Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
1.1 Begriffserklärung und allgemeine Informationen 1
1.2 Kurzer historischer Rückblick 2
2. Homosexualität im Alter
2.1 Alte Homosexuelle - gibt es das? 3
2.2 Die Sexualität alter Menschen 4
2.3 Die Situation in Altenpflegeeinrichtungen 5
2.3.1 Lehrpläne, Schulungen und Literatur 5
3. Wohnformen im Alter
3.1 Die klassischen Modelle 6
3.2 Das „schwule Altenheim“ - Sinn von schwulen Wohnprojekten 6
3.2.1 Was meinen Homosexuelle zu schwulen Wohnprojekten? 7
3.3 Vorstellung von Einrichtungen, speziell für homosexuelle ältere
Menschen 7
3.3.1 Das Wohnprojekt „Anders leben in Ehrenfeld“ (Köln) 7
3.3.2 Der Berliner „Sonntagsclub“ 8
3.3.3 Das familienähnliche Wohnprojekt der „Grauen Panther“ 8
3.3.4 Das „AltenpfleGAYheim“ 8
3.3.5 „cultur contre Solitude“ - Kultur gegen die Einsamkeit 8
3.3.6 „Wohnen unterm Regenbogen“ 9
3.4 Der Bedarf 9
3.5 Die Konzeption und Planung 9
3.5.1 Vor- und Nachteile von großen und kleinen Einrichtungen 10
3.6 Was kann getan werden, um die Situation für homosexuelle alte
Menschen in bestehende Einrichtungen zu verbessern?
3.6.1 Wie ist die Situation jetzt? 11
3.6.2 Umgang mit dem Thema in der Institution 12
4. Homosexuelle Mitarbeiter
4.1. Kurze Einleitung 12
4.2 Klischees, Vermutungen und Tatsachen 12
4.3 Vor- und Nachteile. 13
4.3.1 im Team 13
4.3.2 bei den Bewohnern 13
4.4 Toleranz und Akzeptanz 13
4.4.1 in den Teams 13
4.4.2 im Haus und bei der Leitung 14
4.5 rechtliche Aspekte und ihre Bedeutung 14
5. AIDS 15
6. Epilog 15
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1.Einleitung:
1.1 Begriffsklärung und allgemeine Informationen
Homosexualität (griechisch-lateinisch), sexuelle Inversion, z.T. auch Homoerotik, die von der Heterosexualität abweichende, auf gleichgeschlechtliche Partner gerichtete Sexualität; bei Männern früher Uranismus, bei Frauen z.T. auch Sapphismus und lesbische Liebe genannt. (aus Brockhaus Lexikon, 1999)
Allgemein ist heute das Thema Homosexualität, kein Tabu mehr, in ländlichen Regionen noch eher als in Ballungsgebieten. Unterschiede mit dem Umgang gibt es auch in den Generationen. Die Jugend geht mit Schwulen und Lesben (so ist die gängige Bezeichnung von Homosexuellen Männer und Frauen) meist unbefangender um als die „ältere“ Generation.
Nachforschungen und Schätzungen zeigen, das ca. 10 % der männlichen, und ca. 5 % der weiblichen Erwachsenen in der Bundes Republik Deutschland homosexuell veranlagt sind. (gaylex, Himmelstürmer Verlag) Trotz der heutigen Toleranz in der Bevölkerung ist immer noch eines auffällig und zwar wenn über das Thema gesprochen wird, oder Berichte im Fernseher zu sehen sind, werden fast ausschließlich Menschen gezeigt die das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Was ist aber mit den Personen die älter sind, und speziell mit denen die sich in einem Alter befinden in dem sich andere ältere Menschen die Frage nach einer Unterbringung mit sozialer oder/und pflegerischer Betreuung und Hilfe stellen?
Oder was ist mit denen die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben können?
Deshalb liegen die Schwerpunkte in meiner Arbeit bei der Bedeutung von Alter bei Homosexuellen sowie den Umgang damit in der Pflege und wie ich als Pflegedienstleitung darauf einwirken kann. Außerdem überlege ich mögliche Wohnformen für oder/und mit Homosexuellen und Homosexualität im Alter. Auch auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen und Gesprächen mit älteren Homosexuellen (hier meist Schwule) und durch ein von einer Kollegin und mir geplantes aber vorrübergehend gescheitertes Projekt, bin ich inspiriert worden meine Abschlussarbeit diesem Thema zu widmen.
Anzumerken wäre vielleicht noch, dass ich durch die Arbeit an diesem Thema, Kontakt zu LSVD (Lesben und Schwulen Verband in Deutschland) knüpfen konnte und nun voraussichtlich an Planungen für ein Wohnprojekt in Köln teilnehmen werde.
Ein weiter Punkt den ich hier behandeln möchte, ist der, der Mitarbeiter, einmal auf den Bezug, von homosexuellen Bewohnern in allgemeinen Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in bezug auf homosexuelle Mitarbeiter.
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Eine Sache möchte ich hier noch erwähnen, trotz überraschend viel Interesse anderer an diesem Thema ist es fast unmöglich gewesen an Literatur zukommen. Bei meiner Ausarbeitung beziehe ich mich vielfach auf eigenen Recherchen (Gespräche mit Homosexuellen) und auf Prospektmaterial und Veröffentlichungen.
Zu den Begrifflichkeiten, es mag sich merkwürdig anhören, dass das Wort `schwul´ als Adjektiv eingesetzt wird. In der Szene hat sich aber dieses in den Sprachgebrauch durchgesetzt, so heißt es zum Beispiel: schwule Kneipe, schwule Musik oder ähnlich, dabei ist klar, dass Dinge wie Musik und Lokalitäten nicht schwul sein können. Um aber kompliziertere Umschreibungen und Genitivverbindungen zu umgehen, es müsste sonst heißen `Kneipen die überwiegend von Schwulen besucht werden´. Der Einfachheithalber, habe ich diesen Sprachgebrauch in meine Arbeit übernommen.
Ein weiterer Begriff der auftaucht ist `gay´, er stammt aus dem Englischem und bedeutet soviel wie bunt, fröhlich. Gay wird sowohl im Englischen wie auch im Deutschen Sprachgebrauch als Bezeichnung für Homosexuelle verwendet, da man Homosexuellen die Wesenseigenschaften bunt und fröhlich nachsagt.
1.2 Kurzer historischer Rückblick
Um zu verstehen was die heutigen „alten“ Schwulen und Lesben für eine Einstellung haben muss man berücksichtigen was für Zeiten sie durchlebten.
Vor dem ersten Weltkrieg gab es für Homosexuelle kaum Möglichkeiten Ihre Sexualität auszuleben. Kehoe beschreibt es in Ihrem Buch von 1988, `das Homosexuelle in einer Welt lebten wo das Thema Homosexualität streng tabuisiert wurde, im öffentlichen und wissenschaftlichen Wesen sprach man von „Sünde wider der Natur“ und von „abnorm“ und Homosexualität wurde als psychische Krankheit gesehen. ´ So sah es zumindest der größte Teil der Gesellschaft. Das änderte sich erst in der Weimarer Republik und aber dort eher in Großstädten wie Berlin oder Köln. Aber auch hier waren Homosexuelle nicht gesellschaftlich anerkannt. Es kam zu Razzien und Verhaftungen. Im dritten Reich wurde die Situation dramatisch schlechter. Obwohl viele äußerst vorsichtig lebten, oft sogar verheiratet und somit ein Doppelleben führten, wurden sie aufgespürt und in Konzentrationslager verschleppt. Lesbische Frauen standen oft auch unter gesellschaftlichem Druck, da sie dem „Führer“ keine Kinder für das Vaterland schenken konnten (...) Auch nach dem Krieg gab es kaum bekennende Homosexuelle, da man als zusammenlebende kaum Wohnungen finden konnte. Eine große Mitschuld an dieser Misere war der § 175 StGB aus dem Jahre 1871, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, wie langjährige Inhaftierung und/oder die Einweisung in eine Einrichtung für psychisch Kranke. Nochmals verschärft wurde der §175 im Jahre 1935 von den Nazis, die allein schon die Absicht zu homosexuellen Handlungen unter
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Strafe stellte, was die Situation von Homosexuellen gravierend verschlechterte.
Erst Ende der sechziger Jahre wurde der § 175 liberalisiert, in dem homosexuelle Handlungen straffrei waren, wenn man das Schutzalter von 21 Jahren einhielt. Eine weiter Entschärfung des Gesetzes gab es in den 80ziger Jahren als das Schutzalter auf 18 Jahren heruntergesetzt wurde. Aber auch danach waren homosexuelle Partnerschaften gesellschaftlich und gesetzlich nicht anerkannt. In den siebziger Jahren entstanden im Untergrund die ersten Clubs und kleineren Diskotheken, welche aber nur Insidern bekannt waren. Dies änderte sich erst ab den 80ziger Jahren, als immer mehr Menschen zu ihren Neigungen standen, und durch Gründung mehrere Lesben und Schwulen Gruppen und später auch Vereinen und Verbänden. Endgültig und ersatzlos gestrichen wurde der Paragraph 175 erst 1994.
Die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Lebensgemeinschaften mit denen von Heterosexuellen ließ aber bis 01.12.2000 auf sich warten. (Was aber für die wenigsten „alten Homosexuellen“ von Bedeutung ist). Zusammenfassend kann man sagen das die heutigen „alten Homosexuellen“, einen schweren Kampf hatten um anerkannt zu werden und es wohl auch zu verstehen ist das viele sich nicht öffentlich zu ihren Neigungen stehen können und wollen, da sie noch immer Angst vor Repressalien haben.
2. Homosexualität im Alter
2.1. Alte Homosexuelle - gibt es das?
Diese Frage ist eindeutig mit Ja! zu beantworten, stellt sich nun die Frage warum bekommt man kaum was von Ihnen mit?
Diese Frage ist schon teilweise beantwortet, wenn man die Geschichte berücksichtigt (siehe 1.2). Die meisten wollen nicht auffallen um gesellschaftlich nicht ins Abseits zu geraten. Viele haben sich mit den Jahren eine zweite „heterosexuelle“ Identität aufgebaut, meist in Form von einem Junggesellendasein und einen Job in dem sie oft gut angesehen sind. Sie haben einen „normalen“ Freundeskreis und in der Familie sind sie auch als „lieb und nett“ angesehen. Einen Bruch in diesem Bild, soll heißen das bekennen zur Homosexualität, so ist die Befürchtung der meisten, würde den gesellschaftlichen Tod bedeuten. Daraus entstehen natürlich Verlustängste und führen zu Bewahrung dieses Scheins. Ein weiterer Grund dürfte seine, das homosexuelle ältere Männer oft mit einer, meiner Meinung nach, irrationaler Verachtung belegt werden, was sich durch Äußerungen zeigt, wie der alte Perverse, Kindern wird geraten sich von ihm fern zuhalten, da der böse Onkel Jungs mag usw. Die fehlende Akzeptanz innerhalb der Schwulen- und Lesbenszene, bietet einen weiteren Grund für das nur geringe Auffallen von älteren Schwulen und Lesben. In der Schwulenszene z.B. gilt ein 30 jähriger als reif ein 40 jähriger als alt. Grund dafür dürfte der Jugendfanatismus innerhalb der Szene sein nur jung und knackig ist schön. Dabei ergibt sich das Problem,
Arbeit zitieren:
Markus Liersch, 2001, Homosexualität im Alter und in der Altenpflege, München, GRIN Verlag GmbH
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