1 EINLEITUNG 1
2 GRUNDLEGENDES ZUR LICHTAUSBREITUNG 8
2.1 SKALARE OPTISCHE WELLEN- DIE HELMHOLTZ-GLEICHUNG 8
2.2 EIGENSCHAFTEN DES LASERLICHTS 11
2.2.1 TRANSFORMATION VON WELLENFELDERN DURCH OPTISCHE ELEMENTE 15
2.3 EIKONALGLEICHUNG UND GEOMETRISCHE OPTIK 19
2.4 BEUGUNG 21
3 DAS TEMPERATURFELD DER THERMISCHEN LINSE 27
3.1 DIE WÄRMELEITUNGSGLEICHUNG 27
3.2 GREENSCHE FUNKTIONEN 28
3.3 BEKANNTE UND NEUE LÖSUNGEN 31
3.4 AXIALER WÄRMEFLUß 39
3.5 FAZIT 48
4 GEOMETRISCHE OPTIK DER TL 50
4.1 ANWENDUNG DER STRAHLFORMEL AUF DIE THERMISCHE LINSE 50
4.2 ABERRANTE RINGBILDUNG 54
5 BEUGUNGSINTEGRAL DER THERMISCHEN LINSE 60
5.1 FORMULIERUNG DES BEUGUNGSINTEGRALS DER TL 60
5.2 DIE ZENTRALE INTENSITÄT 68
5.3 POSITITON DES INTERFERENZRINGES 76
5.4 ABERRANTES GESAMTPROFIL 79
6 ZUSAMMENFASSUNG 84
ANHANG A NUMERISCH GERECHNETES TL-BEUGUNGSINTE-GRAL ZUM
VERGLEICH MIT CHEN ET AL (1991) 87
ANHANG B ELEKTROMAGNETISCHE ASPEKTE DER LASER-AUSBREITUNG
IN MEDIEN MIT THERMISCHER LINSE 88
B.1 FELD- UND MATERIALGRÖßEN 88
B.2 DIE TEMPERATURABHÄNGIGKEIT DER SUSZEPTIBILITÄT. 91
B.3 FELDAUSBREITUNG IM SCHACH INHOMOGENEN MEDIUM 92
B.4 ÜBERGANG ZUR MONOCHROMATISCHEN WELLE 95
B.5 OPTISCHE INTENSITÄT UND ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN 95
LITERATUR 101
In den sechziger Jahren wurde bei Laser-Experimenten mit im Strahlengang
Gordon et al (1965) haben das Phänomen damit erklärt, daß im Medium ein
Aus der Tatsache, daß der Laser einerseits das Temperaturfeld erzeugen soll
thermal lens effect using an He-Ne-laser", Appl. Phys. Letters, 4,7,141-143,(1964).
J. P. Gordon, R. C. C. Leite, R. S. Moore, S. P. S. Porto and J. R. Whinnery, "Long- Transient
Effects in Lasers with Inserted Liquid Samples," J. Appl. Phys.,36,3-8 (1965).
2 G. Eden, W. Schröer, "Nonlinear effect in light scattering of thermal lensing systems", Opt.
Comm. 63, 2, 135-140, (1987).
3 D. C. Smith, "High-power laser propagation: thermal blooming", Proc. of the IEEE, 65, 12, 1679-
1714, (1977).
4 C. Hu and J. R. Whinnery,"New Thermooptical Measurement Method and a Comparison with
Other Methods," Appl. Opt. 12, 72-79 (1973).
N. J. Dovichi and J. M. Harris, "Laser induced thermal lens effect for calorimetric trace analysis",
Anal. Chem. 51, 6, 728-731 (1979).
Das von Gordon et al (1965) und Hu/Whinnery (1973) gegebene Modell, das
Die Abschätzungen bei Hu/Whinnery, bis zu welchen absorbierten Leistungen die
Das Unbehagen mit der Verwendung des parabolischen Modells rechtfertigt sich
822A (1986).
7 Vgl. R. Gupta, "The theory of photothermal effect in fluids", J. A. Sell, ed., Photothermal
Investigations of Solids and Fluids, (Academic Press, San Diego, 1989).
8 S. A. Akhmanov, D. P. Krindach, A. V. Migulin, A. P. Sukhorukov and R. V. Khokhlov,
"Thermal Self-Actions of Laser Beams," IEEE. J. Quantum Electron., QE-8, 568-575 (1968).
C. Hu and J. R. Whinnery (1973) a.a.O.
9 Selbst wenn man die Prämisse der geometrischen Optik gelten läßt, ist, wie noch gezeigt wird, die
Argumentation, die bei Hu/Whinnery zur Vernachlässigung von Aberration führt, nicht stichhaltig.
10 C. A. Carter and J. M. Harris,"Comparison of models describing the thermal lens effect," Appl.
Opt. 23, 476-481 (1984).
Im Jahre 1982 veröffentlichten Sheldon et al 12 ein alternatives Modell, das keine
Carter/Harris (1984) haben das neue Modell von Sheldon et al zusammen mit dem
Schließlich haben Shen et al (1992) 14 neben einer Erweiterung der Formel von
R. T. Bailey, F. R. Cruickshank, D. Pugh, A. McLeod and W. Johnstone, "Gas phase thermal
diffusivities by a thermal lens technique", Chem. Phys. 68, 351-357 (1982).
11 H. L. Fang and R. L. Swofford,"The Thermal Lens in Absorption Spectroscopy," in
Ultrasensitive Laser Spectroscopy, D. S. Kliger,ed.,(Academic Press, New York 1983), pp. 175-232.
12 S. J. Sheldon, L. V. Knight and J. M. Thorne,"Laser-induced thermal lens effect: a new
theoretical model," Appl. Opt. 21, 1663-1669 (1982).
13 W. R. Callen, B. G. Huth, and R. H. Pantell, "Optical patterns of thermally self-defocused light",
11, 3, 103-105 (1967).
14 J. Shen, R. D. Lowe and R. D. Snook,"A model for cw laser induced mode-mismatched dual-
beam thermal lens spectrometry," Chem. Phys. 165, 385-396 (1992).
Ziel dieser Arbeit ist es u. a., den vorhandenen Modellen für die zentrale Intensität
eine neue Lösung gegenüberzustellen, die ihnen insbesondere bei starken TL überlegen ist.
Ferner sollen dieses und die vorhandenen Modelle mit der numerischen
Besonders bei stärkeren TL ist nicht nur die zentrale Intensität, sondern das
In der vorliegenden Arbeit wird die geometrisch optische Analyse des
15 S. A. Akhmanov et al (1968) a.a.O.
F. W. Dabby, T. W. Gustafson, J. R. Whinnery and Y. Kohanzadeh,"Thermally self-induced phase
modulation of laser beams," Appl. Phys. Letters 16, 9, 363-365 (1970).
16 T. Chen, S.-J. Sheih and J. F. Scott,"Phase modulation and far-field spatial patterns due to the
transformational thermal-lens effect," Phys. Rev. B 43,1,615-622 (1991).
Nun ist allerdings ein Laserstrahl nur unter ganz bestimmten Bedingungen exakt
So berechtigt die Zweifel von Chen et al an der Richtigkeit der numerischen
In dieser Arbeit wird nur die radialsymmetrische TL behandelt, wie sie in
(1966).
D. Marcuse,Light transmission optics, (Van Nostrand Reinhold Company, New York 1972),
Kap.3.6, S.111
J. Arnaud,"Representation of gaussian beams by complex rays", Appl. Opt. 24, 4, 538-543 (1885)
18 Die Vermutung von Chen et al, daß das bei Dabby et al angegebene, von Akhmanov et al
19 R. D. Boyd and C. M. Vest,"Onset of convection due to horizontal laser beams", Appl. Phys.
Lett., 26,6,287-288 (1975).
Neben der Fragwürdigkeit der quantitativen Brauchbarkeit geometrisch-optischer
In dieser Arbeit soll deshalb die Möglichkeit und Notwendigkeit der Korrektur des
P.M. Livingston,"Thermally induced modifications of a high power cw laser beam", Appl. Opt. 10,
2, 426-436 (1971).
22 S. Wu and N. J. Dovichi, "Fresnel diffraction theory for steady-state thermal lens measurements
in thin films," J. Appl. Phys. 67, 1170-1182 (1990).
2 Grundlegendes zur Lichtausbreitung
In diesem Kapitel werden die grundlegenden Beziehungen über die
Ausbreitung von (Laser-)licht präsentiert, auf die in der Theorie der thermischen
Linse zurückgegriffen wird. Die Beziehungen sind wohlbekannt und wurden, wenn
nicht gesondert vermerkt, aus Saleh/Teich(1991), Born/Wolf(1980),
Petykiewicz(1992) und Marcuse(1972) entnommen. 23
2.1 Skalare optische Wellen- Die Helmholtz-Gleichung
In der vorliegenden Untersuchung wird die Ausbreitung eines Laserstrahls in
einer Flüssigkeit als die einer skalaren Welle analysiert. Wir postulieren zunächst
eine monochromatische Wellenfunktion
& & &
so daß
und eine optische Intensität
23 B. E. A. Saleh and and M. C. Teich, Fundamentals of Photonics, (John Wiley & Sons,
New York, 1991).
M. Born and E. Wolf,Principles of Optics,6th ed.(Pergamon Press,Oxford 1980).
J. Petykiewicz,Wave Optics,(Polish Scientific Publishers, Warszawa, 1992).
D. Marcuse,Light transmission optics, (Van Nostrand Reinhold Company, New York 1972).
& ϕ( ) r ist die Phase, ω die Kreisfrequenz und U m die komplexe Amplitude
und Phase der monochromen Welle. Intensität und komlexe Amplitude können
durchaus zeitabhängig sein, in der Zeitskala der optischen Schwingungszeit müssen
diese Änderungen allerdings vernachlässigbar klein sein.
Die skalare optische Welle ist zunächst ein Konzept, dessen physikalische
Angemessenheit aus der elektromagnetischen Theorie hergeleitet werden muß. 24
Wenn wir die Wellenfunktion zeitunabhängig machen
erhalten wir die Helmholtz-Gleichung:
& & 2 2 ∇ + = ( ( ) ) U ( ) 0 2-5 k r r m
& & = ω ( ) / ( ) mit k r als der Wellenzahl. Lösung ist unter anderen die ebene c r
Welle:
& & & = − U ( ) exp( i ) 2-6 m r A k r
& & &
= ( ) der Wellenvektor ist (Normalenvektor der Wellenfront). Um wobei k k r
& &
die Helmholtzgleichung zu erfüllen muß
komplexe Amplitude (abs(A)) und Phase (arg(A)).
Eine weitere wichtige Lösung ist die Kugelwelle
24 Einige grundlegende Zusammenhänge der elektromagnetischen Theorie sind im Anhang 2
zusammengestellt.
wobei
r
der Abstand von der Quelle ist.
& r = 0 an den Betrachtet man ein sphärische Welle mit Ausgangspunkt bei
&
= ( , , ) nahe der z-Achse und weit vom Ursprung, so daß Punkten r x y z
erhält man mit der Binomialentwicklung für
Substituiert man diese Näherung für r in der Phase der Kugelwelle und für
= , erhält man die Fresnel-Approximation den weniger empfindlichen Vorfaktor r z
der Kugelwelle, die parabolische Welle:
− 0 exp( i ) Das kann auch als ebene Welle A mit einer Modulation k z
Welle zu paraboloiden Wellenfronten umgebogen werden. Die paraxiale Näherung
&
( ) kann, wie dieses Beispiel zeigt, als von einer komplexen Amplitude u. Phase A r
modulierte ebene Welle ausgedrückt werden, so daß
& & = − U ( ) ( ) exp( i ) 2-10 m r A r k z
& sich nur langsam in z-Richtung ändert, so daß die Wellenfront-( ) wobei A r
Normalen paraxiale Strahlen bleiben: Die allgemeine Anforderung an diese
modulierende komplexe Amplitude ist (getrennt gültig für die Beträge des Real- und
<< innerhalb von ∆z = λ . Imaginärteils): ∆A A
Somit
Setzt man den paraxialen Ansatz Gl. 2-10 in die Helmholtz-Gleichung Gl. 2-5
ein, ergibt sich unter Vernachlässigung von
Diese Gleichung wird für die Charakterisierung von Laserlicht im folgenden
benötigt.
2.2 Eigenschaften des Laserlichts
Ein Laser ist ein optischer Resonator, der ein (via stimulierter Emission)
kohärent lichtverstärkendes Medium enthält. Der Resonator liefert die
Randbedingungen, mit denen die Helmholtzgleichung diejenigen Wellenfunktionen
ergibt, die im Resonator als kohärent verstärkte Moden existieren können.
Der einfachste Resonator ist das Fabry-Perot Etalon, alsozwei planparallele
Spiegel. Die Moden sind Linearkombinationen ebener Wellen, deren Amplituden an
den Spiegeloberflächen verschwinden. Weitaus unempfindlicher gegen Dejustierung
sind sphärische Spiegel. Eine stehende Welle in solch einem Resonator muß
sphärisch bzw. parabolisch gekrümmte Wellenfronten entsprechend der
Spiegeloberflächen haben. Ferner soll der Resonator einen gerichteten paraxialen
Strahl erzeugen. Folglich ist Gl. 2-10
& & = − U ( ) ( ) exp( i ) 2-13 m r A r k z
anzuwenden mit der paraxialen Helmholtz-Gleichung Gl. 2-12
Wir betrachten die einfachste Lösung 25 indem wir den Ansatz
ρ 2 2 = − + exp( i[ ( ) / ( )]) 2-15 A p z k q z
in Gl. 2-14 einsetzen. k ist eine Konstante, d.h. wir betrachten zunächst ein
homogenes Medium. p z ( ) ist die mit der Ausbreitung in z-Richtung verbundene
2 2 2 ρ x + = komplexe Phasenverschiebung. ist das Abstandsquadrat zur optischen y
Achse und q z ( )ist ein komplexer Strahlparameter, der (als komplexe Größe) gleich
zwei Informationen beherbergen kann: den Parameter für die gaussförmige
Änderung der Intensität mit dem Abstand ρ von der optischen Achse und die
Krümmung der Wellenfront, die nahe der opt. Achse sphärisch ist.
Nach dem Einsetzen von Gl. 2-15 in Gl. 2-14
und Vergleich der Koeffizienten mit gleicher Potenz in ρ erhält man die z-
Ableitungen:
′ = q 1 und ′ = − i/ . 2-17 p q
Integration der zweiten Gleichung ergibt
= − + ( ) i ln( / ) 1 2-18 p z z q 0
wobei die Integrationskonstante, die eine willkürliche Phasenkonstante ist,
Null gesetzt wurde.
Die Integration der ersten Beziehung ergibt
25 Für die vollständige Lösung s. z.B. Jin Au Kong, Electromagnetic Wave Theory, (Wiley &
Sons New York 1986), S. 439.
was den Strahlparameter q 1 in einer Bildebene mit dem Parameter q 0 in einer
vorherigen Ebene (Objektebene) in Beziehung setzt - mit dem Abstand der Ebenen z
als Differenz.
Es ist bequem (und bietet sich bei Betrachtung von Gl. 2-15 an , zwei reelle
( ) und ω( ) Strahlparameter R z z einzuführen, die mit dem komplexen Parameter
folgendermaßen verknüpft sind:
Setzt man Gl. 2-20 in Gl. 2-15 ein,
2 2 2 ρ ρ ω = − + − exp[ i( ( ) ) ( )] 2 2-21 A p z R
und erinnert sich an die Form der paraxialen Kugelwelle (Herleitung von Gl.
2-9), so erkennt man, daß R(z) der Krümmungsradius der Wellenfront ist, die die
optische Achse bei z schneidet. ω( ) z kann leicht als derjenige Abstand von der
optischen Achse identifiziert werden, bei dem die Feldamplitude auf den 1/e-fachen
Wert gebenüber dem Wert im Zentrum abgefallen ist, was als Strahlradius definiert
wird.
Wir betrachten nun eine Stelle z 0 auf der optischen Achse, an der die
0 → ∞. ( ) Wellenfront eben ist.Hier muß der Krümmungsradius divergieren: R z
= . Der Durchmesser an dieser Stelle sei Bequemerweise sei z 0 der Ursprung: z 0 0
ω 0 . Mit Gl. 2-20 erhalten wir
und mit Gl. 2-19:
Wie für jede komplexe Zahl gilt 1
Im( / ) 1 q mit Gl 2-23 und gewinnen durch Vergleich mit dem Real- und Imaginärteil
von Gl. 2-20 die reellen Gleichungen für den Krümmungsradius der Wellenfronten
und den Strahlradius des Lasers.
Abb. 2-1: Charakteristik eines Gauß-Strahls. Im paraxialen Bereich ist
≈ ρ 2 2 ρ 2 2 − k / , weshalb der Faktor exp( i ) einer sphärischen b R R
Wellenfront entspricht.
und
Wir können hier einen Abstand z c vom Nullpunkt (gleich der Position der
2 Strahltaille) definieren, bei dem ω 2 auf 2 ω 0 angewachsen ist:
Der Term exp( i ( ))
Anwendung der Eigenschaft der komplexen Zahl C, daß
= + ist, zu exp ln exp(ln i arg ) C C C
umgeformt werden, wobei q 0 gemäß Gl.2-22 und der Wurzelausdruck gemäß
Gl. 2-25 ersetzt wurden.
Kombination von Gl. 2-10 und Gl. 2-21 ergibt
wobei das Maximum auf 1 normiert ist.
2.2.1 Transformation von Wellenfeldern durch optische Elemente
Der Einfluß eines beliebigen optischen Elements (z.B. Gitter, Linse) auf eine
es durchquerende optische Welle kann mit dem Begriff der Transmissionsfunktion F
(auch Durchlässigkeitsfunktion genannt) ausgedrückt werden. 26 Sei u x y 0 ( , ) das Feld
= einer ebenen Welle in einer Referenzebene z const in Abwesenheit des otischen
Elements, und u x y ( , ) das Feld in der gleichen Ebene bei Anwesenheit eines
optischen, so ist die Transmissionsfunktion
26 Born/Wolf S.401
Die Transmissionsfunktion hängt vom Winkel ab, aus welchem die ebene
Welle die Referenzebene erreicht. In der Regel - so auch in dieser Untersuchung-interessiert der Fall wo die Ausbreitungsrichtung mit der z-Achse übereinstimmt -die Referenzebene also orthogonal zur Ausbreitungsrichtung liegt. Die
Transmissionsfunktion ist im allgemeinen komplex, da sie sowohl die Phase (über
das Argument) als auch die Amplitude (über den Betrag) einer Welle u 0 verändern
können muß. Ist
F
=
1 hat man ein reines Phasenobjekt (z.B. transparente, dünne
Linsen). 27 Paraxiale Wellen haben die gleichen Transmissionsfunktionen wie ebene
Wellen, so daß für das Feld eines Lasers hinter einem optischen Element gilt:
= 0 m ( , ) ( , ) ( , ) 2-30 U x y U x y F x y
Aus Gl. 2-28 ist ersichtlich, daß nur ganz bestimmte Transmissionsfunktionen
einen einfallenden Gauß-Strahl in einen geänderten Gauß-Strahl transformieren, da
der ρ 2 -Term eine quadratische Abhängigkeit vom Achsabstand erzwingt: 28
2 ρ + − = )] 2 / ( i exp[ 2-31 c c k c F
2 1 0
Aus den o.g. Gründen kann c 0 =1 betrachtet werden und c 2 als konstante
Phasenverschiebung ignoriert werden. Das ergibt intessanterweise gerade die
Transmissionsfunktion einer dünnen Linse mit der Brennweite f=1/c 1 . Denn 29
27 Es sei hier vorweggenommen, daß die thermische Linse als reines Phasenobjekt behandelt
werden kann. Die geringe Absorption bewirkt über das entstehende Brechungsindexfeld eine
Modifikation des Arguments der Transmissionsfunktion. Die Auswirkung auf die Amplitude ist
darüber hinaus im wesentlichen linear, also eine durch das Lambertsche Gesetz beschreibbare
Konstante. Die Linse ist so dünn, daß sich die Amplitudenfunktion ansonsten während des
Durchgangs nicht relevant ändern kann.
28 Elliptische axiale Strahlen, die ebenfalls Gauß-Charakteristik haben, ergeben sich durch
separate Parameter für die x 2 - und y 2 -Terme statt der Zusammenfassung zu ρ 2 . Der Übersichtlichkeit
halber wird dieser Fall zunächst nicht ausgeschrieben.
29 Vgl. Saleh/Teich S.58
Medien mit Transmissionsfunktionen, die höhere Potenzen als die
quadratische aufweisen, verändern das Feld so, daß die Gauß-Charakteristik verloren
geht.
Die Strahlausbreitung durch dünne Linsen und andere ideale optische
Elemente kann mittels der geometrischen Optik beschrieben werden, da dort
ebenfalls sphärische Wellenfronten durch Linsen etc. Änderungen im
Krümmungsradius erfahren. Denn in der idealen optischen Abbildung gilt
Für den Gaußstrahl gilt das allgemeiner
bzw.
= + für die freie Ausbreitung, so läßt Erinnert man sich an Gl. 2-19 q q z 2 1
sich als allgemeiner Ansatz die bilineare Transformation:
formulieren. Um Gl. 2-19 auszudrücken gilt die Parametermatrix:
und für Gl. 2-34 gilt:
Der Sinn der Matrixschreibweise 30 erhellt sich, wenn man die Transformation
des Strahls über mehrere Linsen und dazwischen liegende freie Strecken betrachtet.
Es läßt sich nämlich leicht nachrechnen, daß der Effekt der sukzessiven
Transformation des Strahls auch durch eine summarische ABCD-Matrix 31
repräsentiert werden kann, die aus dem Matrizenprodukt der einzelnen Komponenten
besteht. Beispielsweise
Wie noch gezeigt werden wird, weist eine thermische Linse kein exaktes ρ 2 -
Verhalten der Transmissionsfunktion auf. Sie besitzt, in den Termini der
geometrischen Optik ausgedrückt, sphärische Aberration. Aber während für die
Transformation durch dünne Linsen die geometrische Optik den Gauß-Strahl korrekt
beschreibt, liefert die geometrische Theorie der Aberrationen 32 keinen Hinweis
darauf, wie das Feld eines vormaligen Gauß-Strahls hinter einer TL aussieht, wenn
30 H. Kogelnick, T. Li:Laser Beams and Resonators. IEEE 54,10, S.1312-1329 (1966)
31 Die gleichen ABCD-Matrizen finden sich in der idealen paraxialen geometrischen Optik:
wobei ρ die Strahlposition ist und ρ' die Strahlsteigung.
32 Vgl. Born/Wolf S.203
Aberrationen nicht vernachlässigt werden sollen. Um hier zu Ergebnissen zu
kommen, muß das Feld hinter der Linse als Beugungsintegral formuliert werden.
2.3 Eikonalgleichung und geometrische Optik
Im Hochfrequenzlimit liefert die Helmholtzgleichung Gl. 2-5 die
Eikonalgleichung, aus der die geometrische Optik abgeleitet ist. Dazu schreiben wir
die komplexe Amplitude aus Gl. 2-1 in der Form
& & & = − U ( ) ( ) exp( i ( )) 2-40 m r u r k S r 0 0
& & geschrieben. k 0 ist die d.h. die Phase ϕ( ) wird als k S r 0 ( ) r
& soll ebenso wie S r & so langsam π λ Vakuumwellenzahl 2 / 0 ( ) ( ) und der Betrag u r 0
&
r variieren, daß er innerhalb von λ 0 als konstant angesehen werden kann. Dann mit
& r >> λ 0 ). Man beschreibt Gl. 2-40 eine lokal ebene Welle (oder Kugelwelle mit
erhält
Da Realteil und Imaginärteil jeweils für sich verschwinden müssen, erhalten
wir die Eikonalgleichung:
Arbeit zitieren:
Dr. Frank Jürgensen, 1994, Zur Auswirkung der schwachen und starken aberranten thermischen Linse in Flüssigkeiten auf die Ausbreitung von Laserstrahlen, München, GRIN Verlag GmbH
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