Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1 Der Wissensbegriff 1
2 Die Bedeutungszunahme der Ressource Wissen. 3
2.1 Die Wissensgesellschaft 3
2.2 Globale Wissensnetzwerke. 4
2.3 Technologiewandel. 5
3 Wissen als Produktions- und Wettbewerbsfaktor. 6
3.1 Wissen als vierter Produktionsfaktor. 6
3.2 Wissen als Wettbewerbsfaktor und Kernkompetenz. 7
4 Wissensmanagement. 8
4.1 Die junge Wissenschaftsdisziplin 8
4.2 Der Prozess des Wissensmanagements 8
4.3 Kritik an bisher vorgelegten Wissensmanagementansätzen. 11
5 Wissenscontrolling 12
5.1 Konzepte des Wissenscontrollings 12
5.1.1 Begründung der Notwendigkeit eines Wissenscontrollings 12
5.1.2 Ein theoretisches Idealkonzept des Wissenscontrollings 13
5.1.3 Ansätze des Wissenscontrollings. 14
5.1.4 Die Messbarkeit von Wissen als Prämisse 17
5.2 Die Messung von Wissen 18
5.2.1 Messprobleme. 18
5.2.2 Instrumente 19
5.3 Integration von Wissen in die Balanced Scorecard 20
5.3.1 Balanced Scorecard und Wissensmanagement. 20
5.3.2 Wissen in der Lern- und Entwicklungsperspektive 22
5.3.3 Notwendige Erweiterungen der Lern- und Entwicklungsperspektive. 23
5.3.4 Vorteile der Integration. 24
6 Fazit und Ausblick. 25
Literaturverzeichnis 27
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Vom Zeichen zum Wissen
Abb. 2: Prozesse des Wissensmanagements.
Abb. 3: Die Zeitschere.
Abb. 4: Ansätze zur Bewertung der organisationalen Wissensbasis
Abb 5: Die Balanced Scorecard
Der Wissensbegriff 1
1 Der Wissensbegriff
Die Epistemologie als ein Teilgebiet der Philosophie beschäftigt sich mit der Theorie des Wissens bereits seit der Antike. Schon Platon und Aristoteles diskutierten kontrovers über eine Definition des Wissensbegriffs und die Entstehung von Wissen. Sie begründeten die bis heute gültige Trennung der Philosophen in das Lager der Rationalisten, die an die Existenz von Wissen ohne vorherige Sinneserfahrung glauben, und das Lager der Empiristen, die der Ansicht sind, dass Wissen ausschließlich induktiv erlangt werden kann. 1 Da aufgrund des enormen subjektiven Interpretationsspielraums lediglich Werturteile für oder gegen die skizzierten Strömungen gefällt werden können, hat sich bis dato keine allgemein anerkannte Definition des Wissensbegriffes durchgesetzt. 2 In Wissenschaft und Praxis werden Begriffe wie Daten, Information und Wissen außerordentlich widersprüchlich und wenig systematisch verwendet, 3 so dass aus diesem Grunde eine klare themenbezogene Definition für diese Seminararbeit obligatorisch wird.
Aufbauend auf den Grundelementen des Wissens lassen sich erste Ansätze zu einer sinnvollen Definition finden. 4 Einzelne Zeichen wie z.B. Buchstaben oder Ziffern repräsentieren das kleinste darstellbare Datenelement. Durch Verknüpfung der Zeichen entstehen Daten als verwertbare Angaben über Dinge und Sachverhalte. Informationen kennzeichnen diejenigen Daten, die vom jeweiligen Datenempfänger individuell nutzbar sind, d.h. die Daten werden subjektiv wahrgenommen und verwertet. Letztendlich entsteht Wissen durch Verarbeitungs-und Speicherungsprozesse von Informationen im menschlichem Gehirn, wobei die neue Information mit bereits vorhandenen Erfahrungen kombiniert wird. 5 Dieser Umwandlungsprozess von Informationen zu Wissen wird auch als Lernen
1 Vgl. Mandl, H.; Reinmann-Rothmeier, G.: Die Rolle des Wissensmanagements für die Zukunft: Von der
Informations- zur Wissensgesellschaft, in: Wissensmanagement: Informationszuwachs - Wissensschwund? - strategische Bedeutung des Wissensmanagements, hrsg. von Mandl, H.; Reinmann-Rothmeier, G., Mün- Wien 2000, S. 1-17, hier S. 4-5.
2 Vgl. Kiefer, E.: Wissen und Intelligenz, in: Wissensarten und ihre Darstellung. Informatik Fachbericht Nr.
169, hrsg. von Heyer, G.; Krems, J.; Gorz, G., Berlin u. a. 1988, S. 67-82, hier S. 68.
3 Vgl. Bendig, R.: Aspekte der konzeptionellen Modellierung eines wissensbasierten Planungssystems zur
strategischen Unternehmensplanung (Diss.), Duisburg 1988, S. 31.
4 Vgl. Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K.: Wissen managen: wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource
optimal nutzen, Frankfurt a. M., Wiesbaden 1997, S. 34.
5 Vgl. Rehäuser, J.; Krcmar, H.: Wissensmanagement einer Unternehmung, in: Managementforschung 6,
hrsg. von Schreyögg, P.; Conrad, P., Berlin, New York 1996, S. 1-40, hier S. 3ff.
Der Wissensbegriff 2 bezeichnet. 6
Zahlreiche weitere elementare Wissensdefinitionen wie z.B. die der Kybernetik, existieren, sollen jedoch hier nicht weiter vertieft werden. 7
Abb. 1: Vom Zeichen zum Wissen 8
Die dargestellte Wissensdefinition bedarf einer Erweiterung, um realitätsnäher zu werden und ökonomische Relevanz zu erlangen. Am Beispiel eines Computers wird deutlich, dass Wissen nicht nur im menschlichem Gehirn generiert und gespeichert werden kann, sondern auch in nicht menschlichen
Speichersystemen. 9 Für die Betriebswirtschaftslehre ist vor allem die Tatsache bedeutsam, dass Wissen sowohl in Individuen als auch in Organisationen verarbeitet und gespeichert wird. Die organisationale Wissensbasis als Gesamtheit allen verfügbaren Wissens ist nicht identisch mit der Summe des Wissens der an der Organisation beteiligten Individuen. 10 Als Beispiele lassen sich Markennamen oder komplexe Unternehmensprozesse anführen, deren Wert als Wissen spezifisch an eine bestimmte Unternehmung als Organisation gebunden sein kann. 11
Somit soll im folgenden Wissen als ein Resultat von Transformationsprozessen verstanden werden, in denen Daten subjektiv und individuell als Informationen erkannt, und in Wissensspeichern abgelegt werden. 12
6 Vgl. Albrecht, F.: Strategisches Management der Unternehmensressource Wissen: Inhaltliche Ansatzpunkte
und Überlegungen zu einem konzeptionellem Gestaltungsrahmen (Diss.), Frankfurt a. M. 1993, S. 31-32.
7 Vgl. Güldenberg, S.: Wissensmanagement und Wissenscontrolling in lernenden Organisationen: ein sys- Ansatz, 3., aktualisierte Auflage, Wiesbaden 2001, S. 156-159.
8 In Anlehnung an Rehäuser, J.; Krcmar, H.: Wissensmanagement einer Unternehmung, S. 3.
9 Vgl. Güldenberg, S.: Wissensmanagement und Wissenscontrolling, S. 161.
10 Vgl. Pfau, W.: Wissenscontrolling in lernenden Organisationen, in: WiSt, Jg. 1999, München, Frankfurt a.
M. 1999, S. 599-601, hier S. 599.
11 Vgl. Edvinsson, L.; Brünig, G.: Aktivposten Wissenskapital - Unsichtbare Werte bilanzierbar machen,
Wiesbaden 2000.
12 Vgl. Güldenberg, S.: Wissensmanagement und Wissenscontrolling, S. 161.
Die Bedeutungszunahme der Ressource Wissen 3
2 Die Bedeutungszunahme der Ressource Wissen
North führt drei Einflussfaktoren an, die Wissen im dritten Jahrtausend zur bedeutendsten Ressource für unternehmerischen Erfolg machen. Sie werden im folgenden aus didaktischen Gründen separat dargestellt, sind jedoch in hohem Maße interdependent. Vor der Erläuterung der drei Einflussfaktoren der Bedeutungszunahme der Ressource Wissen soll anhand von Microsoft, dass längere Zeit das Unternehmen mit der weltweit höchsten Marktkapitalisierung war, das Ausmaß der Bedeutungszunahme aufgezeigt werden. Bereits 1995 betrug das bilanzierte physische Vermögen von Microsoft lediglich 10% der Marktkapitalisierung. 13 Unter der Annahme, dass Einflüsse auf die Marktkapitalisierung wie z.B. die Marktpsychologie als Black Box betrachtet werden, ergibt sich simplifiziert durch Subtraktion des bilanzierten Vermögens von der Marktkapitalisierung eine Differenz von 90%, die als Wissenskapital angesehen werden kann, das nach geltendem Bilanzierungsrecht nicht aktiviert werden darf. 14
2.1 Die Wissensgesellschaft
Den ersten Einflussfaktor bildet der strukturelle Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft. Die Verlagerung von arbeits- und kapitalintensiven zu informations- und wissensintensiven Handlungen ist von einem zunehmendem Angebot der Unternehmen von Information, Wissen und intelligenten Gütern geprägt. Damit verbunden ist die Ablösung von Arbeit und Kapital als knappe Ressource durch Wissen, 15 so dass Wissensproduktivität der entscheidende Faktor im Wettbewerb wird. 16 Zur Verdeutlichung des neuen Zeitalters der Wissensgesellschaft sollen nun exemplarisch drei Phänomene derselbigen beschrieben werden.
Die sogenannte Halbwertszeit des Wissens, d.h. die Zeit in der relevantes Wissen seinen Wert halbiert, hat sich wesentlich reduziert. 17 In der Computerbranche
13 Vgl. Sveiby, K. E.: The new organizational wealth, San Francisco 1997, S. 7.
14 Vgl. Picot, A.; Scheuble, S.: Die Rolle des Wissensmanagements in erfolgreichen Unternehmen, in: Wis- Informationszuwachs - Wissensschwund? - die strategische Bedeutung des Wissensmana- hrsg. von Mandl, H.; Reinmann-Rothmeier, G., München, Wien 2000, S. 19-38, hier S. 22-23.
15 Vgl. North, K.: Wissensorientierte Unternehmensführung: Wertschöpfung durch Wissen, Wiesbaden 1998,
S. 14-17.
16 Vgl. Drucker, P.: The future that has already happened, in: Harvard Business Review, Jg. 1997, Heftnr.
09/10, o. O. 1997, S. 20-24.
17 Vgl. Warnecke, H.-J.: Revolution der Unternehmenskultur - Das fraktale Unternehmen, 2. Auflage, Berlin
u. a. 1993, S. 106; Willke, H.: Systemisches Wissensmanagement, Stuttgart 1998, S. 355.
Die Bedeutungszunahme der Ressource Wissen 4
beträgt der Zeitraum der Wissenshalbierung zum Teil nur noch wenige Monate. Das Schlagwort Wissensexplosion beschreibt die exponentielle Vermehrung des Wissens, deren Ende bislang nicht abzusehen ist. Zum Beispiel dauerte es 300 Jahre bis sich nach Erfindung der Druckerpresse durch Gutenberg das Volumen aller Informationsmedien verdoppelte, während die Verdopplungszeit heute lediglich auf fünf Jahre geschätzt wird. Da die menschliche Verarbeitungs- und Speicherkapazität nicht mit der Wissensvermehrung standhalten kann, ist die Wissenschaft von einer immer weitergehenden Spezialisierung geprägt, so dass von einer Wissensfragmentierung gesprochen werden kann. Mittlerweile kann es sogar zu Verständnisproblemen zwischen zwei Vertretern der gleichen Wissensdisziplin kommen, die sich auf verschiedene Bereiche spezialisiert haben. Weiterhin kann eine gesteigerte Wissensintensität konstatiert werden. Dies bedeutet, dass relativ einfache Basisgüter durch Integration von wissensintensiven Zusatznutzen eine Wertsteigerung erfahren. Textilien, die in Abhängigkeit der Wetterlage ihre Eigenschaften ändern, oder Kreditkarten, die automatisch die Muttersprache des Benutzers an Automaten selektieren, sind simple Beispiele für das Phänomen der steigenden Wissensintensität. 18
2.2 Globale Wissensnetzwerke
Die globale Verfügbarkeit und die kostengünstige Übermittlung von Wissen über innovative Netze stellen den zweiten Einflussfaktor für die Bedeutungszunahme der Ressource Wissen dar. Diese Wissensnetzwerke sind in ihrem interdependenten Ursache- und Wirkungszusammenhang mit dem Phänomen der Globalisierung zu sehen. Neben anderen Faktoren der Globalisierung haben sie einen enormen Anstieg von Welthandel und Direktinvestitionen in den letzten Jahren verursacht, der wiederum den weiteren Ausbau der Netzwerke verstärkt. Die Wissensnetzwerke haben sich dadurch entwickelt, dass
Standortentscheidungen von Unternehmen vermehrt aufgrund von komparativen Wissensvorteilen und nicht mehr allein nach komparativen Kostenvorteilen getroffen werden. 19 Desweiteren haben sich die traditionellen Industrieländer zu Wissensnationen weiterentwickelt, die die Phasen der materiellen Erstellung von Gütern in ehemalige Schwellenländer transferieren, wodurch die Schwellenländer
18 Vgl. Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K.: Wissen managen, S. 21-22.
19 Vgl. North, K.: Wissensorientierte Unternehmensführung, S. 21-23.
Die Bedeutungszunahme der Ressource Wissen 5
nun ihrerseits zu Industrienationen geworden sind. 20 Wissensnetzwerke haben die Entwicklung von kooperativen Arbeitstechniken begünstigt. 21 In diesem Zusammenhang erkennt Willke in den Wissensnetzwerken Tendenzen einer Erosion klassischer Hierarchien zugunsten von flexiblen Heterarchien. 22 Befähiger für die Ausbildung von globalen Wissensnetzwerken sind die Innovationen der Kommunikations- und Informationstechnologien 23 , die im folgenden dargestellt werden sollen.
2.3 Technologiewandel
Als dritten und letzten Einflussfaktor bestimmt North die revolutionären
Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Sie sind der Treiber der Einflussfaktoren Strukturwandel und globale Wissensnetzwerke. Die neuen Technologien ermöglichen niedrige Transaktionskosten und reduzieren Informationsasymmetrien, wodurch reale Märkte sich mehr in Richtung des entwickeln. 24 theoretischen Konstrukts eines vollkommenen Marktes
Wissensbasierte Innovationen hat es jedoch schon seit Menschengedenken gegeben und es stellt sich die Frage, was die Innovationen in der Informations-und Kommunikationstechnologie der Wissensgesellschaft zum Beispiel von denen der industriellen Revolution unterscheidet. Die Fabrikhallen der industriellen Revolution waren für jedermann greifbar, lokalisierbar und bis zu einem gewissen Grade konnten die darin ablaufenden Prozesse allgemein nachvollzogen werden. Im Gegensatz dazu entziehen sich im Weltraum schwebende Satelliten oder auf dem Meeresboden verlaufende Glasfaserkabel jeglichem Blick, das globale Internet ist nicht greifbar und der bereits angesprochene wissensintensive Zusatznutzen von Produkten wird in seinen Ursache-Wirkungszusammenhängen von seinen Benutzern oftmals nicht mehr verstanden. 25 Das folgende Kapitel soll zeigen, welche Auswirkungen der Übergang zur Wissensgesellschaft auf das unternehmerische Handeln hat.
20 Vgl. North, K.: Localizing global production, Genf 1997.
21 Vgl. Hegering, H.-G.,: Kommunikationsdienste zur Unterstützung des Wissenserwerbs, in: Wissensmana- Informationszuwachs - Wissensschwund? - die strategische Bedeutung des Wissensmanagements,
hrsg. von Mandl, H.; Reinmann-Rothmeier, G., München, Wien 2000, S. 39-45, hier S. 40.
22 Vgl. Willke, H.: Systemisches Wissensmanagement, S. 375-376.
23 Vgl. Willke, H.: Systemisches Wissensmanagement, S. 371.
24 Vgl. North, K.: Wissensorientierte Unternehmensführung, S. 15.
25 Vgl. Willke, H.: Systemisches Wissensmanagement, S. 356-357, S.368-369.
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Björn Bürger, 2003, Planung, Steuerung und Kontrolle von Wissen - Wissenscontrolling als ungelöstes Problem?, München, GRIN Verlag GmbH
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