Inhaltsverzeichnis
I) Gutachten: 1
0.) Einführung: 1
1.) Einteilung der EU in Regionen - die NUTS - Systematik: 1
1.1.) Geschichte der NUTS - Systematik: 2
1.2.) Das Verfahren der Gebietsabgrenzung innerhalb der EU: 3
1.3.) Kritik am NUTS - System: 4
2.) Ziele Gemeinschaftsinitiativen der Gemeinschaft von 2000 bis 2006: 5
2.1.) Die 3 vorrangigen Ziele der Jahre 2000 bis 2006: 6
2.1.1.) Ziel 1 - Unterstützung der am wenigsten wohlhabenden Gebiete: 6
2.1.2.) Ziel 2 - Wiederbelebung der Gebiete mit Strukturproblemen: 7
2.1.3.) Ziel 3 - Entwicklung der Humanressourcen: 8
2.2.) Die Gemeinschaftsinitiativen zwischen 2000 und 2006: 8
2.2.1.) INTERREG III: 9
2.2.2.) Urban II: 9
2.2.3.) Leader : 9
2.2.4.) Equal: 10
3.) Die Strukturfonds, insb. der EFRE und der ESF: 11
3.1.) Allgemeines zu den Strukturfonds: 12
3.2.) Der EFRE: 15
3.2.1.) Aufgaben des EFRE für den Zeitraum von 2000 bis 2006: 16
3.2.2.) Ziele des EFRE für den Zeitraum von 2000 bis 2006: 16
3.3.) Der ESF: 17
3.3.1.) Aufgaben des ESF: 17
3.3.2.) Ziele des ESF: 18
4.) „Juste - retour“ - Prinzip: 19
4.1.) Geschichte des „juste - retour“: 19
4.2.) Juristische Betrachtungsweise: 20
4.3.) Ökonomische Betrachtungsweise: 22
5.) Fazit: 23
III
II) Anhang: i 1.) NUTS = Nomenclature des Unités Territoriales Statistique: 2.) BIP je Einwohner in KKS in den Regionen EU 2000 - NUTS 2: ii
3.) Arbeitslosenquote nach Mitgliedstaaten (April 1999): iii
4.) Regionale Unterschiede im Pro-Kopf-BIP in den MS (1997): iii
5.) Strukturfonds 2000-2006: Förderfähige Gebiete im Rahmen Ziel 1 & 2: iv
6.) Übersicht über die Fonds: v
7.) Ziele der einzelnen Strukturfonds: v
8.) Finanzielle Mittel aller Fonds von 1988 bis 2006: vi
9.) Aufteilung der Fondsgelder zwischen 2000 und 2006: vi
IV
0.) Einführung:
Diese Seminararbeit befasst sich mit den Strukturfonds in der EG unter spezieller Betrachtung des EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und des ESF (Europäischer Sozial Fonds). Es wird dabei ferner auf das Prinzip des „juste retour“, das schon in den Anfängen der Fonds galt und bis heute anhält, eingegangen. Der erste Teil der Arbeit behandelt die Einteilung der EU in Regionen. Dies ist deshalb von Bedeutung, um die Aufgaben und Wirkungsweise der genannten Fonds zu verstehen. Die Einteilung wird anhand der NUTS - Systematik (Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik) aufgezeigt. In Kapitel zwei werden dann die Ziele, die die Gemeinschaft mit Hilfe der Fonds für den Zeitraum von 2000 bis 2006 erreichen will, aufgezeigt. Der dritte Abschnitt des Aufsatzes geht dann auf die beiden oben genanten Strukturfonds ein. Das vierte Kapitel befasst sich dann schließlich mit dem „juste - retour“ -Prinzip. Schließlich erfolgen im fünften Kapitel eine Zusammenfassung und ein Ergebnis.
1.) Einteilung der EU in Regionen - die NUTS-Systematik:
Dieses Kapitel behandelt die Einteilung der EU in die einzelnen Regionen. Es muss dabei beachtet werden, dass der Begriff der Region an den verschiedenen Stellen des Gemeinschaftsrechtes auch unterschiedlich verwendet wird 1 . Somit ist die Frage von Bedeutung, nach welchem Schema die Regionen eingeteilt werden sollen. Hierfür stehen in der Regel zwei Kriterien zur Verfügung. Zum einen kann eine Einteilung an normativen Kriterien festgemacht werden. Das bedeutet, dass die Grenzen einer Region durch die Aufgaben, die einer Gebietskörperschaft zugewiesen
1 Burgi, in: Streinz, Beck’sche Kurzkommentare, Art. 263 EGV, Rn. 11.
1
sind, festgelegt werden. Außerdem spielt bei diesem Verfahren noch der historische, kulturelle, religiöse und sprachliche Hinter-grund eine Bedeutung. 2
Auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit, eine Einteilung der Regionen durch analytische Kriterien vorzunehmen. Bei diesem Verfahren zur Bestimmung von Gebietseinheiten finden zum Beispiel geographische Faktoren wie Höhenlage oder Bodentyp, sozioökonomische wie Homogenität oder Polarität eines Wirtschaftsraumes u.ä. Berücksichtigung. 3 Die EU bedient sich bei der Feststellung von förderungsbedürftigen Regionen der NUTS - Systematik, die auf normativen Kriterien aufbaut. In einem ersten Abschnitt wird nun die Geschichte des NUTS - Systems dargestellt. Daran anschließend erfolgt im zweiten Teil eine Erläuterung zum Verfahren der Gebietsabgrenzung innerhalb der EU. Das dritte Kapitel übt abschließend eine Kritik an der NUTS - Systematik.
1.1.) Geschichte der NUTS - Systematik:
Die NUTS - Systematik wurde vor mehr als 25 Jahren von EU-ROSTAT mit dem Ziel entwickelt, die Aufgliederung der Gebietseinheiten bei der Erstellung von Regionalstatistiken zu vereinheitlichen. Bereits seit 1988 findet die Klassifikation nach NUTS in der Gesetzgebung der EU Anwendung. Jedoch wurde eine entsprechende Verordnung, die sich drei Jahre in der Vorbereitungsphase befand, erst im vergangenen Jahr erlassen. Mittels dieser Verordnung soll erreicht werden, dass die notwendigen Veränderungen, die sich insbesondere aus der EU-Osterweiterung ergeben, in den Verwaltungsstrukturen möglichst ohne Verlust und Vergleichbarkeit von Daten vonstatten geht.
2 Quelle: http://europa.eu.int/comm/eurostat/ramon/nuts/home_regions_de.html .
3 Quelle: http://europa.eu.int/comm/eurostat/ramon/nuts/home_regions_de.html .
2
1.2.) Das Verfahren der Gebietsabgrenzung innerhalb der EU:
Das NUTS-System baut grundsätzlich, wie schon oben in der Einleitung geschrieben, auf den administrativen Gebietsabgrenzungen der einzelnen Mitgliedstaaten auf. Die Rechtfertigung findet sich darin, dass es zum einen (a) administrative Grenzen ab einer bestimmten Größenordnung einer Gebietskörperschaft gibt und zum anderen (b) in praktischen Gründen. Die Begründung der Kommission dafür lautet, dass so alle notwendigen Daten, die für eine effiziente Förderung notwendig sind, relativ einfach und schnell zugänglich sind. 4
Die NUTS-Systematik kennt drei hierarchische Ebenen: 1.) NUTS - 1 2.) NUTS - 2 3.) NUTS - 3 ( Anhang Seite i)
Die erste administrative Ebene ist direkt unterhalb der Regierung angeordnet. Für Deutschland heißt das also, dass hiermit die Länder gemeint sind. Die Ebenen zwei und drei richten sich jeweils nach dem politisch-administrativen System des Mitgliedstaates. Für die BRD bedeutet das, dass die zweite Ebene den Bezirksregierungen und die dritte Ebene den Kreisen entspricht. Folglich umfasst zur Zeit (Stand 2003: EU-15) die NUTS - 1 Ebene: 72, NUTS - 2: 213 und schließlich NUTS - 3: 1091 administrative Einheiten 5 . Die NUTS - Verordnung setzt folgende Grenzen für die jeweiligen NUTS - Ebenen fest:
4 Vgl. Ridinger, in: EG-Regionalpolitik, Seite 29.
5 Quelle: http://europa.eu.int/comm/eurostat .
3
1.3.) Kritik am NUTS - System:
So einfach und übersichtlich sich das NUTS - System auf den ersten Blick auch darstellt, so birgt es jedoch auch Probleme. Diese entstehen dadurch, dass die NUTS - Systematik, wie schon in der Einleitung erwähnt, dazu benutzt wird, die förderungsbedürftigen Regionen auszumachen. Als Indikator, um festzustellen wie „reich“ bzw. „arm“ eine Region ist, wird gegenwärtig am häufigsten das BIP in Kaufkraftstandards (KKS) pro Kopf benutzt. 6 Somit sollen die Zahlen zwischen den Regionen vergleichbar gemacht werden. Nun gibt es jedoch zwei grundlegende Argumente, die gegen das BIP in KKS pro Kopf bezogen auf die NUTS-Gebietseinheiten als Indikator sprechen. ( Anhang Seiten ii / iii)
a) Das BIP wird auf regionaler Ebene von der Produktionsseite berechnet. D.h., dass die wertmäßige Summe aller Waren und Dienstleistungen einer Region von den in der Region beschäftigten Personen gebildet wird. 7 Auf diese Weise entsteht in der jeweiligen Region Einkommen. Es ist jedoch nicht so, dass dieses Einkommen nun auch in der Region verbleibt. Vielmehr wird das Einkommen in andere Regionen transferiert. Das kann zum einen durch interregionale Verflechtungen geschehen, aber auch durch staatliche Interventionen. Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, da Einkommen bei den Haushalten Konsummöglichkeiten generiert. Somit kann man sagen, dass das BIP in Kaufkraftstandards pro Kopf ein nicht hinreichender Indikator für den Wohlstand einer Region ist. 8
b) Das regionale BIP in Kaufkraftstandards pro Kopf wird gebildet, indem eine arbeitsplatz-bezogene Zahl durch eine wohn-orts-bezogene Zahl dividiert wird. 9 Tritt nun jedoch ein „Pendler-
6 Quelle: http://europa.eu.int ,Statistik kurz gefasst - Wie reich sind die Regio-
nen Europas?, Seite 1.
7 Quelle: http://europa.eu.int , Statistik kurz gefasst - Wie reich sind die Regio-
nen Europas?, Seite 1.
8 Quelle: http://europa.eu.int , Statistik kurz gefasst - Wie reich sind die Regio-
nen Europas?, Seite 1.
9 Quelle: http://europa.eu.int , Statistik kurz gefasst - Wie reich sind die Regio-
nen Europas?, Seite 2.
4
saldo“ hinzu, d.h., dass Menschen nicht in der Region, in der sie wohnen, auch arbeiten, entsteht ein Problem. Die „arbeitende“ Region wird logischerweise als „zu reich“ dargestellt, während die „wohnende“ Region als „zu arm“ in Erscheinung tritt. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist London. c) Es bleibt also festzuhalten, dass das BIP in Kaufkraft-standards pro Kopf nicht aussagekräftig genug ist, die wirtschaftliche Situation einer Region zu beschreiben. Die oben benannten Probleme sind in der EU hinreichend bekannt. Deshalb wurden als Konsequenz darauf regionale Haushaltskonten in die ESVG 95 aufgenommen. 10 Jedoch treten auch bei diesem Verfahren Probleme auf. Zudem gibt es für einige Regionen noch keine ausreichenden Datensätze. Dennoch lassen die bisherigen Daten darauf schließen, dass diese Methode zu genaueren Ergebnissen bei der Feststellung des Wohlstandes einer Region führt als das bisher angewendete Verfahren.
2.) Die Ziele & Gemeinschaftsinitiativen der Gemeinschaft von 2000 bis 2006
In diesem Abschnitt der Arbeit soll geklärt werden, welche Ziele die EU mit Hilfe der ihr zu Verfügung stehenden Strukturfonds verfolgt. Um dies aufzuzeigen, wird dieses Kapitel in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil stellt die drei vorrangigen Ziele dar, die die Strukturfonds in den Jahren zwischen 2000 und 2006 erreichen sollen. Im darauf anschließenden zweiten Abschnitt werden kurz die Gemeinschaftsinitiativen für den oben genannten Zeitraum aufgezeigt.
Jedoch zunächst ein paar geschichtliche Hintergrundinformationen. Bis zur ersten „großen“ Reform der Strukturfonds im
10 Quelle: http://europa.eu.int , Statistik kurz gefasst - Wie reich sind die Regio-
nen Europas?, Seite 2.
5
Arbeit zitieren:
Timon Kopka, 2004, Regionalfonds in der EG und das Prinzip des juste-retour, München, GRIN Verlag GmbH
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