Inhaltsverzeichnis
1. Eine Stadt im Wandel - Von Tenochtitlán zu Mexiko City 3
2. Soziale Stadtstruktur und Stadtentwicklung: 9
2.1. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Oberschichtvierteln 11
2.2. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Mittelschichtviertel 13
2.3. Entstehung, Verlagerung und Verteilung von Unterschichtvierteln 14
2.4. Viertel des „sozialen“ und der Niedrigkosten-Wohnungsbaus. 19
Literaturverzeichnis 23
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1. Eine Stadt im Wandel - Von Tenochtitlán zu Mexiko City
Die Gründung der Stadt
Die Azteken gründeten auf einer Insel im Texcoco-See ihre Hauptstadt Tenochtitlán. Je nach Literatur schwankt das Gründungsdatum von 1321 (Sommerhoff, 209) bis 1345 (Gormsen, 1994, 76). Die Stadt war durch ein Achsenkreuz in vier regelmäßige Viertel geteilt. Auch die Zahl der Einwohner ist nicht einheitlich belegt. So soll Tenochtitlán mit dem benachbarten Tlatelolco zusammen kurz vor der spanischen Eroberung von 60.000 Einwohner (Gormsen, 1994, 76) bis zu 200.000 Einwohner (Feldbauer u.a., 281; Sommerhoff, 189; Dahmann, 227) gehabt haben. Nach welcher Zahl man sich auch richten mag, die Stadt war im Vergleich mit den meisten europäischen Hauptstädten damals schon eine ausgesprochene Großstadt. Die Stadt in der Kolonialherrschaft
Tenochtitlán wurde 1521 im Zuge der spanischen Eroberung komplett verwüstet und zerstört. Die Eroberer der Stadt erkannten aber ihre exponierte und kulturell wichtige Lage und so ließ Gouverneur Hernan Cortés den Sitz der Vizekönige von Neuspanien auf den Ruinen der zerstörten Aztekenmetropole Tenochtitlán errichten. Das von spanischen Städtebautraditionen bestimmte Zentrum der neuen Hauptstadt entstand in weniger als einem Viertel Jahrhundert und erhielt 1548 den Namen „La Muy Noble, Insigne y Muy Leal e Imperial Ciudade de México“ - kurz „Ciudade de Mécixo“. (Feldbauer, 282) Die aztekischen Grundstrukturen wurden von Gouverneur Cortés übernommen, da sie den Vorstellungen einer geometrischen Idealstadt der Renaissance entgegenkamen. Diese Vorstellungen führten zu einer Stadtanlage im Schachbrettmuster, wie sie für die Städte in Hispanoamerika kennzeichnend ist, in deren Mitte eine zentrale Plaza das repräsentative Zentrum der Stadt darstellte. Das Schachbrettmuster bietet einen einfachen, rasch anwendbaren Grundriß, der sich in alle Richtungen erweitern lässt und sich als einfaches Ordnungsprinzip erweist. (Sommerhoff, 210)
Im Jahr 1650 hatte die Stadt 56.000 Einwohner, im Jahr 1790 erreichte die Stadt bereits 105.000 Einwohner und zum Ende der Kolonialzeit um 1810 lebten schätzungsweise 180.000 Einwohner in der Stadt Mexiko. (Feldbauer u.a.,
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282) Mexiko Stadt war während der gesamten Kolonialzeit die unangefochtene Metropole Neuspaniens, die größte Stadt Amerikas und gesellschaftliches und wirtschaftliches Zentrum. (Gormsen, 1994, 77ff.) Die Stadt nach der Unabhängigkeit bis zur Revolution Die Stadtentwicklung nach der Erlangung der Unabhängigkeit (1821) war durch einen Bedeutungszuwachs der Metropole Mexiko City als Zentrum von Politik und Kultur gekennzeichnet. Der Ausbau der Hauptstadt entsprach dem Herrschaftsanspruch der Zentralregierung Mexikos. Die Einwohnerzahlen aus dieser Zeit spiegeln den Bedeutungsgewinn wieder: um 1860 lebten 210000 Menschen in der Hauptstadt, 1890 stiegt die Zahl auf 300000 und 1910 auf 470000 Bewohner. Auch nach der Mexikanische Revolution (1910) setzten die Präsidenten alles daran, die Macht der Zentralregierung zu festigen und Mexiko City genoss auch in der Industriealisierungsphase eine enorme Vormachtstellung. Die damit verbundene Schaffung von zahlreichen Arbeitsplätzen zog sehr viele Menschen von Land in die Hauptstadt. (Sommerhoff, 191ff.) Das 20. Jahrhundert: Die Entwicklung zur Megastadt / Urbanisierungsschub und Bevölkerungskonzentration
Die Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Jahr 1930 lässt sich - trotz Weltwirtschaftskrise, innenpolitischen Schwierigkeiten und wechselhaften politischen Beeinflussungen - als erste Etappe der Metropolisierung erkennen. In den drei Jahrzehnten verdreifacht sich die Bevölkerung der Hauptstadt. Um 1930 vermochte der traditionelle Stadtbereich - heute die zentralen Stadtbezirke des „Distrito Federal“ (DF) - die Zuwanderer nicht mehr zu erfassen und so wurden nach und nach die umliegenden Bezirke und Kolonialstädte der Umgebung in die städtische Agglomeration des DF einbezogen. Ein erster Schritt in Richtung Megastadt war getan.
Die zweite Etappe von 1930 bis 1950 war von der Industrialisierung und dem sprunghaften Anstieg der Bevölkerung geprägt. Damit verbunden war eine starke räumliche Expansion nach allen Richtungen hin, die sich besonders darin zeigte, das Mexiko City um 1950 die Grenzen des „Distrito Fedaral“ gesprengt hatte und die angrenzenden Kommunen des „Estado de México“ zu erfassen begann.
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Die dritte Etappe von 1950 bis 1970/80 gilt als die entscheidende Phase in der Transformation zur Megastadt. Mexiko City weitete sich nun auf das Gebiet des gleichnamigen Bundesstaates auf und bezog mehr und mehr Gemeinden in das Stadtgebiet und seine Verwaltung mit ein. Die Gesamtfläche dichtverbauten Gebietes hatte sich von 1940 bis 1970 von knapp 120 km² auf nahezu 750 km² mehr als versechsfacht und dehnte sich bis 1988 auf über 1.000 km² aus. Zu dieser Zeit wuchsen die illegalen Siedlungen an der Peripherie, auf die später ausführlich eingegangen wird. (Feldbauer u.a., 288ff.) Die folgende Abbildung zeigt, wie Mexiko-City von 1900 bis 1990 über die Grenzen der Kolonialstadt hinaus wuchs:
Wie sich die Fläche von Mexiko City innerhalb ihres Naturraumes vergrößerte zeigt die folgende Abbildung:
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In der Abbildung oben links ist die Aztekenstadt Tenochtitlán um 1500 abgebildet. In de Abbildung oben rechts wird die von den Spanier an der selben Stelle errichtete Mexiko-Stadt um 1900 gezeigt. Sie hatte sich mit dem Bevölkerungswachstum bereits auf ein Areal von 40 km² massiv ausgedehnt. In der Abbildung unten links sieht man die Stadt um 1963, die bereits auf ca. 650km² angewachsen ist. Auf der Abbildung unten rechts ist die Fläche von Mexiko City im Jahr 1990 mit ca. 1250 km² dargestellt.
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Arbeit zitieren:
Manuela Raser, 2003, Die Entwicklung von Mexiko City zur Megastadt und die Betrachtung einzelner Wohnstandorte unterschiedlicher Bevölkerungsschichten, München, GRIN Verlag GmbH
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