• Sie ist für die Abbildung der Geschäftsprozesse von viele n Unternehmen geeignet.
Mittlerweile werden nicht nur unternehmensinterne Prozesse unterstützt, sondern es lassen sich auch, über entsprechende Schnittstellen, Geschäftsprozesse zwischen Unternehmen abbilden. Somit können nun Aufgaben im Rahmen des Supply Chain Managements oder des Customer Relationship Managements wahrgenommen werden. Durch standardisierte Geschäftsabläufe und der teilweise engen Bindung und A bhängigkeit der Unternehmen untereinander, wie zum Beispiel im Automobilzuliefergeschäft, hat die Bedeutung und Verbreitung von Standardanwendungssoftware in den letzten Jahren erheblich zugenommen [STAU01, S.33-34].
2 Enterprise Resource Planning System
Da die Anforderungen an eine betriebliche Standardsoftware zunehmend steigen und es erforderlich ist, alle einzelnen Teilbereiche eines Unternehmens zu integrieren, wird analog auch der Begriff Enterprise Resource Planning System (ERP) verwendet. Dieser Ausdruck verdeutlicht die höhere Leistungsfähigkeit und Überlegenheit dieser Lösungen im Vergleich zu herkömmlichen PPS- und MRP-Systemen, da ausgereifte ERP-Anwendungen nicht nur nach innen, sondern auch nach außen geric htet sind.
Unter einem ERP-System versteht man ein integriertes Anwendungspacket, welches aus verschiedenen Komponenten besteht und alle notwendigen Funktionsbereiche eines Unternehmens abdeckt. Dazu zählen beispielsweise die Beschaffung, die Produktion, der Vertrieb, das Finanzwesen oder die Personalwirtschaft. Um die hohe Datenmenge verwalten zu können und um Redundanzen zu vermeiden, wird dabei auf eine zentrale Datenbank zurückgegriffen [HANS02, S.523]. Ein ERP-System stellt somit ein ausgereiftes Business Tool dar was es ermöglicht, die einzelnen Geschäftsprozesse optimal zu unterstützen, dadurch
Wettbewerbsvo rteile zu erzielen und gegebenenfalls Marktanteile auszubauen. Außerdem unterstützen moderne Lösungen die Nutzung neuer
Informationstechnologien und ermöglichen dadurch auch die Erschließung
Informationsverarbeitung in Unternehmen Seite 3
elektronischer Märkte und Anwendungen i n Bereichen des E-Business und des E-Commerce [BRAU00, S.3].
3 Marktsituation bei ERP-Systemen
Durch den Trend in den neunziger Jahren stieg die Zahl der ERP-Implementierungen und somit die Nachfrage erheblich, was ein starkes Wachstum dieses Marktes zur Folge hatte. Dies war auf die zunehmende Orientierung auf die einzelnen Geschäftsprozesse zurückzuführen [HANS01, S.523]. Auch die zunehmende internationale Ausric htung der Unternehmen im Rahmen der Globalisierung verstärkte den Bedarf nach einer umfassenden Standardanwendungssoftware. Marktführer auf dem Gebie t für ERP-Systeme ist die deutsche SAP AG mit über 9000 Implementierungen und einem Marktanteil von über 36% im Jahr 1998. Der zweitgrößte Anbieter auf diesem Markt ist Oracle aus den USA mit einem Marktanteil von 10% gefolgt von PeopleSoft mit 6%. PeopleSoft machte sich vor allem mit seiner Lösung für das Personalwesen einen guten Namen. Ein weiterer Anbieter stellt das in den Niederlanden gegründete Unternehmen Baan dar, deren Marktanteil 1997 auf 5% geschätzt wurde [OLEA00, S.28-29]. Früher war die Nachfrage nach umfassenden ERP-Lösungen fast ausschließlich bei großen, weltweit agierenden Unternehmen zu finden. Auch waren die Anbieter meist große, international ausgelegte Firmen. Die größten und bekanntesten sind die SAP AG mit ihrem Produkt SAP/R3, Oracle mit Oracle Applications, J. D. Edwards mit OneWorld und Baan mit Baan ERP. Dies verdeutlichen auch die Zahlen der folgenden Abbildung.
Doch tragen Veränderungen auf dem Softwaremarkt dazu bei, dass nun auch klein-und mittelständische Unternehmen auf ausgereifte Standardanwendungssoftware
Informationsverarbeitung in Unternehmen Seite 4
zurückgreifen und somit d as Angebot auch auf diese neue Kundengruppe ausgeweitet wird. Dies wurde durch sinkende Entwicklungs- und Implementierungskosten und einem verbesserten Preis-/Leistungsverhältnis ermöglicht. Gerade klein- und mittelständ ische Unternehmen verfügen in der Re gel nicht über ausreichendes Kapital für kostspielige Individuallösungen, was den Trend nach standardisierten Lösungen weiter verstärkt [HANS01, S.554]. Des Weiteren trägt die Globalisierung der Märkte und die dadurch zunehmende internationale Ausrichtung der klein- und mittelständ ischen Unternehmen dazu bei, dass gerade auf diesem Teilmarkt ein erhebliches Potential besteht.
Durch diese neue Kundengruppe und die Marktsättigung bei den Großkonzernen ist das große Marktwachstum in diesem Segment zu erklären, da immer mehr Anbieter auf den Mittelstand zugeschnittene Lösungen entwickeln und hier ein harter Konkurrenzkampf herrscht.
4 Einführung einer Standardanwendungssoftware
Die Einführung einer Standardanwendungssoftware ist sehr aufwendig, da es sich um eine n äußerst komplexen Vorgang handelt. Dies resultiert vor allem aus der umfassenden Orientierung an Geschäftsprozessen und deren Abbildung. Auch hat eine Implementierung oftmals die komplette Neugestaltung des gesamten Informationssystems zur Folge. Dabei müssen mehrere Aspekte betrachtet werden, wie zum Be ispiel die Zielformulierung, die Istanalyse, die Festlegung der Optimierungsziele und die eigentliche Softwareauswahl [STAU01, S.48-53]. Absolut notwendig bei einer Einführung ist die genaue Analyse der Anforderungen, die an ein ERP-System gestellt werden. Eine solche Analyse kann sehr umfangreich sein und erfordert somit einen hohen Aufwand. Je nach Größe und Ausrichtung der Unternehmen werden unterschiedliche Anforderungen gestellt. Ziel dabei ist es aber immer, eine Software zu finden, die am besten auf die Bedürfnisse des entspreche nden Unternehmens zugeschnitten ist [OLEA00, S.102-107].
4.1 Anforderungskriterien
Die Anforderungen, die ein ERP-System erfüllen sollte, werden idealerweise anhand eines Pflichtenheftes aufgestellt, um so einen möglichst hohen Anwendernutzen zu
Informationsverarbeitung in Unternehmen Seite 5
Arbeit zitieren:
Martin Unsöld, 2004, Markt der Standardanwendungssoftware für ERP mit einem Vergleich der konzeptionellen Struktur der Angebote, München, GRIN Verlag GmbH
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