Von und aus Pisa lernen - Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen
1 Einleitung 4
2 Theoretische Grundlagen. 5
2.1 Theoretischer Hintergrund: Geschlechterunterschiede: Biologie vs.
Soziologie. 5
2.1.1 Biologischer Erklärungsansatz 5
2.1.2 Soziologische Erklärungsansätze 6
2.1.3 Kohlbergs Theorie der Geschlechtsrollenidentifikation 7
2.2 Theoretischer Hintergrund: PISA-Studie 11
2.2.1 Was ist eigentlich PISA? 11
2.2.2 Was sind die untersuchten Indikatoren? 12
2.2.2.1 Lesekompetenz. 13
2.2.2.2 Mathematische Grundbildung 13
2.2.2.3 Naturwissenschaftlichen Grundbildung 14
2.2.3 Wer nimmt teil? 15
3 Ergebnisse 17
3.1 Geschlechterunterschiede im internationalen Vergleich. 17
3.1.1 Geschlechterunterschiede im internationalen Vergleich anhand der
Lesekompetenz. 18
3.1.2 Geschlechterunterschiede im internationalen Vergleich anhand der
mathematischen Grundkenntnisse. 18
3.1.3 Geschlechterunterschiede im internationalen Vergleich anhand der
naturwissenschaftlichen Grundkenntnisse 19
3.2 Differenzielle Stärken und Schwächen innerhalb der Leistungsbereiche
Lesen , Mathematik und Naturwissenschaften 19
3.3 Geschlechterunterschiede innerhalb der verschiedenen Bildungsgänge 24
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3.3.1 Geschlechterunterschiede innerhalb der verschiedenen Bildungsgänge:
Lesen 25
3.3.2 Geschlechterunterschiede innerhalb der verschiedenen Bildungsgänge:
Mathematik und Naturwissenschaften 27
3.4 Geschlechterunterschiede in Lesegewohnheiten und Motivation 29
3.4.1 Ein Mediationsmodell zur Erklärung der Geschlechterdifferenzen in
Testergebnissen. 29
4 Diskussion. 32
5 Literaturverzeichnis 34
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Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen - im Hinblick auf die PISA-Studie 2000, so der Titel dieser Arbeit. Was genau verbirgt sich dahinter? Ein wahrscheinlich viel diskutierter Aspekt in bildungs- und erziehungspolitischen Fragen: Unterscheiden sich Jungen und Mädchen tatsächlich in verschiedenen schulischen Disziplinen? Wenn ja, woran könnte das liegen? Haben verschiedene Schulformen hierauf einen Einfluss? Wenn ja, in welcher Weise?
Diese Fragen und viele mehr sind zu diesem Thema denkbar. Daher verfolgt diese Arbeit das Ziel, mögliche Antworten auf alle diese Fragen zu geben. Darum wird zunächst im theoretischen Hintergrund auf verschiedene Konzepte zu Geschlechterrollen und Geschlechterdifferenzen eingegangen, und mögliche Erklärungsansätze für eben diese diskutiert.
Weiterhin wird der theoretische Rahmen der PISA -Studie 2000 erläutert, sowie verwendete Testaufgaben dargestellt. Im dritten Kapitel erfolgt ein differenzierter Blick auf den internationalen Vergleich. Weiterhin werden differenzielle Stärken und Schwächen innerhalb der beiden Leistungsbereiche Mathematik und Lesen im besonderen diskutiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt, nämlich Geschlechterunterschiede innerhalb verschiedener Bildungsgänge, sowie Lesegewohnheiten und motivationale Unterschiede werden dargestellt. Letztlich werden die vorhandenen Ergebnisse kurz zusammengefasst und weitreichend diskutiert, so dass der Blick am Ende dieser Arbeit nicht nur noch auf PISA 2000 liegt, sondern sehr viel weiter gefasst werden kann.
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Biologie vs. Soziologie
Wie kommt es zum Beispiel dazu, dass Mädchen und Jungen sich in ihren Leistungen in Mathematik oder im Lesen unterscheiden? Zunächst einmal können zwei verschiedene Forschungsansätze voneinander unterschieden werden: Während der biologische Ansatz davon ausgeht, dass sich die Gehirnhälften in ihrer Funktionsweise bei Jungen und Mädchen derart voneinander unterscheiden, dass bei Jungen und Männern eine stärkere Lateralisierung vorliegt. Während bei Jungen und Männern bei räumlichvisuellen Aufgaben eher die rechte Hemisphäre aktiviert wird, scheint bei verbalen Aufgaben die linke Hemisphäre stärker zum Einsatz zu kommen. Mädchen und Frauen dagegen scheinen eher beide Hemisphären gleichmäßig zu beanspruchen, wenn sie verbale oder mathematische Aufgaben lösen. Warum jedoch die beidseitige hemisphärische Aktivierung zu Leistungsvorteilen der Frauen im verbalen Bereich führt, ist bisher weitgehend ungeklärt (Springer & Deutsch, 1998).
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Ein weiterer biologischer Erklärungsansatz geht von einer unterschiedlichen Funktionsweise der Geschlechtshormone aus. Somit scheint der pränatale Hormonspiegel die spätere kognitive Leistungsfähigkeit in geschlechterstereotyper Weise zu beeinflussen. Diese Hypothese konnte bisher jedoch nur für den räumlich-visuellen Bereich bestätigt werden. Eine Überprüfung für den verbalen Bereich steht bislang noch aus (Stanat & Kunter, 2002).
Eine andere Forschungsrichtung beschäftigte sich vorwiegend mit dem unterschiedlichen Reifetempo bei Jungen und Mädchen: Schon bei der Geburt haben Mädchen den Jungen gegenüber einen Entwicklungsvorsprung, der sich bis in das Jugendalter hinein erstreckt. Mädchen sind im Vor- und Grundschulalter nicht nur in feinmotorischen Fertigkeiten, sondern auch in sprachlichen Leistungen und im Lesen und Schreiben den Jungen überlegen (Oerter, 1998).
2.1.2 Soziologische Erklärungsansätze
Eine allgemein anerkannte Tatsache, nämlich, dass Kinder schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt den Aktivitäten des eigenen Geschlechts ein größeres Interesse beimessen, steht der Position gegenüber, dass es daneben viele Tätigkeitsbereiche gibt, in denen sich Jungen und Mädchen nicht unterscheiden. Worin sind also dann die Ursachen für eine unterschiedliche Interessensentwicklung zu suchen?
Biologische Faktoren beeinflussen zwar Geschlechterunterschiede in kognitiven Fähigkeiten, jedoch ist dieser Einfluss keineswegs deterministisch oder kausal zu verstehen. Der Blick muss also etwas weiter gerichtet werden. Deshalb
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sollten auch Ansätze dargestellt werden, die Umweltfaktoren, Sozialisation und dergleichen mehr berücksichtigen. Die Theorie des Sozialen Lernens:
Die Theorie des sozialen Lernens von Bandura im Jahre 1971 geht davon aus, dass nur diejenigen Verhaltensweisen, Eigenschaften und Einstellungen positiv verstärkt werden, die dem eigenen Geschlechtstereotyp entsprechen. Analog würde das Kind für gegengeschlechtliche Verhaltensweisen und Eigenschaften keine positive Verstärkung oder sogar Ablehnung und Tadel erfahren (Amelang & Bartussek, 1990).
Interpretiert man die soziale Lerntheorie mehr im ökologischen Sinne, so konnte immer wieder gezeigt werden, dass sowohl Eltern als auch andere Erwachsene vorwiegend eine geschlechtstypisierende Umweltstrukturierung vornehmen. Diese Tatsache äußert sich vor allen Dingen in dem Kauf entsprechender Spielzeuge oder Kleidung (Oerter, 1998).
2.1.3 Kohlbergs Theorie der Geschlechtsrollenidentifikation
Der Ansatz von Kohlberg (1974) der die oben beschriebenen Tatsachen völlig umkehrt, kommt zu einem anderen Schluss. Er geht nicht davon aus, dass die Kinder sozusagen „Opfer ihrer Umwelt“ sind, sondern dass Kinder die Umwelt spezifisch wahrnehmen und sich ihre Geschlechterrolle selbständig durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt gestalten. Diese Aussage kombiniert mit der Vorstellung, dass die kindliche Entwicklung in vier Schritten verläuft, führte zu folgender Theorie Kohlbergs:
1. Kinder lernen, dass es zwei unterschiedliche Geschlechter auf der Welt gibt. 2. Das Kind ordnet sich seinem Geschlecht entsprechend zu.
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Arbeit zitieren:
Katrin Hoffmann, Vanessa Reichle, 2002, Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen anhand der PISA-Studie, München, GRIN Verlag GmbH
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