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EINLEITUNG 2 3
I. ERLÄUTERUNG DER VORLESUNG DIE TRAUMZENSUR 4 7
II. ERLÄUTERUNG DER VORLESUNG DIE SYMBOLIK IM TRAUM 8 11
III. LITERATUR 12
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Einleitung
Da die Schilderungen der beiden folgenden Kapitel „Traumzensur“ und „Symbolik im Traum“ aus den „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ eine lediglich partielle Darstellung eines komplexen Themenbereiches - dem der „Traumd eutung“ Freuds - bieten, sind noch ein paar Worte zur Einleitung notwendig, die ihre Einordnung erleichtern sollen. Die wohl entscheidende Entdeckung Freuds ist die Existenz eines „verdrängten Unbewussten“. Nicht nur für den Traum, sondern auch für die „Technik des Witzes“, dem Versprecher (Freud’sche Fehlleistung) und das Vergessen von Wörtern, dem Freud mit der „freien Assoziation“ auf die Schliche zu kommen versuchte, stellt diese Entdeckung die Grundlage dar. Was ist nun der Inha lt des verdrängten Unbewussten? „Hauptsächlich die vergessene Frühzeit des Lebens, die Leidenschaften und Beziehungskatastrophen der frühen Kindheit, aber auch die Art und Weise, wie in dieser vorsprachlichen Periode gedacht und gefühlt wird, nämlich in der dramatischen, symbolischszenischen Bild- und Handlungssprache und in den immer wieder heftig aufgelösten Zuordnungen von Eigenseelischem und Fremdseelischem (Projektionen, Introjektionen und Spaltungen, Idealisierungen)“ 1 .
Welche Bedeutung hat diese Kenntnis für den Traum? Freud misst dem Traum bei, dass dieser in seiner Hauptfunktion verdrängte, infantile Wünsche - die im Unbewussten vorhanden sind - erfüllt, um eine Störung des Schlafes zu verhindern. Damit kommt dem Traum eine biologische Notwendigkeit zu, die heute sogar nach den experimentellen Erkenntnissen der „Traumforschung“ bewiesen werden kann. Hatte man zu Zeiten Freuds noch Zweifel daran, dass der Traum in irgendeiner Weise für das Verständnis der Seelentätigkeit des Menschen relevant sei, ist man seit der Entdeckung des REM-Schlafes (Radid eye movement) anderer Meinung, denn auch danach stellt der Traum „sozusagen ein Sicherheitsventil in Bezug auf Störungen durch verdrängte Wünsche dar. Dies lässt sich z. B. auch durch die Ergebnisse des experimentellen Schlafentzugs bestätigen. Bei diesem Versuch schläft die Versuchsperson, während das EEG (Hirnstrombild) abgeleitet wird. Sie wird jedes Mal geweckt, wenn das EEG und andere Anzeichen einen Traum zu erkennen geben. Dadurch wird die Versuchsperson ihres REM-Schlafes beraubt, was nach einigen Nächten zu vorübergehenden psychischen Störungen führt“ 2 .
1 Freud, Sigmund: Schriften über Träume und Traumdeutungen; Fischer Taschenbuch Verlag; Frankfurt/M.;
1995; S. 9
2 Mentzos, Stavros: Neurotische Konfliktverarbeitung; Fischer Taschenbuch Verlag; Frankfurt/M.; 1984; S. 68
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Aus der Tatsache des Wachens und Schlafens ergibt sich, dass der Mensch sozusagen in „zwei Welten“ lebt, die beide für ihn eine existentielle Notwendigkeit darstellen. Freud unterscheidet daher analog zwei Funktionsweisen des psychischen Apparates, die in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen: eine unbewusste Seelentätigkeit (Primärvorgang) und eine vorbewusst-bewusste Seelentätigkeit (Sekundärvorgang). Diese beiden Funktionsweisen bilden die Basis im Prozess der Traumbildung. Die unbewusste Seelentätigkeit liefert den manifesten Trauminhalt, der den „eigentlichen Traum“ darstellt, so wie er im Wachbewusstsein erinnert wird. Die vorbewusst-bewusste Seelentätigkeit produziert die latenten Traumgedanken, die auch das Traummaterial liefern. Ihnen liegen Tagesreste (unerfüllte „Alltagswünsche“ des Vortages), Kindheitserinnerungen (unerfüllte infantile Wünsche) und Körperempfindungen (während des Schlafes) zugrunde. Diese Traumgedanken werden in der (unbewussten) Traumarbeit umgewandelt, man kann sogar sagen komprimiert, denn dies geschieht durch vier (Abwehr-)Mechanismen: Verdichtung, Verschiebung, Rücksicht auf Darstellbarkeit und sekundäre Bearbeitung. Aus dieser Traumarbeit resultiert der manifeste Traum. Dieser wiederum muss in der Analyse durch die Traumdeutung bewusst gemacht werden, wenn man verstehen will, welche „Wirklichkeit“ sich hinter ihm verbirgt. Das - mit anderen Worten - „Bilderrätsel“, wie Freud an mancher Stelle schreibt, muss entschlüsselt werden. Dies geschieht zum einen durch „freies Assoziieren“, so wie bei der Analyse beim Vergessen von Wörtern, als auch zum anderen durch das Übersetzen von Symbolen, die im Traum auftauchen und deren Bedeutung man kennen muss. Somit erscheinen uns also die Traumgedanken als eine Übertragung des Trauminhaltes und umgekehrt. Wir haben es im Traumbildungsprozess mit quasi „zwei verschiedenen Sprachen“ zu tun, die man jeweils, je nachdem, ob man eine Traumdeutung oder die Traumarbeit vornimmt, übersetzen muss.
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M. A. Frank Findeiß, 1997, "Die Traumzensur" und "Die Symbolik im Traum" bei Sigmund Freud, Munich, GRIN Publishing GmbH
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