Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
Idylle als Gattungsbegriff 4
Interpretation von „der zerbrochene Krug“ 6
a) Das transportierte Ideal der Idylle
b) Der Krug
c) Die Geschichten auf dem Krug als Indikator
für die pervertierte Idylle
d) Darstellung von Verlust der Idylle als idyllisch
Abschließende Betrachtung 10
Literaturverzeichnis 11
2
Einleitung
Der Dichter Salomon Geßner ist weitgehend in Vergessenheit geraten, zu seinen Lebzeiten (1730-1788) und noch bis ins 19. Jahrhundert hinein konnte er jedoch in ganz Europa, vor allem in Frankreich, eine große Leserschaft vorweisen. Allgemein wird Geßner als der Erneuerer und Wendepunkt der deutschsprachigen Idylle gesehen, bzw. als Vorläufer für Idyllen von Goethe, Schiller, Jean Paul und Mörike, da er die Motive der Idylle in die Welt des Bürgertums transponierte. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde Geßner jedoch von der zeitgenössischen Kritik, zum Beispiel von Herder und Goethe, scharf kritisiert, sein Erfolg bei den Lesern war trotzdem ungebrochen. 1
Anhand der Idylle "Der zerbrochene Krug" soll nun Geßners widersprüchliche Idyllendarstellung untersucht werden.
Im ersten Teil der Arbeit soll der Gattungsbegriff "Idylle" definiert werden. Im folgenden Teil soll anhand formaler und inhaltlicher Gattungsmerkmale der idyllische Charakter von "Der zerbrochene Krug" herausgearbeitet werden, was mit einer Textanalyse einhergeht.
1 Aus: Bircher, Martin: Salomon Gessner. In: G. E. Grimm, F. R. Max (Hsg.) Deutsche Dichter. Bd.III:
Aufklärung und Empfindsamkeit. Stuttgart: Reclam 1988. 233 - 246.
3
Idylle als Gattungsbegriff
Idylle: (bis 18.Jh.: Idyll, von griechisch eidyllion = Bildchen, kleines Gedicht), episch- halbdramatische (dialogische) Dichtform zur Schilderung friedvoll-
einer heilen Welt und eines erfüllten, konfliktfreien glücklichen Lebens innerhalb überschaubarer, oftmals ländlicher Verhältnisse. Dieses Leben wird in vertrauter Umgebung im Einklang mit der Natur und den Menschen untereinander fernab von gesellschaftlichen Zwängen geführt.
Der Aufbau eines solchen Textes beschränkt sich auf ein längeres Gedicht oder einer kurzen Prosa Erzählung, die häufig in Hexametern abgefasst ist. Die Figur des poetischen Hirten wird oft als Protagonist verwendet, in den siebziger Jahren wird der gute Hirte dann durch den Pfarrer oder den Bauern ersetzt und der ländliche Schauplatz in eine Kleinstadt verlegt.
Idylle meint Wunschbild von einem in sich ruhenden, ungefährdeten Dasein, das sich von sozialen und politischen Verhältnissen fernhält und dabei herrschaftsfreie, harmonische Zustände bewahrt. Dadurch hat die Idylle eine gewisse Nähe zur Utopie. In beidem erträumen sich die Menschen glückliche Verhältnisse.
Im 18. Jahrhundert wurden die Begriffe "Idylle", "Schäferdichtung", "Bukolik", "Ekloge" und "Feld- und Landgedichte" weitgehend synonym verwendet und erst
2 Aus: Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. Siebte, verbesserte und erweiterte Auflage.
Stuttgart, Alfred Kröner Verlag 1989, S. 401-403
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Arbeit zitieren:
Jennifer von Glahn, 2002, Gestörte Idylle am Beispiel des Textes "Der zerbrochene Krug" von Salomon Geßner, München, GRIN Verlag GmbH
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