Diese Arbeit erörtert die Notwendigkeit des Einsatzes von Marketingstrategien für staatliche Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland.
Familienfreundlichkeit von Hochschulen und die damit einhergehende Vereinbarkeit von Studium und Kind können im Wettbewerb der Hochschulen als Marketinginstrument zur Anwerbung Studierender mit Kind eingesetzt und zur Unique Selling Proposition (USP) der Hochschule werden.
Nachdem einige theoretischen Grundzüge des Hochschulmarketings und den Begrifflichkeiten des modernen Internets erörtert werden, erhält man einen Einblick auf die spezielle Lebenssituation der Zielgruppe „Studierende mit Kind“. Da das Internet die meist genutzte Informationsquelle in Deutschland ist, wird im Anschluss die aktuelle Web-Kommunikation von Hochschulen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Studium und Kind untersucht. Eine Analyse ausgewählter Hochschulwebsites in Bezug auf neun verschiedene Kriterien zur Aufarbeitung und Darstellung von relevanten Informationen für studentische Eltern wird aufzeigen, inwiefern Hochschulen dieses Thema im Wettbewerb um Studierende einsetzen. Aus den sich daraus ergebenden Stärken und Schwächen der untersuchten Websites werden im Anschluss Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Web-Kommunikation staatlicher Hochschulen in der Bundesrepublik ausgesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1 Vereinbarkeit von Studium und Kind als Teil des Hochschulmarketings
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Abgrenzung der Themenstellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Marketing im Hochschulbereich
2.1.1 Definition und Eingrenzung des Begriffs Hochschule
2.1.2 Ableitung und Definition des Begriffs Hochschulmarketing
2.1.3 Instrumente des Hochschulmarketings
2.2 Die Hochschulwebsite als Marketinginstrument
2.2.1 Definition des Begriffs Website
2.2.2 Bedeutung der Website im Hochschulmarketing
2.3 Die Zielgruppe: Studierende mit Kind
3 Untersuchung der Web-Kommunikation von Hochschulen
3.1 Auswahl der Hochschulen
3.2 Kriterien für die Untersuchung
4 Ergebnisse der Website-Untersuchung
4.1 Angebotsspektrum
4.2 Auffindbarkeit des Angebots
4.3 Bündelung der Informationen
4.4 Qualität der Informationsaufbereitung
4.5 Aktualität der Informationen
4.6 Verantwortlichkeit
4.7 Zielgruppe
4.8 Kommunikationsstrategie
4.9 Information vs. Marketing
4.10 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
5 Empfehlungen für zielgruppengerechte Web-Kommunikation
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie staatliche Hochschulen in Deutschland das Thema „Vereinbarkeit von Studium und Kind“ als Marketinginstrument zur Positionierung im Wettbewerb und zur Gewinnung von Studierenden auf ihren Websites kommunizieren.
- Relevanz von Marketingstrategien für staatliche Hochschulen
- Analyse der Web-Kommunikation in Bezug auf die Zielgruppe „Studierende mit Kind“
- Untersuchung des Status Quo anhand von 24 ausgewählten Hochschulwebsites
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für eine zielgruppengerechte Web-Kommunikation
Auszug aus dem Buch
Die Botschaft
Zunächst einmal muss sich die Hochschule darüber im Klaren sein, was genau sie dem Betrachter ihrer Website vermitteln will. Zentraler Punkt bei der Web-Kommunikation eines Unternehmens, das sich und seine Produkte vom Wettbewerb abgrenzen will, sollte die „Nutzenargumentation“ (Kilian & Langer 2010, S. 38) sein. Das bedeutet es muss die Sicht der Zielgruppe im Mittelpunkt stehen und aus dieser Sicht argumentiert werden. Der Consumer Benefit ist die zentrale Botschaft. Wenn sich eine Hochschule profilieren und gezielt Studierende mit Kind gewinnen möchte, dann sollte die gesamte Kommunikation darauf hinauslaufen, welche Vorteile ihnen ein Studium an genau dieser Hochschule bringt. So wie das wichtigste Verkaufsargument privater Hochschulen die Vereinbarkeit von Studium und Beruf ist, könnten staatliche Hochschulen also bspw. die Vereinbarkeit von Studium und Kind publizieren.
Dabei ist der Unterschied zwischen der „Nutzenargumentation“ und der bisher üblichen Kommunikationsweise dieses Themas, dass der Nutzen für die Zielgruppe bisher eher indirekt übermittelt wird, indem möglichst viele Informationen zur Verfügung gestellt werden, welche in erster Linie deskriptiver Natur sind. Dies führt dazu, dass die Vereinbarkeit von Studium und Kind im Allgemeinen als Problem wahrgenommen wird, das gelöst werden will. Die Hochschulen präsentieren sich dabei selbst als Helfer in dieser problematischen Situation. Aber kann man da wirklich eine Mutter oder einen Vater davon überzeugen, nochmal ein Studium zu beginnen?
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vereinbarkeit von Studium und Kind als Teil des Hochschulmarketings: Einführung in die demografische Problematik und die Notwendigkeit für Hochschulen, sich familienfreundlich zu positionieren.
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konzepte Hochschulmarketing, der Bedeutung von Websites als Marketinginstrumente sowie der Lebenssituation studierender Eltern.
3 Untersuchung der Web-Kommunikation von Hochschulen: Darlegung der Auswahl der untersuchten Hochschulen und der Kriterien für die methodische Website-Analyse.
4 Ergebnisse der Website-Untersuchung: Präsentation der empirischen Befunde zu Angeboten, Auffindbarkeit und Qualität der Informationsdarstellung auf den Webseiten.
5 Empfehlungen für zielgruppengerechte Web-Kommunikation: Ableitung konkreter Strategien zur Optimierung der Kommunikation hinsichtlich Botschaft, Zielgruppenansprache und technischer Gestaltung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer strategischen Anpassung der Hochschulkommunikation.
Schlüsselwörter
Hochschulmarketing, Web-Kommunikation, Vereinbarkeit von Studium und Kind, Familienfreundlichkeit, Studierende mit Kind, Website-Analyse, Zielgruppenorientierung, Marketinginstrumente, staatliche Hochschulen, Bologna-Prozess, demografischer Wandel, Hochschulmanagement, Informationsaufbereitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie deutsche staatliche Hochschulen das Thema „Vereinbarkeit von Studium und Kind“ auf ihren Websites aufbereiten und als Marketingargument nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Hochschulmarketing, den Besonderheiten der Web-Kommunikation im Bildungssektor und der spezifischen Lebenssituation von Studierenden mit Kind.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen Web-Kommunikation deutscher Hochschulen zu diesem Thema sowie die Ableitung von Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Ansprache.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Website-Analyse von 24 ausgewählten Hochschulwebsites basierend auf neun vordefinierten Kriterien durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Hochschulmarketings, die Analyse der Web-Kommunikation (Methodik und Ergebnisse) sowie die darauf aufbauenden Empfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hochschulmarketing, Vereinbarkeit von Studium und Kind, Familienfreundlichkeit und Web-Kommunikation.
Warum spielt die Auffindbarkeit auf der Website eine so große Rolle?
Die Analyse zeigt, dass relevante Informationen oft zu stark versteckt sind, was dazu führt, dass die Zielgruppe die Angebote nicht wahrnimmt oder die Orientierung verliert.
Welche besondere Bedeutung hat das „Best-Practice-Programm“ für die Untersuchung?
Die Untersuchung der Mitglieder des „Best-Practice-Club Familie in der Hochschule“ dient als Vergleichsgruppe, um zu prüfen, ob zertifizierte Familienfreundlichkeit auch in der Web-Kommunikation deutlich erkennbar ist.
- Quote paper
- Luisa Todisco (Author), 2012, Vereinbarkeit von Studium und Kind als Teil des Hochschulmarketings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214188