Inhaltsverzeichnis
1. Introductio. 3
2. Wirtschaftliche Entwicklung 4
2.1 Vor der Wende 4
2.2 Nach der Wende von 1989. 4
2.3 Stukturen. 5
2.4 Sozialabgaben 6
2.5 Probleme 7
2.6 Österreichs Rolle. 7
3. Unternehmens- und Gesellschaftsformen 9
3.1 Personengesellschaften 9
3.2 Kapitalgesellschaften 10
3.3 Genossenschaften. 11
3.4 Gemeinschaftsunternehmen. 12
4. Buchführung und Jahresabschluss 12
4.1 Prüfungs- und Publikationspflicht 13
4.2 Bilanz. 13
4.3 Gewinn- und Verlustrechnung. 14
4.4 Anhang 14
4.5 Lagebericht 14
5. Bewertung 15
6. Steuerrechtliche Aspekte. 15
6.1 Einkommenssteuer. 15
6.2 Körperschaftssteuer 16
6.3 Umsatzsteuer 17
6.4 Sonstige Steuern 17
7. Doppelbesteuerungsabkommen. 18
8. Conclusio 19
9. Bibliografie. 20
9.1 Bücher und Berichte 20
9.2 Artikel. 20
Klaus Ebner: Rechnungslegung in Ungarn 2
1. Introductio
Inhalt dieser Seminararbeit ist ein Überblick über den rechtlichen und betriebs-
wirtschaftlichen Rahmen von ungarischen und ausländischen Unternehmen im
ungarischen Staat mit Stand November 2000.
Als Kerndokument dieser Ausarbeitung fungiert die von der Wiener Wirtschafts-
pr üfungskanzlei Consultatio im Eigenverlag herausgegebene Broschüre Rech-
nungslegung in Osteuropa. Teil III: Ungarn. Zusätzliche Informationen stammen
bez üglich österreichischer Rechtsvorschriften aus Büchern des Orac-Verlages und
bez üglich Ungarns hauptsächlich aus Zeitungsartikeln, die den Webarchiven der
jeweiligen Verlage entnommen wurden.
Neben den einzelnen Merkmalen von Unternehmensformen, Jahresabschluss
und Steuerrecht stellt diese Arbeit auch Vergleiche zu den entsprechenden öster-
reichischen Richtlinien her.
Klaus Ebner: Rechnungslegung in Ungarn 3
2. Wirtschaftliche Entwicklung
Die wirtschaftliche Entwicklung Ungarns führte einerseits zu gesetzlichen Richtlinien und Rahmenbedingungen, die nicht nur für ungarische Unternehmen, sondern ganz speziell auch für ausländische Unternehmen von grundlegender Bedeutung sind, andererseits trugen rechtliche Anpassungen an EG-Richtlinien selbstverständlich auch zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung bei.
2.1 Vor der Wende
Vor der Ostöffnung war Ungarn bereits eine Art wirtschaftliches Musterland des Ostens. Dies hat offensichtlich auch mit dem relativ hohen Prozentsatz der Privatwirtschaft zu tun. Schon zu Beginn der 80er Jahre wurde eine begrenzte privatwirtschaftliche Tätigkeit zugelassen.
Dennoch stagnierte die Wirtschaft seit 1979 und zeigte auch Schrumpfungen des BIP. Dieses Tief konnte erst Jahre nach der Ostöffnung, genauer: 1994, endgültig überwunden werden.
2.2 Nach der Wende von 1989
Etwa 1994 wurde das wirtschaftliche Tief überwunden und das Land verzeichnete wieder Wirtschaftszuwächse. 1995 wurden 60 bis 70% des BIP von privaten Unternehmen erwirtschaftet. 1997 betrug das Wirtschaftswachstum 4,4%, 1998 5,1%. Besonders deutlich stiegen die Exporte und die Investitionen. Auf der Ex-portseite ist ein starker Anstieg des Handels mit den Ländern der Europäischen 1 Union zu beobachten.
Der Wachstumsrhythmus der osteuropäischen Kandidatenländer dürfte sich 2000 verdoppeln. Als Kern dieser Wachstumsentwicklung wird die positive Entwicklung einiger weniger Länder genannt, an erster Stelle Polens, aber auch Un- 2 garns mit einer Wachstumsrate von 5,4%.
1
Cf. Consultatio: Rechnungslegung in Ungarn. S. 1
2
Cf. Oppenheimer, Walter: Bruselas prevé que la Unión Europea logre este año el crecimiento más fuerte
desde 1989. In: El País, 23. November 2000, Webarchiv Klaus Ebner: Rechnungslegung in Ungarn Seite 4
Wachstum und bewusste Annäherung an die Europäische Union führten dazu, dass die osteuropäischen Reformländer bereits zweitwichtigster Handelspartner der EU hinter den USA sind. 1997 machte der Handel mit diesen Staaten bereits 9,7% des gesamten EU-Außenhandelsvolumens aus. Dabei entfielen mehr als zwei Drittel dieses Osteuropahandels auf die drei Länder Polen, Tschechien und 3 Ungarn.
Die folgenden Daten beleuchten die Wirtschaftsentwicklung in Ungarn in den Jahren 1998 und 1999 und stellen einen Vergleich zu den jeweiligen österreichi- 4 : schen Werten her
Dabei hat Ungarn 10 Millionen Einwohner, Österreich 8.
Direktinvestitionen in Ungarn sind zur Zeit auch deshalb interessant, weil das 5 Es ist zu erwarten, dass Lohnniveau deutlich unter jenem der EU-Staaten liegt. sich dieser Vorteil aufgrund von Lohnanpassungen in der Zukunft nivellieren wird.
2.3 Stukturen
Die Industrie macht ca. 33% des BIP aus, während die Landwirtschaft mit hohen 14% vertreten ist. Die landwirtschaftliche Fläche beträgt 70% der gesamten ungarischen Staatsfläche aus und beschäftigt ca. 8% der erwerbstätigen Bevölkerung. Einerseits gilt die Lebensmittelwirtschaft als Hoffnungsträger der Wirtschaftsentwicklung, andererseits liegt auf der Hand, dass der Anteil der Landwirtschaft etwa im Vergleich zum EU-Schnitt viel zu hoch liegt.
3
Cf. Red. WZ: Osteuropäische Länder sind bereits zweitwichtigster EU-Handelspartner. In: Wiener Zeitung,
12. Juli 1999, Webarchiv
4
Cf. Rejtö, Peter: Die Wirtschaftslage Ungarns. In: Wirtschaftsbericht Ungarn, 15. März 2000, S. 4
5
Cf. Sarcina, Giuseppe: Riello: troppe illusioni su Internet per lo sviluppo servono industrie. In: Corriere della
Sera, 28. Februar 2000, Webarchiv Klaus Ebner: Rechnungslegung in Ungarn Seite 5
Die wichtigsten Industriesektoren sind Maschinenbau, Fahrzeugindustrie, chemische Industrie, Lebensmittelindustrie, Bau- und Baustoffindustrie, Leicht- und 6 Verarbeitungsindustrie, Energieindustrie, Bergbau und Metallurgie. Der Dienstleistungssektor erzielte in den vergangenen Jahren sehr gute Ergebnisse. In diesem Sektor finden sich hauptsächlich private Kleinunternehmen. Lediglich die relative Einkommensschwäche der Bevölkerung bremste das Wachstum. Ein sehr wichtiger Zweig des Dienstleistungssektors ist der Fremdenverkehr. Die wichtigsten Standorte sind Budapest und die westlichen Gebiete, während der östliche Landesteil zu den Problemzonen gehört.
Staatliche Großunternehmen wurden bereits privatisiert, während die Privatisierung für Klein- und Mittelbetriebe noch nicht abgeschlossen ist.
2.4 Sozialabgaben
Die ungarischen Sozialabgaben sind als sehr hoch einzustufen. Der Dienstnehmeranteil beträgt zwischen 12,5 und maximal 52,5%, der Dienstgeberanteil 37,5%. Einen Höchstbeitrag gibt es bisher lediglich auf Seiten des Dienstnehmers; seine Jahresbemessungsgrundlage beträgt maximal 1.854.200 Forint (ca. 100.227 Schilling). Ausländische Arbeitnehmer müssen jedoch keinen Sozialversicherungsbeitrag zahlen.
Das Pensionssystem in Ungarn wurde 1997 auf ein Dreisäulenmodell umgestellt. Dieses hat EU-Modelle zum Vorbild, allerdings suchte Ungarn um Übergangsmaßnahmen in der Sozialpolitik und im Steuerwesen im Fall eines Beitritts zur Europäischen Union an. Das Pensionssystem enthält eine staatliche, eine Unter- 7 nehmens- und eine freiwillige private Vorsorgekomponente. Das ungarische Rechnungslegungsgesetz erlaubt die Bildung von Rückstellungen für die Abfertigungen der Mitarbeiter. Die Bildung dieser Rückstellungen ist jedoch nur handelsrechtlich zugelassen, wird aber vom Steuerrecht nicht anerkannt; somit sind Rückstellungen für Abfertigungen nicht steuerwirksam.
6
Cf. Consultatio: Rechnungslegung in Ungarn. S. 3
7
Cf. Horvath, Elisabeth: Vision und Wirklichkeit. In: Wiener Zeitung, 24./25. November 2000, S. 3 Klaus Ebner: Rechnungslegung in Ungarn Seite 6
Arbeit zitieren:
Mag. (FH) Mag. Klaus Ebner, 2001, Rechnungslegung in Ungarn, München, GRIN Verlag GmbH
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