Inhaltsverzeichnis…………………………………………………………… 1
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit 2
1.2 Religion- Begriffsdefinition 2
2. Grundlagen der Religion 3
2.1 Grundlagen des Christentum 3
2.2 Grundlagen des Islam 4
3. Die Lebenspraxis als Bewährung
3.1 Oevermanns allgemeines Strukturmodell von Religiosität-
Lebenspraxis als Einheit von Entscheidungszwang und
Begründungsverpflichtung 6
4. Darlegung am Paradigma der Religion
4.1 Der Schöpfungsmythos- Symbol für Entscheidungszwang 8
4.2 Der Bewährungsmythos- Symbol für Begründungsverpflichtung 9
5. Zwei Modi des Bewährungsmythos: Erlösung vs Offenbarung
5.1 Erlösungsreligion- Zurücknahme der Schuld 12
5.2 Offenbarungsreligion- Kodifizierung von Verhalten 13
6. Folgen für die Religion
6.1 Modernisierungseinstellungen in Islam und Christentum 13
6.2 Fundamentalismen in Islam und Christentum 14
7. Fazit der Arbeit 15
Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
Über Religion und deren spezifischen Auswirkungen auf den Menschen in Verbindung mit seiner alltäglichen Lebenspraxis, wird seit Anbeginn der Menschheit diskutiert. Goethe stellt in seinem Werk „Faust“ die berühmte Gretchenfrage: „Wie hast du`s mit der Religion?“. Mit dieser Frage setzen sich Christen wie auch Muslime in ihrer Lebenspraxis auseinander. Es gilt sich zu entscheiden und zu bewähren. Durch den Alltag begleiten sie Bibel und Koran. Sie sind Heilige Schrift und Gesetzbuch zugle ich. Um Lebenspraxis als Einheit von Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung zu diskutieren, beziehen sich meine Argumentationen auf das im Mai 1995 verfasste Manuskript Ulrich Oevermanns: „Partikularistische und universalistische Momente religiöser Systeme. Am Beispiel des Vergleichs polytheistischer und monotheistischer Religionen und der gegensätzlichen Folgen des puritanischen und islamischen Fundamentalismus“. Weiterhin beziehe ich mich auch auf Oevermanns Werk: „ Strukturmodell von Religiosität“. Ich werde mich mit dem Schöpfungsmythos und dem Bewährungsmythos als Symbole für Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung auseinandersetzen und dabei speziell auf die Erlöserrolle des Jesus Christus eingehen. So wird mir der Vergleich von Erlösungs- und Offenbarungsreligion möglich werden. Die Gestaltung der Lebenspraxis von Muslimen und Christen soll beleuchtet werden. Als Folge dieser Lebenspraxis werde ich den Fundamentalismus in Islam und Christentum mit seinen unterschiedliche Ausprägungen anführen.
1.2 Religion- Eine Begriffsdefinition
Um zu der Problematik eines Vergleichs von Islam und Christentum in Bezug auf die Lebenspraxis hinzuleiten, führe ich zunächst eine Definition von Religion nach Y.M. Yinger an: „Religion… kann definiert werden als ein System von Überzeugungen und Praktiken, durch welche eine Gruppe von Menschen mit den letzten Problemen des menschlichen Lebens ringt. Sie drückt ihre Weigerung aus, vor dem Tod zu kapitulieren,
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aufzugeben angesichts der Enttäuschung, der Fremdseligkeit zu gestatten, menschliche Gemeinschaft zu zerstören. Die Qualität der religiösen Existenz… beinhaltet zwei Dinge: Erstens: einen Glauben, dass das Übel, der Schmerz, die Verwirrung und das Unrecht fundamentale Tatsachen des Lebens sind; und zweitens: ein System von Praktiken und damit verbundenen geheiligten Überzeugungen, die die Überzeugung ausdrücken, dass der Mensch letztlich von diesen Tatsachen erlöst werden kann.“ (vgl. Kienzler, 1996 S.18) Ich bin der Meinung, dass diese Definition von Religion sehr zutreffend beschreibt, mit welchen Problemen sich der gläubige Mensch auseinander zusetzen hat. Er ist versucht dem Tod nicht als „Schmerz“ oder „Übel“ zu begegnen, sondern zu versuchen einen Ausweg zu finden. Der Mensch muss sich bewähren und das in jeder Situation seiner alltäglichen Praxis. Daher entstehen Schöpfungs- und Bewährungsmythos um den Gedanken an den Tod und damit das Ende des irdischen Lebens erträglicher zu machen.
2. Grundlagen der Religion
Um zu der Problematik eines Religionsvergleichs in Bezugnahme auf Bewährung im alltäglichen Leben zu gelangen, im Folgenden eine Aufführung der Grundlagen von Islam und Christentum.
2.1 Grundlagen des Christentum
Seinen Ursprung hat das Christentum im Judentum. Dieses bildet den Ausgang der christlichen Lehre und stellt den Stützpfeiler dieser Religion dar. Der monotheistische Glauben an den einen Gott ist ausschlaggebend für Judentum und Christentum. Im Judentum äußert sich dieser Gedanke besonders in dem Leitsatz: „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.“ (vgl. Golzio, 2002 S22) Das Judentum stützt sich auf 13 Glaubensartikel, aufgestellt von dem Philosophen Maimonides: Gott existiert; Gott ist ein einziger; Gott besitzt keinen Körper; Gott ist ewig, ohne Anfang und Ende; Gott allein besitzt Göttlichkeit und nur er darf angebetet werden; die Worte der Propheten sind gültig; Moses war der bedeutenste Prophet; Moses erhielt die Thora; die Thora ist vollständig und wird nicht durch eine andere ersetzt; Gott
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ist allwissend; Gott wird diejenigen, die seine Gebote beachten, belohnen und die anderen bestrafen und der Glaube an die Auferstehung der Toten zu einem Zeitpunkt, der Gott gefällt. (vgl. Golzio, 2002 S.22) Diese 13 Glaubensartikel gelten als Wegweiser eines jeden Juden. Er kennt und befolgt sie gewissenhaft um die Gnade für sich zu gewinnen und auf ein Leben nach dem Tod im Paradies zu hoffen.
Die Thora stellt die Heilige Schrift der Juden dar und ist als solche Bestandteil des Alten Testaments der christlichen Bibel. Diese gilt als Heilige Schrift der Christen. In der christlichen Heilslehre ist der eine Gott unendlich; überweltlich; er trägt den Willen, Gefühle und Vernunft in sich; ist allwissend und allmächtig. Seine Macht übt er mit den Zügen einer Person aus und er wünscht das Heil der Menschen. (vgl. Golzio, 2002 S.101) Oevermann bezeichnet diesen einen Gott als „einen einheitlichen, einzigen, allmächtigen, allzuständlichen Schöpfergott, der sich der sinnlichen Wahrnehmung entzieht“. (vgl. Oevermann, 1995 S.22) Damit wird die Pragmatik dieses monotheistischen Gottes deutlich, da der Gläubige diesen Gott nur annehmen kann, er kann ihn aber nicht sehen. Dieses bedeutet, das der Christ den Regeln eines Gottes folge leistet, den er mit seinen Sinnesorganen nicht wahrzunehmen im Stande ist. Die christliche, genau wie die jüdische Heilslehre stützt sich also auf etwas, was für den Menschen nicht greifbar ist. Dennoch ist dieser Gott stets anwesend und lässt sich ansprechen. Diese Anrede Gottes erfolgt durch das Gebet, welches für jeden Christen individuell ausführbar ist. Es kann in freier Rede oder im Stillen abgehalten werden. Es besteht aus Worten ohne direkten semantischen Zusammenhang oder ganzen Sätzen. Es wird allein oder in der Gemeinschaft praktiziert. (vgl. Golzio, 2002 S.101) Durch das Gebet wird es dem Gläubigen möglich auf einer spirituellen Ebene zu kommunizieren, auch wenn es keine direkte Gegenrede gibt.
2.2 Grundlagen des Islam
Beginnen möchte ich meine Ausführungen zu den Grundlagen des Islam mit der Beschreibung nach Siegfried Rudolf Dunde: „ Der Islam (wörtlich: Ergebung in den Willen Gottes) ist eine mehr als 1400 Jahre alte, auf der arabischen Halbinsel
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Daniela Brunn, 2004, Bewährung in der Lebenspraxis innerhalb des Christentums und des Islam - Oevermannsche Theoriebildung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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