Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
2 Kritik an der konventionellen Intelligenzdiagnostik 2
3 Neuere Konzepte 4
3.1 Modell der multiplen Intelligenzen von Gardner. 4
3.1.1 Vorstellung der Theorie 4
3.1.2 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik. 5
3.2 Triarchische Intelligenztheorie von Sternberg. 6
3.2.1 Vorstellung der Theorie 6
3.2.2 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik. 9
3.3 PPIK - Theorie von Ackerman 10
3.3.1 Vorstellung der Theorie 10
3.3.2 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik. 12
3.4 Three - Stratum - Theory von Carroll 12
3.4.1 Vorstellung der Theorie 12
3.4.2 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik. 13
3.5 Radex - Modell von Guttman und Levi 14
3.5.1 Vorstellung der Theorie 14
3.5.2 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik. 15
3.6 Erweiterung des Konzepts der akademischen Intelligenz 15
3.6.1 Praktische Intelligenz. 15
3.6.2 Emotionale Intelligenz 16
3.6.3 Soziale Intelligenz. 18
3.6.4 Lernkompetenz. 20
3.6.5 Kreativität 21
3.6.6 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik. 22
4 Erklärungsansätze 25
4.1 Mental Speed - Ansatz. 25
4.2 Arbeitsgedächtniskapazität 26
4.3 Testung von basalen Intelligenzkomponenten. 27
5 Entwicklungsperspektiven 29
6 Literaturverzeichnis 32
Kritische Bewertung der Intelligenzdiagnostik und Darstellung neuer Forschungsansätze Seite 1
1 Einleitung
Einleitend in die kritische Bewertung der Intelligenzdiagnostik sind einige Vormerkungen zu treffen.
Was bedeutet es eigentlich intelligent zu sein oder einen höheren Intelligenzquotienten als eine andere Person zu haben? Es ist nicht überraschend, dass man Antworten auf diese Fragen nur im Kontext des angewandten Tests und der zugrunde liegenden Theorie geben kann, da sich viele unterschiedliche Theoretiker mit der Intelligenz befassten und befassen und unterschiedliche Tests, basierend auf verschiedenen theoretischen Hintergründen entwickelten. Ein IQ ist nicht gleich einem anderen IQ, da auch zur Normierung der Testergebnisse unterschiedliche Varianzen in der Population angenommen werden oder die Vergleichsgruppen unterschiedlich aufgebaut sind.
Die Idee, die Befähigung zur Leistung, die durch Denkvorgänge hervorgerufen wird, in der Gesellschaft zu messen, um Individuen vergleichen zu können und gegebenenfalls hoch intelligente Personen erfassen zu können und sie gezielt zu fördern, erweist sich als eine sinnvolle. Dennoch stellt sich bei einer näheren Betrachtung der Intelligenzforschung schnell heraus, dass es sehr viele unterschiedliche Ansätze gibt und Verständnisse von dem, was Intelligenz ist und wie man sie messen kann. Eine allgemeingültige Definition des Konstruktes gibt es nicht, auch keine eindeutige Akzeptanz eines bestimmten Modells. Genau dies sollte eben dazu führen, sich die gängige Intelligenzdiagnostik anzuschauen und eine kritische Bewertung zu vollziehen, sowie auf neuere Ansätze einzugehen, wie es im Folgenden geschehen wird.
Kritische Bewertung der Intelligenzdiagnostik und Darstellung neuer Forschungsansätze Seite 2
2 Kritik an der konventionellen Intelligenzdiagnostik
Die Kritik an der Intelligenzdiagnostik des letzten Jahrhunderts reicht von den statistischen Defiziten bis hin zu politischen Diskussionen, von der Stabilität des Konstruktes Intelligenz zur Anlage-Umwelt-Kontroverse usw..
Man kann also an vielen Stellen ein kritisches Resumé ziehen. Amelang und Zielinski (1994) äußern sich zu dieser Problematik folgendermaßen: „Intelligenztests sind Verfahren, die ein Konstrukt messen wollen, dessen definitorische Fassung bislang nicht unumstritten ist. Selbst wenn Testautoren ihrem Test eine Intelligenzdefinition voranstellen, so bleibt die Beziehung zwischen Definition und konkreten Testaufgaben meist im Dunkeln“ (Amelang & Zielinski, 1994).
Es muss bei unterschiedlichen Autoren von Tests also davon ausgegangen werden, dass sie aufgrund ihrer impliziten Herangehensweise an eine Theorie über die Intelligenz verschiedenen Facetten der Intelligenz messen. Borings hatte dazu schon 1923 gesagt, das Intelligenz das sei, was der betreffende Test messe.
Über die Uneinheitlichkeit der Intelligenzmessung hinaus ist ein weiterer Kritikpunkt zu erwähnen, denn, schaut man sich Menschen an, die im Leben erfolgreich sind, so kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass es noch mehr geben muss, als die rein akademische Intelligenz. Komponenten wie Kreativität oder praktische Intelligenz werden bislang aber kaum in der Intelligenzmessung berücksichtigt.
Die Anwendung von Intelligenztests, die meist noch auf Paper-and-Pencil-Testung beruht, scheint auch nicht mehr ganz zeitgemäß. Nicht nur, da Computertechnologie zu unserem heutigen Alltag gehört, sondern auch, da in diesem Feld der Anwendung viele neue Möglichkeiten stecken, die heute teilweise schon genutzt werden. So bieten beispielsweise computergestützte adaptive Tests die
Kritische Bewertung der Intelligenzdiagnostik und Darstellung neuer Forschungsansätze Seite 3 Möglichkeit, Testitems auf die Probanden individuell abzustimmen. Dies ist schon ein großer Fortschritt im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden, hier liegt aber sicherlich noch weiteres Potential für die Leistungsdiagnostik. Jäger und Petermann (1995) weisen weiterhin darauf hin, dass herkömmliche Intelligenztests lediglich einen Ist-Zustand der Lerngeschichte des Individuums erfassen, allerdings keine Rückschlüsse auf das Intelligenzpotential ermöglichen. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Kritik an der Intelligenzforschung so alt ist wie die Forschung selbst, dass viele verschiedene Theoretiker sich mit der Intelligenz befassen und zu teilweise unterschiedlichen Auffassungen tendieren, es aber neuere Ansätze gibt, die versuchen, den oben genannten Kritikpunkten entgegenzuwirken und sich die Intelligenzdiagnostik pulsierend weiterentwickelt.
In den folgenden Kapiteln sollen einige neuere Modelle, so wiezumindest noch - Nachbarbereiche vorgestellt werden. Außerdem wird ein kurzer Ausflug in die unterschiedlichen Erklärungsansätze der individuellen Intelligenzdifferenzen gemacht und weitere Entwicklungsrichtungen skizziert.
Kritische Bewertung der Intelligenzdiagnostik und Darstellung neuer Forschungsansätze Seite 4
3 Neuere Konzepte
3.1 Modell der multiplen Intelligenzen von Gardner
3.1.1 Vorstellung der Theorie
Gardners Modell der multiplen Intelligenzen von 1983 und 1998 fokussiert mehr die Domänen der Intelligenz als den mentalen Prozess (Davidson & Downing, 2000). Gardner postuliert, dass es mindestens acht größtenteils unabhängige Faktoren der Intelligenz gibt, die gleichbedeutend sind und in vielen Kulturen vorkommen. Gardner definiert 1993 Intelligenz folgendermaßen: „... the ability to solve problems, or to create products, that are valued within one or more cultural settings”. Drei seiner postulierten Intelligenzen kann man mit den herkömmlichen Intelligenztests messen, nämlich die linguistische, die logisch-mathematische und die räumliche.
Die linguistische Intelligenz umfasst die Möglichkeiten durch Sprache zu erklären, zu überzeugen, Informationen zu erinnern und seine Meinung auszudrücken.
Die logisch-mathematische Intelligenz ermöglicht mit Relationen zu operieren, in dem man abstrakte Symbolsysteme benutzt und Ideen zu bewerten und logisch zu quantifizieren. Die räumliche Intelligenz beinhaltet die Fähigkeiten räumlichbildhafte Informationen zu verarbeiten und zu transformieren. Die übrigen fünf Intelligenzen finden sich in den meisten Kulturen, auch wenn sie nicht mit herkömmlichen Tests erfasst werden können, zu ihnen gehören die musikalische Intelligenz, die körperhaft-kinästhetische, die intrapersonelle, die interpersonelle und die naturalistische.
Kritische Bewertung der Intelligenzdiagnostik und Darstellung neuer Forschungsansätze Seite 5 Musikalische Intelligenz umfasst das sensibel sein für unterschiedliche Musikarten, sowie der erfolgreiche Umgang mit Tönen und Rhythmus usw..
Die körperhaft-kinästhetische Intelligenz ist der geschickte Umgang mit dem eigenen Körper.
Intrapersonelle Intelligenz beschreibt das Erkennen seiner eigenen Motive, Emotionen, Stärken und Schwächen. Die interpersonelle Intelligenz dagegen umfasst das Erkennen und den sensiblen Umgang mit den Motiven, dem Verhalten und den Emotionen anderer.
Die letzte von Gardners postulierten Intelligenzen ist die naturalistische Intelligenz, die die Fähigkeiten umschließt, die Begebenheiten der natürlichen Umwelt zu verstehen (Davidson & Downing, 2000).
Gardner stützte seine Annahmen nicht wie viele andere Theoretiker auf Paper-and-Pencil-Tests sondern auf neuropsychologische Befunde, die zeigen, dass man bei unterschiedlichen Schäden einzelner Hirnteile, man in diesen Feldern unterschiedlich beeinflusst ist. Aber Gardner nutze noch weitere Quellen um seine Theorie zu stützen, die an dieser Stelle nicht näher beschrieben werden sollen (siehe Davidson & Downing, 2000).
Eine weitere wichtige Annahme von Gardner und seinen Kollegen ist, dass sie davon ausgehen, dass man Intelligenz am besten da messen soll, wo sie auftritt, und von daher Paper-and-Pencil-Tests nicht angemessen sind. Daraus resultieren wurde das Modell multipler Intelligenzen hauptsächlich in Real Worl-Settings geprüft.
3.1.2 Mögliche Konsequenzen für die Intelligenzdiagnostik
Gardner postuliert in seinem Modell, dass es eine Reihe
unterschiedlicher, unabhängiger Intelligenzen gibt, welche er durch seine Untersuchungen herausfand. Möchten wir diese
theoretischen Maßnahmen also umsetzen, so müssten wir
Arbeit zitieren:
Katrin Hoffmann, 2002, Kritische Bewertung der konventionellen Intelligenzdiagnostik und Diskussion neuer Forschungsansätze, München, GRIN Verlag GmbH
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