Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Definitionen 3
3. Einelternfamilien in Deutschland. 4
3.1. Unterschiedliche Typen von Einelternfamilien: 5
3.1.1. Alleinerziehende Väter. 5
3.1.2. Verwitwete Mütter 5
3.1.3. ledige Mütter 5
3.1.4. Geschiedene oder getrennt lebende Mütter. 6
3.2. Scheidung oder Trennung als Ursache für alleinerziehende Eltern. 6
3.3. Armut. 7
3.3.1. Armut in der Einelternfamilie 8
3.3.2. Konsequenzen der Armut alleinerziehender Eltern. 8
4 Einkommen von Einelternfamilien. 9
4.1. Erwerbstätigkeit 9
4.2. Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 10
4.2.1 Kindergarten 11
4.2.2. Kinderkrippe. 12
4.2.3. Kinderhort 12
4.2.4. Ausblick. 13
4.3. Staatliche finanzielle Unterstützung von Familien 13
4.3.1. Kindergeld. 13
4.3.2. Steuerfreibeträge 14
4.3.3. Haushaltsfreibetrag. 15
4.3.4. Unterhaltsvorschuss 15
4.3.5. Erziehungsgeld 15
4.3.6. Sozialhilfe. 16
4.3.7. Sonstige Ansprüche. 16
4.4. Einelternfamilien und Sozialhilfe. 17
5. Probleme. 19
5.1. Wohnsituation. 19
5.2. Gesellschaftliche Isolation 19
5.3. Strukturelle Rücksichtslosigkeit 20
6. Ausblick und Fazit 21
Literaturverzeichnis : 22
1
1. Einleitung
In den Medien wurde die letzten Wochen berichtet, dass eine Gruppe alleinerziehender Mütter und Väter, angeführt von Gerhard Schröders Schwester Ilse Brücke, am 18. Februar 2002 eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen. Eine bundesweite Protestaktion begleitet die Forderung gegen die von der Bundesregierung verabschiedete Abschaffung der Steuerklasse 2, was faktisch bedeutet, dass Alleinerziehende künftig steuerlich wie Singles behandelt werden und damit erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Alleinerziehende sind laut Armutsbericht die am stärksten on Armut betroffene Bevölkerungsgruppe (aus einer Pressemitteilung des Vereins alleinerziehender Mütter und Väter in Deutschland (VAMV)).
Die Familie als Kernstück der Gesellschaft übernimmt äußerst wichtige Aufgaben. Sie ist für die Reproduktion, die Betreuung und vor allen Dingen die Erziehung des Nachwuchses zuständig. Als solche prägen sie die kommenden Generationen entscheidend, was Kultur, Werte, Lebenseinstellung, Verhaltensmuster angeht. Vor diesem Hintergrund entbrennen in der Öffentlichkeit immer wieder Diskussionen um die Lage von Familien und deren materielle Benachteiligung. Jeder, der eine Familie gründen möchte, muss sich in vielen Fällen zuerst einmal ausrechnen, ob er sich das eigentlich leisten kann, welches Elternteil die Betreuung und welches das Einkommen sichern soll. Auch das Bundesverfassungsgericht beschäftigte sich in den letzten Jahren öfters mit der finanziellen Benachteiligung von Familien. Ein besonderes Augenmerk liegt inzwischen auf alleinerziehenden Eltern. Durch die gesellschaftliche Entwicklung und vor allem durch die hohe Scheidungsrate werden immer mehr Ehen geschieden und immer mehr Einelternfamilien entstehen auf diesem Wege. Jede neue Studie zeigt eine beständige Zunahme von Einelternfamilien und auch gleichzeitig deren prekäre finanzielle Situation. Die folgende Darstellung soll sich nun mit der finanziellen und gesellschaftlichen Situation von alleinerziehenden Eltern in Deutschland beschäftigen. Meine Hypothese, die den roten Faden in dieser Arbeit darstellen soll, lautet: Der Umstand, alleinerziehend zu sein, führt unter den gegebenen gesellschaftlichen und sozialpolitischen Umständen fast automatisch zu Armut. Das Risiko vor allem alleinerziehender Mütter, mit ihren Kindern zu verarmen, scheint besonders hoch zu sein.
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2. Definitionen
Armut von Familien kann nicht allein über die Einkommensverteilung gemessen werden. Eine rein finanzielle Armutsdefinition wird der Unterschiedlichkeit der Lebenslagen von Familien und den Ursachen für Armut von Familien und Kindern nicht gerecht. Neben Einkommen und Vermögen umfasst die Lebenslage einer Person eine Vielzahl von Dimensionen wie z.B. Bildung, Erwerbsstatus, Gesundheit, Wohnsituation, Familiensituation und soziale Netzwerke. Ich orientiere mich an den Schwellen, unterhalb derer Menschen nicht mehr an den jeweiligen Standards des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens teilhaben können.
In meine Betrachtung möchte ich nur Familien mit einem alleinstehenden Elternteil mit Kindern ohne weitere Personen im Haushalt einschließen. Unterschieden wird zwischen Alleinerziehenden und nichtehelichen Partnerschaften mit Kindern (bisher oft Vermischungen in Statistik und Forschung) Diese Arbeit beschränkt sich auf Einelternfamilien mit Kindern unter 18 Jahren. Die Untersuchung soll sich hier auf Familien mit minderjährigen Kindern beschränken, da die Eltern-Kind-Beziehung bei Kindern in diesem Alter eindeutig definiert ist als ein versorgendes, betreuendes, erziehendes, in finanzieller und psychischer Sicht abhängiges Verhältnis. Außerdem können so weitgehend Fälle ausgeschlossen werden, die auf einer anderen Art der Abhängigkeit beruhen, zum Beispiel das ledige, erwachsene Kind lebt noch bei seiner alleinstehenden Mutter, trägt aber bereits durch Erwerbstätigkeit zum Familieneinkommen bei. Oder die ledige Tochter kümmert sich um die verwitwete, pflegebedürftige Mutter. Solche Fälle können durch die 18-Jahre-Altersgrenze für Kinder weitestgehend ausgeschlossen werden. In meiner Arbeit habe ich den Schwerpunkt bewusst auf die Betrachtung von Mutter-Kind(er)-Familien gelegt, da die Vater-Kind(er)-Familien gerade was das Problem der Armut anbelangt, ganz anders beschaffen sind. Mutter-Kind(er) Familien machen auch immerhin 87,6 % aller Einelternfamilien aus, Vater-Kind(er) Familien folglich nur 12,4 %. Sie bilden also schon einmal die weitaus größere Gruppe. Für die Betrachtung der Armutslage besonders relevant ist aber der Umstand, dass ganze 97 % aller sozialhilfeempfangenden Einelternfamilien solche mit einem Mutter-Kind-Schema sind und die alleinerziehenden Väter vor allem in den alten Bundesländern über vergleichsweise hohe Einkommen verfügen (Bäcker et al. 2000).
3
Da in der meisten von mir verwendeten Literatur noch die DM als Währung verwendet wird, da sie vor der Euro-Einführung verfasst wurde, sind die Währungsangaben in DM wie in Euro, je nach den Angaben der verwendeten Quelle, zu finden. An sich spielt es keine große Rolle, da bei vergleichenden Angaben dieselbe Währung ausgewiesen wird.
Obwohl es teilweise große Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern gibt, habe ich keine explizite Unterscheidung vorgenommen, wie das viele von mir verwendete Quellen tun. Außer bei den Themen erwerbstätige Mütter und institutionelle Kinderbetreuung, wo eine Unterscheidung unumgänglich ist, wurden nur die gesamtdeutschen Zahlen von mir verwendet und verarbeitet.
3. Einelternfamilien in Deutschland
In Deutschland gab es 1998 rund 13 Mio. Haushalte mit Kindern, in denen insgesamt 46 Mio. Menschen lebten. Mehr als drei Viertel der Haushalte waren verheiratete Paare mit Kindern. Annähernd ein Fünftel waren Alleinerziehende, deren Anteil in der Vergangenheit kontinuierlich zugenommen hat (im Jahr 1999 waren es bereits 80.000 Einelternfamilien mehr als 1998). Eine wesentliche Ursache für diese Steigerung war die Zunahme von Ehescheidungen (inzwischen wird in Deutschland fast jede dritte Ehe geschieden) (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend 2000). Tabelle 1 gibt einen genaueren Überblick über die Entwicklung und die genauen Zahlen über Alleinerziehende. Deutlich zu erkennen ist, dass die absolute Zahl der Einelternfamilien über die Jahre beständig zugenommen hat.
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Tabelle 1: Einelternfamilien in Deutschland 1999
einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sind, mitgezählt)
3.1. Unterschiedliche Typen von Einelternfamilien:
Die alleinerziehenden Eltern in Deutschland sind keineswegs eine homogene Gruppe. Eine vertikale Unterscheidung der unterschiedlichen Familien anhand des Familienstandes bzw. des Geschlechts scheint am sinnvollsten zu sein:
3.1.1. Alleinerziehende Väter
Alleinerziehende Väter leben vorwiegend mit älteren Kindern zusammen. Sie geben normalerweise ihre Berufstätigkeit nicht auf und üben überdurchschnittlich oft eine qualifizierte und gutbezahlte Tätigkeit aus.
3.1.2. Verwitwete Mütter
Verwitwete Mütter und ihre Kinder sind im Schnitt älter. Da Witwen und Waisen in der Regel Ansprüche auf sozialrechtliche Unterhaltsleistungen, d.h. auf Hinterbliebenenrenten aus den Alterssicherungssystemen haben, zählen sie zu der Gruppe der Einelternfamilien mit einem stabilen Einkommen und Lebensstandard. In manchen Fällen reicht die Witwenrente aber nicht ganz aus, um ein ausreichendes Einkommen zu erzielen und die Altersversorgung sicherzustellen. Oft sind bislang nicht erwerbstätige Mütter auch dazu gezwungen, eine Berufstätigkeit auszuüben, um das Familieneinkommen zu sichern.
3.1.3. ledige Mütter
Ledige Mütter sind besonders häufig von finanziellen Problemen betroffen, vor allem dann, wenn es sich um junge Frauen handelt, die im Erwerbsleben noch nicht Fuß fassen konnten oder gar keine Ausbildung haben. Das Kind hat zwar
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Arbeit zitieren:
Katrin Kornmann, 2002, Armutslage von Einelternfamilien in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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