Abstract
Ich werde in meiner Arbeit die auf der Funktionsweise einer Triggering-Hierarchie basierende Konzeption einer zeitlich definierten Reihenfolge des Setzens von Parametern als Erklärungsansatz für beobachtbare Erwerbszeitpunkte verschiedener Aspekte des grammatischen Phänomens von Wh-Bewegung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Deutschen und des Französischen untersuchen. Dabei soll insbesondere die Frage erörtert werden, ob ein derart konzipierter Erklärungsansatz angesichts des Risikos des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern durch die Integration der von Fodor (1998) vertretenen Konzeption sowohl von strukturellen Triggern als auch einer „Delay“-Strategie in die Architektur eines konventionellen Erwerbsmechanismus in seiner grundlegenden Konzeption aufrechterhalten werden kann. Die Möglichkeit der Aufrechterhaltung der grundlegenden Konzeption einer zeitlich definierten Reihenfolge des Setzens von Parametern als adäquates Erklärungsmodell für beobachtbare Erwerbszeitpunkte verschiedener Aspekte des grammatischen Phänomens von Wh-Bewegung unter Mitberücksichtigung insbesondere des Kontrastes von parametrischer Unzweideutigkeit vs. parametrischer Zwei- und Mehrdeutigkeit als essentiellstem Paar aller möglichen, innerhalb des konzeptuellen Rahmens einer Triggering-Hierarchie bedeutsamen distinktiven qualitativen Eigenschaften von Triggern setzt in entscheidender Weise die einem Erwerbsmechanismus verfügbare zuverlässige Möglichkeit sowohl der Differenzierung von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern als auch der Disambiguierung von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern voraus. Ich beabsichtige, im Rahmen meiner Arbeit eine vergleichende Darstellung der nondeterministischen Evaluationsmetrik eines auf der Basis des von Gibson & Wexler (1994) diskutierten „Triggering Learning Algorithm“ konzipierten konventionellen Erwerbsmechanismus und der deterministischen Evaluationsmetrik eines auf der Basis des von Fodor (1998) vertretenen „Structural Trigger Approach“ konzipierten modifizierten Erwerbsmechanismus vorzunehmen. Vor dem Hintergrund einer derartigen vergleichenden Darstellung werde ich versuchen, die Überlegenheit einer deterministischen Evaluationsmetrik bei einem hinreichenden Ausschließen des sich für eine nondeterministische Evaluationsmetrik aus der allgemeinen Problematik von parametrischer Zwei- und Mehrdeutigkeit ergebenden Risikos des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl pa- rametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern zu ermitteln. Des Weiteren werde ich
versuchen, die Möglichkeit der Aufrechterhaltung der grundlegenden Konzeption einer zeitlich definierten Reihenfolge des Setzens von unterschiedlichen zielsprachlich relevanten Parametern als adäquaten Erklärungsansatz für beobachtbare Erwerbszeitpunkte verschiedener Aspekte des grammatischen Phänomens von Wh-Bewegung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Deutschen und des Französischen durch die Integration der von Fodor (1998) diskutierten Konzeption sowohl von strukturellen Triggern als auch einer „Delay“-Strategie in die Architektur eines konventionellen Erwerbsmechanismus anhand einer Belegung mit Erwerbsdaten des Deutschen und des Französischen zu überprüfen. Dabei läßt es sich nicht umgehen, dass sich Anschlussfragen er- geben, die offen bleiben müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Eingehendere Erläuterungen bestimmter Aspekte des zu behandelnden
Themas im Vorfeld 3
2.1. Eine deterministische Evaluationsmetrik als maßgebliche Voraussetzung für
die Aufrechterhaltung einer Triggering-Hierarchie 3
2.2. Eine einführende Klärung der allgemeinen Begriffsverwendung 6
3. Eine vergleichende Darstellung der Konzeption eines konventionellen Erwerbs-
mechanismus und der Konzeption eines modifizierten Erwerbsmechanismus 12
3.1. Die Konzeption eines konventionellen Erwerbsmechanismus 12
3.1.1. Eine fehlende Mitberücksichtigung von syntaktisch äußerlich ersichtli-
cher negativer Evidenz bei der grammatischen Analyse von Triggern 12
3.1.2. Eine fehlende parametrische Transparenz von äußerlich parametrisch
zwei - oder mehrdeutigen Triggern 18
3.1.3. Das Fehlen einer zuverlässigen Möglichkeit des Erkennens von äußer-
lich parametrisch doppeldeutigen Triggern 24
3.1.4. Das Fehlen eines zuverlässigen Identifikationskriteriums für tatsächlich
geeignete Trigger 31
3.2. Die Konzeption eines modifizierten Erwerbsmechanismus 34
3.2.1. Die Konzeption von strukturellen Triggern 34
3.2.2. Eine konzeptuelle Modifikation der Funktionsweise einer herkömmlich
konzipierten Evaluationsmetrik gemäß der Definition von strukturellen
Triggern 39
3.2.3. Die „Delay“-Strategie 48
4. Hauptteil 54
4.1. Die „Unique Trigger“-Hypothese 55
4.2. Eine Überprüfung des zentralen Erklärungsansatzes an Erwerbsdaten des
Deutschen und des Französischen 70
4.2.1. Eine Analyse des Erwerbes der syntaktischen Regel von langer Wh-Be-
wegung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Deutschen
und des Französischen 70
4.2.2. Eine Analyse des Erwerbes der syntaktischen Regel von langer Wh-Be-
wegung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Deutschen 71
4.2.2.1. Die Aufzeichnungen Bernie (2 07,00) 71
4.2.2.2. Eine Analyse der Aufzeichnungen Bernie (2 07,00) 71
4.2.3. Eine Analyse des Erwerbes der syntaktischen Regel von langer Wh-Bewe-
gung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Französischen 83
4.2.3.1. Die Aufzeichnungen (P04) und (P07) 83
4.2.3.2. Eine Analyse der Aufzeichnungen (P04) und (P07) 83
5. Zusammenfassung und abschließende Auswertung der Ergebnisse 114
6. Bibliographie 121
7. Anhang 123
1. Einleitung
In einem ersten Schritt beabsichtige ich, auf das sich für die nondeterministische Evaluationsmetrik eines konventionellen Erwerbsmechanismus ergebende Risiko des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern näher einzugehen. In diesem Zusammenhang soll einführend kurz erläutert werden, inwiefern diese sich für einen konventionellen Erwerbsmechanismus ergebende Problematik die Möglichkeit einer jederzeit in einem minimalen Umfang gewährleisteten, den Schwierigkeitsgrad betreffenden Abstufung der für den Parser erforderlichen perzeptiven Zugänglichkeit zu grammatischer Information in Frage stellt. Die Gewährleistung einer derartigen Möglichkeit wiederum stellt die maßgebliche Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Möglichkeit des Setzens von Parametern entsprechend einer in der sprachlichen Umgebung eines Kindes zu jedem Zeitpunkt des Erwerbsprozesses jeweils bestmöglich vorhandenen perzeptiven Zugänglichkeit zu grammatischer Information als grundlegender Konzeption einer Triggering-Hierarchie und infolgedessen des zentralen Erklärungsansatzes einer zeitlich definierten Reihenfolge des Setzens von Parametern dar. Im Anschluss daran halte ich es für sinnvoll, die von mir sowohl insbesondere innerhalb des Rahmens der im Folgenden beabsichtigten vergleichenden Darstellung eines konventionellen Erwerbsmechanismus und eines modifizierten Erwerbsmechanismus als auch im weiteren Verlaufe meiner Ausführungen angestrebte Begriffsverwendung bei der Diskussion der Architektur eines Erwerbsmechanismus und der Funktionsweise einer Evaluationsmetrik eingehend zu erläutern. Ausgehend von der eingangs bereits angeführten ausführlicheren Darstellung der sich für eine nondeterministische Evaluationsmetrik eines konventionellen Erwerbsmechanismus ergebenden Problematik des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern beabsichtige ich in einem darauf folgenden Schritt, diese bisher eher allgemein gehaltene Problematik wieder aufzugreifen und näher einzugrenzen. Diese Problematik spiegelt sich im wesentlichen im Fehlen einer zuverlässigen Möglichkeit der Bestimmung von parametrisch eindeutiger und somit tatsächlich entscheidender grammatischer Information wider. Zwecks Veranschaulichung dieses essentiellen Mangels einer nondeterministisch operierenden Evaluationsmetrik werde ich zunächst eine vergleichende Darstellung der Konzeption der nondeterministischen Evaluationsmetrik eines auf der Basis des von Gibson & Wexler (1994) diskutierten „Triggering Learning Algorithm“ konzipierten konventionel- len Erwerbsmechanismus sowie der Konzeption der deterministischen Evaluationsmetrik 1
eines auf der Basis des von Fodor (1998) vertretenen „Structural Trigger Approach“ kon-zipierten modifizierten Erwerbsmechanismus vornehmen. Des Weiteren möchte ich in-nerhalb des Rahmens einer Gegenüberstellung zweier bezüglich der Bewertung von Trig-gern unterschiedlich konzipierten Evaluationsmetriken eine vergleichende Darstellung der in Gibson & Wexler (1994) zu Grunde gelegten, eher als herkömmlich zu bezeich-nenden Konzeption von Triggern und der in Fodor (1998) zu Grunde gelegten alternati-ven Konzeption von Triggern, d.h. der Konzeption von strukturellen Triggern, vorneh-men. Eine vergleichende Darstellung zweier hinsichtlich der Bewertung von Triggern un-terschiedlich konzipierten Evaluationsmetriken soll zugleich die konzeptuellen Vorteile erkennen lassen, welche die deterministische Evaluationsmetrik eines modifizierten Er-werbsmechanismus bei einem hinreichenden Ausschließen des sich für die nondetermi-nistische Evaluationsmetrik eines konventionellen Erwerbsmechanismus ergebenden Problematik des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern aufweist. Im Hauptteil beabsichtige ich, die Erklärungskraft der Konzeption einer zeitlich definierten Reihenfolge des Setzens von Parametern für beobachtbare Erwerbszeitpunkte verschiedener Aspekte des grammatischen Phänomens von Wh-Bewegung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Deutschen und des Französischen durch eine Überprüfung an Erwerbsdaten des Deutschen und des Fran-zösischen einer eingehenden Überprüfung zu unterziehen. Hierbei soll am Beispiel der konkreten Anwendung der von Roeper, Weissenborn & de Villiers (1991) vertretenen „Unique Trigger“-Hypothese auf Erwerbsdaten des Deutschen und des Französischen der Frage nachgegangen werden, ob der zentrale Erklärungsansatz unter Mitberücksich-tigung insbesondere des Kontrastes von parametrischer Unzweideutigkeit vs. parametri-scher Zwei- und Mehrdeutigkeit als essentiellstem Paar aller möglichen, innerhalb des konzeptuellen Rahmens einer Triggering-Hierarchie bedeutsamen distinktiven qualitati-ven Eigenschaften von Triggern aufrechterhalten werden kann. Abschließend werde ich die im Hauptteil erhaltenen Ergebnisse zusammenfassen und eingehend auswerten. Die-se Auswertung aller im Hauptteil durchgeführten Analysen soll es abschließend ermögli-chen, zu ermitteln, ob der zentrale Erklärungsansatz als adäquates Erklärungsmodell für beobachtbare Erwerbszeitpunkte verschiedener Aspekte des grammatischen Phänomens von Wh-Bewegung während des monolingualen Erstspracherwerbes des Deutschen und des Französischen durch die Integration der Konzeption von strukturellen Triggern und einer „Delay“-Strategie in die Architektur eines konventionellen Erwerbsmechanismus aufrechterhalten werden kann. 2
2. Eingehendere Erläuterungen des zu behandelnden Themas im Vorfeld 2.1. Eine deterministische Evaluationsmetrik als maßgebliche Voraussetzung für die Aufrechterhaltung einer Triggering-Hierarchie
Das mögliche gleichzeitige Auftreten von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern in der sprachlichen Umgebung eines Kindes gefährdet die Gewährleistung des Setzens von Parametern auf der ausschließlichen Basis von parametrisch unzweideutigen Triggern. Eine derart ermöglichte Strategie von tatsächlich deterministischem Lernen erweist sich als die für einen Erwerbsmechanismus im gleichzeitigen Umgang mit sowohl parametrischer Unzweideutigkeit als auch parametrischer Zwei- und Mehrdeutigkeit er-forderliche Strategie einer angemessenen, d.h. differenzierten, Behandlung von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern. Ein Setzen von Parametern auf der ausschließlichen Basis von parametrisch unzweideutigen Triggern stellt wiederum die maßgebliche Voraussetzung für die dem Parser gegebenen Möglichkeit einer generell wirklich zuverlässigen perzeptiven Zugänglichkeit zu parametrisch eindeutiger und somit tatsächlich entscheidender grammatischer Information dar. Infolgedessen stellt ein Setzen von Parametern auf der ausschließlichen Basis von parametrisch unzweideutigen Triggern auch die Voraussetzung für die Möglichkeit einer jederzeit in einem minimalen Umfang gewährleisteten, den Schwierigkeitsgrad betreffenden Abstufung der für den Parser erforderlichen perzeptiven Zugänglichkeit zu grammatischer Information unter Mitberücksichtigung des Kontrastes von parametrischer Unzweideutigkeit vs. parametrischer Zwei-oder Mehrdeutigkeit dar. Die Gewährleistung einer derartigen Möglichkeit andererseits gestattet überhaupt erst die jederzeit in einem Mindestumfang gewährleistete Existenz einer auf jeder einzelnen Erwerbsstufe für den Parser perzeptiv jeweils bestmöglich vor-handenen Zugänglichkeit zu grammatischer Information als jener Faktor, welcher die Funktionsweise einer Triggering-Hierarchie grundlegend definiert. Die Konzeption einer Triggering-Hierarchie definiert sich über eine den Schwierigkeitsgrad betreffenden Abstufung der für den Parser erforderlichen perzeptiven Zugänglichkeit zu grammatischer Information. Daher wird die Plausibilität der Konzeption einer Triggering-Hierar-
3
chie als ein explanatorischer Faktor, welcher den zentralen Erklärungsansatz einer zeitlich definierten Reihenfolge des Setzens von Parametern stützt, maßgeblich durch die Möglichkeit einer Differenzierung möglichst vieler unterschiedlicher qualitativer Eigenschaften von Triggern und insofern durch die Existenz eines möglichst weitgefächerten Spektrums derartiger distinktiver qualitativer Eigenschaften bedingt. Demzufolge muss sichergestellt sein, dass Trigger zu jedem Zeitpunkt des Erwerbsprozesses eine gewisse Mindestanzahl an distinktiven qualitativen Eigenschaften aufweisen. Diese muss es hinreichend erlauben, die Möglichkeit einer Differenzierung unterschiedlicher qualitativer Eigenschaften von Triggern jederzeit in einem Mindestumfang gewährleisten zu können. Dies erweist sich als notwendig, um die Möglichkeit einer den Schwierigkeitsgrad betreffenden Abstufung der für den Parser erforderlichen perzeptiven Zugänglichkeit zu grammatischer Information selbst im theoretisch möglichen Falle des Fehlens einer bestimmten, für die Möglichkeit einer in einem minimalen Umfang breitgefächerten derartigen Abstufung erforderlichen ausreichenden Anzahl an sonstigen qualitativen Eigenschaften jederzeit in einem Mindestumfang gewährleisten zu können. Der Kontrast von parametrischer Unzweideutigkeit vs. parametrischer Zwei- und Mehrdeutigkeit ist für die deterministische Evaluationsmetrik eines modifizierten Erwerbsmechanismus über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg bezüglich der vom Erwerbsmechanismus auf jeder einzelnen Erwerbsstufe erneut durchgeführten Bewertung von Triggern relevant. Dieser Kontrast repräsentiert unter Zugrundelegung der deterministischen Evaluationsmetrik eines modifizierten Erwerbsmechanismus somit das essentiellste da in der sprachlichen Umgebung eines Kindes auf allen Erwerbsstufen allgegenwärtig vertretene Paar aller möglichen distinktiven qualitativen Eigenschaften von Triggern. Des Weiteren stellt parametrische Unzweideutigkeit im Gegensatz zu parametrischer Zwei- und Mehrdeutigkeit die für das vom Erwerbsmechanismus durchgeführte Fixieren von Parametern tatsächlich entscheidende und somit die für den Parser auf jeder einzelnen Erwerbsstufe perzeptiv jeweils bestmöglich zugängliche qualitative Beschaffenheit von Triggern dar. Also repräsentiert parametrische Unzweideutigkeit die essentiellste und zugleich minimale, an einen Trigger gestellte qualitative Anforderung. Die ausreichende Erfüllung dieser an ihn gestellten qualitativen Anforderung kann einen Trigger unter Zugrundelegung der deterministischen Evaluationsmetrik eines modifizierten Erwerbsmechanismus während der vom Erwerbsmechanismus auf jeder einzelnen Erwerbsstufe erneut durchgeführten Bewertung von Triggern gegenüber dem Parser somit zu jedem Zeitpunkt des Erwerbsprozesses im Gegensatz zu anderen, ihm auf einer jeweiligen Er- 4
werbsstufe perzeptiv gleichermaßen zugänglichen Triggern als die am ehesten zu bevor-zugende parametrische Option qualifizieren. Infolgedessen müssten alle Trigger, wel-che während der auf jeder einzelnen Erwerbsstufe erneut durchgeführten Bewertung von Triggern von einem Erwerbsmechanismus auf einer jeweiligen Erwerbsstufe aufgrund einer wie auch immer gearteteten vorteilhaften qualitativen Eigenschaft in eine nähere Auswahl mit einbezogen werden neben allen weiteren, darüber hinausgehend möglichen unterschiedlichen qualitativen Eigenschaften die qualitative Mindestanforderung von pa-rametrischer Unzweideutigkeit erfüllen. Die Erfüllung dieser qualitativen Mindestanfor-derung erlaubt es einem vom Erwerbsmechanismus auf einer jeweiligen Erwerbsstufe in eine nähere Auswahl mit einbezogenen Trigger, sich gegenüber dem Parser im Gegen-satz zu anderen, ihm auf einer jeweiligen Erwerbsstufe perzeptiv gleichermaßen zugäng-lichen und parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Triggern zu jedem Zeitpunkt des Er-werbsprozesses als die am ehesten zu bevorzugende parametrische Option qualifizieren zu können. Unter dieser Voraussetzung wäre die Relevanz des Kontrastes von parametri-scher Unzweideutigkeit vs. parametrischer Zwei- oder Mehrdeutigkeit als essentiellstem Paar aller möglichen, innerhalb des konzeptuellen Rahmens einer Triggering-Hierarchie bedeutsamen distinktiven qualitativen Eigenschaften von Triggern und somit die Auf-rechterhaltung der grundlegenden Konzeption einer Triggering-Hierarchie jederzeit ge-währleistet. Infolgedessen stellt eine dem Erwerbsmechanismus gegebene spezifische Fähigkeit einer zu jedem Zeitpunkt des Erwerbsprozesses generell wirklich zuverlässi-gen perzeptiven Zugänglichkeit zu zumindest parametrisch eindeutiger und somit tat-sächlich entscheidender, für den Parser gerade deswegen auf jeder einzelnen Erwerbs-stufe perzeptiv jeweils bestmöglich zugänglicher und somit von ihm zu jedem Zeitpunkt des Erwerbsprozesses auch am ehesten zu bevorzugender grammatischer Information die maßgebende Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der grundlegenden Konzep-tion einer Triggering-Hierarchie dar. Infolge des etwaigen Auftretens von parametrisch zwei- und mehrdeutigen Triggern in der sprachlichen Umgebung eines Kindes sieht sich die nondeterministische Evaluationsmetrik eines konventionellen Erwerbsmechanismus dem Risiko des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern gegenübergestellt. Ein derart bedingtes Risiko von nonde-terministischem Lernen stellt infolgedessen die Möglichkeit einer jederzeit in einem mi-nimalen Umfang gewährleisteten Aufrechterhaltung einer zeitlich definierten Reihenfol-ge des Setzens von Parametern in Frage, welche sich entsprechend der grundlegenden 5
Funktionsweise einer Triggering-Hierarchie über ein Setzen von Parametern auf der ausschließlichen Basis einer für den Parser auf jeder Erwerbsstufe perzeptiv jeweils bestmöglich vorhandenen Zugänglichkeit zu grammatischer Information definiert. Demzufolge muss sichergestellt werden, dass ein Kind entsprechend dem den zentralen Erklärungsansatz stützenden explanatorischen Faktor einer in seiner sprachlichen Umgebung zu jedem Zeitpunkt des Erwerbsprozesses für den Parser perzeptiv jeweils bestmöglich vorhandenen Zugänglichkeit zu grammatischer Information und somit ausschließlich auf der Basis von vorzugsweise parametrisch eindeutigen Triggern setzt. Also muss eine differenzierte Behandlung von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern durch einen Erwerbsmechanismus gewährleistet werden. Nur unter dieser Voraussetzung kann das sich für die nondeterministische Evaluationsmetrik eines konventionellen Erwerbsmechanismus ergebende Risiko des Setzens von Parametern auf der Basis von sowohl parametrisch ein- als auch mehrdeutigen Triggern überhaupt erst hinreichend ausgeschlossen werden. Infolgedessen müsste gewährleistet sein, dass entweder eine spezifische Fähigkeit eines Erwerbsmechanismus oder aber eine spezifische qualitative Beschaffenheit von Triggern die Möglichkeit einer differenzierten Behandlung von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern durch einen Erwerbsmechanismus erlaubt. Eine derartige Möglichkeit kann in jedem Falle nur durch eine spezifische, einem Erwerbsmechanismus gegebenen Fähigkeit garantiert werden. Diese umfaßt eine zuverlässige Identifikation von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern als jeweils solche, eine durch eine derartige Fähigkeit überhaupt erst ermöglichte Unterscheidung zwischen parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern sowie eine wiederum dadurch überhaupt erst ermöglichte differenzierte Behandlung von parametrisch ein- und mehrdeutigen Triggern durch einen Erwerbsmechanismus. Des Weiteren kann die einem Erwerbsmechanismus gegebene Möglichkeit des Setzens von Parametern auf der ausschließlichen Basis von parametrisch eindeutigen Triggern durch eine spezifische qualitative Eigenschaft von potentiell geeigneten Triggern, d.h. eine parametrische Unzweideutigkeit, garantiert werden.
2.2. Eine einführende Klärung der allgemeinen Begriffsverwendung
Im Folgenden werde ich die allgemeine Begriffswahl erläutern, welche ich insbesondere innerhalb des Rahmens einer vergleichenden Darstellung eines auf der Basis des von Gib- son & Wexler (1994) diskutierten „Triggering Learning Algorithm“ konzipierten konven- 6
tionellen Erwerbsmechanismus und eines auf der Basis des von Fodor (1998) diskutierten „Structural Trigger Approach“ konzipierten modifizierten Erwerbsmechanismus als auch im weiteren Verlaufe meiner Ausführungen verwenden möchte. Dabei beabsichtige ich, mich unter Berücksichtigung der von verschiedenen Autoren sinngemäß einheitlich benutzten Terminologie auf einige wenige zentrale Begriffe zu beschränken. Sollte ich mich in einzelnen Fällen zu einer generellen Benutzung von eher unkonventionellen Termini entschließen, so werde ich meine Begriffswahl begründen. Eine einführende Klärung der allgemeinen Begriffsverwendung soll somit eine weiterführende Diskussion auf der Grundlage eines einheitlichen Sprachgebrauches ermöglichen und etwaigen Missverständnissen vorbeugen. Hinsichtlich der in der Architektur eines Erwerbsmechanismus zusamengefaßten einzelnen Verarbeitungsmodule von grammatischer Information halte ich eine unter verfahrenscharakteristischen Gesichtspunkten durchgeführte Begriffswahl für angebracht. Dabei erscheint es mir nahe liegend, die von mir angestrebte Begriffsverwendung bezüglich der unterschiedlichen Komponenten eines Erwerbsmechanismus in der verfahrenstechnischen Reihenfolge, in welcher grammatische Information alle diese Verarbeitungsmodule chronologisch durchläuft, nacheinander im einzelnen zu erläutern. Dieser Schritt soll ein gesamtes und kohärentes Bild aller aufeinander folgenden Verarbeitungs-vorgänge von grammatischer Information liefern und anhand einer eingehenden Darstellung der Interaktion einzelner Verarbeitungsmodule eine differenziertere Begriffswahl bezüglich dieser unterschiedlichen Komponenten nach aufgabenspezifischen Kriterien ermöglichen. Mittels einer solch übersichtlichen Darstellung hoffe ich, meine Begriffswahl umfassend begründen und dem Leser besser nachvollziehbar machen zu können. Bei der folgenden Darstellung der Interaktion verschiedener Komponenten eines Erwerbsmechanismus beabsichtige ich, mich imWesentlichen auf die von Fodor (1998) vor dem Hinter-grund des von Gibson & Wexler (1994) konzipierten „Triggering Learning Algorithm“ dargestellte verfahrenscharakteristische Charakterisierung dieser individuellen Verarbeitungsmodule von grammatischer Information zu stützen. Zunächst soll jene Komponente, welche auf der Basis der systematischen und fortlaufenden Auswertung von aus sprachlichen Daten abstrahierter grammatischer Information für die Aufgabe der eindeutigen Identifikation von spezifischen, im oberflächlichen Satzaufbau von Inputsequenzen auftretenden syntaktischen Struktureigenschaften als jeweilig solche konzipiert ist, künftig als einen Evaluationsmechanismus zu bezeichnen. Eine einzelne spezifische, in der oberflächlichen Satzgliederung einer Inputsequenz angesiedelte syntaktische Strukturei- 7
genschaft, deren eindeutige Identifikation als solche und infolgedessen als oberflächlicher syntaktischer Reflex einer spezifischen einzelsprachlichen parametrischen Option durch den Evaluationsmechanismus ein endgültig erfolgendes Setzen eines mit der betreffenden einzelsprachlichen parametrischen Option assoziierten bestimmten Parameters auf einen bestimmten Wert verursacht, möchte ich fortan als einen geeigneten oder als einen tatsächlich geeigneten Trigger für einen bestimmten Wert eines mit der betreffenden einzelsprachlichen parametrischen Option assoziierten bestimmten Parameters bezeichnen. Eine einzelne spezifische, in der oberflächlichen Satzgliederung einer Inputsequenz angesiedelte syntaktische Struktureigenschaft, welche vom Evaluationsmechanismus bisher noch nicht als solche und demzufolge bisher noch nicht als oberflächlicher syntaktischer Reflex einer spezifischen einzelsprachlichen parametrischen Option eindeutig identifiziert worden ist, möchte ich künftig als einen potenziell geeigneten Trigger für einen bestimmten Wert eines mit der betreffenden einzelsprachlichen parametrischen Option assoziierten bestimmten Parameters bezeichnen. Das dem Evaluationsmechanismus zu Grunde liegende Auswertungsverfahren von grammatischer Information möchte ich als eine Evaluationsprozedur oder als eine Evaluationsmetrik von potenziell geeigneten Triggern bezeichnen. Dieses Auswertungsverfahren kann meiner Auffassung nach allgemein als algorithmisches Ableichen von vorläufig erstellten, syntaktisch unterschiedlich gestalteten strukturellen Hypothesen gegen die oberflächliche Satzgliederung von analysierten Inputsequenzen verstanden werden. Im Folgenden beabsichtige ich, die von Fodor (1998;2-12/14/19-22) genau definierte Funktionsweise einer solchen Evaluationsprozedur in den weiteren Verlauf meiner Ausführungen mit einzubeziehen. Diese Funktionsweise kann meinem Verständnis nach generell als ein vom Parser mehrmalig durchgeführtes rasterartiges Abtasten der syntaktischen Struktur des oberflächlichen Satzaufbaus einer jeweils analysierten Inputsequenz mit dem Zweck der Registrierung von entscheidender Evidenz bezüglich einer spezifischen, darin auftretenden syntaktischen Struktureigenschaft charakterisiert werden. Dabei dient eine vom Evaluationsmechanismus unter Verwendung von mittels des Parsers vorher abstrahierter grammatischer Information erstellte strukturelle Analyse der oberflächlichen Satzgliederung einer bestimmten Inputsequenz als grundlegende syntaktische Vorlage für das vom Parser jeweils aktuell benutzte Suchmuster. Allerdings ist aus Fodors (1998) Darstellung der genauen Konzeption einer solchen Evaluationsprozedur meiner Auffassung nach nicht klar ersichtlich, ob der Evaluationsmechanismus als autonome, innerhalb eines Erwerbsmechanismus hierarchisch höherstehend angesiedelte Komponente die eigentliche Verwendung der vom untergeord- 8
neten Parser benutzten Suchmuster selbsttätig steuert oder ob der Evaluationsmechanismus als eine fest in den Parser integrierte Subkomponente die eigentliche Verwendung dieser Satzverarbeitungsstrategien durch den Parser lediglich in entscheidender Weise mitbeeinflußt. Meines Erachtens kann jedoch zumindest der Parser als autonom operierende Komponente in dem Sinne verstanden werden, als dass dieser während des gesamten Ablaufes einer jeweiligen Evaluationsprozedur in zweierlei Hinsicht eine entscheidende, zwischen dem internen Kognitionsapparat und der externen sprachlichen Umgebung vermittelnde Funktion innerhalb des gesamten, einem Erwerbsmechanismus zu Grunde liegenden Verarbeitungsweges von grammatischer Information übernimmt. Entsprechend der von Lasnik (1995;18) und der von Chomsky (1995;170) angeführten Charakterisierung eines Parser stellt dieses Modul jene sensorisch-perzeptive Schnittstelle zwischen dem einem Erwerbsmechanismus zu Grunde liegenden internen Kognitionssystem und externen sprachlichen Signalen dar, welche die Abstrahierung von grammatischer Information aus analysierten sprachlichen Daten zwecks einer weiterführenden Verarbeitung derselben innerhalb dieses internen Kognitionssystems erst ermöglicht. Eine der Aufgaben des Parsers besteht meinem Verständnis nach somit in der Zuweisung einer angemessenen phonologischen und grammatischen Repräsentation an ein jeweiliges externes sprachliches Signal, was wiederum dessen auditive Wahrnehmung als ein solches durch den Parser voraussetzt. Erst die Kennzeichnung eines jeweiligen externen sprachlichen Signals mit einem angemessenen phonologischen und grammatischen Konzept ermöglicht dem Parser einen direkten perzeptiven Zugang zu der syntaktischen Struktur der oberflächlichen Satzgliederung des betreffenden, nunmehr generell analysierbaren sprachlichen Datums. Die Möglichkeit eines direkten perzeptiven Zugangs zu der syntaktischer Struktur des oberflächlichen Satzaufbaus eines jeweiligen sprachlichen Datums stellt andererseits die entscheidende Bedingung für die Abstrahierung von grammatischer Information aus einem jeweiligen sprachlichen Datum dar. Die Extraktion von grammatischer Information wiederum erlaubt erst die Formulierung einer mentalen Repräsentation derselben durch den Parser in Form einer strukturellen Analyse der syntaktischen Gliederung des oberflächlichen Satzaufbaus eines jeweils analysierten sprachlichen Datums sowie das Weiterleiten einer derartig erstellten strukturellen Analyse der relevanten grammatischen Information an den Evaluationsmechanismus. Der Evaluationsmechanismus kann die erhaltene, derart umgewandelte grammatische Information nun ablesen und strukturell eingehend auswerten. Gemäß der von Fodor (1998;2-12/14/ 29-22) dargestellten Charakterisierung einer anhand des Parsens durchgeführten Analy- 9
se von eingehenden Inputsequenzen besteht eine weitere Aufgabe des Parser neben der bloßen Umwandlung auch darin, auf die vom Evaluationsmechanismus erhaltenen Instruktionen bezüglich einer zielgerichteten Suche nach spezifischen, im oberflächlichen Satzaufbau von sprachlichen Daten enthaltenden syntaktischen Struktureigenschaften angemessen zu reagieren. Demzufolge instruiert der Evaluationsmechanismus den Parser zwecks Optimierung der Sucheffizienz während des gesamten Ablaufes einer jeweiligen Evaluationsprozedur immer wieder erneut, abwechselnd variierende Struktureigenschaften in die grundlegende syntaktische Vorlage des von ihm verwendeten Suchmusters zu integrieren und mit einer Reihe von dementsprechend strukturell modifizierten Suchmustern sowohl den oberflächlichen Satzaufbau einer bereits analysierten Inputsequenz als auch die oberflächliche Satzgliederung noch nicht analysierter Inputsequenzen wiederholt zu parsen. Eine derartige Reihe von variierenden Struktureigenschaften repräsentiert die Gesamtheit der äußerlichen syntaktischen Realisierungen aller theoretisch möglichen Werte eines bestimmten Parameters, wobei eine dieser syntaktischen Struktureigenschaften exakt mit der vom Evaluationsmechanismus jeweils gesuchten, in der oberflächlichen Satzgliederung einer Inputsequenz strukturell kodierten einzelsprachlichen parametrischen Option des betreffenden Parameters übereinstimmt. Das wiederholte Abtasten des oberflächlichen Satzaufbaus eingehender Inputsequenzen mit einer Reihe von strukturell unterschiedlich gestalteten Suchmustern hat über den gesamten Ablauf einer jeweiligen Evaluationsprozudur hinweg fortlaufende Rückmeldungen des Parsers an den Evaluationsmechanismus zur Folge. Diese Rückmeldungen informieren den Evaluationsmechanismus über einen etwaigen Erfolg der einzelnen, mittels des Parsens jeweils durchgeführten Analyseschritte. Dies geschieht in der bereits dargestellten Form der vom Parser realisierten Umwandlung eines externen sprachlichen Signals in eine strukturelle Analyse der oberflächlichen syntaktischen Gliederung desselben und somit in für den Evaluationsmechanismus lesbarer grammatischer Information. Die eingehende Auswertung von derart beschaffenen Rückmeldungen ermöglicht dem Evaluationsmechanismus wiederum eine kontinuierliche Akkumulation von grammatischer Information. Diese enthält Evidenz bzw. Gegenevidenz bezüglich der Angemessenheit einer vom Parser in sein aktuelles Suchmuster jeweils integrierten parametrischen Option als eindeutig passendem schablonenhaften Gegenstück zu einer im oberflächlichen Satzaufbau einer gegenwärtig analysierten Inputsequenz enthaltenden spezi- fischen syntaktischen Struktureigenschaft. Eine solche stetige Ansammlung von sprachli- 10
cher Erfahrung ermöglicht dem Evaluationsmechanismus im Verlaufe einer jeweiligen Evaluationsprozedur eine zunehmend sichere Beurteilung der Eignung des vom Parser jeweils aktuell verwendeten Suchmusters für die eindeutige Identifikation einer spezifischen oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft. Dies hat andererseits eine mehrmalig erfolgende Revidierung von vorläufig erstellten strukturellen Hypothesen sowie eine wiederholte Anpassung des vom Parser jeweils aktuell verwendeten Suchmusters an die oberflächliche syntaktische Struktur einer gegenwärtig analysierten Inputsequenz gemäß einer bestimmten, darin kodierten parametrischen Option zur Folge. Ein derartiges, mehrfach durchgeführtes Parsen unter Einbeziehung einer eingeschränkten Menge theoretisch möglicher parametrischer Optionen eines bestimmten Parameters in die grundlegende syntaktische Vorlage des vom Parser jeweils aktuell verwendeten Suchmusters für eine spezifische oberflächliche syntaktische Struktureigenschaft entspricht meiner Auffassung nach konzeptuell dem von Fodor (1998;2-5/11/14/19/31) beschriebenen Abgleichen von vorläufig erstellten strukturellen Hypothesen gegen die oberflächliche syntaktischer Struktur eingehender Inputsequenzen und besitzt somit einen Charakter von induktivem Lernen. Die Bandbreite der für die eindeutige Identifikation einer spezifischen oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft erforderlichen Art von Evidenz erstreckt sich, gemäß des vom Evaluationsmechanismus jeweils gewählten Grades an Tiefgründigkeit einer von potenziell geeigneten Triggern durchgeführten Analyse, von einer beschränkten Menge an ausnahmslos syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver Evidenz, welche die eindeutige Identifikation von zumindest einer, mit dieser spezifischen oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft kompatiblen parametrischen Option gewährleistet, bis hin zu einer größeren Menge von sowohl syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver wie auch negativer Evidenz, welche eine fälschliche Einstufung von dieser spezifischen oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft nicht eindeutig entsprechenden alternativen parametrischen Optionen als geeignete Trigger zuverlässig auszuschließen vermag. Somit erscheint es mir nahe liegend, die von einem Evaluationsmechanismus jeweils als ausreichend beurteilte Menge an syntaktisch äußerlich ersichtlicher Evidenz als auch die von einem Evaluationsmechanismus jeweils als ausreichend eingestufte Art der syntaktisch äußerlich ersichtlichen Evidenz nachfolgend als ein Identifikationskriterium für geeignete Trigger zu bezeichnen. Erlaubt ein mittels des Parsens durchgeführter Analyseschritt unter Verwendung eines bestimmten die eindeutige Identifikation einer im oberflächlichen Satzaufbau einer gegenwärtig analysierten Inputsequenz enthaltenen spezifischen syntaktischen Struktureigenschaft, so kann der Evaluationsmechanismus jegliche mögli- 11
chen parametrischen Alternativen als etwaige, zu dieser spezifischen oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft eindeutig passenden schablonenhaften Gegenstücke zuverlässig ausschließen. Zu diesem Zeitpunkt instruiert der Evaluationsmechanismus den sich noch im Suchmodus befindlichen Parser, eine laufende Evaluationsprozedur abzubrechen. Zudem wird die vom Parser erhaltene strukturelle Analyse der eindeutig identifizierten spezifischen oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft durch den Evaluationsmechanismus eingehend ausgewertet. Ein auf der Basis einer spezifischen, vom Evaluationsmechanismus während einer jeweiligen Evaluationsprozedur zielgerichtet ermittelten einzelsprachlichen parametrischen Option endgültig erfolgendes Setzen eines mit der betreffenden einzelsprachlichen parametrischen Option assoziierten bestimmten Parameters auf einen bestimmten Wert möchte ich fortan als ein Fällen einer parametrischen Entscheidung bezeichnen.
3. Eine vergleichende Darstellung der Konzeption eines konventionellen Erwerbsmechanismus und der Konzeption eines modifizierten Erwerbsmechanismus 3.1. Die Konzeption eines konventionellen Erwerbsmechanismus 3.1.1. Eine fehlende Mitberücksichtigung von syntaktisch äußerlich ersichtlicher negativer Evidenz bei der grammatischen Analyse von Triggern Fodor (1998) veranschaulicht am Beispiel des von Gibson & Wexler (1994) konzipierten „Triggering Learning Algorithm“ die Funktionsweise des für einen konventionellen Erwerbsmechanismus charakteristischen Evaluationsmechanismus. Die Funktionsweise eines derartigen Evaluationsmechanismus beruht auf einer seriellen Verarbeitung von unterschiedlichen strukturellen Analysen einer in der oberflächlichen Satzgliederung einer jeweils analysierten Inputsequenz auftretenden syntaktischen Struktureigenschaft. Fodor (1998) diskutiert ein Lernbarkeitsproblem, welches sich für einen derartigen Evaluationsmechanismus bezüglich der Möglichkeit einer Akkumulation von syntaktisch äußerlich ersichtlicher Evidenz gegen bestimmte strukturelle Analysen einer spezifischen, in der oberflächlichen Satzgliederung einer jeweils analysierten Inputsequenz auftretenden syntaktischen Struktureigenschaft ergibt. Eine Akkumulation von syntaktisch äußerlich ersichtlicher Evidenz gegen die Möglichkeit einer eindeutigen Zuordnung vereinzelter aus der Gesamtheit aller theoretisch möglichen strukturellen Analysen zu einer spezifischen, 12
im oberflächlichen Satzaufbau einer jeweiligen Inputsequenz angesiedelten syntaktischen Struktureigenschaft stellt für den Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus die wesentliche Voraussetzung für die Möglichkeit einer tiefgreifender durchgeführten Analyse der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft dar. Das hierbei zu Grunde liegende Lernbarkeitsproblem spiegelt sich infolgedessen in einer fehlenden Mitberücksichtigung von syntaktisch äußerlich ersichtlicher negativer Evidenz durch den Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus wider. Allerdings erweist sich syntaktisch äußerlich ersichtliche negative Evidenz neben syntaktisch äußerlich sichtbarer positiver Evidenz als zusätzlich notwendig für eine eingehendere Bewertung von oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaften. Der „Triggering Learning Algorithm“ bestimmt geeignete Trigger somit ausschließlich auf der Basis von unzureichend vorhandener entscheidender Evidenz. Dies wiederum hat den Nachteil, dass der Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus auch ungeeignete Trigger wie äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutige syntaktische Struktureigenschaften fälschlicherweise als geeignete Trigger einstuft. Eine derartige Misskategorisierung geschieht somit mangels einer tiefgreifender durchgeführten grammatischen Analyse der Gesamtheit aller der mit einer jeweiligen äußerlich parametrisch zwei- und mehrdeutige syntaktischen Struktureigenschaft gleichermaßen kompatiblen parametrischen Optionen und somit aufgrund von unzureichend vor-handener eindeutiger und entscheidender Evidenz:
„GW´s learning algorithm is (...) a serial system that makes mistakes and re-lies on being able to correct them later. (...) It is a probabilistic device that establishes parameter values in large part by random guesswork on the ba-sis of unreliable information including parametrically ambigous inputs (...). Despite its name, GW´s Triggering Learning Algorithm (...) treats triggers and nontriggers alike, and makes grammar changes based on both. (...) A parameter value is not adopted, under this procedure, unless it permits ana-lysis of the input sentence. But note that it is adopted regardless of whether any other parameter change would also have permitted analysis of the sen-tence, that is, regardless of whether the input is parametrically ambigous. (...) In general, the TLA allows (in fact, it requires) that the grammar be changed in situations where the change is not decisively motivated by the input.“ (Fodor,1998;3/5) 13
Das Fehlen der Möglichkeit einer differenzierteren Analyse von äußerlich parametrisch zwei- und mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaften basiert in erster Linie auf der dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus unmittelbar verfügbaren Art der syntaktisch äußerlich ersichtlichen Evidenz zur Bewertung von potenziell geeigneten Triggern. Ein derartiger Evaluationsmechanismus hat keinen so-fortigen Zugang zu der gesamten Menge an syntaktisch äußerlich ersichtlicher Evidenz, welche ausschließlich in ihrer ganzen, in einer jeweiligen Inputsequenz enthaltenen Vielschichtigkeit für die Identifikation von tatsächlich geeigneten Triggern letztendlich ausschlaggebend ist. Deshalb ist er bezüglich der Verfügbarkeit der vollständigen Bandbreite dieser grammatischen Information in maßgeblicher Weise auf die mittels einer jeweiligen Evaluationsprozedur schrittweise durchgeführte Abstrahierung und Akkumulation von sowohl syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver als auch syntaktisch äußerlich sichtbarer negativer Evidenz aus einer jeweiligen Inputsequenz angewiesen. Dies erlaubt überhaupt erst eine eingehendere Auswertung von derartig angesammelter grammatischer Information und eine wiederum dadurch erst ermöglichte Ermittlung von wirklich entscheidender Evidenz, welche für die Bestimmung von tatsächlich geeigneten Triggern erforderlich ist. Hierbei sind die Möglichkeiten der eindeutigen Identifikation von geeigneten Triggern für den Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus aufgrund der Art der in eingehenden Inputsequenzen syntaktisch äußerlich sichtbaren und somit allgemein verfügbaren Evidenz jedoch begrenzt. Wie Meisel (1994) feststellt, ist syntaktisch äußerlich ersichtliche positive Evidenz für das Auftreten einer spezifischen syntaktischen Struktureigenschaft im oberflächlichen Satzaufbau einer jeweils analysierten Inputsequenz generell leicht und unmittelbar für den Lerner zugänglich. Demgegenüber ist syntaktisch äußerlich sichtbare negative Evidenz diesbezüglich in der Regel kaum oder gar nicht in sprachlichen Daten vorhanden: „(...) it may be plausibly assumed that primarily linguistic data only contain positive evidence. Negative evidence and indirect negative evidence, to the extent that they are at all present in the child´s linguistic environment, are apparently not used in a systematic fashion.“ (Meisel,1994;18)
Die neben leicht zugänglicher syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver Evidenz für ei- ne eingehendere Analyse von oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaften zusätz- 14
lich notwendige, jedoch in der oberflächlichen Satzgliederung von Inputsequenzen nicht sofort verfügbare syntaktisch äußerlich sichtbare negative Evidenz wird, wenn vorhanden, vom Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus jedoch nicht in eine Bewertung von potenziell geeigneten Triggern miteinbezogen: „(...) the source of the learning problem that GW discovered was the learning algorithm. (...). Despite ambiguity, the information learners need is not actually missing; it merely seems so when it is used unselectivily. To benefit from it, a learner need only refrain from guessing when the information is not decisive.“ (Fodor,1998;27)
Syntaktisch äußerlich ersichtliche Evidenz gegen bestimmte strukturelle Analysen einer äußerlich parametrisch zwei- und oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft erweist sich für den Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanis-mus als nicht generell leicht und unmittelbar zugänglich. Diese grammatische Informa-tion enhält Evidenz gegen die Angemessenheit eines vom Parser verwendeten syntaktisch identisch gestalteten und mit lediglich einer einzigen, damit kompatiblen parametrischen Option assoziierten Suchmusters als ausschließlich einzigem eindeutig passenden scha-blonenhaften Gegenstück zu einer äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syn-taktischen Struktureigenschaft. Die Verfügbarkeit einer derartigen Evidenz setzt in ent-scheidender Weise das Erkennen der Angemessenheit ein- und desselben, nunmehr je-doch mit einer weiteren, damit gleichermaßen kompatiblen parametrischen Option eines anderen Parameters assoziierten Suchmusters als zu ein- und derselben äußerlich para-metrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft gleichermaßen ein-deutig passenden schablonenhaften Gegenstück voraus. Das zuverlässige Erkennen von äußerlicher parametrischer Zwei- oder Mehrdeutigkeit erfordert das Erkennen der neben einer zuvor bereits eindeutig zugeordneten parametrischen Option eines bestimmten Pa-rameters ebenfalls möglichen eindeutigen Zuordnung einer zusätzlichen parametrischen Option, d.h. einer parametrischen Option eines anderen Parameters, zu ein- und dersel-ben äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft. Dies wiederum impliziert das Erkennen der Angemessenheit ein- und desselben, nun-mehr jedoch mit einer weiteren, damit gleichermaßen kompatiblen parametrischen Op-tion eines anderen Parameters assoziierten Suchmusters als zu der betreffenden äußer-lich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft gleicher- 15
maßen eindeutig passenden schablonenhaften Gegenstück. Dies wiederum erfordert ei-ne weitergehender durchgeführte Analyse der betreffenden äußerlich parametrisch zwei-oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft unter Erbringung eines erhöhten kognitiven Aufwandes durch den Evaluationsmechanismus eines konventionellen Er-werbsmechanismus. Demzufolge scheint die Art der dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus ausschließlich generell leicht und unmittelbar zu-gänglichen syntaktisch äußerlich ersichtlichen Evidenz, d.h. lediglich syntaktisch äußer-lich sichtbare positive Evidenz, den von ihm gewählten Grad an Tiefgründigkeit einer jeweils durchgeführten Analyse von oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaf-ten bzw. die Wahl des von einem derartigen Evaluationsmechanismus dabei zu Grun-de gelegten Identifikationskriterium für geeignete Trigger mit zu beeinflussen. Dement-sprechend wird eine laufende Evaluationsprozedur einer äußerlich parametrisch zwei-oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft bereits zu jenem Zeitpunkt abge-brochen, an welchem ein Parsen derselben mit einem der syntaktischen Realisierung ei-nes beliebigen parametrischen Wertes strukturell entsprechenden syntaktisch identisch gestalteten Suchmuster auf der alleinigen Basis von syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver Evidenz die eindeutige Zuordnung einer einzigen parametrischen Option zu der betreffenden, im oberflächlichen Satzaufbau der gegenwärtig analysierten Inputse-quenz enthaltenen äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struk-tureigenschaft erlaubt. Eine eingehendere Analyse der relevanten äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft mittels der Akkumulation von sowohl syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver als auch negativer Evidenz be-züglich der Angemessenheit ein- und desselben, nunmehr jedoch mit einer jeweils ein-zelnen, damit gleichermaßen kompatiblen parametrischen Option anderer Parameter as-soziierten Suchmusters als mit dieser äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft ebenso kompatiblen alternativen parametrischen Op-tionen bleibt infolgedessen ausgeschlossen. Dabei scheint der Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus neben der herkömmlichen Methode des Par-sens des oberflächlichen Satzaufbaus eingehender Inputsequenzen keine alternative Stra-tegie zu besitzen, um Zugang zu dieser für die Bewertung insbesondere von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaften als potenziell geeignete Trigger neben syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver Evidenz zusätzlich erforderlicher, ihm jedoch in analysierten Inputsequenzen nicht unmittelbar verfügbaren syntaktisch äußerlich ersichtlichen negativen Evidenz zu erlangen: 16
„(...) a serial system never needs to know whether its response to the input is the only possible or whether alternatives exist. It ignores ambiguity, rather than attempting to contend with it. This is what GW´s learning device does. It acquires grammars with some success despite having no special mechanisms or strategies at all for coping with ambiguous input.“ (Fodor,1998;3)
Dementsprechend ist die Art der dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus unmittelbar zugänglichen syntaktisch äußerlich ersichtlichen Evi-denz bei der Aufgabe der Identifikation von geeigneten Triggern auf positive Evidenz al-lein beschränkt. Die im oberflächlichen Satzaufbau von Inputsequenzen gleichermaßen enthaltene syntaktisch äußerlich sichtbare negative Evidenz ist für einen derartigen Eva-luationsmechanismus während der Bewertung von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaften als potenziell geeignete Trigger nicht unmittelbar zugänglich und wird von diesem infolgedessen auch nicht systematisch als Identifikationskriterium für geeignete Trigger genutzt. Der Evaluationsmechanismus ei-nes konventionellen Erwerbsmechanismus zieht somit während der Bewertung von po-tenziell geeigneten Triggern keinen wirklich optimalen Nutzen aus der gesamten Band-breite der ihm im oberflächlichen Satzaufbau eingehender Inputsequenzen potenziell ver-fügbaren Evidenz. Die Möglichkeit einer tatsächlich eindeutigen Identifikation von geeig-neten Triggern anhand deren Identifikation auf der Basis von sowohl syntaktisch äußer-lich ersichtlicher positiver als auch negativer Evidenz ist damit ausgeschlossen. Der Eva-luationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus ist bei der Bewertung von potenziell geeigneten Triggern auf die Verfügbarkeit von sowohl syntaktisch äußer-lich ersichtlicher positiver als auch syntaktisch äußerlich sichtbarer negativer Evidenz gleichermaßen angewiesen. Also kann dieser endgültige parametrische Entscheidungen lediglich auf der Basis von expliziter Evidenz, nicht jedoch von sowohl expliziter Evi-denz als auch von expliziter Gegenevidenz bezüglich der Möglichkeit einer eindeutigen Zuordnung jeweils einzelner aus der Gesamtheit aller der theoretisch möglichen struk-turellen Analysen zu einer spezifischen, in der oberflächlichen Satzgliederung einer In-putsequenz enthaltenden syntaktischen Struktureigenschaft fällen. Eine Identifikation von geeigneten Triggern bleibt unter Zugrundelegung des Evaluationsmechanismus ei- 17
nes konventionellen Erwerbsmechanismus somit auf eine eher unzureichend eingehende und nur teilweise durchgeführte Analyse von spezifischen, im oberflächlichen Satzaufbau von Inputsequenzen angesiedelten syntaktischen Struktureigenschaften beschränkt.
3.1.2. Eine fehlende parametrische Transparenz von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Triggern
Der Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus operiert auf der Basis einer eher als herkömmlich zu bezeichnenden Konzeption von Triggern. Diese erschwert die Identifikation jeder einzelnen aus der Gesamtheit aller der durch ein- und dieselbe äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutige syntaktische Struktureigenschaft kodierten parametrischen Optionen. Infolgedessen schränkt diese Konzeption von Trig-gern die Möglichkeiten eines zuverlässiges Ausschließen der Misskategorisierung von äu-ßerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Triggern als tatsächlich geeignete Trigger ohnehin bereits erheblich ein. Im vorherigen Abschnitt wurde bereits die folgende Pro-blematik diskutiert: Dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsme-chanismus ist die im oberflächlichen Satzaufbau von Inputsequenzen grundsätzlich ent-haltene äußerlich ersichtliche negative Evidenz nicht generell leicht und unmittelbar ver-fügbar. Diese grammatische Information enthält Evidenz gegen die Angemessenheit ei-nes bestimmten, vom Parser verwendeten Suchmusters als ausschließlich einzigem ein-deutig passenden schablonenhaften Gegenstück zu einer spezifischen äußerlich parame-trisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft. Diese Problematik stellt insofern letztendlich nur einen weiteren Gesichtspunkt der Problematik einer Iden-tifikation jeder einzelnen aus der Gesamtheit aller der durch ein- und denselben äußer-lich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Trigger kodierten unterschiedlichen parame-trischen Optionen dar. Dieser Gesichtspunkt resultiert nun allerdings nicht der Möglich-keit von äußerlicher parametrischer Zwei- oder Mehrdeutigkeit eines Triggers, sondern vielmehr aus der nicht generell leicht und unmittelbar verfügbaren syntaktisch äußerlich ersichtlichen Evidenz. Entsprechend einer eher als herkömmlich zu bezeichnenden Defi-nition der Beziehung zwischen Triggern und Parameterwerten stellt ein Trigger eine spe-zifische, auf der lexikalischen Ebene der gesamten phrasalen Projektion einer Inputse-quenz angesiedelte oberflächliche syntaktische Struktureigenschaft dar, welche entweder alleinig mit einer spezifischen parametrischen Option eines einzelnen Parameters oder 18
aber mit einer spezifischen parametrischen Option jeweils unterschiedlicher Parameter gleichermaßen kompatibel ist. Unter Bezugnahme auf die von Gibson & Wexler (1994) angeführte Konzeption von Triggern charakterisiert Fodor (1998) die herkömmlich definierte Beziehung zwischen Triggern und Parameterwerten wie folgt:
„GW chose a middle-level characterization of triggers - more than just words but less than tree structures (or full syntactic derivations). They refer to triggers as „sentence patterns“ (...). The grounds for adopting this intermediate characterization in terms of sequences of syntactic categories and functions seems eminently reasonable. At this level triggers are characterized in a way that best captures the way how they manifest themselves to learners. Learners can hear word strings (...) so triggers could be word strings. (...) If the lexicon can provide syntactic categories for the words, triggers could be category strings. If the nonlinguistic environment provides information about information about grammatical functions (...), then triggers could be the kind of category/function strings that GW assume. (...) Anything beyond this level of analysis (such as tree structures) would seem to presuppose the grammatical knowledge that the learner is in the process of learning and so would not be possible.“ (Fodor,1998;17-18)
Unter der Annahme einer derartigen definierten Beziehung zwischen Triggern und Para-meterwerten werden demgemäß entweder alleinig eine spezifische parametrische Option eines einzelnen Parameters oder aber eine spezifische parametrische Option jeweils un-terschiedlicher Parameter gleichermaßen mit einer spezifischen oberflächlichen syntakti-schen Struktureigenschaft assoziiert und sind mit der betreffenden oberflächlichen syntak-tischen Struktureigenschaft allesamt gleichermaßen kompatibel. Dies impliziert jedoch nicht zwangsläufig, dass im Falle der Kompatibilität mehrerer unterschiedlicher parame-trischer Optionen mit ein- und derselben oberflächlichen syntaktischen Struktureigen-schaft ausschließlich alle dieser gleichermaßen kompatiblen unterschiedlichen parametri-schen Optionen mit der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft identisch sind. Der äußerliche syntaktische Reflex des einzelsprachlichen parametrischen Wertes des mit einer jeweiligen dieser gleichermaßen kompatiblen parametrischen Op- 19
tionen assoziierten Parameters entspricht also nicht immer tatsächlich eindeutig der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft. Ein Trigger repräsentiert aus dieser Sicht einen sprachspezifischen äußerlichen syntaktischen Reflex der tatsächlichen Kodifizierung lediglich eines einzigen einzelsprachlichen parametrischen Wertes in der dazugehörigen Inputsequenz, welcher insofern mit der diese spezifische parametrische Option kodierenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft in dem Sinne nicht nur kompatibel, sondern darüber hinausgehend auch tatsächlich identisch ist, als dass der äußerliche syntaktische Reflex der zielsprachlich grammatischen parametrischen Option des mit diesem einzelsprachlichen parametrischen Wert assoziierten Parameters der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft syntaktisch wirklich eindeutig entspricht. Alle gegebenenfalls darüber hinausgehend mit derselben oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft gleichermaßen assoziierbaren parametrischen Optionen sind mit der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft allerdings lediglich gleichermaßen kompatibel und sind in der dazugehörigen Inputsequenz auch nicht kodiert. Jene, mit derselben oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft gegebenenfalls zusätzlich gleichermaßen kompatiblen parametrischen Optionen sind mit der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft in dem Sinne nicht identisch, als dass der äußerliche syntaktische Reflex des einzelsprachlichen parametrischen Wertes des mit einer jeweiligen dieser zusätzlich gleichermaßen kompatiblen parametrischen Optionen assoziierten Parameters der betreffenden oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft syntaktisch nicht eindeutig entspricht. Unter Zugrundelegung einer herkömmlichen Definition von Triggern gewährleistet eine spezifische oberflächliche syntaktische Struktureigenschaft im Falle von äußerlicher parametrischer Zwei- oder Mehrdeutigkeit dem Parser und infolgedessen auch dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus somit keine vollständige parametrische Transparenz bezüglich der Gesamtheit aller der damit möglicherweise kompatiblen parametrischen Optionen. Eine auf der Basis von Assoziation definierte Beziehung zwischen Triggern und Parameterwerten wiederum hat Konsequenzen für die Möglichkeit der Identifikation jeweils einzelner aus der Gesamtheit aller der mit einer äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft gleichermaßen kompatiblen parametrischen Optionen durch den Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus als entscheidende Voraussetzung für die für einen derartigen Evaluationsmechanismus erforderliche zuverlässige Möglichkeit des Erkennens von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Triggern als jeweils solche und infolgedessen des 20
Ausschließens einer irrtümlichen Einstufung von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Triggern als tatsächlich geeignete Trigger zwecks Vermeidung des Risikos des Parameter-Misssetting. Dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus sind bezüglich des Erkennens von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Triggern als solche Grenzen gesetzt. Ihm steht infolge dessen Konzeption lediglich die Möglichkeit zur Verfügung, einer auf der lexikalischen Ebene der gesamten phrasenstrukturellen Projektion einer Inputsequenz angesiedelten äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft auf der alleinigen Basis von generell leicht und unmittelbar verfügbarer syntaktisch äußerlich ersichtlicher positiver Evidenz ein strukturell identisch gestaltetes Suchmuster eindeutig zuzuordnen. Hierbei kann ein derartiger Evaluationsmechanismus nur auf die grammatischen Analysen der oberflächlichen Satzgliederung einer jeweiligen Inputsequenz zurückgreifen, welcher der Parser unter Verwendung einer Reihe von syntaktisch unterschiedlich gestalteten Suchmustern fortlaufend durchführt. Dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus ist dabei allerdings nur die Möglichkeit gegeben, lediglich eine einzige, willkürlich gewählte und mit dem betreffenden äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Trigger kompatible parametrische Option zu identifizieren und ausschließlich diese einzelne identifizierte parametrische Option als einen tatsächlich geeigneten Trigger einzustufen. Allerdings kann ein derartig konzipierter Evaluationsmechanismus infolge der Kompatibilität mit ein- und derselben äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft sowohl einer spezifischen, mit dem betreffenden äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Trigger tatsächlich identischen parametrischen Option eines einzelnen Parameters als auch einer zusätzlichen spezifischen, mit dem betreffenden äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen Trigger nicht identischen parametrischen Option jeweils Parameter nicht erkennen, ob die willkürlich gewählte und der betreffenden syntaktisch äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaft eindeutig zugeordnete parametrische Option tatsächlich mit dem einzelsprachlichen parametrischen Wert des mit dieser eindeutig zuge-ordneten parametrischen Option assoziierten Parameters identisch ist oder lediglich eine abweichende, d.h. zielsprachlich ungrammatische, parametrische Option darstellt. Infolgedessen kann der Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus zielsprachlich tatsächlich grammatische parametrische Optionen anhand der vom Parser kontinuierlich durchgeführten grammatischen Analysen einer oberflächlichen syn- taktischen Struktureigenschaften wie etwa einer bestimmten Wortreihenfolge, einer spe- 21
zifischen syntaktischen Position eines Lexems oder einer andersartigen besonderen syntaktischen Konfiguration von Konstituenten lediglich unzureichend identifizieren, da eine spezifische äußerliche, auf dem niedrigsten phrasalen Projektionsniveau einer Inputsequenz angesiedelte syntaktische Struktureigenschaft im Falle von äußerlicher parametrischer Zwei- und Mehrdeutigkeit nicht hinreichend Aufschluss über eine sowohl damit kompatible und damit tatsächlich identische, d.h. zielsprachlich tatsächlich grammatische, parametrische Option als auch über damit lediglich kompatible, d.h. zielsprachlich ungrammatische, parametrische Optionen geben kann. Die Möglichkeit einer wirklich eindeutigen Identifikation von einzelsprachlich tatsächlich parametrischen Option anhand eines direkten Zugangs zu den im Baumdiagramm einer jeweiligen Inputsequenz hierarchisch höherstehend angesiedelten und sich auf diesem maximalen, für den Parser perzeptiv unzugänglichen syntaktischen Projektionsniveau strukturell unzweideutig manifestierenden zielsprachlich tatsächlich grammatischen parametrischen Optionen ist dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus somit nicht gegeben. Unter Zugrundelegung einer herkömmlichen Konzeption von Triggern bleibt eine Identifikation von kodierten einzelsprachlich tatsächlich grammatischen parametrischen Optionen aufgrund einer fehlenden oder nur unzureichend vorhandenen parametrischen Transparenz oberflächlicher syntaktischer Struktureigenschaften sowie der alleinigen, dem Evaluationsmechanismus eines konventionellen Erwerbsmechanismus verfügbaren Möglichkeit der Identifikation von kodierten zielsprachlich tatsächlich grammatischen parametrischen Werten unter Zuhilfenahme der vom Parser kontinuierlich durchgeführten grammatischen Analysen des oberflächlichen Satzaufbaus von eingehenden Inputsequenzen lediglich auf eine unzureichend durchgeführte grammatische Analyse von äußerlich parametrisch zwei- oder mehrdeutigen syntaktischen Struktureigenschaften beschränkt. Dies erweist sich wiederum, wie eingangs bereits kurz angeführt, in Fällen von äußerlicher parametrischer Zwei- oder Mehrdeutigkeit einer oberflächlichen syntaktischen Struktureigenschaft insofern als problematisch, als dass sich eine einzelsprachlich tatsächlich grammatische parametrische Option nur unzureichend in ihrem entsprechenden äußerlichen syntaktischen Reflex widerspiegelt und infolgedessen für einen derartigen Evaluationsmechanismus auch nicht zuverlässig als eine solche identifizierbar ist: „A second point concerns the reliability of the input data. There are, in fact, reasons to suspect that their reliability is flawed. First of all, it has been ar- gued that surface properties of sentences can be ambigous in terms of para- 22
Arbeit zitieren:
Markus Mross, 2002, Die WH-Bewegung im Erwerbe des Französischen und Deutschen als Erstsprachen: Ein Beitrag zur Parametertheorie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Markus Mross hat den Text Die WH-Bewegung im Erwerbe des Französischen und Deutschen als Erstsprachen: Ein Beitrag zur Parametertheorie veröffentlicht
Markus Mross hat einen neuen Text hochgeladen
Wirtschaftswörterbuch Bd. 1: Französisch-Deutsch
Mit rund 45.000 Fachbegriffen
Wolfgang Güttler
PONS Express Wörterbuch Französisch. Französisch - Deutsch / Deutsch -...
Das lernerfreundliche Wörterbu...
Wörterbuch der Datentechnik. Deutsch - Französisch / Französisch - Deu...
Doris Linse, Karl-Heinz Brinkmann, E. Tanke
Wörterbuch Arbeits- und Sozialrecht. Französisch - Deutsch / Deutsch -...
Dictionnaire de droit du trava...
Otto Kaufmann
Wörterbuch der Rechts- und Wirtschaftssprache 1. Französisch - Deutsch
Michel Doucet, Klaus E. W. Fleck
Wörterbuch der Gastronomie. Französisch Deutsch
Ein umfassendes Wörterbuch zur...
Hans Kurt Luh
0 Kommentare