die Industrialisierung angeht einen Vorsprung vor den anderen europäischen Ländern. Trotz Verbot von der englischen Herrschaft gab es Menschen, die diese Techniken in andere Länder brachten und dort dann sozusagen Entwicklungshilfe leisteten, wenn auch nicht ohne Eigennutz. Auch in Deutschland halfen englische Fachkräfte und Ingenieure die wirtschaftlichen Betriebe zu Modernisieren.
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Aus anderen noch weniger entwickelten Ländern hingegen kamen Menschen, um hier zu lernen und das gelernte Wissen dann wiederum in ihre Heimat zu tragen.
3.) Die sogenannten Ruhrpolen:
Die deutsche Industrie entwickelte sich schnell, besonders in den Gebieten Sachsens und im Ruhrgebiet. Dies zog einen Mehrbedarf an Arbeitskräften nach sich, der durch den lokalen Arbeitskräftemarkt nicht mehr gedeckt werden konnte. Im Ruhrgebiet löste man dieses Problem, indem man Arbeitskräfte aus den preußischen Gebieten Polens anwarb. 1900 gab es 127 000 von ihnen 1910 schon 274 000
Die polnische Kultur wurde mit dem Ziel der Germanisierung unterdrückt. Zunächst kamen nur die Arbeiter, jedoch kam es bald zu Familiennachzügen und zur festen Siedelung der Immigranten. Diese Erfahrung wird in Deutschland ein halbes Jahrhundert später noch einmal gemacht werden.
4.) Einige Zahlen für diese Zeit:
Nach der Gründung des II. deutschen Kaiserreichs nach 1871 konnte man folgende Zahlen für ausländische Bewohner innerhalb der Grenzen des Reichs feststellen. Diese Zahlen dürften allerdings niedriger liegen als die tatsächliche Anzahl. 1871 207 000 Bewohner fremder Staatsangehörigkeit 1890 433 000 1900 779 000 1910 1200 000
Diese Zahlen zeigen deutlich eine Zunahme der Immigration. Dies lag hauptsächlich an der zunehmenden Industrialisierung mit einem hohen Arbeitsbedarf. So wanderten Menschen aus den ärmeren Ostgebieten wie Polen oder aber auch aus Italien ein, um hier zu arbeiten.
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II. Immigration in der Zeit von 1919 bis 1950
1.) Zuwanderung Deutschstämmiger:
Nach dem 1. Weltkrieg hatten sich die Grenzen Deutschlands einmal mehr verändert. Aus den abgetretenen Gebieten zogen nun deutschstämmige Personen ein. Die Anzahl dieser betrug ungefähr 779 000 Personen. 2.) Ausländische Arbeitnehmer und neue Regelungen:
Auch in der Zeit zwischen den Weltkriegen gab es ausländische Arbeitnehmer in Deutschland. Da diese jedoch den Arbeitsmarkt für die deutschen Arbeiter durch Dumpinglöhne erschwerten, übten die Arbeiterverbände Druck auf die Regierung der Weimarer Republik aus.. Daraufhin kommt es zu weiteren Reglementierungen gegenüber ausländischen Arbeitnehmern.
1. es dürfen nur ausländische Arbeitnehmer eingestellt werden, wenn keine deutschen Arbeitnehmer zur Verfügung stehen.
2. es gelten die selben Tarifbestimmungen für deutsche und ausländische Arbeitnehmer. 3. die Ausweisung ausländischer Arbeitnehmer wird reglementiert 4. der Befreiungsschein als unbefristete Arbeitserlaubnis wird eingeführt 5. die Entscheidungsbefugnis über die Anwerbung ausländischer Arbeiter wurde zentralisiert Diese Regelungen erinnern teilweise auch an die Regelungen, wie sie in heutigen Gesetzen zur Ausländerfrage zu finden sind. 3.) Die Vorkriegs- und Kriegszeit:
In der Vorkriegszeit werden vermehrt Arbeiter aus anderen Ländern angeworben, um in der deutschen Industrie, welche durch die Aufrüstung aufblüht, einen Arbeitskräftemängel auszugleichen. Während des Krieges kommt es dann zur Zwangsarbeit von Ausländern aus den besetzten Gebieten in den deutschen Industrien. 1939 werden 300 000 ausländische Arbeiter gezählt 1940 sind es bereits 1 150 000 und 1944 sind es 7 130 000.
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4.) Die unmittelbare Nachkriegszeit:
Wie nach dem 1. Weltkrieg kommt es zur Vertreibung von Deutschen aus den abgetretenen Gebieten. Die Vertriebenen kommen nach Deutschland. Außerdem kommt es zu einem lange anhaltenden Zustrom von Kriegsgefangenen. III. Immigration in der Zeit von 1950 bis 1990
Ich setze für diesen Zeitraum die BRD mit den alten Bundesländern als Betrachtungsraum an. Die Zuwanderung aus den östlichen Teilen Deutschlands wird von der Binnen- zur Außenwanderung. 1.) Die Übersiedler aus der DDR:
In der Zeit von 1950 bis 1961 ist eine große Zuwanderung aus der DDR zu beobachten. Besonders hoch sind die Zuwanderungszahlen in den Jahren 1953, Jahr der Niederschlagung des Volksaufstandes, und 1956, Niederschlagung des Aufstands in Ungarn. Dies lässt einen Zusammenhang zwischen der Wanderung und dem politischen Klima erkennen. Insgesamt sind in dieser Zeit 3,6 Millionen Menschen von der DDR in die BRD übergesiedelt. Erst 1961 mit dem Bau der Mauer und der Abdichtung der Grenzen gehen die Zahlen zurück. Die Zahlen schwanken nun zwischen 13 000 und 47 000 pro Jahr. Ab 1989 waren dann wieder erhöhte Zahlen zu bemerken. 1989 kamen 390 000 Menschen von Ost nach West.
Ab dem 03.10.1990 wurde aus der Außenwanderung wieder eine Binnenwanderung, denn die Wiedervereinigung war nun vollbracht. 2.) Die Aussiedler:
Bei den Aussiedlern kann eine ähnliche Entwicklung festgestellt werden wie bei den Übersiedlern. Ihre Anzahl lag 1957 bei über 100 000, 1961 bis 1989 bei um die 50 000 pro Jahr und 1989 schon bei 380 000. Es gibt verschiedene Gruppen Aussiedler, jedoch wird diese Unterschiedlichkeit in den Statistiken nicht erfasst. Die Unterschiede liegen einmal in der Zeit, welche ihre Aussiedelung aus deutschen Gebieten zurückliegt, in der Art und Weise
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Arbeit zitieren:
Simon Finus, 2003, Immigrationsgeschichte in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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