Seite 1: Deckblatt
Seite 2: Inhaltsverzeichnis
Seite 3: I. Einleitung
Seite 4: II. Theoretischer Hintergrund und Fragestellung
II. a) Infokasten: Was ist Chatten
Seite 6: II. b)Hypothesen
Seite 9: III. Methode
III. a) Das Erhebungsinstrument
Seite 12: III. b) Erhebungsgröße
Seite 13: III. c) Pretest
Seite 14: III. d) Datenerfassung und Datenaufbereitung
Seite 18: IV. Ergebnisse
Seite 34: V. Diskussion
V. a) Hypothesenbewertung
Seite 37: V. b) Gesamtanalyse
Seite 39: VI. Literatur
Anhang
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Motivation für die Erarbeitung und Untersuchung des folgenden Themas war der Lehrauftrag durch die Fakultät für Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr München. Im Fach „Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaftlicher Anteil“(EGA) ist für die Studenten der Staats- und Sozialwissenschaften ein Forschungsprojekt vorgesehen. Den Studenten soll hier die Möglichkeit gegeben werden ihre neuerworbenen Fähigkeiten in Statistik und „Empirische Sozial- Forschung“(ESF) anzuwenden.
Im Rahmen dieser Projekte sollen Forschungshypothesen aufgestellt und anhand von Fragebögen empirisch untersucht werden. Die Arbeitschritte, sowie die Ergebnisse wurden in Vorträgen und einer Posterpräsentation vor einem Plenum vorgestellt.
Hier liegt nun der Abschlussbericht vor. Dieser wird den gesamten Verlauf des Projektes darstellen.
Unter der Leitung von Frau Dr. Doris Lewalter hatte sich unsere Gruppe –Sebastian Georg, André Günther, Sebastian Hecht und Alexander Salatzkat – mit dem Thema „Flowerleben beim Chatten“ auseinander gesetzt. Da wir selbst oft chatteten, lag für uns der Entschluss nahe, eben dieses hinsichtlich des „Flows“ zu untersuchen. Ausgangspunkt unserer Untersuchung war dabei der subjektive Eindruck den wir selbst beim chatten h atten. Wir bemerkten bei uns deutliche Ausprägung (Gefühl für die Zeit geht verloren, Ich-losigkeit) des „Flows“, doch nur durch ein Untersuchung konnten wir den subjektiven Eindruck auch verifizieren.
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II. Theoretischer Hintergrund und Fragestellung
Ausgangslage unserer
Untersuchung, war der Bereich des sogenannten „Flowerlebens“ Csikszentmihalyi: Das Flow – Erlebnis: Jenseits von Angst und Langeweile: im Tun aufgehen, Klett-Cotta-Verlag 1985) Das „Flow – Erlebnis“ (engl. „fließen“; nachfolgend a ls FE abgekürzt) wurde erstmals als solches von M. Csikszentmihalyi bezeichnet (bzw. nannten die von ihm untersuchten Probanden das Gefühl selbst so). Er führte Untersuchungen bei Kletterern, Schachspielern, Tänzern, Schauspielern, Komponisten und Basketballspielern durch. Jede dieser Gruppen zeigte
während ihrer Handlungen
meist fünf wesentliche Grundmerkmale auf.
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Ein Flowerlebnis zeichnet sich durch die Verselbstständigung der Handlung aus, der Handelnde wirkt nicht mehr bewusst (im Sinne von steuernd) auf das Geschehen ein, die Tätigkeit selbst wird zu Erfüllung! Man vergisst sich in der Handlung, es kommt zur so genannten Ich- losigkeit. Die Tätigkeit ist die Hauptsache, meine gesamte Aufmerksamkeit richtet sich auf diese Handlung. Die Tätigkeit wird nicht aufgrund eines materiellen Gewinnstrebens angegangen, sondern aus Freude am Geschehen, „aus Spaß am Spiel“ (M. Csikszentmihalyi), die Tätigkeit unterliegt keinem „muss“ sondern mehr einem „wollen“. M. Csikszentmihalyi geht sogar soweit, dass fast jede Aufgabe jeglicher Art (jede Tätigkeit) so angegangen werden kann. Die „intrinsische Motivation“ kann ebenso auf das Lernen, Arbeiten und auf unbequeme Aufgaben jeglicher Art übertragen werden! Diese Merkmale bedingen einander und führen dann zum „erwünschten“ FE. Ebenso wie die meisten oben aufgeführten Aktivitäten nicht gewinnbringend sind, so verfolgt das Chatten, auch kein materialistisches Ziel. Die Entwicklung unseres Fragebogens (siehe Anhang) erforderte die Analyse von Faktoren, Diskussionen u nd die Erstellungen von Hypothesen. Das einzige Hilfsmittel das uns diesbezüglich zur Verfügung stand waren vergleichbare Fragebögen über das Flowerleben von M. Csikszentmihalyi, Rheinberg/UniPotsdam und Thomas P. Novak/ Donna L. Hoffman von der Vanderbilt University. Wir konnten aber nicht auf einen bereits vorhandenen Fragebogen zurückgreifen, da sich keine dieser Studien speziell mit dem FE beim Chatten beschäftigte. Natürlich mussten wir darauf achten, dass unser eigener Test valide ist, ebenso übernahmen wir Formulierungen und Teile aus dem Fragebogen zum FE. Die völlige Neuerstellung eines Fragebogens war auf der anderen Seite sehr interessant.
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Hypothesen:
Die Frage um die sich also alles drehte war: Welche Vorrausetzung - seien es nun äußere oder innere – benötigt man um beim Chatten ein FE zu haben? Wie kann man sie erfragen und wie sind sie zu bewerten? Das Damokles -Schwert der Unmöglichkeit eines FE beim Chatten hing über sämtlichen Überlegungen.
1. Da man zum Chatten seinen Computer beherrschen muss und
auch die allgemeinen Funktionen und Sprache des Chattens kennen sollte, schien uns dies eine Grundvoraussetzung für das FE beim Chatten. Dies bedeutet im Einzelnen, dass man einigermaßen gut und schnell mit der Tastatur schreiben kann (denn ein Suchen einzelner Buchstaben erschwert sicherlich das FE), andererseits müssen auch Abkürzungen (wie *lol*, *g*, *bg*, usw.) bekannt sein und es ist wichtig mit den speziellen Funktionen dieses (von einem ausgewählten) Chat vertraut zu sein.
2. Wir gehen davon aus, dass die meisten Menschen für ein FE beim
Chatten, dieses auch als Haupttätigkeit (d.h. ohne Ablenkungsquellen, wie TV, o.ä.) tun müssen. Vergleichbar mit sportlichen Aktivitäten, die ebenfalls die gesamte Aufmerksamkeit des Einzelnen beanspruchen.
3. Anders als im direkten Gespräch, wo man sich durchaus an
öffentlichen Plätzen trifft, muss man beim Chatten in einer ruhigen und bekannten Umgebung sein. Der Arbeitsplatz etwa, wo das Chatten sicherlich nicht erlaubt ist, oder aber auch das unruhige familiäre Umfeld könne ein FE verhindern.
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4. Der Chat mit seinen modernen Kommunikationsregeln
(„Nickname“, einfaches „in.- und outlog“) vereinfacht das FE, es gibt ihnen die Möglichkeit völlig zwanglos und „unkonventionell“ zu agieren. Anders als im direkten Gespräch, kann man einen Chat einfach ohne Gründe verlassen indem man sich ausloggt. Auch das fehlende direkte Gegenüber erlauben es viel schneller und unkomplizierter ein Gespräch anzufangen.
5. Jeder moderne Chat ist in eine Vielzahl von so genannten Rooms
unterteilt, die jeder ein bestimmtes Thema beinhalten, wie z.B.: Star Wars, Wissenschaft, diverse Städtenamen. Die Anzahl der Themen ist groß und breit gefächert. Wir gehen deshalb davon aus, dass man sich bald auf einige oder sogar nur auf einen Room festlegt, der den persönlichen Interessen am ehesten entspricht.
6. Dieses Interesse kann natürlich zu einem Austausch zwischen den
einzelnen Personen führen. Wobei man hier weder der Experte (hierbei besteht die Gefahr der Unterforderung), noch der Anfänger sein braucht. Es muss aber bedacht werden, dass zum Beispiel eine Art Lehrgespräch/Diskurs (zwischen einem „Experten“ und einem „Anfänger“) durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema auch zum FE führen kann.
7. Ausgehend von anderen Flow–Untersuchungen wissen wir, dass
eine zwanghafte Zielstrebigkeit nicht zum FE führen kann. Deshalb wir auch jemand der in den Chat mit einer eingegrenzten Erwartung (unbedingt jmd. Treffen, unbedingt über ein Thema reden) in den Chat geht, nicht leicht zum FE kommt.
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8. Vielen fällt es leichter mit bereits „bekannten“ Personen zu chatten,
die anfänglichen Startschwierigkeiten und die Kennens-Lern-Phase sind damit schon überwunden. Hier stehen der Austausch der gemeinsamen Interessen und das Anknüpfen an alte „Gespräche“ direkt im Vordergrund. Also behaupten wir, dass „Chatfreundschaften“ das FE erheblich beeinflussen.
9. Wie oben beschrieben kommt es oftmals zu Erwartungshaltungen
im Chat (im Sinne von Vorfreude, auf Verabredungen jeglicher Art). Diese sind grundsätzlich zweiseitig zu betrachten: Bei Eintritt der Erwartung ( man trifft sich zum Termin ) wird das FE erheblich gefördert. Das eigentliche Warten auf die Erfüllung der Hoffnung, verhindert ein offenes Einlassen auf den Chat und somit ein FE, wenn die Erwartung nicht erfüllt wird (aus welchem Grund auch immer).
10. Als Fazit lässt sich also folgendes feststellen: im Allgemeinen führt eine positive, „freundliche“ und offene Einstellung beim Chatten eher zum „Flow“, während ein zielstrebige und eher negative oder gar destruktive Einstellung das FE verhindert.
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Arbeit zitieren:
A. Hecht, S./ Georg, S./ Günther, 2002, Flow-Erleben und Chatten, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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