Dem global society model nach schaffen Wissenschaft, Technik, und Wirtschaft eine neue
Welt mit weniger Macht für den Staat und mehr Einfluss für globale Institutionen. 1 Es soll
hier keine theoretische Diskussion eröffnet werden. Lediglich soll es den grundlegenden
Wandel beschreiben, der in einer globalisierten Welt Organisationen wie die
Welthandelsorganisation (WTO) oder Greenpeace geschaffen hat. Die interessante Frage
im Rahmen dieser Hausarbeit ist, welche Weltangelegenheiten Global Governance, also
global agierende Institutionen und Organisationen, regeln wollen. Des Weiteren ist es
interessant zu analysieren, welche Strukturen sich bilden und welche Prinzipien sich
durchsetzten, wenn globale Probleme oder Koordinationsdefizite von Global Governance
gelöst werden. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Rolle des Wissens zu
untersuchen. Zuvor jedoch soll eine Antwort auf die Frage nach der Legitimität der Global
Governance gefunden werden, da die klassischen Legitimationsmechanismen sich nicht
auf globaler Ebene anwenden lassen. Die Untersuchung der Aufgaben und der Legitimität
der Global Governance kann hier nur ansatzweise diskutiert werden. Dafür dienen in dieser
Arbeit beispielhaft die WTO und Greenpeace.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.1. Vom GATT-Abkommen zur WTO
1.2. Die Organe der WTO und ihre Funktionen
1.3. Legitimation der WTO
1.4. Aufgaben der WTO
2.1. Legitimation einer transnationalen Organisation Greenpeace
2.2. Aufgaben einer transnationalen Organisation Greenpeace
3. Global Governance in einer komplexen Welt
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Wandel der Weltordnung durch Global Governance-Strukturen und analysiert dabei beispielhaft an der Welthandelsorganisation (WTO) und Greenpeace, welche Aufgaben diese Institutionen übernehmen und wie deren Legitimität in einer globalisierten Welt ohne klassische staatliche Legitimationsmechanismen begründet werden kann.
- Strukturanalyse von Global Governance Organisationen
- Legitimationsmodelle jenseits klassischer Demokratiekonzepte
- Die Rolle von Expertenwissen und Wissensmanagement
- Vergleich zwischen intergouvernementalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren
- Strategien zur Bewältigung globaler Koordinationsdefizite
Auszug aus dem Buch
1.1. Vom GATT-Abkommen zur WTO
Der WTO vorangegangen war das GATT (General Agreement on Trade and Tarifs), das 1947 verhandelt wurde und seit dem 1. Januar 1948 für zunächst 23 Staaten in Kraft trat. Ausschlaggebend dafür war ein Entwurf des Wirtschafts- und Sozialrates der UN (ECOSOC), der die Idee einer internationalen Handelsorganisation (ITO) und eines internationalen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) hatte, welches in die ITO integriert sein sollte. Aus der Erfahrung der Wirtschaftskrise nach dem Börsenkrach 1929 hatte man die teufelskreisartige Wirkung protektionistischer Maßnahmen der Staaten erfahren. Aus diesem Grund war das Ziel des GATT-Abkommens der Abbau tarifärer und nichttarifärer Handelshemmnisse. Eine Gründung der ITO kam jedoch nicht zustande. So blieb es bei einem permanenten Provisorium des GATT als multilaterales Abkommen, das mit der Gründung der WTO 1995 und dem Übergang in eine internationale Institution formell beendet wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Global Governance und Zielsetzung der Analyse von WTO und Greenpeace.
1.1. Vom GATT-Abkommen zur WTO: Historischer Abriss der Entstehung der Welthandelsorganisation aus dem GATT-Abkommen heraus.
1.2. Die Organe der WTO und ihre Funktionen: Darstellung der strukturellen Organisation und der internen Entscheidungsprozesse der WTO.
1.3. Legitimation der WTO: Kritische Auseinandersetzung mit den Legitimationsgrundlagen der WTO im Kontext fehlender klassischer demokratischer Mechanismen.
1.4. Aufgaben der WTO: Erläuterung der ordnungspolitischen Funktionen und der Rolle der WTO als supranationaler Akteur.
2.1. Legitimation einer transnationalen Organisation Greenpeace: Untersuchung der nicht-demokratischen Legitimationsquellen von Greenpeace als Nichtregierungsorganisation.
2.2. Aufgaben einer transnationalen Organisation Greenpeace: Analyse der Rolle von Greenpeace als "transnational pressure group" und deren Wissensmanagement.
3. Global Governance in einer komplexen Welt: Synthese der Erkenntnisse über Prinzipien wie Reziprozität und Vertrauen im globalen Steuerungsgefüge.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Komplexität von Global Governance und der Bedeutung der Akteure an Schnittstellen verschiedener Teilsysteme.
Schlüsselwörter
Global Governance, WTO, Greenpeace, Legitimation, Globalisierung, GATT, Wissensmanagement, Transnationale Organisationen, Demokratisches Defizit, NGO, Welthandel, Reziprozität, Systemtheorie, Kontextsteuerung, Internationale Organisationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Strukturen und der Legitimität von Organisationen im Bereich der Global Governance am Beispiel der WTO und Greenpeace.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Legitimation von nicht-staatlichen und supranationalen Akteuren sowie deren Aufgaben bei der Bewältigung globaler Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, welche Weltangelegenheiten diese Akteure regeln und wie sie ihre Machtausübung rechtfertigen, wenn klassische staatliche Mechanismen nicht greifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine systemtheoretische Analyse, die Organisationen als Akteure an der Schnittstelle verschiedener gesellschaftlicher Funktionssysteme betrachtet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der WTO, die Funktionen ihrer Organe, die Legitimationsdefizite beider Akteure und die Rolle von Wissensmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Global Governance, Legitimation, Welthandel, NGO, transnationale Akteure und systemtheoretische Steuerungsansätze.
Warum wird gerade Greenpeace als Vergleichsobjekt zur WTO gewählt?
Greenpeace dient als Gegenbeispiel zu einer klassischen zwischenstaatlichen Organisation, um aufzuzeigen, wie eine NGO über Wissensgenerierung und Kampagnen globalen Einfluss ausübt.
Welche Rolle spielt "Wissen" in der Global Governance laut der Arbeit?
Wissen fungiert als notwendige Legitimationsbasis für Entscheidungen in einer globalisierten Welt, in der Macht und Geld zunehmend durch Expertise verdrängt werden.
- Arbeit zitieren
- Markus Kühbauch (Autor:in), 2003, Legitimation und Aufgaben der Global Governance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21437