Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
1.1 Was sind festverzinsliche Wertpapiere 1
1.2 Veränderte Rahmenbedingungen: Investments werden zunehmend
risikoreicher 2
2 Zinsänderungsrisiko 3
2.1 Begriff 3
2.2 Zusammenhang zwischen Zins und Kursentwicklung 4
2.3 Zinsänderungsempfindlichkeit: abhängig von Restlaufzeit und Kupon 5
3 Mess und Beurteilungsinstrumente des Zinsänderungsrisikos 6
3.1 Duration (Standard-Duration) 6
3.2 Die Modifizierte Duration von Hicks 11
3.3 Price Value of a Basis Point (PVBP) 13
3.4 Convexity 14
3.5 Total Return 16
4 Zusammenfassende Schlussbemerkung 18
Literatur und Quellenverzeichnis 19
Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite II
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb 1: Graphische Darstellung Reaktionen des Kurswertes umlaufender
festgelegten Zins einer Anleihe 5
Abb 2: Graphische Darstellung Rückflüssen und Barwerten der Rückflüsse
von Anleihenzahlungen 9
Abb 3: Graphische Darstellung des Performance-Profils 15
Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite 1 von 19
1 Einleitung
1.1 Was sind festverzinsliche Wertpapiere?
„Festverzinsliche Wertpapiere“ ist der Oberbegriff für alle Zinspapiere, die dem Käufer eine gewisse Festverzinsung und Rückzahlung des überlassenen Kapi- tals versprechen, im Sprachgebrauch auch Rentenpapiere oder Anleihen ge- nannt. Es sind kurz-, mittel- und langfristige Schuldverschreibungen, die als Fi- nanzierungsinstrument Staaten, öffentlichen Körperschaften, supranationalen Institutionen, Kreditinstituten und privaten Großunternehmen dienen, um inves- tieren zu können. Aus Sicht des Schuldners (Emittenten) ist die Ausgabe (Emission) von festverzinslichen Wertpapieren als Fremdkapitalaufnahme zu betrachten. 1
Festverzinsliche Wertpapiere kann man in zwei Kategorien unterteilen:
• in „klassische Anleihen“ - wie Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand (z.B. Bundesschatzbriefe Typ A und B, Bundesobligationen, Bundesanleihen, Bundesschatzanweisungen, Bundesfinanzierungsschätze), Schuldverschrei- bungen der Kreditinstitute (z.B. Sparbriefe, Pfandbriefe und Kommunalobliga- tionen), Industrieanleihen, Auslandsanleihen,
• und Anleihen mit besonderen Ausstattungsmerkmalen - wie Wandel- und Optionsanleihen, Anleihen mit Null-Kupon (Zero-Bonds), Asset Backed Se- curities. Diese Liste ließe sich noch beliebig erweitern.
Rentenpapiere können an der Börse notieren. Viele Papiere – wie beispielsweise die Bundesschatzbriefe oder Finanzierungsschätze, aber auch Sparbriefe der Banken und Sparkassen – notieren nicht an der Börse. Dies hat unter anderem folgende Bedeutung: Das Auf und Ab der Zinsen wirkt sich nicht auf den Kurs dieser Papiere aus. Diese Papiere sind kurssicher. Man hat keine Kursverluste, wenn die Zinsen steigen, auf der anderen Seite natürlich auch keine Kursgewin- ne, wenn die Zinsen fallen.
1 Vgl. Weisensee, U.: Festverzinsliche Wertpapiere: Geld verdienen mit Renten, Zürich; Freiburg i. Br. 1990, S.16.
Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite 2 von 19
In der breiten Palette festverzinslicher Titel kommt der börsennotierten Anleihe herausragende Bedeutung zu. Sie stellt für emissionsfähige Unternehmen eine wichtige Form der Beschaffung langfristiger Fremdmittel dar. Investoren können durch jederzeitigen Verkauf an der Börse Anleihen mit langer Laufzeit auch in sehr kurzfristige Engagements verwandeln.
1.2 Veränderte Rahmenbedingungen: Investments werden zunehmend
risikoreicher Das Halten festverzinslicher Wertpapiere galt früher als relativ risikoarme Ange- legenheit. Zweifelsohne war das Zusammenwirken folgender Faktoren für die- sen Zustand mitverantwortlich: 2
- Die Zinsen waren langfristig sehr stabil, sodass die Investoren selten mit grö- ßeren Preisschwankungen konfrontiert wurden.
- Wechselkurse waren fixiert und/oder Paritätsänderungen selten; außerdem waren die Inflationsraten vergleichsweise niedrig.
- Strenge Zulassungsbestimmungen im Inland schufen eine hohe und einheit- liche Bonität der Emittenten, die ein geringes Angebot an privaten Emissio- nen und ein Übergewicht der Öffentlichen Rand bewirkte.
Doch Mitte der sechziger Jahre erlebte der deutsche Rentenmarkt erstmals sehr deutlich, dass die Geldanlage in festverzinslichen Wertpapieren nicht nur mit Bonitätsrisiken, sondern vor allem auch mit Zinsänderungsrisiken behaftet ist. 3 Durch ein Ansteigen des Zinsniveaus von zu vor 6 Prozent auf nahezu 8 Prozent in 1965/66 ermäßigten sich insbesondere die Kurse der langlaufenden Pfandbriefe. Die Kursverluste erreichten zum Teil mehr als 20 Prozent.
Als der Kapitalmarktzins nach zwischenzeitlicher Erholung auf über 10,5 Pro- zent im Jahr 1974 stieg, erlebten zahlreiche Anleger Kursverluste von über 40 Prozent. Diese Phase der Entwicklung des deutschen Rentenmarkts wird seit- her als die ,,Pfandbriefkrise" bezeichnet. In späteren Hochzinsphasen sind sol- che dramatischen Kursverluste kaum noch aufgetreten, denn als Erfahrung aus
2 Vgl. Uhlir, H.; Steiner, P.: Wertpapieranalyse, 3. Aufl., Heidelberg 1994, S. 5.
3 Vgl. Rottenbacher, A.; Schütt, H.: Verzinsliche Wertpapiere, Stuttgart 1997, S. 21.
Ansätze zur Beurteilung Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere Seite 3 von 19
der Pfandbriefkrise haben sich die Laufzeiten der festverzinslichen Wertpapiere deutlich verkürzt und auch die Nominalverzinsung der Papiere war im Durch- schnitt höher als in den sechziger Jahren. Beide Veränderungen wirken dämp- fend auf die Kursreagibilität der Papiere. Aufgrund der zunehmenden Volatilität von Wechselkursen und Zinsniveau stieg allerdings auch der Bedarf an wirk- samen Absicherungsinstrumenten gegen die Zinsänderungsrisiken.
Im heutigen Anlageumfeld hat sich das Tempo der Zinsänderungen beschleu- nigt. Die Renditen verändern sich nahezu täglich in einem Ausmaß, das vor Jahren noch als undenkbar erschien.
Die stark schwankenden Renditen sind die Antwort der Finanzmärkte auf fol- gende Ereignisse 4 :
- gestiegene Inflationserwartungen,
- Internationalisierung der Finanzmärkte,
- Zunehmende Haushaltsdefizite der führenden Industrienationen,
- Zusammenbruch des Systems fester Wechselkurse (Bretton-Woods)
- Abbau von staatlichen Reglementierungen
- stark spürbare konjunkturelle Schwankungen.
So kommt es immer wieder zu Zinsänderungen bei den Sätzen der festverzins- lichen Wertpapiere wie auch bei den Spareinlagen und anderen Geldanlagen- möglichkeiten. Schlafen soll man in unserer schnelllebendigen Zeit auf keiner Geldanlage, auch nicht auf festverzinslichen Wertpapieren.
2 Zinsänderungsrisiko
2.1 Begriff
Unter Zinsänderungen versteht man Schwankungen des Nominalzinses, die auf die Veränderung einer oder mehrer Zinskomponenten (Optionsprämie, Risiko- prämie, Inflationsprämie, Realzins) zurückzuführen ist 5 . Das Zinsänderungsrisi-
4 Vgl. Eller, R.; Spindler, C.: Zins- und Währungsrisiken optimal managen, Wiesbaden 1994, S. 15.
5 Vgl. Burger, W.: Das Zinsänderungsrisiko variabler Bankgeschäfte, Bern, Stuttgart, Wien 1998, S. 10.
Quote paper:
Eduard Becker, 2000, Ansätze zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Duration als Sensitivitätsmaß für Bondportfolios
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 22 Pages
Die Bedeutung von Marktrisiken für Banken
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Analyse, Bewertung und Interpretation von impliziten Optionen im Kredi...
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholarly Research Paper, 55 Pages
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Entwicklung einer Kapitalflussrechnung als Instrument zur Beurteilung ...
Business economics - Controlling
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 37 Pages
Risikomanagement, -controlling und -berichterstattung - Eine kritische...
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Die Portfolio-Theorie von Markowitz im Überblick
Business economics - Investment and Finance
Project Report, 15 Pages
Risikocontrolling im Absatzbereich
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Risikoquantifizierung mithilfe von Value-at-Risk - Parametrische Metho...
Business economics - Investment and Finance
Termpaper, 53 Pages
Angststörungen - ein kurzer Überblick
Psychology - Clinic and Health Psychology, Abnormal Psychology
Presentation (Elaboration), 21 Pages
Geldpolitisches Instrumentarium: EZB vs. Fed
Economics - Monetary theory and policy
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Finanzcontrolling - Aufgaben und Inhalte
Business economics - Investment and Finance
Termpaper, 19 Pages
Geschlossene Fonds als Anlagemöglichkeit für Private Banking Kunden
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Organisationsentwicklung: Möglichkeiten und Grenzen der Organisationse...
Business economics - Personnel and Organisation
Diploma Thesis, 129 Pages
Gestaltungs- und Wahlmöglichkeiten einer Kapitalflussrechnung für exte...
Business economics - Accounting and Taxes
Termpaper, 18 Pages
Eduard Becker has published the text Ansätze zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos festverzinslicher Wertpapiere
Eduard Becker has uploaded a new text
Die grenzüberschreitende Verbuchung von Wertpapieren
Möglichkeiten und Grenzen mode...
Bernd Wust
Methoden der Persönlichkeitsanalyse
Menschen beurteilen und auswäh...
Klaus Rischar, Christa Titze
Wertpapier-Compliance in der Praxis
Eine Kommentierung aktueller R...
Hartmut Renz, Dirk Hense
Beurteilen und Fördern im Mathematikunterricht
Gute Aufgaben, Differenzierte ...
Christoph Selter, Beate Sundermann, Rainer J. Fischer, Stefan Giertzsch
Wie beurteilen wir Leistung in der Fremdsprache?
Strategien und Prozesse bei de...
Ulrike Arras
0 comments