Gliederung
1. Stundenkontext und Lehrplanbezug 3
2. Themenkonstitution 3
a) Elementare Strukturen: Was ist Sache? 3
b) Elementare Zugänge: Was können die Schüler? 4
c) Elementare Erfahrungen: Was gilt den Schülern als plausibel? 5
d) Elementare Wahrheiten: Was soll das bedeuten? 5
e) Stundenziel und Fein- bzw. Teilziele 6
3. Artikulation 7
a) Lernschritte 7
b) Methoden 8
c) Medien 10
d) Artikulationsschema 11
4. Literaturverzeichnis 12
5. Anhang S. 13ff.
2
1. Stundenkontext und Lehrplanbezug
Als Abschlussarbeit für das Seminar „Didaktik und Methodik des Religionsunterrichts“ möchte ich mich mit dem Aufbau einer ausgewählten Religionsstunde in der 7. Klasse eines Gymnasiums beschäftigen. Dabei soll es um die Synoptiker und den synoptischen Vergleich der drei Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas gehen. Auf die Sonderstellung, die das Johannes-Evangelium in diesem Zusammenhang einnimmt, soll nur kurz und am Rande eingegangen werden. Ausgangssituation soll eine Klasse von ca. 25 - 30 Schülerinnen und Schülern sein. Der Fachlehrplan für das Fach Katholische Religionslehre sieht für die 7.Klasse dieses Thema unter der Gesamtüberschrift „Begegnung mit Jesus von Nazaret und seiner Botschaft“. 1 Die Auseinandersetzung mit den synoptischen Evangelien fällt dabei in den dritten Abschnitt: „Erfahrung wird Wort und Schrift: Christuszeugnisse in den Evangelien.“ Vorausgehen soll lt. Fachlehrplan eine Beschäftigung mit dem Umgang Jesu mit den Menschen sowie seiner Reich-Gottes-Botschaft. Die ersten beiden Abschnitte des Unterpunktes sehen im Lehrplan also vor, dass den Schülern die Person Jesu in i hrer ganzen Vielfalt nahegebracht wird. Die Schüler erfahren dabei auch viel über die damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in die Jesus hineinwuchs. Auf dieser Basis soll dann den Schülern nahegebracht werden, wie es zu den Abweichungen und Ähnlichkeiten in den Evangelien kam. Für die Ausarbeitung dieser Stunde setze ich voraus, dass ich in vorherigen Stunden mit den Schülern über den Inhalt der Evangelien, ihre Verfasser und deren Lebenszeit gesprochen habe.
2. Themenkonstitution
a) Elementare Strukturen: »Was ist Sache?«
Zu den elementaren Strukturen werden kurzerhand die Dinge gezählt, die unter dem Gesichtspunkt gesehen werden: Was ist Sache? Es geht ganz konkret um die Entstehung der Evangelien in Abhängigkeit voneinander - wie sie die Zweiquellentheorie sieht - und unter Benutzung von anderen Que llen, nämlich der Logienquelle Q und dem Sondergut des Lukas und des Matthäus. Doch um diesen Sachverhalt den Schülern nahe zu bringen, sind noch andere Infos entscheidend. Fakt ist nämlich, dass die Evangelien ja keine
1 vgl. Fachlehrplan für Katholische Religionslehre, S. 1441
3
Lebensberichte Jesu sind. Die Evangelisten standen nicht neben Jesus, um seine Reden zu ste nographieren. Markus gilt als erster Evangelist und man nimmt an, dass sein Werk um 70 n.Chr. entstand. Den Schülern muss folglich der Prozess, der hinter der Entstehung der Evangelien steckt, ebenso vertraut gemacht werden wie die Evangelien selbst. Aufhä nger dafür ist Mt 28,19f: Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ Der auferstandene Jesus gibt seinen Jüngern den Auftrag zur Verkündigung. Das Leben und Wirken des irdischen Jesus wird zum I nhalt der Verkündigung in den Gemeinden, die die Apostel und Jünger in der ganzen damals bekannten Welt verbreiten. Dabei spielt auch das Pfingstereignis eine nicht unwesentliche Rolle. Der dritte Schritt führt jedoch in Richtung des Stundenthemas: Was war ausschlaggebend dafür, dass die Botschaft Jesu schriftlich fixiert wurde und das gleich viermal auf verschiedene Weise? Als nämlich die Zeitzeugen des irdischen Jesus nach und nach sterben, fasst man den Beschluss zur Aufzeichnung der Botschaft Jesu. „Worte und Taten Jesu sowie die Verkündigung der Apostel und Jünger bilden die Quellen der Evangeliste n. Die Evangelisten fassen die Überlieferung zusammen und schreiben die überlieferten Geschichten als Zeugnisse des Glaubens an Jesus auf.“ 2
Dabei kommt dann die Zweiquellentheorie als Unterrichtsthema ins Spiel. Die Unterschiede dieser Überlieferungen sollen anhand eines praktischen Beispiels aus der Synopse sichtbar gemacht werden. Die Schüler werden mit der gängigen Zweiquellentheorie vertraut gemacht. Diese Theorie wird in der Forschung als die gängige Lösung der synoptischen Frage behandelt. Um die Schüler nicht unnötig zu verwirren, soll auf Alternativen der Forschung zur Zweiquellentheorie nicht eingegangen werden.
b) Elementare Zugänge: »Was können die Schüler?«
Bei einem Schüler der 7. Klasse eines Gymnasiums stellt sich natürlich in der heutigen Zeit die Frage, wie viel Bibelwissen man voraussetzen kann. Er sollte eigentlich von seinem vorherigen Religionsunterricht her die Namen der Evangelisten
2 Religion am Gymnasium 7, S. 16.
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kennen und wissen, dass die Evangelien ein Bild vom Leben und Wirken Jesu sind. Da ich aber - wie oben angegeben - eine Bearbeitung dieser Themen in den vorherigen Unterrichtsstunden als Voraussetzung für diese Arbeit annehme, bringen die Schüler ihr Wissen darüber ja in die Stunde mit.
Im Vorfeld meiner Arbeit erfuhr ich durch unseren Pastoralreferenten, dass es zum Stoff der 4. Klasse Grundschule gehört, die Ostergeschichte in der Überlieferung der einzelnen Evangelisten miteinander zu vergleichen. Fraglich ist dabei natürlich, ob die Schüler dieses Grundwissen mitbringen. Man muss für die Gestaltung einer Stunde über die synoptische Frage vielleicht ein bisschen „Risikofreudigkeit“ zeigen und darauf vertrauen, dass die Schüler Fragen mitbringen; so sind vielleicht doch dem einen oder anderen schon Veränderungen in den Evangelien aufgefallen, z.B. dass er eine Geschichte anders in Erinnerung hat. Oder auch, dass sich die Passionserzählung eines Synoptikers, die am Palmsonntag gelesen wird, in entscheidenden Einzelheiten von der Passionserzählung des Johannes am Karfreitag unte rscheidet. Und wer dann nachliest, wird wiederum feststellen, dass die Passionsberichte der Synoptiker untereinander variieren.
Kurzum: Die Schüler bringen ein gewisses Gespür dafür mit - oder sollten zumi ndest mitbringen -, dass es sich bei den Evangelien nicht einfach um vier gleichwertige Berichte handelt, sondern dass es Abweichungen und Variationen in den Erzählungen vom Leben Jesu gibt.
c) Elementare Erfahrungen: »Was gilt den Schülern als plausibel?« Unter Punkt b wurde eigentlich bereits abgeklärt, dass vielleicht ein gewisses Bewusstsein für das synoptische Problem bereits vorhanden ist. Besonders zu betonen sind hier nochmals die Auffälligkeiten, die sich manchem vielleicht schon vorher aufgetan haben. Die Geschichte, die als Einführung in die Stunde dienen soll 3 , eröffnet den Schülern ein wenig den Zugang zu „ihren“ elementaren Erfahrungen
d) Elementare Wahrheiten: »Was soll das bedeuten?«
Die Schüler erfahren durch diese Unterrichtsstunde eine womöglich völlig neue Bedeutung der Evangelien. Sie begreifen, dass die Evangelien in einem großen Prozess und in Abhängigkeit voneinander entstanden sind. Dadurch, dass sie
3 s. Anhang
5
Arbeit zitieren:
Andreas Schraut, 2003, Die Synoptiker im Religionsunterricht - Entwurf einer Unterrichtsstunde, München, GRIN Verlag GmbH
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