1. Gliederung
1. Gliederung. 3
2. Einleitung 4
3. Hauptteil 6
3.1 Zur Konstitution von Interaktion nach George Herbert Mead 6
3.2 Über die konstituive Rolle von Macht in Interaktionsprozessen nach Judith Butler. 8
3.3 Über die besondere Stellung der Kommunikation in der symbolischen Interaktion11
3.4 Ist eine Interaktion ohne Machtgefüge denkbar? 13
3.4.1 Am Beispiel einer Bürgerinitiative 15
4. Schluss. 17
5. Literaturverzeichnis. 19
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2. Einleitung
Die von mir im Folgenden verfasste Abhandlung unter dem Titel „Zur Konstitution von Interaktion (nach Mead) und die These von der konstituiven Rolle von Macht in Interaktionsprozessen (nach Butler)“ befasst sich mit zwei unterschiedlichen Ansätzen zur Erlangung einer Identität eines Individuums und der Erreichung einer gemeinschaftlichen Identität einer G emeinschaft. Während George Herbert Mead die Bildung einer Identität hauptsächlich im Prozess der Interaktion und der damit gegenseitigen Beeinflussung sieht, geht Judith Butler davon aus, dass eine Identität sich nur auf der Grundlage der Unterwerfung eines Individuums unter eine gesellschaftliche Macht von außen ausbildet. Auch wenn diese Unterwerfung ein Prozess der Interaktion darstellt, speist sich die Identität ausschließlich aus der auf das Individuum einwirkenden Macht.
Im ersten Absatz des Hauptteils „Zur Konstitution von Interaktion nach George Herbert Mead“ werde ich auf die Interaktionsprozesse, in der sich auch die Machtprozesse nach Judith Butlers These abspielen, und die Identitätsbildung nach der Theorie von Mead eingehen. Vor allem lege ich großen Wert auf die gegenseitige Beeinflussung der Akteure ohne die eine Ausbildung einer Gruppenidentität kaum denkbar wäre.
Im folgenden Absatz „Über die konstituive Rolle von Macht in Interaktionsprozessen nach Judith Butler“ beschäftige ich mich mit der Identitätsbildung aus der Sicht Judith Butler´s. Besonderes Augenmerk le ge ich im Sinne Butler´s auf die gesellschaftliche Macht, die jede Identität schafft und das Individuum erst zur handelnden Persönlichkeit formt. Eine Ausbildung einer Gruppenidentität werde ich versuchen darzustellen, nur könnte dies problematisch werden auf der Grundlage des Reproduktionszwanges der gesellschaftlichen Macht durch jede Persönlichkeit in Interaktionsprozessen.
Weiterhin möchte ich auf die zwischenmenschliche Kommunikation eingehen, insbesondere mit der vokalen Geste im dritten Absatz: „Über die besondere Stellung der Kommunikation in der symbolischen Interaktion“. Auf der Grundlage der Kommunikation mit Sinn behafteten Gesten, welche eine Universalität zumindest zwischen den Akteuren besitzen, wird symbolische Interaktion erst möglich. Bei dem Vergleich der Theorien von Mead und Butler ist auch im Bereich der Kommunikation ein Punkt zu finden, in dem sie nicht
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übereinstimmen. Dieser befindet sich im Prozess der Erlangung der Kommunikationsregeln durch das Individuum. In der Theorie von Judith Butler ist auch dieser Prozess ohne Macht undenkbar. Sie spricht von einer Unterwerfung, während bei George Herbert Mead maximal von einer Anpassung die Rede ist.
Letztendlich läuft jeder Vergleich der beiden Theorien auf ein Gegenüber von Kommunikation in Interaktionsprozessen mit und durch Macht nach Butler und Kommunikation in Interaktionsprozessen ohne zwingende Machtkomponente nach Mead hinaus. Folglich beschäftige ich mich im letzten Abschnitt des Hauptteils mit der Frage: „Ist eine Interaktion ohne Machtgefüge denkbar?“. Eine besondere Beachtung in dieser Überlegung spielt für mich hierbei die Bildung einer Gruppenidentität, welche sich auch zwischen nur zwei Akteuren abspielen kann. Dies ist da meiner Meinung nach der Ansatz, in dem eine Form der Interaktion ohne Machtgefüge denkbar ist. Als Beispiel einer sich ausbildenden Gruppenidentität benutze ich eine sich gründende Bürgerinitiative im Unterabsatz: „Am Beispiel einer Bürgerinitiative“.
Auf eine nähere Betrachtung der in einer Gemeinschaft e xistierenden Normen- und Werteordnung habe ich bewusst verzichtet. Beide Theorien gehen von deren Existenz und deren Universalität aus. Einziger Unterschied ist hierbei die Betrachtung der Übernahme dieser. Diskussionspunkte befinden sich hierbei in derselben Form wie im Bereich der Kommunikation, durch die Gegenüberstellung von Unterwerfung und Anpassung. Der Bereich der gege nseitigen Beeinflussung der Akteure nach Mead und die dieser gegenüberstehenden These der Reproduktion um jeden Preis nach Butler sind hierbei ein strittiger Punkt. Nach meiner Meinung werden diese aber im folgenden Hauptteil in anderen Bereichen ausführlich diskutiert.
Ich bitte noch zu beachten, dass meine folgenden Ausführungen größtenteils Interpretationen der Theorien sind und die se nicht allumfassend behandeln sollen. Jegliche Ausführungen beziehen sich nahezu ausschließlich auf den Aspekt der Macht in den Interaktionsprozessen, ob nun im Bereich der Identitätsbildung eines Individuums oder einer Gemeinschaft.
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3. Hauptteil
3.1 Zur Konstitution von Interaktion nach George Herbert Mead
George Herbert Mead stützt sich in seiner Betrachtung der Interaktion auf den Behaviorismus nach John B. Watson. „ Behaviorismus in diesem allgemeineren Sinn ist einfach eine Methode, die Erfahrung des Individuums vom Standpunkt seines Verhaltens aus zu Untersuchen, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich jenes Verhaltens, das von anderen beobachtet werden kann.“ (Mead 1988, S. 40) Diese neue Definition durch George Herbert Mead selbst wird zu seinem Ausgangspunkt seiner Überlegungen über die soziale Interaktion. Die Identität eines Menschen, ja sogar eine zwischenmenschliche Gemeinschaft, entsteht und besteht grundlegend aus den sozialen Interaktionen der Teilnehmenden. Beides kann nur durch Kommunikation mit Sinn behafteten Gesten der Agenten, welche eine gewisse Universalität besitzen müssen, konstituiert werden. Die Kommunikation sollte hierbei nicht auf Sprache reduziert werden, da es auch nonverbale mit Sinn behaftete universale Gesten gibt, welche bei der sozialen Interaktion eine große Rolle spielen. Die Kommunikation mit Sprache bezeichnet Mead als Nutzung von verbalen Gesten, was ich gerne übernehme, doch sollte man hierbei nicht vergessen, dass diese verbalen Gesten nicht nur zwischenmenschlich genutzt wird, sondern auch für den Denkprozess (z.B. die Reflektion des Erlebten ) von entscheidender Bedeutung ist. Dazu aber mehr in einem späteren Abschnitt. Nun möchte ich erst einmal näher darauf eingehen, wie ein menschliches Wesen überhaupt er bzw. sie selbst wird. Es gibt eine Reihe von psychologischen Ansätzen, die davon ausgehen, dass der Mensch mit seiner Persönlichkeit geboren wird und keinen Kontakt zu anderen Menschen benötigt um sie zu bilden. Nicht so bei George Herbert Mead. Erst durch die Interaktion mit anderen Menschen, bekommt ein Mensch seine Identität und wird somit zu dem gemacht, was er ist. Das will aber nicht bedeuten, dass diese Identität irgendwann vollkommen oder fertig ist. Es ist ein stetiger Prozess der Wandlung, auf Grund neuer Beeinflussung von Haltungen anderer.
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Arbeit zitieren:
Magister Artium Sebastian Klaus, 2004, Zur Konstitution von Interaktion (nach Mead) und die These von der konstituiven Rolle von Macht in Interaktionsprozessen (nach Butler), München, GRIN Verlag GmbH
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Die gemeinsame Konstitution professioneller Interaktion
Marja-Leena Piitulainen, Ewald Reuter, Liisa Tiittula
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