OS Sozialgeographie
Sandra Hoffmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Begriff der Sozialökologie 4
3. Chicagoer Schule 5
4. Modelle der Chicagoer Schule 6
4.1. Ringmodell der Stadtentwicklung nach Burgess 1925 / 1929 6
4.2. Sektorenmodell nach Hoyt 1939 8
4.3. Mehrkerne-Modell nach Harris und Ullmann 1945 9
4.4. Kritik an den klassische n Modellen 10
5. Anwendungen/ Auswirkungen 12
5.1. Sukzession 12
5.2. Suburbanisierung 13
5.3. Segregation 15
5.4. Aktionsräume 17
6. Zusammenfassung 18
7. Quellen 19
Abbildungsverzeichnis
Tab :1 Entwicklung des Bevölkerungsradius um das Zentrum von Chicago 5 3
Abb 1 : Ringmodel nach Burgess 1925 7
Abb 2 : Sektorenmodell nach Hoyt 1939 8
Abb. 3 : Mehrkernemodell nach Harris und Ullmann 1945 10
Abb 4 : Zusammenhang zwischen Flächennutzung und Gebäudehöhe mit Bezug zu den 11
konzentrischen Kreisen von Burgess 11
Abb 5 : Bevölkerungsentwicklung Leipziger Umland von 1989 bis 1997 in 14
Abb. 6 Stadt-Umland Wanderung und Wohnungsbau in der Großstadtregion Leipzig 15
Abb. 7 : Japaner und Sozialhilfeempfänger nach Stimmbezirken in Düsseldorf 1999 16
Abb 8 : Aktionsreichweite nach Reichweiten deutscher Senioren in Südhessen 17
Tabellenverzeichnis
Tab :1 Entwicklung des Bevölkerungsradius um das Zentrum von Chicago 6
3
OS Sozialgeographie
Sandra Hoffmann
1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem sozialökologischen Ansatz der Chicagoer Schule. Neben der allgemeinen Theorie wird anhand von Anwendungen versucht die Prozesse innerhalb einer Stadt zu beschreiben. Er ist nur ein Beispiel für die vielfältigen soziologischen Ansätze der letzten 70 Jahre auf diesem Gebiet. Hierzu zählen zum Beispiel auch die historische Analyse der Stadtentwicklung nach Max Weber oder Wirths Ansatz über die Effekte von Größe, Dichte und Heterogenität (FRIEDRICHS 1983: 20). Die Geographie schafft den fließenden Übergang zur Soziologie, indem sie sich mit den Beziehungen der Menschen untereinander, ihren Aktivitäten u nd Verteilung im Raum beschäftigt. Dazu zählt auch die Anpassung des Menschen an den "enviroment complex", der Umwelt (FRIEDRICHS 1983: 27f.).
2. Begriff der Sozialökologie
Von allen theoretischen Ansätzen hat sich der Ökologische am meisten verbreitet. Hier ist eine große Zahl von Arbeiten zu finden und trotz aller Differenzierungen ist er der Vielversprechenste. Dazu zählt, dass die Ökologie aus anderen Fachbereichen, wie der Geographie, Soziologie oder Ökonomie, rezipiert worden ist. (FRIEDRICHS 1983: 24) Diese Übernahme bezieht sich hauptsächlich auf 5 ökologischen Variablen. Diese sind:
1. Variablen, welche die Lebensbedingungen der Organismen. Dazu zählen vor allem Nahrungsmittel, Licht, Sonne oder andere Organismen.
2. Die Beschreibung der räumlichen Verteilung der Organismen, wozu auch die ökologischen Stadtanalysen zählen.
3. Die komplexen Prozesse im Ökosystem, wie der Energiefluss, der Wettbewerb oder die Dominanz. Durch sie können zum Beispiel Gegebenheiten im Habitat verändert werden.
4. Die Erweiterung der unter 3 genannten Prozesse um die Variablen Gleichgewicht oder Tauschprozesse. Es handelt sich dabei um Prozesse, die einen längeren Zeitraum im Ökosystem andauern können.
5. Die Beschreibung der untersuchten Gruppen über statistische Merkmale. Bevölkerungsdichte oder die Kriminalitätsraten im städtischen Teilgebiet.
4
OS Sozialgeographie
Sandra Hoffmann
Die genannten Variablen sind auch in den ersten theoretischen Arbeiten von Park, Burgess und McKenzie zu finden. Alle drei richten sich auf eine generelle soziologische Theorie, für welche die Probleme der Stadt, die den Forschungsschwerpunkt bildet, der Anstoß und das Anwendungsgebiet waren. Das Problem befasste sich damit, dass in der Freiheit der Stadt eine soziale Ordnung und Kontrolle erreicht werden müsste, die allen Bewohnern, sei es nun die Familie, der Clan oder Stamm, entspricht und der sie gewachsen sind. So ist ein grundlegendes Problem in den Arbeiten von Burges und Park das Verhältnis von Konkurrenz und sozialer Kontrolle. Von den Individuen wird angenommen, das sie ihren eigen Vorteil und Interessen im Kampf um die soziale Position verfolgen. Hier erscheint die Übernahme der Darwinschen These vom „Kampf ums Dasein“, die aus der Soziologie für diese Untersuchungen rezipiert worden ist, logisch. Die Freiheit der einzelnen Bewohner i st die Freiheit sich ohne Behinderung im Raum zu bewegen und damit die Form jeglicher Unabhängigkeit zu genießen. Mit den Annahmen der konkurrierenden Individuen ergibt sich, dass man für die Organisation einer Gesellschaft auch annehmen muss, das gerade dieser Gesellschaft die Aufgabe der sozialen Kontrolle des Wettbewerbs zukommt. Sie ist durch Gewohnheit, Tradition und Gesetz eingeschränkt worden. Und hier setzt der Kampf ums Dasein in einer Kampfform um den Lebensunterhalt und des Status an. Dabei ist i n einer arbeitsteiligen organisierten Gesellschaft der Wettbewerb die grundlegende Interaktion der Individuen. Und in dieser Gesellschaft ist die natürlich gegebene Konkurrenz zu einer Ökonomischen um Positionskämpfe geworden. (FRIEDRICHS 1983: 30ff.)
3. Chicagoer Schule
Die erste Rezeption der Ökologie erfolgte Anfang des 20. Jahrhunderts durch Park, Burgess und McKenzie an der Universität Chicago. Später wurden ihre Ansätze und in Theorie und Praxis als Chicagoer Schule bezeichnet (FRIEDRICHS 1983: 29). Erste Grundlagen dafür bildeten folgende Bedingungen:
1. Im Jahre 1892 bekam die Universität zu Chicago den ersten soziologischen Lehrstuhl.
2. Chicago verzeichnete eine sehr hohes Bevölkerungswachstum mit einem hohen Anteil an ethnischen Gruppen und zugleich wies die Stadt erhebliche soziale und ökonomische Konflikte auf.
5
OS Sozialgeographie
Sandra Hoffmann
3. Seit 1920 lagen für die Stadt Chicago die Zensusdaten für 70 Teilgebiete und ab 1930 für 75 Teilgebiete vor.
Vor allem durch Punkt 3 wurde Chicago zur best untersuchtesten Stadt dieser Zeit (FRIEDRICHS 1983: 29f.).
Historischer Hintergrund der Forschung war die Schnelligkeit des Wachstums und Wandels der Städte in dieser Zeit. Die Städte wurden überfordert und erhebliche soziale Probleme traten auf. In Chicago selbst gab es große Brennpunkte mit Armut, Gewalt und Kriminalität (STRATMANN 1999: 31). Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich zwischen 1898 und 1930 auf 3 Millionen Einwohner. Bemerkenswert dabei war , dass die Stadt nicht nur über ihre Stadtgrenzen hinaus wuchs, sondern dass einige S tadtteile schneller expandierten als andere. Zudem vollzog sich der Zuzug verschiedenster ethnischer Gruppen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, was wiederum das Wachstum der Stadt beeinflusste (CRESSEY 1938: 59f.). Nachfolgende Tabelle 1 soll noch einmal anhand der Verschiebung der Bevölkerung nach außen die Expansion von Chicago widerspiegeln.
Tab.:1 Entwicklung des Bevölkerungsradius um das Zentrum von Chicago
4. Modelle der Chicagoer Schule
In diesem Teil der Arbeit werden nun die theoretischen Ansätze der Forschung der Chicagoer Schule abgehandelt.
4.1. Ringmodell der Stadtentwicklung nach Burgess 1925/ 1929
Das von Burgess entwickelte Ringmodell aus dem Jahren 1925/ 1929 gehört bis heute zu den wichtigsten Stadtstrukturmodellen in der Stadtforschung und wurde am Modell von Chicago entworfen.
6
Quote paper:
Sandra Hoffmann, 2003, Der Sozialökologische Ansatz, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Aggression und Gewalt bei Mädchen und jungen Frauen
Pedagogy - Pedagogic Sociology
Termpaper, 31 Pages
Ein Planspiel zum Thema Stadte...
Geography / Earth Science - Didactics of Geography
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Romantische Motive in Josephs von Eichendorffs Novelle 'Aus dem Le...
German Studies - Modern German Literature
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Geography / Earth Science - Physical Georgraphy, Geomorphology, Environmental Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfe als Gegenstand der Hilfep...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 34 Pages
Die Frankfurter Schule der Sozialökologie und ihr Nutzen für die Geogr...
Geography / Earth Science - Miscellaneous
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Die Tragik der Lüge - Tragische Strukturen in der Figur des Odysseus i...
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 17 Pages
Klassische Bildungstheorie und Wolfgang Klafki: Grundzüge eines neuen ...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 16 Pages
Lernen mit dem Computer und dem Internet - Das Interactive Whiteboard
Eine Alternative zur Schultafe...
Examination Thesis, 101 Pages
Symboldidaktik "Kreuz" und unterrichtspraktische Umsetzungsm...
Theology - Didactics, Religion Pedagogy
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Berufliche Perspektiven für psychisch Kranke Menschen vor dem Hintergr...
Diploma Thesis, 111 Pages
Rezeption des Aufsatzes "Das Ende der Dritten Welt und das Scheit...
Politics - International Politics - General and Theories
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Die Bedeutung der Aussage "Geboren von der Jungfrau Maria"
Theology - Systematic Theology
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
Frontalunterricht und Gelenktes Unterrichtsgespräch als Leitfossilien ...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Mädchendelinquenz und jugendstrafrechtliche Sanktionen - Eignung und p...
Diploma Thesis, 154 Pages
Möglichkeiten und Grenzen von Planspielen
Pedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Joseph von Eichendorff, "Die Sehnsucht": Sehnsucht und kein ...
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 17 Pages
Intensive Viehwirtschaft. Massentierhaltung und Umweltprobleme
Geography / Earth Science - Regional Geography
Presentation (Elaboration), 11 Pages
Dietrich Bonhoeffer und der gelebte Widerstand - mit besonderem Blick ...
Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 16 Pages
Sandra Hoffmann has published the text Der Sozialökologische Ansatz
Sandra Hoffmann has uploaded a new text
Jahrbuch Strategisches Kompetenz-Management 03. Der kompetenzbasierte ...
Heike Proff, Christoph Burmann, Jörg Freiling
Sozialgeographie alltäglicher Regionalisierungen 2
Globalisierung, Region und Reg...
Benno Werlen
Der "Situationsorientierte Ansatz" in der Kita - Grundlagen und Praxis...
Grundlagen und Praxis Lehr-/Fa...
Armin Krenz
Neuerer Ansatz zur Quantifizierung der Balanced Scorecard
Unter besonderer Berücksichtig...
Wilhelm Schmeisser, Anja Tiedt, Falko Schindler
SOL - Selbstorganisiertes Lernen. Ein systematischer Ansatz für Unterr...
Band 1: Biologie - Chemie - Er...
Martin Herold, Birgit Landherr
0 comments