Einleitung 3
Kurzbiographien 5
1.1 Der Texter Kurt Rose 5
1.2 Der Komponist Paul Ernst Ruppel 5
Der Text 7
2.1 Einführung 7
2.2 Die Struktur 7
2.3 Biblische Anlehnungen und ihre Bedeutung 8
2.3.1 Die erste Strophe 8
2.3.2 Die zweite Strophe 10
2.3.3 Die dritte Strophe 11
Die Musik 13
3
3.1 Einführung 13
3.2 Musikalische Struktur 15
3.2.1 Der Aufbau 15
3.2.2 Die Rhythmik 15
3.2.3 Die Melodie 15
3.2.4 Tonart und Modulationen 16
Die Einheit von Text und Musik 18
4
4.1 Einführung 18
4.2 Die Beharrlichkeit des Sängers 18
4.3 Der Spiralenwirbel des Mantels Christi 19
4.4 Ganzheit und Fülle 20
4.5 Gott als Ziel und Höhepunkt des Liedes 20
Interpretation und Beurteilung 21
5
5.1 Interpretation 21
5.1.1 Ein kühner Wunsch 21
5.1.2 Der Sänger als Zeuge der endzeitlichen Auferstehung 22
5.1.3 Das Ziel der Gläubigen: Das Angesicht Gottes 22
5.2 Beurteilung 23
5.2.1 Unerhörtes und Ungehörtes 23
5.2.2 Einnisten will ich mich ein Osterlied 24
5.2.3 Praktische Verwendung 25
5.2.4 Zusammenfassung 26
Literaturverzeichnis 27
2
Einleitung
Einleitung
Musik hat im Christentum wie im Judentum schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Die Heilige Schrift ist reich an Stellen, die dies belegen. Egal, ob sie dem Lob Gottes (vgl. Ps 33; Ps 150; Kol 3,16) oder der Klage (vgl. 2 Chr 35,25; Klgl) dient, sich im Tanz als Ausdruck der Freude nie- derschlägt (vgl. Ex 25,20) oder im Gottesdienst Verwendung findet (vgl. Eph 1,3-14; Kol 1,12-20) – Glaube und Musik liegen eng beieinander. Lu- ther bezeichnet die Musik als die höchste aller Künste, da sie der Theolo- gie am nächsten stünde. 1 Johann Walter nennt sie sogar die Schwester
der Theologie.
2
In der Kirche wurde die Musik von Anfang an als wesentliches und not- wendiges Element des Gottesdienstes angesehen.
3
Die Wurzeln der Kir-
chenmusik liegen im jüdischen Synagogalgesang
4
, wobei man sich sowohl jüdischer Gesänge (z.B. Psalter) als auch hellenistischer Formen (Hymne und Ode) bediente.
5
Wurde sie zunächst von Ordinierten und Gemeinde gemeinsam getragen, so kam ihr mit Beginn der Mehrstimmigkeit im 12. Jahrhundert allerdings nur noch liturgiebegleitende Funktion zu
6
. Das Zweite Vatikanische Konzil schließlich spricht der Kirchenmusik selbst wieder liturgischen Vollzug zu
7
und widmet ihr in der Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium" das gesamte sechste Kapitel (SC 112-121). Das Konzil bescheinigt ihr, als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang ein notwendiger und integrierender Bestandteil der feierlichen Liturgie zu sein.
8
Es heißt sogar:
1
Vgl. Blankenburg, Walter: Kirche und Musik. Gesammelte Aufsätze zur Geschichte der gottesdienst-
lichen Musik. Zu seinem 75. Geburtstag hrsg. von Erich Hübner und Renate Steiger, Göttingen
1979, 317.
2 Vgl. ebd.
3
Einleitung
„Ihre vornehmste Form nimmt die liturgische Handlung an, wenn der Gottesdienst feierlich mit Gesang gehalten
wird“. 9 Ihr Ziel sei die Ehre Gottes und die Heiligung der Gläubigen 10 , und sie müsse „mit größter Sorge bewahrt und gepflegt“ werden 11 . Und so ordnet das Konzil an:
„Die Kirchenmusiker mögen [...] sich bewußt sein, daß es ihre Berufung ist, die Kirchenmusik zu pflegen und deren Schatz zu mehren. Sie sollen Vertonungen schaffen, wel- che [...] die tätige Teilnahme der ganzen Gemeinde der Gläubigen fördern.“ 12 Diesen Auftrag haben Kirchenmusiker bis in die jüngste Zeit hinein auf die verschiedensten Weisen erfüllt. Von dem Schriftsteller Kurt Rose und dem Komponisten Paul Ernst Ruppel stammt das evangelische Osterlied „Einnisten will ich mich“ von 1987, in dem es um die endzeitliche Aufer- stehung der Toten geht. Wie die beiden diese zentrale christliche Bot- schaft in Text und Musik umsetzen, wird in dieser Arbeit untersucht. Im folgenden soll zunächst kurz auf die Biographien von Rose und Ruppel eingegangen werden. Hieran schließt sich eine ausführliche Be- handlung des Liedes „Einnisten will ich mich“ hinsichtlich Text und Musik an. Den Abschluß bildet eine Interpretation und Beurteilung.
1 Kurzbiographien
1 Kurzbiographien
1.1 Der Texter Kurt Rose
Der Schriftsteller Kurt Rose wurde 1908 in Bernburg an der Saale gebo- ren. 13 Im Laufe seines Lebens bekleidete er verschiedene pädagogische Ämter innerhalb Deutschlands und Europas.
So war er von 1931-35 Lehrer in der Türkei, danach in Spanien und Finnland und von 1948-1973 Realschullehrer in Bordesholm, Wedel, Iser- lohn und Euskirchen. 14 1970 wurde er zudem Predigthelfer in Bad Mün-
stereifel.
15
Seit 1986 lebte er in Celle
16
, wo er bis zu seinem Tod 1999
17
blieb.
Neben zahlreichen pädagogischen Werken hat Rose auch viele geistli- che Texte bzw. Lieder geschrieben, wie z.B. „Er stellte seinen Bogen in die Wolken“ 18 , „Wär in der Wüste nicht der Dornbusch“ 19 und „Christus und alle, Christus und alle Welt“ (KG 453). Mit der zweiten Strophe des Liedes „Unser Leben sei ein Fest“ (EG 571) ist er im Evangelischen Gesangbuch vertreten.
1.2 Der Komponist Paul Ernst Ruppel
Paul Ernst Ruppel wurde am 18.7.1913 in Esslingen am Neckar gebo- ren 20 und wuchs in einem baptistisch-geprägten Elternhaus auf 21 . Nach
seinem Abitur 1933 begann er im selben Jahr sein Kirchenmusikstudium an der Stuttgarter Musikhochschule, welches er 1936 beendete.
22
1938
5
heiratete er Paula Ritter, mit der er fünf Söhne bekam. 23 1939 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und geriet von 1943 bis 1948 in amerikani- sche Gefangenschaft. 24 Nach Abschluß seines Studiums hatte Ruppel eine Reihe von Anstel- lungen. So wurde er 1936 Kantor in Rheurdt 25 und war bis 1977 zugleich
Singwart, Schriftleiter und Komponist des Christlichen Sängerbundes.
26
Für den zu diesem gehörigen Verlag Singende Gemeinde in Wuppertal war er zudem als Lektor tätig.
27
Seit 1970 ist er Kantor der evangelischen
Kirchengemeinde Vluyn
28
, deren Organist er außerdem bis 1980 war.
29
Durch sein Elternhaus einerseits und Kontakte zu Walter Blankenburg, Richard Gölz, Hugo Distler und Helmut Bornefeld andererseits flossen bei Ruppel bereits während seines Studiums Traditionen der freikirchlichen Gemeindemusik und der Singbewegung zusammen.
30
In der Kombination freikirchlicher Singtradition mit den musikalischen Formen der Singbewe- gung ist insbesondere die laiengerechte, gemeindenahe Mehrstimmigkeit als sein Beitrag zum kirchlichen Singen in der zweiten Hälfte des 20. Jahr- hunderts anzusehen.
31
Neben zahlreichen Kanones brachte Ruppel außerdem Singsprüche, Chorsätze, Bibelwortmotetten und kleine Kantaten heraus.
32
In seiner Re- daktion erschienen der Singkalender „Wir loben Gott“ (1954-69) und zwanzig Jahrgänge des „Singheftes“.
33
Er veröffentlichte drei Bände des „Singsuriums“, die Liedblattreihen „Der junge Chor“ und „Kommt und singt“ und 1969 in Zusammenarbeit mit Herbert Beuerle und Armin Schoof das „Chorleiterbuch“.
34
Zu seinen Werken gehören u.a. „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ (EG 456), „Alle guten Gaben, alles, was wir haben“ (EG 463) und „Erd und Himmel sollen singen“ (EG 499).
2 Der Text
2 Der Text
2.1 Einführung
Kurt Rose bedient sich für den Text des Liedes „Einnisten will ich mich“ zahlreicher biblischer Anleihen und Motive und setzt sie zueinander neu in Beziehung. Dies läßt sich für den größten Teil des Textes aufzeigen. Nach einer Erläuterung der dem Text zugrunde liegenden Struktur sol- len diese biblischen Anlehnungen nun vorgestellt werden. Dabei soll zu- dem ihre mögliche Bedeutung hinsichtlich des Inhalts des Liedes berück- sichtig werden. Eine nähere Interpretation folgt in Kapitel 5.
2.2 Die Struktur
Der Text besteht aus zwölf Zeilen, die sich in drei Strophen mit jeweils vier Zeilen gliedern. Nach jeweils drei Langzeilen (zehn oder elf Silben) ist die vierte Zeile abrupt verkürzt (fünf Silben). Der gesamte Text wird von einem einzigen, durchgehenden Satz durchzogen und ist reimlos, „aber voll Freude am Gleichklang der Vokale innerhalb der einzelnen Zeilen und am Spiel mit neuen Worten und unverbrauchten, rasch wechselnden Bil- dern“ 35 .
Inhaltlich lassen sich die einzelnen Strophen wie folgt bestimmen:
1. Strophe: Wunsch des Sängers, im Auge und Ohr Gottes zu sein
2. Strophe: Auferstehungstanz Christi
3. Strophe: Auferstehung der Toten
Das Lied hat somit ein eschatologisches Thema zum Inhalt, nämlich die endzeitliche Auferstehung der Toten.
7
Quote paper:
Markus Tiefensee, 2002, "Einnisten will ich mich" (P.E. Ruppel / K. Rose) - Biblische Anlehnungen. Musikalische Struktur. Interpretation., Munich, GRIN Publishing GmbH
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