Die Gesellschaft in der Bundesrepublik wird schon seit einiger Zeit immer vielfältiger. Die ausländischen Familien werden nicht mehr als Gastarbeiter betrachtet. Stattdessen gehört es mittlerweile zum normalen Erscheinungsbild einer Schulklasse, dass in ihr Kinder aus verschiedenen Nationen und Kulturen anzutreffen sind. Was jeder aus eigener Erfahrung mitbekommen hat und Manfred Schreiner in seinen Ausführungen noch einmal betont, ist die Tatsache, dass sich einige ausländische Mitbürger assimilieren, während andere bewusst ihre kulturelle, religiöse und ethnische Identität aufrechterhalten, wodurch sie eher abgelehnt werden. Aktuell ist der Konflikt um das Verbot des Tragens von Kopftüchern in der Schule, woraufhin betroffene ausländische Lehramtsstudentinnen bereits den Studiengang wechselten. Auf Seiten der Deutschen und der ausländischen Mitbürger herrschen nach wie vor große Vorurteile. In der vorliegenden Arbeit werde ich erst kurz die Probleme der Migrantenkinder in der Schule vorstellen. Anschließend gehe ich auf Ansätze und Theorien ein, die bereits durchgeführt worden sind, und möchte aufzeigen, ob und in wie weit sie etwas an der Situation verändert haben oder ändern können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Probleme der Migrantenkinder in der Schule
3 Ansätze
3.1 Präsentation: ein Projekt, das über die Schule hinaus reicht
3.2 Einblick in die Interkulturelle Kommunikation
3.3 Ein Entwurf zur Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
3.4 Präsentation: ein schulinternes Projekt
4 Abschlussbetrachtungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die aktuelle interkulturelle Situation von Migrantenkindern im deutschen Schulwesen zu analysieren und verschiedene pädagogische Ansätze sowie Theorien zu beleuchten, die dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen und das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen im schulischen Alltag konstruktiv zu gestalten.
- Analyse der spezifischen Probleme von Migrantenkindern in deutschen Schulen
- Präsentation von Projekten zur Förderung eines multikulturellen Alltags
- Untersuchung der Bedeutung interkultureller Kommunikation als pädagogisches Handlungsprinzip
- Ansätze zur Implementierung von Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
Auszug aus dem Buch
3.2 Einblick in die Interkulturelle Kommunikation
Petra Szablewski-Cavus weist darauf hin, dass die bisherigen Bildungskonzepte als Antwort auf Migration untauglich sind. Sie betont, was für Punkte in der Schule im Hinblick auf Interkulturelle Kommunikation wichtig sind. Im Kontext pädagogischen Handelns führt nach ihr die Kritik an einem statischen Kulturbegriff zu einer Absage an deterministische Zuschreibungen von Verhaltensweisen und Wertungen von Angehörigen ethnisch definierter Gruppen. Stattdessen werden möglicherweise kultur- und herkunftsspezifische Handlungen durch andere gruppenspezifische Erfahrungen wie aufgrund des Alters oder des Geschlechts oder individuell erworbener Weltsichten relativiert. Generell soll das Individuum mehr in den Vordergrund treten.
Bei der Interkulturellen Kommunikation geht es darum, sich auf die Perspektive des Kommunikationspartners einzulassen, was im schulischen Alltag eine wichtige Rolle spielt. Die Interkulturelle Kommunikation ist nach Szablewski-Cavus weder ein neues Unterrichtsfach, noch eine weitere Methode für die Lehrer, sondern wesentlicher Bestandteil allen pädagogischen Handelns. Die Auseinandersetzung mit der interkulturellen Pädagogik ist nicht nur Aufgabe der Lehrer, sondern auch von Bildungsplanern, -politikern, und -beraterInnen im Kontext ihrer Arbeitsbereiche. Sie betrifft also alle, die sich in ihrer Arbeit mit der Institution Schule beschäftigen. In jüngster Zeit besteht auch die Forderung nach einer kulturellen Öffnung von Bereichen wie sozialer Dienste, der Altenpflege und der Schule.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende kulturelle Vielfalt in Schulen und thematisiert das Fortbestehen von Vorurteilen sowie das Ziel, durch verschiedene Ansätze die Situation für Migrantenkinder zu verbessern.
2 Probleme der Migrantenkinder in der Schule: Dieses Kapitel erläutert die Konflikte, die durch Stereotypenbildung und mangelnde Anerkennung kultureller Vielfalt im deutschen Schulsystem entstehen.
3 Ansätze: In diesem Kapitel werden diverse praxisnahe Projekte und theoretische Ansätze vorgestellt, die auf die Förderung von Integration und interkulturellem Lernen abzielen.
3.1 Präsentation: ein Projekt, das über die Schule hinaus reicht: Hier wird ein Projekt zur Schaffung eines multikulturellen Alltags beschrieben, das Mütter frühzeitig in die Arbeit mit ihren Kindern einbezieht und durch Community Education die Schule mit ihrem Umfeld vernetzt.
3.2 Einblick in die Interkulturelle Kommunikation: Dieser Abschnitt definiert interkulturelle Kommunikation nicht als Methode, sondern als wesentlichen Bestandteil allen pädagogischen Handelns, der einen Abschied von statischen Kulturbegriffen erfordert.
3.3 Ein Entwurf zur Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht: Das Kapitel plädiert dafür, Mehrsprachigkeit als Ressource zu begreifen und durch einfache didaktische Maßnahmen die Sprachbewusstheit und das Selbstvertrauen ausländischer Schüler zu stärken.
3.4 Präsentation: ein schulinternes Projekt: Am Beispiel eines besonderen Elternabends wird aufgezeigt, wie durch gemeinsame Aktivitäten kulturelle Ängste abgebaut und ein partnerschaftlicher Austausch gefördert werden kann.
4 Abschlussbetrachtungen: Das Kapitel reflektiert die vorgestellten Ansätze kritisch und betont, dass trotz begrenzter Reichweite ein stetiger Fortschritt hin zu einem friedlichen multikulturellen Zusammenleben notwendig ist.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Migrantenkinder, Schule, Integration, Vorurteile, Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Kommunikation, Community Education, Schulentwicklung, Elternarbeit, Diversität, Deutschunterricht, Identität, Stereotype.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der Situation von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen und untersucht, wie Schulen durch pädagogische Ansätze und Projekte zur besseren Integration und zum Abbau von Vorurteilen beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Problematik von Vorurteilen und Diskriminierung, die Rolle der Elternmitwirkung, Ansätze zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Unterricht sowie die Notwendigkeit einer interkulturellen Kommunikation als Basis pädagogischen Handelns.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Ist-Zustand zu beschreiben, in dem ausländische Kinder im Schulalltag benachteiligt werden, und Wege aufzuzeigen, wie pädagogische Reformen und Projekte die Situation nachhaltig verbessern könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, in der verschiedene Ansätze, Fallbeispiele und Expertenmeinungen aus dem Bereich der Erziehungswissenschaften zusammengeführt und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Projekte zur Einbindung von Eltern, Konzepte zur interkulturellen Kommunikation, Möglichkeiten der Integration von Mehrsprachigkeit in den Deutschunterricht sowie praxisorientierte Beispiele für schulinternes Engagement präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Interkulturelle Pädagogik, Integration, Mehrsprachigkeit, Vorurteilsabbau und der Fokus auf die Situation von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Deutschunterrichts?
Die Autorin sieht im Deutschunterricht ein zentrales Feld, in dem durch die Anerkennung der Herkunftssprachen der Kinder nicht nur deren Selbstbewusstsein gestärkt, sondern auch die Sprachreflexion für alle Schüler gefördert werden kann.
Warum wird das "Projekt in Gelsenkirchen" als besonders relevant hervorgehoben?
Das Projekt wird hervorgehoben, weil es bereits vor der Einschulung ansetzt und durch die gezielte Einbindung der Mütter einen Entfremdungsprozess aktiv verhindert, was laut der Autorin ein besonders effektiver Ansatz ist.
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- Angelina Kalden (Author), 2004, Ansätze für die Bearbeitung der interkulturellen Situation in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22160