Inhaltsverzeichnis
0.Einführung .............................................................................................................. 3
1.Allgemeines ............................................................................................................ 3
1.1.Entstehungsgeschichte .................................................................................... 3 1.2.Funktionalitäten................................................................................................ 3 1.3.Ziele ................................................................................................................. 5
2.VergleichklassischeSprachnetzeVoIP............................................................. 6
2.1.1.Funktionsweise.......................................................................................... 6 2.1.2.Qualitätsstandards,Sicherheit,Stabilität ................................................... 7
2.2.VoiceoverIP.................................................................................................... 8
2.2.1.Funktionsweise.......................................................................................... 8 2.2.2.Qualitätsstandards,Sicherheit,Stabilität ................................................... 9
2.3.Vor-undNachteile.......................................................................................... 11
2.3.1.Kostenvergleich ....................................................................................... 11 2.3.2.Qualitätsunterschiede .............................................................................. 12 2.3.3.Bedienkomfort.......................................................................................... 13
3.TechnischeUmsetzungvonVoIP......................................................................... 14
3.1.DasIP-Protokoll ............................................................................................. 14
3.2.Standards....................................................................................................... 15
3.2.1.H.323 ....................................................................................................... 15
3.2.1.1.DieKomponentendesH.323-Protokolls ........................................... 15 3.2.1.2.Subprotokolle .................................................................................... 16 3.2.1.3.KommunikationsablaufmittelsH.323 ................................................ 17
3.2.2.SessionInitiationProtocol(SIP) .............................................................. 18
3.2.2.1.KommunikationsablaufmittelsSIP.................................................... 19
3.2.3.UnterschiedeH.323SIP...................................................................... 23
4.Ausblick ................................................................................................................ 24
0.Einführung
IndieserStudienarbeitwerdeichmichmitdemThemaVoiceoverInternetProtocol (VoIP) beschäftigen. VoIP stellt eine relativ neue Form der Telekommunikation dar. Sie kann als Alternative zur herkömmlichen klassischen TK-Anlage betrachtet werden. Bei dieser Form der Sprachübertragung nutzt man das in den meisten Unternehmen bereits bestehende Computernetzwerk (LAN 1 ) zusätzlich noch zur ÜbertragungvonSprache,DatenundanderenMehrwertdiensten.DieDatenwerden hierbei im LAN mit Hilfe des IP-Protokolls (siehe 3.1.) übertragen. Im Folgenden werde ich nun das Thema weiter erläutern, Vor- und Nachteile gegenüber dem klassischen Netz ansprechen und einen Ausblick geben, wie die Chancen für VoIP aufdemTK-Marktstehen. 1.Allgemeines 1.1.Entstehungsgeschichte
DieersteVersiondesfürVoIPgrundlegendenStandardsH.323 2 wurdeimMai1996 von der International Telecommunication Union (ITU 3 ) verabschiedet. Mit dieser VersionwareinÜbergangvonVoIPinstraditionelleTelefonnetznochnichtmöglich. Es war also keine Verbindung von einem VoIP-Anschluss zu einem Anschluss im herkömmlichenNetzmöglich.DiesverbessertesichmitderVersion2,dieimJanuar 1998 veröffentlicht wurde. Seitdem gab es noch mehrere neue Versionen, die alle diverse Verbesserungen enthalten. Heute ist z.B. der Versand von Faxen möglich, die Sprachqualität und die Komfortfunktionen (Quality of Service 4 ) haben sich deutlichverbessertundauchdieStabilitätunddieSicherheitsindgestiegen. 1.2.Funktionalitäten
Mittlerweile erfüllt die VoIP-Technik die meisten der Möglichkeiten, die die traditionelle Telefonie bietet. Der Bedienungskomfort ist durch die grafische Oberfläche am PC sogar höher als bei traditionellen Telefonen.Wer nicht mit dem PC arbeiten will, kann auch weiterhin mit normalen VoIP-tauglichen Telefonen arbeiten.ImMomentistVoIPtrotzdemnochnichtallzuweitverbreitet.Diesliegtwohl
daran, dass viele Verantwortliche immer noch denken, die Sprachqualität sei zu schlechtundderUmstiegzukompliziertoderzuteuer. DabeikannbeiAnrufenausdemherkömmlichenISDN-NetzdurchVoIPheuteschon ein höherer Komfort erreicht werden. Wird bei einem Anruf die Nummer des Anrufenden erkannt und z.B.in den Outlook-Kontakten des Angerufenen gefunden, so können ihm in einem Popup-Fenster gleich die Informationen zu dem Gesprächspartner am PC angezeigt werden. Er hat somit sofort alle Daten des KundenparatundesisteineerheblicheZeiteinsparungmöglich. Auch die bekannten Funktionen der Mailbox können komfortabler genutzt werden. So können über die Konfigurationssoftware verschiedene Einstellungen für unterschiedliche Mailbox-Ansagen getätigt werden. Man kann so diverse Zeitspannen mit unterschiedlichen Mailbox-Ansagen belegen. Dadurch kann z.B. eineUnterscheidunggetroffenwerdenzwischenderArbeitszeitundZeitenindenen der Arbeitsplatz nicht besetzt ist. Genauso kann auch zwischen internen und externen Anrufen unterschieden werden. Spricht dann ein Anrufer auf die Mailbox des Telefons, so erscheint die Nachricht im Outlook-Posteingang als Audio-Datei. DieseDateikannnunangehörtundbeiBedarfweiterversendetwerden.Geradebei Mitarbeitern die oft unterwegs sind und über das Internet auf ihr Firmen-Postfach zugreifenkönnen,istsomitdasAbhörenderMailboxdeutlichkomfortabler.Natürlich kanndieNachrichtauchweiterhinüberdasTelefonabgehörtwerden. Diese Funktion ist aber nur eine von mehreren, die das Unified Messaging 5 (UM) umfasst. Beim Unified Messaging landen alle per Telefon, Fax oder Datenleitung ankommenden Nachrichten in einer gemeinsamen Mailbox. Von dort sind sie dann wahlweise per Telefon, Fax, E-Mail, Internet-Browser oder WAP-Handy abrufbar. Somit können auch Faxe empfangen werden, obwohl man selbst kein Faxgerät besitzt. Man kann über die Konfigurationssoftware eine Nummer für den Fax-Anschluss bestimmen, welche dann als virtuelles Faxgerät dient. Eingehende Faxe werdendann,ähnlichwiedieVoice-Nachrichten,als.gif-oder.tiff-Anhangpere-mail versendet. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich per SMS über wichtige neu eingegangene Nachrichten informieren zu lassen, wenn man sich nicht am Arbeitsplatzbefindet.
1.3.Ziele
Mittelfristig wird das Ziel der VoIP-Entwickler wohl die Etablierung im Firmen- und Geschäftskundenbereichsein.LangfristigsollVoIPauchimPrivatkundenbereichmit den klassischen Netzen gleichziehen können. Vielleicht wird VoIP irgendwann die traditionelleTelefonieganzablösen.DavorsindabernocheinigeProblemezulösen undesbleibtabzuwarten,obsichdieTechnikwiegewünschtdurchsetzenkann. VoIP bietet eine Unmenge an denkbaren Funktionalitäten. Es ist z.B. vorstellbar, dass man auf Webseiten interaktive Icons einrichtet, mit denen man ohne eine Nummer zu wählen automatisch eine Telefonverbindung zu einem Ansprechpartner im Call-Center herstellen kann. Ist der Kunde bekannt, so können über seine IP-Adresse automatisch die Kundendaten geladen werden und eine Verbindung mit dem für ihn zuständigen Call-Center-Agenten hergestellt werden. Der Agent bekommtnunallerelevantenDatendesAnrufersundkanndessenAnfrageschneller undeffektiverbearbeiten.
Mittlerweile werden schon Telefone entwickelt, die Roaming 6 zwischen Firmen-WLAN 1 und Handynetz beherrschen. So kann man innerhalb desWLANs über das VoIP-Netz der Firma telefonieren und beim Verlassen des WLAN-Bereichs automatischinsHandynetzwechseln.SolcheinGerätwirdzurZeitvonMotorolaund NEC entwickelt *1 . Eine Markteinführung eines solchen Telefons würde für eine weitereErhöhungderMobilitätsorgen.
AuchMicrosoftwillinseinemneuenHandheld-BetriebssystemdieUnterstützungfür VoIPeinführen.Mitihmkönntemandann mobileGerätewiePDAs mitHeadsetals IP-Telefon nutzen, sofern die Chiphersteller ebenfalls eine VoIP-Unterstützung integrieren.ToshibawilleinenVoIP-tauglichenPDA EndedesJahres2003aufden
*1 Computerwoche06.08.03
*2 Computerwoche01.10.03
2.VergleichklassischeSprachnetzeVoIP
IndiesemAbschnittsolleinVergleichzwischenklassischenSprachnetzenundVoice overIPhinsichtlichFunktionsweiseundQualitätaufgestelltwerden.
2.1.KlassischeSprachnetze
2.1.1.Funktionsweise
In den meisten Unternehmen bestehen heute zwei unterschiedliche Netze. Zum einendasTelefonnetzundzumanderendasComputer-Netzwerk(LAN).
Da die Telefonie trotz e-mail weiterhin sicherlich eine der wichtigsten Applikationen eines Unternehmens (mission critical) ist, vertrauen die Verantwortlichen in den Firmen oftmals dem Bewährten. Hier hat sich das herkömmliche Telefonnetz über JahrehinwegetabliertundbieteteinenausreichendenBedienkomfortundvorallem eine sehr hohe Ausfallsicherheit. Auch die Sprachqualität erfüllt einen hohen Standard.
DieheuteverwendetenTK-NetzeweisenfolgendeTopologieauf:
Die lokalen Benutzer sind alle an einen jeweiligen Netzknoten, die TK-Anlage, angeschlossen. Diese Netzknoten sind ihrerseits an Knoten mit überregionaler Funktionangeschlossen,welchedannuntereinanderverbundensind. Das klassische Telefonnetz etabliert also bei jedem Verbindungsaufbau eine Ende-zu-Ende-VerbindungmiteinerfestenÜbertragungsrate(64kbit/s). ParallelzumTelefonnetzbestehteinzusätzlichesNetzwerkzurDatenübertragung.
2.1.2.Qualitätsstandards,Sicherheit,Stabilität
Das klassische Netz in Deutschland erfüllt einen sehr hohen Standard hinsichtlich der Sprachqualität, der Stabilität und der Sicherheit. Auch der Funktionsumfang ist rechtgroß.Funktionenwie
• Rufnummernübermittlung
• Anklopfen
• Anrufweiterschaltung
• Telefonkonferenzen
• Anrufhalten
• EinrichtenvonBenutzergruppen
• ...
stehen heutzutage mit einem ISDN-Anschluss zur Verfügung. Allerdings ist die BedienungderTelefoneumdieseFunktionenzunutzenteilweiseetwaskompliziert, dadieSteuerungmeistübereinkleinesoderganzohnegrafischesDisplayerfolgt.
2.2.VoiceoverIP
Durch das Einrichten einer IP-TK-Anlage entfällt eines der beiden Netze in einem Unternehmen.EinseparatesTK-Netzwirdhinfällig,dadieTelefonieüberdasbereits bestehendeFirmen-LANabgewickeltwird. 2.2.1.Funktionsweise
Bei der Telefonie über VoIP (auch IP-Telefonie genannt) wird das Datennetz der Firma genutzt, um zusätzlich Sprache zu übertragen. Hierbei wird die Sprache in Datenpakete umgewandelt und mit Hilfe des IP-Protokolls wie normale Daten übertragen. In das Netzwerk wird hierbei ein Gateway 7 eingebaut, das für die ÜbersetzungvonStandardsundProtokollenzuständigist.AußerdemleitetesAnrufe inundausdemöffentlichenTelefonnetzweiter.DieTelefonesindnunnichtmehran einenTelefonanschlussangeschlossen,sondernwerdenmittelseinerinternenLAN-Schnittstelle in das LAN integriert. Der Anschluss eines Telefons ist also denkbar einfachundwiebeieinemnormalenPC-Arbeitsplatzvorzunehmen.Zusätzlichistim Netz noch ein Gatekeeper 8 vorhanden. Ein typischer Ablauf der Verbindung funktioniertwiefolgt:
Der Benutzer initiiert einen Verbindungsaufbau (über das Telefon oder über - einSoftphone)
Der Gatekeeper empfängt den Verbindungswunsch und leitet ihn über den - Switch/RouterandasGatewayweiter
- Das Gateway übersetzt die Verbindungs- und später die Sprachdaten, leitet sieindasöffentlicheNetzweiterundbautdieVerbindungaufundab
Arbeit zitieren:
Christian Öhler, 2003, VoIP - Voice over Internet Protocol, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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