Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 2
2. Begriff und Arten der Inflation 2
2.1 Begriff 2
2.1.1 Symptomorientierte Definition 3
2.1.2 Alternative Inflationsbegriffe 4
2.2 Arten 5
2.2.1 Offene und zurückgestaute Inflation 5
2.2.2 Schleichende, trabende, galoppierende und Hyperinflation 5
2.2.3 Vollkommen und unvollkommen antizipierte Inflation 6
2.2.4 Nachfrage- und Angebotsinflation 6
2.2.5 Absolute und relative Inflation 6
3. Ursachen der Inflation 7
3.1 Nicht-monetäre Inflationstheorien 7
3.1.1 Nachfrageinflation 8
3.1.1.1 Nachfrage privater Haushalte 8
3.1.1.2 Unternehmens- bzw. Investitionsnachfrage 8
3.1.1.3. Staatliche Nachfrage 9
3.1.1.4 Nachfrage des Auslands 9
3.1.2 Angebotsinflation 10
3.1.2.1 Kostendruckinflation 10
3.1.2.2 Gewinndruckinflation 11
3.2 Monetäre Inflationstheorien 13
3.2.1 Ältere Quantitätstheorie 13
3.2.2 Neuere Quantitätstheorie 14
4. Schlussfolgerung 16
Literaturverzeichnis 20
2
1. Einleitung
Die Entstehung des gegenwärtig für die Bezeichnung bestimmter ökonomischer Vorgänge verwendeten Ausdrucks ‚Inflation’ geht zurück auf die Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865). 1 Das Phänomen der Inflation sowie die damit verbundenen Probleme beschäftigen die Menschheit aber schon sehr lange. „Solange es Geldwirtschaften gibt, hat es immer wieder Inflationsprozesse gegeben, auch ohne dass Papier-oder Buchgeld existierten.“ 2 Ungeachtet dessen gibt es dazu in den wissenschaftlichen Analysen sowie politischen Debatten immer noch keine einheitliche Meinung. Das Problem des Inflationsprozesses ist jedoch nach wie vor sehr aktuell und von großer Bedeutung, weil es praktisch keine Volkswirtschaft gibt, die nicht inflatorische Prozesse verzeichnet oder von ihnen in unterschiedlichem Maße geprägt wird. Die diversen Betrachtungsweisen des Inflationsphänomens sind hauptsächlich auf die unterschiedlichen Ausgangspositionen und Zugehörigkeiten einer bestimmten ökonomischen Schule, z. B. der Keynesianern oder Monetaristen, zurückzuführen. Es existiert eine Vielzahl von Inflationsliteratur, in der die verschiedenen Theorien niedergelegt sind. In dieser Arbeit setze ich mich kritisch mit unterschiedlichen Erklärungsansätzen der Inflationstheorie anhand der ausgewählten Literatur auseinander, mit dem Ziel, das ‚Wesen’ des inflationären Prozesses anhand seiner
- Definition,
- Erscheinungsformen und
- Ursachen
darzustellen. Die Existenz kontroverser Auffassungen wird bei einigen Punkten hervorgehoben.
2. Begriff und Arten der Inflation
2.1 Begriff
Bei der Erklärung des Begriffes der Inflation greifen verschiedene Autoren auf zahlreiche Kriterien zurück, wie z. B.
- „... Ursachen „(... .)“,
- Folgen „(... .)“,
- Wirkungen „(... .)“,
- Tempo „(... .)“,
- Konjunkturlagen „(... .)“ oder
- Erwartungen „(... .)““, 3
die sich z. T. als unzweckmäßig erweisen.
3
Dennoch hat sich in der umfangreichen Literatur zu diesem Thema eine Definition durchgesetzt. Sie beschreibt die Erscheinung der Inflation und wird als ‚Symptomdefinition’ bezeichnet, weil sie sich auf das Symptom der Preissteigerungen konzentriert. 4
2.1.1 Symptomorientierte Definition
„Inflation is a process of continuously rising prices, or equivalently, of a continuously falling value of money”. 5 Diesen Inflationsbegriff legen die Wissenschaftler Laidler und Parkin ihrem gesamten Übersichtsaufsatz zugrunde.
Auch in der deutschsprachigen Literatur, einschließlich der Lehrbücher zur Inflations-theorie, findet diese Definition viele Anhänger. „Inflation ist ein Prozess ständiger Preisniveausteigerungen“ . 6 „Mit Inflation bezeichnet man heute allgemein einen Prozess fortgesetzter Erhöhungen des Preisniveaus und damit Sinken des Geldwertes“. 7 „Der umgekehrte Vorgangständige Preisniveausenkungen - wird als Deflation bezeichnet“. 8 Die symptomorientierte Definition der Inflation sagt Folgendes aus:
a) Die Inflation ist ein anhaltender dynamischer Vorgang charakterisiert durch das ständige Ansteigen des Preisniveaus bzw. die Inflation ist keine „… einmalige oder kurzfristige Zunahme des Preisniveaus“ 9 verursacht z. B. durch bestimmte saisonale oder vorübergehende konjunkturelle Entwicklungen wie „...Missernten, Verknappungen bestimmter Güter u.a. ...“ 10 Außerdem werden die Preissteigerungen im Konjunkturaufschwung (soweit sie nicht langfristig zur Preisniveauerhöhung beitragen) oft durch die Preissenkungen im Konjunkturabschwung ausgeglichen und nicht dem Inflationsprozess zugerechnet. 11 Von den andauernden Preisniveausteigerungen und damit von der Inflation spricht man, wenn die Erhöhungen des Preisniveaus „... mindestens einige Jahre ...“ 12 dauern bzw. „… wenn sich die Wirtschaftssubjekte auf den Preisniveauanstieg einzustellen beginnen ...“ 13 , indem sie z.B. zukünftige Preissteigerungen bei den Güterkäufen oder Vermögensanlagen berücksichtigen. 14
b) Bei der Inflation handelt es sich um die Steigerung des Preisniveaus und nicht um die Steigerung der einzelnen Preise. Unter dem Preisniveau wird gewichteter Durchschnitt ausgewählter Preise 15 verstanden. Solange
- das Ansteigen der Preise bei einigen Gütern durch die Preissenkungen bei den
anderen begleitet wird und
- es im Allgemeinen nicht nur steigende, sondern auch sinkende Preise gibt
- bzw. solange die Preise insgesamt durchschnittlich nicht steigen spricht man von keiner Inflation.
4
c) Bei der Erhöhung des Preisniveaus spielt es auch eine Rolle, um welchen Betrag dieses steigt. Frisch nennt eine 1%ige jährliche Marge 16 , die Deutsche Bundesbank spricht von Preisniveaustabilität, solange die Steigerungsrate des Preisniveaus zwischen 0% bis 2% pro Jahr liegt. 17
d) „Das Preisniveau gibt an, welche Gütermenge (im Durchschnitt) pro Geldeinheit gekauft werden kann: Je höher das Preisniveau, umso geringer ist diese Gütermenge. Die pro Geldeinheit entfallende Gütermenge wird als Wert oder Kaufkraft des Geldes bezeichnet. Kaufkraft des Geldes und Preisniveaus stehen somit in reziprokem Verhältnis zueinander“. 18 Demgemäß kann die Inflation nicht nur durch die Erhöhung des Preisniveaus, sondern auch die Reduktion des Geldwertes bzw. der Kaufkraft des Geldes charakterisiert werden. „Die Termini ‚Kaufkraft’ einer Währung und ‚Geldwert’ werden im Allgemeinen synonym verwendet …“ 19
2.1.2 Alternative Inflationsbegriffe
Obgleich der symptomorientierte Begriff in der Inflationsliteratur wohl der geläufigste ist, gibt es auch andere Definitionsversuche. Die wichtigsten von ihnen können in ursachen- und wirkungsorientierte Definitionen unterteilt werden.
Erstere beschreibt die Inflation als „... eine Kette von Zuständen (Prozess), in denen ein Nachfrageüberhang (Inflationslücke) existiert ...“ 20 Die Inflation wird dabei auf Überschussnachfrage nach Gütern (Güterlücke), Faktoren (Faktorenlücke) und Realeinkommen (Realeinkommenslücke als Ergebnis der Abweichung zwischen dem Nominaleinkommen und erzielbaren Volkseinkommen) 21 zurückgeführt. Der Nachfrageüberhang am Gütermarkt liegt auch der folgenden ursachenbezogenen Definition zugrunde: „Inflation is a condition of generalized excess demand, in which ‚too much money chases too few goods’.“ 22 Außerdem gehen einige Ursachenbegriffe von einer Veränderung bzw. Vergrößerung der Geldmenge aus.
„Inflation is a rise of the money stock or money income, either total or per capita.“ 23 Die wirkungsorientierten Definitionen stellen noch unterschiedliche Aspekte in Vorder-grund wie „Inflation ist ein Zustand, in dem die erwartete Preisniveauänderungsrate von der tatsächlichen Preisniveauänderungsrate überschritten wird“ 24 oder - ergänzt mit den für die Preiserhöhung typischen Erscheinungen - „Inflationis a rise in price levels with additional characteristics or conditions: it is incompletely anticipated; it leads (via cost increases) to further rises;
5
it does not increase employment and real output; it is faster than some ‘safe’ rate; it arises ‘from the side of money’; it is measured by prices net of indirect taxes and subsides; and/or it is irreversible.” 25
Die Vielfalt der ursachen- und wirkungsbezogenen Inflationsdefinitionen unterliegt ständiger Diskussion und Kritik in der Wirtschaftspolitik, vor allem, weil sie
a) einen falschen Ausgangspunkt für die folgende Untersuchung des Inflationsphänomens liefern könnten und
b) Zusammenhänge, die noch zu erklären sind, vorweg erklären. Obwohl die Symptomdefinition dem Phänomen Inflation auch nicht vollkommen gerecht wird, findet sie sich trotzdem in den meisten Werken zu diesem Thema.
2.2 Arten
Unter der Berücksichtigung gewisser Kriterien unterscheidet man - neben der Vielfalt von Definitionen - zahlreiche Inflationsformen.
2.2.1 Offene und zurückgestaute Inflation
Ausgehend von der „Funktionsweise des Marktmechanismus“ 26 spricht man von offener und zurückgestauter Inflation.
Offene Inflation liegt vor, wenn die Preise (und Löhne) im Rahmen des marktwirtschaftlichen Preisbildungsprozesses steigen. 27
Bei zurückgestauter Inflation greift der Staat oder andere Instanzen hingegen mit administrativen Maßnahmen, wie z. B. allgemeinem Preisstopp, quantitativen Nachfragekontrollen und Güterpreisbestimmungen, in den Prozess der Preisbildung ein. Dabei wird die Flexibilität der Preise (und Löhne) behindert und die Überschussnachfrage staut sich auf. 28
2.2.2 Schleichende, trabende, galoppierende und Hyperinflation
Diese Differenzierung geht vom Tempo bzw. der Höhe der Preissteigerung aus. Bis auf die Hyperinflation besteht jedoch keine Einigkeit bei der Angrenzung. Von Hyperinflation spricht man allgemein, wenn die Preissteigerungsrate pro Monat 50%ige-Marge überschreitet. 29 Dabei handelt es sich nicht nur um sehr hohe Preisniveausteigerungen, sondern auch um den Verlust der Geldfunktion als Wert- aufbewahrungs- und z. T. als Tauschmittel. 30
Arbeit zitieren:
Iryna Kopiyevska, 2003, Inflation: Begriff, Arten, Ursachen, München, GRIN Verlag GmbH
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