Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: Seite 01
1. Einleitung Seite 02
2. Hauptteil
2.1 Belege für eine Paralyse in „A little Cloud“ Seite 02
2.2 Was bedeutet „Irische Paralyse“ und wie sieht sie James Joyce? Seite 06
3. Schlussbemerkung Seite 07
Bibliographie Seite 09
1
1. Einleitung:
Ein wichtiges Thema in James Joyce’ Buch Dubliners ist die „Irische Paralyse“. Im Folgenden wird dieses Thema anhand der Kurzgeschichte „A little Cloud“ aufgezeigt und erläutert. In dieser Geschichte manifestiert sich das Thema der Lähmung an dem Protagonisten Thomas Chandler. Ihm gegenübergestellt wird die Figur Ignatius Gallaher, der dieser Paralyse nicht anheim gefallen ist, und in diesem Sinne Chandlers Gegenspieler ist. Des weiteren wird erklärt, was „Irische Paralyse“ bedeutet und woher sie kommt, wobei historische Gesichtspunkte einbezogen werden. Dabei wird auch der Frage auf den Grund gegangen, warum Joyce die Paralyse zu einem Hauptthema seiner Kurzgeschichten in Dubliners gemacht hat und wie er sie selbst sieht.
2. Hauptteil:
2.1 Belege für eine Paralyse in „A little Cloud“
„A little Cloud“ wurde im Jahre 1906 als eine der letzen Geschichten aus James Joyce’ Kurzgeschichtensammlung Dubliners fertig gestellt, also nachdem Joyce 1904 Dublin und Irland verlassen hatte. „A little Cloud“ steht an achter Stelle der Kurzgeschichten und bildet damit innerhalb von Dubliners den ersten Text aus dem Bereich maturity. James Joyce hat in dieser Kurzgeschichte die „Irische Paralyse“ zum Hauptthema gemacht, wofür sich im Text zahlreiche Belegen finden lassen, vor allem an der Hauptperson Thomas Chandler und in seinen Äußerungen und Gedanken. In „A little Cloud“ trifft die Hauptperson Thomas Chandler nach längerer Zeit wieder auf seinen alten Freund Ignatius Gallaher. Die Erzählung ist in drei Teile geteilt. Im ersten und letzen Teil erfährt der Leser die Reflektionen Chandlers, im mittleren Teil findet das Treffen der beiden Protagonisten statt.
Thomas Chandler ist 32 Jahre alt und verheiratet. Sein Traumberuf ist Schriftsteller, doch weiter als bis zu einem einfachen Büroangestellten in Dublin hat er es nicht gebracht. Er wird wegen seiner geringen Körpergröße „Little Chandler“ genannt, aber nicht nur deswegen, sondern auch, weil er den Eindruck macht „a little man“ 1 zu sein. Joyce beschreibt Little Chandler als schüchterne, zerbrechliche und melancholische
1 James Joyce. Dubliners. London: Penguin, 2000. S. 65.
2
Person, die penibel auf ihr Äußeres achtet. Gleich zu Beginn bekommt man von der Hauptperson den Eindruck eines Spießers und Versagers, der das Opfer einer inneren Paralyse geworden ist und sich die Frage stellt, „what changes those eight years had brought.“ 2 , darauf aber keine Antwort weiß. Gemeint sind die letzten acht Jahre, seitdem er seinen Freund Ignatius Gallaher nicht mehr gesehen hat. Dieser hat acht Jahre zuvor Irland verlassen und ist in der Weltstadt London bei einer Zeitung ein erfolgreicher Journalist geworden. Er hat also den Beruf eines Schreibenden ergriffen, was Little Chandler auch gerne getan hätte. Er denkt traurig daran, dass er es vielleicht auch wie Gallaher hätte schaffen können, aber gleichzeitig denkt er auch „how useless it was to struggle against fortune“ 3 . Hier zeigt sich wieder, dass Chandler, der es wegen seiner zurückhaltenden Art nicht geschafft hat aus seinem einfachen Leben auszubrechen, einer Paralyse anheim gefallen ist. Chandler denkt an die Vergangenheit und daran, wie Gallaher es nur geschafft hat so erfolgreich zu werden, wo er doch früher jemand war, der viel trank und anderen Geld geschuldet hat. Aber er weiß auch, dass Gallaher immer eine beeindruckende, aufstrebende Persönlichkeit war, im Gegensatz zu ihm. Das Treffen zwischen den beiden soll in einem teuren und berühmten Dubliner Restaurant stattfinden, das Chandler noch nie besucht hat und noch nicht einmal näher betrachtet hat, weil er daran immer absichtlich schnell vorbei läuft. Auf dem Weg in das Lokal fühlt sich Chandler jetzt den Leuten, die an ihm in den dunklen und engen Straßen Dublins vorbeilaufen, überlegen, wo er doch sonst so eine ängstliche und schüchterne Persönlichkeit ist. Dublin wird in „A little Cloud“ von Joyce wie in seinen anderen Kurzgeschichten als dunkle, langweilige, spießige und dreckige Stadt beschrieben, ein weiteres Anzeichen für Lähmung. Little Chandler freut sich auf das Treffen mit Gallaher und in ihm keimt die Hoffnung, aus seinem bisherigen langweiligen Leben auszubrechen, weil Gallaher ihm vielleicht eine Arbeit bei einer Zeitung in London verschaffen könnte. Chandler kommt zu der Selbsterkenntnis: „if you wanted to succeed you had to go away. You could do nothing in Dublin.“ 4 Hier zeigt Joyce wieder einen paralysierten Chandler, denn obwohl in ihm Hoffnung keimt, stellt er sich selbst die Frage ob er überhaupt fähig ist ein Gedicht über seine eigenen Gedanken zu schreiben und bleibt unentschlossen. Er denkt sich, dass es noch nicht zu spät ist für eine Flucht aus Dublin und Irland und fängt an zu träumen, dass er von den englischen Kritikern entdeckt wird. Als Chandler am Lokal angelangt ist, ist aber
2 Ebd. S. 65.
3 Ebd. S. 66.
4 Ebd. S. 68.
3
Arbeit zitieren:
Daniel Däumler, 2004, Das Thema der Irischen Paralyse anhand der Kurzgeschichte "A little Cloud" von James Joyce und dazugehörige Hintergründe, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Zu: James Joyce - 'A Little Cloud' aus der Serie 'Dubline...
Eine Interpretation
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Hausarbeit, 16 Seiten
Der Koreakrieg und seine Auswirkung auf die BRD
Politik - Internationale Politik - Region: Ferner Osten
Seminararbeit, 17 Seiten
Unterrichtseinheit zu dem Bilderbuch 'Something Else'
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Literarische Schwestern: Tony Buddenbrook und Effi Briest
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 19 Seiten
The didactic functions of storytelling in the primary school classroom
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 14 Seiten
Unterrichtsstunde: Hinführung zur Grobform des Schrittweitsprunges (3....
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 11 Seiten
Die zeitgenössische Rezeption von Thomas Manns "Buddenbrooks"...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 29 Seiten
Das Zitat als dramaturgischer Schlüssel - Über Roman Polanskis "D...
Hausarbeit, 11 Seiten
Das Andalusische - Ein heterogener Dialekt des Kastilischen
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Institutionalisierung des Imperiums
Studien zum Ostblock der Chrus...
Politik - Politische Systeme - Historisches
Forschungsarbeit, 491 Seiten
Antizipation und Spielfähigkeit im Volleyball
Eine Untersuchung von Wechselb...
Sport - Sportarten: Theorie und Praxis
Examensarbeit, 88 Seiten
Probleme des Übergangs in die Sekundarstufe I
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 14 Seiten
Daniel Däumler hat den Text Das Thema der Irischen Paralyse anhand der Kurzgeschichte "A little Cloud" von James Joyce und dazugehörige Hintergründe veröffentlicht
Daniel Däumler hat einen neuen Text hochgeladen
Klassiker des englischen Romans im 20. Jahrhundert - Joseph Conrad, D....
Begründung der Moderne und Abr...
Gerhard Haefner
James Joyce - Developing Irish Identity
A Study of the Development of ...
Thomas Halloran, Koray Melikoglu
0 Kommentare