Einführung ins Thema 3
Kapitel 1 4
Hugo von Hofmannsthal 4
Kapitel 2 7
Werke 7
2.1 Der Turm 7
2.2 Das Salzburger Große Welttheater 8
Kapitel 3 10
Das Bild Gottes in Hofmannsthals Werken 10
3.1 Das Bild Gottes in Hofmannsthals „Turm“ 10
3.1.1 Sigismund und Christus 10
3.1.2 Basilius als Vater - Gott 12
3.1.3 Der Vergleich mit Babylon 15
3.2 Das Bild Gottes in Hofmannsthals „Salzburger Großem Welttheater“
16
3.2.1 Das theologische Drama 16
3.2.2 „Das Salzburger Große Welttheater“ als Liturgie 17
3.2.3 Der Bettler als Imitatio Christi 19
3.3 Vergleich der Gottesbilder in Hofmannsthals „Turm“ und im
„Salzburger Großen Welttheater“ 21
Fazit 23
Literatur 25
Quellen 25
Literatur 25
2
Einführung ins Thema
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Bild Gottes in Hofmannsthals Werken „Das Salzburger Große Welttheater“ und „Der Turm“. Hofmannsthal übernahm bei beiden Stücken den Stoff der Calderónschen Stücke „El gran teatro del mundo“ und „La vida es sueño“ und arbeitete ihn seinen Vorstellungen gemäß um.
Das erste Kapitel handelt vom Leben des Hugo von Hofmannsthal. Es wird beschrieben, wie er seine Kindheit verbracht hat, wie er zum Schriftsteller geworden ist und welche anderen bekannten Autoren er in seinem Leben kenne n gelernt hat. Außerdem werden natürlich seine wichtigsten Werke mit Entstehungsjahr genannt.
Im zweiten Kapitel dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Inhalt der beiden Werke „Der Turm“ und „Das Salzburger Große Welttheater“, um die Personen und die Handlung des Stücks besser kennen zu lernen. Im dritten Kapitel soll gezeigt werden, welches Gottesbild Hofmannsthal in seinem „Turm“ zeichnete. Der "Turm" selbst behandelt die Veräußerung von Weltkrieg, Revolution, sowie den Untergang der Monarchie und die Pöbelherrschaft. Weiterhin wird immer wieder die Macht des Geldes angesprochen.
Der zweite Teil des dritten Kapitels handelt vom „Salzburger Großen Welttheater“. Auf den religiösen Bezug des „Salzburger Großen Welttheaters“ wies Hofmannsthal schon im ersten Satz seines Werkes hin: „Dass es ein geistliches Schauspiel von Calderon gibt, mit Namen, „Das große Welttheater“, weiß alle Welt“. 1 Die beiden Stücke unterscheiden sich in der Schilderung der theologischen Dimension, wenn auch beide Stücke in ihrer Konzeption des Lebens als einer Prüfung für ein jenseitiges Weiterleben übereinstimmen. Calderón de la Barcas Stück sollte als ein religiöses Lehrstück vor allem der Unterweisung des Volkes in theologischer Hinsicht dienen. In seinem Stück wurden den Zuschauern die
1 s. Hugo von Hofmannsthal: Das Salzburger Große Welttheater. Frankfurt am Main
1957, S. 5
3
katholischen Dogmen auf der Bühne vorgeführt.
In dieser Arbeit soll nun gezeigt werden, welches Bild Gottes Hofmannsthal in seinem „Salzburger Großen Welttheater“ entworfen hat. Es soll hier aufgezeigt werden, ob er diese theologische Lehrfunktion des Calderónschen Schauspiels übernommen hat und ob er in seiner Aussage ebenso dogmatisch ist wie Calderón.
Im dritten Teil des dritten Kapitels werden dann schließlich das Bild Gottes im „Turm“ und im „Salzburger Großen Welttheater“ miteinander verglichen. Es ist interessant zu sehen, welche Gemeinsamkeiten es bei beiden Stücken gibt, beziehungsweise wie unterschiedlich Hofmannsthal das Bild Gottes in beiden Werken dargestellt hat.
Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal, wurde am 1. Februar 1874 in Wien geboren, also zur Zeit des großen Börsenkrachs, in dem das spekulierende Großbürgertum, unter anderem auch sein Vater, einen großen Teil an Vermögen verlor. Hofmannsthal war das einzige Kind seiner Elte rn Hugo von Hofmannsthal, dem Direktor der Central-Bodencreditanstalt, und Anna Maria Josefa Fohleutner, die in einer Bauern- und Beamtenfamilie aufgewachsen war. Bei seinem ersten veröffentlichten Text, dem Sonett „Frage“ war Hofmannsthal gerade mal 16 Jahre alt. Er veröffentlichte es unter dem Pseudonym Loris Melikow. Von Gustav Schwarzkopf wurde Hofmannsthal 1890 in den Literatenkreis des Café Griensteidl in Wien eingeführt, wo er unter anderem mit Arthur Schnitzler und Richard Beer-Hofmann Freundschaft schloss.. 2
Hofmannsthal lernte 1891 auch Stefan George kennen, in dessen „Blättern für die Kunst“ er 1892 das dramatische Fragment „Der Tod des
2 vgl. Mayer, Mathias: Hugo von Hofmannsthal. Stuttgart, Weimar 1993, S. 2 f.
4
Tizian“ veröffentlichte. Weitere dramatische Arbeiten des jungen Hofmannsthal waren „Alkestis“ und „Der Thor und der Tod“, denen Werke wie „Gestern“, „Der weiße Fächer“ und „Die Frau im Fenster“ folgten. In diesen Werken verschmelzen Tod und Leben im mystischen Erlebnis zu einer höheren, göttlichen Einheit. 3
Hugo von Hofmannsthal studierte zunächst an der Universität in Wien Jura, wo er auch seine erste juristische Staatsprüfung ablegte. 1894/95 leistete Hofmannsthal seinen Militärdienst beim Dragoner-Regiment in Göding und kehrte nach diesem freiwilligen Jahr an die Universität zurück, wo er romanische Philologie studierte. 1898 promovierte er mit einer Arbeit über den „ Sprachgebrauch bei den Dichtern der Plejade“ und habilitierte schließlich 1901 mit einer „Studie über die Entwickelung des Dichters Victor Hugo“. 4
1901 entschied sich Hofmannsthal endgültig für den Beruf als Schriftsteller und damit gegen die durch Dissertation und Habilitationsschrift in Romanistik bereits vorbereitete Universitätslaufbahn, heiratete noch im selben Jahr die Jüdin Gertrud Schlesinger und zog in das „Fuchsschlössel“ in Rodaun bei Wien. 5 Während dieser Ehe wurden drei Kinder geboren, Franz, Raimund und Christiane. 6 Kurze Zeit später fiel Hofmannsthal in eine schöpferische Krise, die er durch Hinwendung zum objektiveren dramatischen Stil und zur Prosa zu beseitigen versuchte. 1904 begann Hofmannsthal mit der Bearbeitung griechischer Dramen. In diesem Zusammenhang entstanden die Dramen „Elektra“ und „Ödipus und die Sphinx“. 7 Hofmannsthal schrieb aber auch Erzählungen wie zum Beispiel „Das Märchen der 672. Nacht“, „Das Erlebnis des Marschalls von Bassompierre“, „Reitergeschichte“, „Lucidor“ und „Die Frau ohne Schatten“.
3 vgl. Metzler- Autoren-Lexikon: deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. v. Bernd Lutz. Stuttgart, Weimar 1997, S. 380 f.
4 vgl. Mayer, S. 1 ff.
5 vgl. Metzler, S. 380 f.
6 vgl. Haas, Willy: Hugo von Hofmannsthal; in: Köpfe des XX. Jahrhunderts Bd.34. Berlin
1964, S. 10
7 vgl. Metzler, S. 380 f.
5
Zudem veröffentlichte Hofmannsthal mehrere essayistische Schriften, sowie erfundene Gespräche und Briefe. Zu den wohl berühmtesten Briefen gehört vor allem der „Brief des Lord Chandos“. Hofmannsthal verfasste jedoch auch Filmtexte und widmete sich dem Ballett und der Pantomime. 8
Ab 1922 versuchte Hofmannsthal Calderón de la Barcas Werke für die Bühne umzugestalten. So zum Beispiel „Das Salzburger Große Welttheater“ und „Der Turm“, dessen Vorlage Calderóns „Das Leben ist ein Traum“ bildete. 9 Dieses Trauerspiel hat die längste Entstehungsgeschichte aller Werke Hofmannsthals.
Im Jahre 1902 begann er bereits mit der Bearbeitung von Calderóns Drama „La vida es sueño“. 1910 erschien „Der Turm“ dann als Fragment und erst im Jahr 1918 arbeitete Hofmannsthal, durch Kriegserlebnisse geprägt, wieder an dem Drama. In den Jahren 1923 bis 1928 erschienen drei Druckfassungen, da der Schluss der Tragödie Hofmannsthal die größten Schwierigkeiten bereitete. 1927 erschien jedoch die endgültige Fassung des „Turms“, dessen Uraufführung am 4. Februar 1928 am Prinzregententheater in München stattfand. 10 1920 entstand das aus dem Englischen überarbeitete „Jedermann“ für die Salzburger Festspiele, die Hofmannsthal mitbegründet hatte. In der Zeit von 1918 bis 1923 schrieb Hofmannsthal noch die Komödien „Der Schwierige“, „Der Bürger als Edelmann“ und „Der Unbestechliche“. 11 Am 13.Juli 1929 beging sein Sohn Franz in Rodaun Selbstmord, worauf Hofmannsthal einen Schlaganfall erlitt und am 15. Juli, dem Tag der Beerdigung seines Sohnes, starb. 12
8 vgl. Kobel, Erwin: Hugo von Hofmannsthal. Berlin 1970, S. 314 ff.
9 vgl. Metzler, S. 380 f.
10 vgl. Kobel, S. 314 ff.
11 vgl. Metzler, S. 380 f.
12 vgl. Haas, S.75
6
Nachdem König Basilius von Polen prophezeit wurde, dass sein Sohn Sigismund ihn vom Thron stürzen werde, lässt er ihn in einen weit entlegenen Turm verbannen. Dort verbringt Sigismund zweiundzwanzig Jahre, bis Sigismunds Kerkermeister Julian ihn dem Vater zuführen will, da der Staat von Verschwörungen und Rebellionen heimgesucht wird und Julian hofft, nach der Versöhnung beider selbst an die Macht zu kommen. Sigismund soll allerdings eine Aufgabe gestellt werden, die entweder beweist, dass er wirklich der prophezeite dämonischer Aufrührer ist oder dass der König ihn zu seinem Nachfolger bestimmen kann. Sigismund bekommt den Auftrag seinen Kerkermeister Julian als Anführer der Rebellionen im Staat zu töten. Durch seine lange Isolation ist Sigismund jedoch der unsicheren Selbstgefälligkeit und dem politischen Kalkül des Basilius in der entscheidenden Begegnung nicht gewachsen und w irft seinen, der Gewaltherrschaft bezichtigten, Vater nieder, tötet ihn jedoch nicht. Nach dieser Begegnung will Basilius seinen Sohn töten lassen, doch die geplante Hinrichtung findet nicht statt. Inzwischen ist eine Rebellion ausgebrochen, an deren Spitze Sigismund nach Julians Plan die Macht erstreiten soll, um so mit Gewalt den Thron zu erlangen. Jedoch weigert sich Sigismund beharrlich, Julians Pläne zu verwirklichen. Es kommt nun dazu, dass nicht der König von den Aufrührern erschossen wird, sondern J ulian, damit die Aufrührer ihre eigenen Pläne durch Sigismund verwirklichen können. Sie versuchen ihn gefügig zu machen, was ihnen aber misslingt, da für Sigismund die Realität nur ein Traum ist und sein „Turm“ die wahre Wirklichkeit. Durch diese Traumwelt, in der er lebt, ist er durch Julian nicht manipulierbar und auch dem gewaltbereiten Soldaten Olivier gegenüber unangreifbar.
Sigismund wird darauf vom aufständischen Volk befreit und zum König gewählt, kann sich aber nicht wirklich mit den Aufgaben eines Herrschers vertraut machen.
7
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Christina Meiser, 2003, Das Bild Gottes in Hofmannsthals 'Turm' und im 'Salzburger Großen Welttheater', Munich, GRIN Publishing GmbH
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